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Betriebszeitung

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verdi-Info Nr. 1/2020

für die Stadtverwaltung Erlangen
Betriebszeitung rh Betriebszeitung

Info Nr. 1/2020 41. Jahrgang (Januarausgabe) vom 29. Januar 2020

 

Inhalt:

  • 2020 Gewerkschaft beitreten
  • Mehr Geld für Beamtinnen und Beamte
  • Pluspunkt Rechtsschutz
  • Filosofen
  • 20.2. Betriebsgruppe
  • Nachruf Robert Bretting
  • Veranstaltungen
  • Bon ? Ja, bitte!
  • Aktiv-Card für unsere Aktiven
  • Kurz & knackig (u.a. Wo fängt Verrohung an?, Holz vor der Hütte, Färdder, keine stade Zeit im Netz, Neues von Werner, Bilderrätsel, aus dem Bayerischen Ministerrat vom 11.12.1948, Wandkalender für lau, anfordern, surfen 208, Kompetenzzentrum, Culdur mit Konzertbericht Fiddler`s Greeen und CD-TIPP Die Sterne)

Darum solltest du 2020 einer Gewerkschaft beitreten
Mitglied in einer Gewerkschaft zu sein, lohnt sich. Egal ob du studierst und jobbst, in einem Start-up arbeitest oder eine Ausbildung machst.

Solltest du unter 30 Jahre alt sein, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du Mitglied einer Gewerkschaft bist, eher niedrig. Nur zwölf Prozent von uns sind laut Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft gewerkschaftlich organisiert. Wer kann es uns verübeln? Wir sind die Generation Praktikum. Wir sind die Generation, die es gewohnt ist, sich von befristetem Vertrag zu befristetem Vertrag zu hangeln. Wir arbeiten in Teilzeit, in Zeitarbeitsverhältnissen, hatten fast alle schon einmal einen Minijob.

Wir arbeiten immer seltener in Bereichen, in denen Arbeitnehmer*innen in hohem Maße gewerkschaftlich organisiert sind, dem Kohleabbau oder der Stahl- und Eisenindustrie zum Beispiel. Uns findet man immer häufiger im Dienstleistungssektor und in kleineren Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeiter*innen.

Die Wirtschaft hat sich verändert. Und da sich die Gewerkschaften nicht schnell genug an die Veränderungen angepasst haben, haben sie seit den 90er-Jahren enorm an Mitgliedern verloren, so das Institut der deutschen Wirtschaft. Dabei sind Gewerkschaften eine der besten Erfindungen der jüngeren Geschichte. Eine Mitgliedschaft lohnt sich, auch wenn es in deinem Unternehmen keinen Betriebsrat gibt oder außer dir niemand sonst Mitglied einer Gewerkschaft ist. Eine Mitgliedschaft lohnt sich, egal ob du studierst und nebenher jobbst, in einem fancy Loft-Office eines Start-ups arbeitest oder eine Ausbildung zum Bankkaufmensch machst.

An wen wendest du dich, wenn du Probleme im Job hast?

Gewerkschaften sind für den Bereich der Arbeit das, was Mieterschutzbünde für den Bereich Wohnen sind. Wenn dein*e Vermieter*in die Miete erhöht und du nicht weißt, ob er*sie das darf, gehst du zu einem Mieterschutzbund, um dich beraten zu lassen. Wenn dein*e Arbeitgeber*in dich aus deiner Sicht unfair behandelt und du nicht weißt, ob er*sie das darf oder was du dagegen tun kannst, kannst du dich bei einer Gewerkschaft beraten lassen. Die großen Gewerkschaften bieten für ihre Mitglieder kostenfreien Rechtsschutz. Der hilft bei juristischen Auseinandersetzungen im Job.

Darüber hinaus bieten die meisten Gewerkschaften Fort- und Weiterbildungen und Seminare zu gesellschaftspolitischen Themen an. Von „Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie“ über „Wirksam mitbestimmen bei der Dienstplanung“ bis hin zu „Falschmeldungen und Propaganda in Zeiten digitaler Medien“ ist alles dabei. Solltest du mit Kolleg*innen darüber nachdenken, in deinem Unternehmen einen Betriebsrat zu gründen, steht euch auch jede Gewerkschaft mit Rat und Tat zur Seite. Es gibt extra Seminare, in denen künftige Betriebsrät*innen geschult werden.

Solidarität 123rf.com Solidarität Hände

Ein solidarischer Akt

Aber die Gewerkschaften kämpfen für mehr als deinen persönlichen Arbeitsplatz: Sie kämpfen für eine gerechtere Politik. Die Einzelgewerkschaften organisieren sich in Dachverbänden. Allein der größte davon hat über sechs Millionen Mitglieder in Deutschland. Und das bedeutet: Macht. Die großen Gewerkschaften nehmen Einfluss auf Gesetze und Parteiprogramme. Sie versuchen, allgemeine Interessen der Arbeitnehmer*innen durchzusetzen. Jede Mitgliedschaft stärkt die Macht der Gewerkschaften und damit die Stimme der Arbeitnehmer*innen.

Insofern ist die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft auch ein Akt der Solidarität. Es geht nicht nur um deine individuellen Vorteile, sondern einen gesellschaftlichen Prozess. Selbst wenn dein Arbeitsverhältnis top ist, setzt du dich mit deinem Gewerkschaftsbeitrag dafür ein, dass auch die Bedürfnisse von Menschen in schlechteren Situationen gehört werden.

100 Jahre Betriebsrätegesetz
2020 bietet einen historischen Anlass, einer Gewerkschaft beizutreten: Vor hundert Jahren brachte die SPD das Betriebsrätegesetz auf den Weg. Es verpflichtete Betriebe ab einer Größe von zwanzig Beschäftigten dazu, Betriebsräte wählen zu lassen. Es war das erste Mal in der deutschen Geschichte, dass die Mitbestimmung von Arbeitnehmer*innen in Betrieben rechtlich verankert wurde.

Damals und heute sind die meisten Betriebsrät*innen in Gewerkschaften organisiert – diese sind indes weit älter als das Betriebsrätegesetz. Während der deutschen Revolution 1848/1849 entstanden die ersten Gewerkschaften im heutigen Sinne. Die Arbeitsbedingungen waren im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts natürlich nicht mit den heutigen vergleichbar. Mitte des 19. Jahrhunderts betrug die Arbeitszeit für deutsche Fabrikarbeitende im besten Fall zwölf Stunden pro Tag – und das sechs Tage die Woche. Gesetzlichen und bezahlten Urlaub gab es nicht. Erst 1903 wurde Arbeit für Kinder unter zwölf Jahren verboten. In den Fabriken fehlten oft Toiletten und Waschbecken, die Luft war stickig, das Licht zu dunkel. Arbeitsunfälle gehörten zur Tagesordnung.

Es ist eine der größten Errungenschaften von Betriebsrät*innen, Gewerkschaften und auch der Sozialdemokratie, dass die Arbeitsbedingungen in Deutschland heute, hundert Jahre später, vergleichsweise um Lichtjahre besser sind. Trotzdem bleibt noch einiges zu tun. Laut dem Armutsbericht 2018 des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sind in Deutschland fast 14 Millionen Menschen arm. Der größte Teil dieser Menschen arbeitet, befindet sich in einer Ausbildung oder ist in Rente. Unter den sogenannten working poor sind viele von befristeten Verträgen oder Leiharbeitsverhältnissen betroffen. Fast die Hälfte arbeitet in Vollzeit und verdient trotzdem zu wenig. All das sind Missstände, für deren Beseitigung es sich zu kämpfen lohnt – zum Beispiel als Teil einer Gewerkschaft.

Kommentar von Tessa Högele auf ZE.TT im Dezember 2019

Mehr Geld für Beamtinnen und Beamte

Die Beamten konnten sich Ende Dezember über mehr Geld freuen. Wir berichteten bereits, dass die Ergebnisse der Tarif- und Besoldungsrunde der Länder inhaltsgleich auf die bayerischen Beamtinnen und Beamten übertragen wurde.

Die Bezüge wurden rückwirkend zum 1. Januar 2019 um 3,2 % erhöht. Zum neuen Jahr tritt die zweite Stufe der Besoldungsrunde in Kraft, d.h. ab 1. Januar 2020 gibt’s eine weitere Erhöhung um 3,2 %. Die Anwärterinnen- und Anwärterbezüge werden zum 1. Januar 2019 um 50 Euro und zum 1. Januar 2020 um 100 Euro pro Monat erhöht. Weiterhin wird zum 1. Januar 2020 die erste Stufe in allen Besoldungsgruppen gestrichen und die Eingangsbesoldung dadurch erhöht.

Im Tarifbereich gibt es die nächste Erhöhung ab 1.3.2020 und wird zum ersten April überwiesen.

Rechtsschutz ver.di Rechtsschutz

Pluspunkt Rechtsschutz


Gewerkschaftsmitglieder sind im Streitfall geschützt
Zu den wichtigsten Gründen, der Gewerkschaft ver.di beizutreten, zählt der Rechtsschutz bei Problemen oder Streit mit dem Arbeitgeber oder dem Auftraggeber. Für alle ver.di-Mitglieder sind die rechtliche Beratung und – bei Aussicht auf Erfolg – die Prozessvertretung bis zu den höchsten Gerichten im monatlichen Gewerkschaftsbeitrag enthalten. Was viele nicht wissen: Rechtsschutz haben sie im Zusammenhang mit ihrer Erwerbstätigkeit auch für das weite Feld der ge­setzlichen Sozialversicherungen. Ob Krankenkasse, Pflegekasse, Arbeitsagentur, Jobcenter, Rentenversicherung, Berufsgenossenschaft oder Versorgungsamt: Wer mit Leistungen oder Bescheiden dieser Behörden nicht einverstanden ist, kann Rat und Beistand des gewerkschaftlichen Rechtsschutzes in Anspruch nehmen. Hinzu kommen die juristische Beratung und Vertretung von betrieblichen Interessenvertretungen wie Betriebs- und Personalräten. Die „Gegenstände“ der Rechtsstreitigkeiten reichen vom unzulänglichen Arbeitszeugnis, dem zugebilligten Grad der Behinderung bis zur falschen Eingruppierung beim Lohn. Gestritten wird um vorenthaltene Honorare, um Sanktionen gegen Hartz-IV-Berechtigte und verweigerte Beamtenbeförderung, auch um falsch berechneten Urlaub, um sittenwidrige Löhne, den Kündigungsschutz, die Höhe der Rente oder das Anerkennen von Berufskrankheiten. Insgesamt hat der DGB-Rechtsschutz im Jahre 2018 bundesweit mehr als 230 Millionen Euro erstritten und 114.000 neue Verfahren aufgenommen, davon rund 35.000 für ver.di-Mitglieder. Hinzu kommen die von ver.di selbst geführten Verfahren.

Das ist eine Deprimierung.

Andreas Möller

2020 am Dienstag oder Donnerstag!

MITMACHEN

20. Februar ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, jeweils ab 17.00 Uhr, abwechselnd Dienstag und am Donnerstag, bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Donnerstag 20. Februar, 17.00 Uhr, im Sitzungsraum beim Personalrat, Nägelsbachstr. 26, II. OG. Thema sind die anstehenden Tarifverhandlungen.

Robert Bretting rh Robert Bretting

Robert Bretting  †

Am 17.1. verstarb überraschend unser Kollege Robert Bretting. Mit großer Bestürzung und Trauer haben wir die Nachricht von seinem Tod aufgenommen. Robert war immer hilfsbereit und engagiert für seine Kollegen. Seit 1.9.1983 war er im Tiefbauamt beschäftigt. Zuerst als Auszubildender, nach erfolgreicher Ausbildung als Straßenbauer. Er war seit 1.1.1984 langjähriges und treues Gewerkschaftsmitglied bei der damaligen ÖTV und jetzt bei Verdi. Durch sein Engagement für die Kolleginnen und Kollegen wurde er 1998 als erstes Ersatzmitglied für die Gruppe der Arbeiter im Stammpersonalrat gewählt. 2002 wurde er als ordentliches Mitglied in den Personalrat gewählt. 2006, 2011 und 2016 wurde er jeweils mit einen sehr guten persönlichen Stimmergebnis wiedergewählt. Er war für uns alle immer Ansprechpartner, ein sehr netter und lieber Kollege. Man konnte sich auf Robert einfach verlassen. Mit seiner zurückhaltenden Art hat er nicht den Streit, die Auseinandersetzung gesucht. Im Gegenteil, er hat viel dazu beigetragen, dass unterschiedliche Positionen fair diskutiert und die gefundenen Lösungen gemeinsam vertreten wurden. Robert Bretting, Bobby war mit Herzblut Interessenvertreter des Tiefbauamtes, der Arbeiter bei der Stadt. Er wird uns sehr fehlen, so werden wir ihn in Erinnerung behalten. Bobby danke für dein Engagement. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau, seinen Töchtern und der Familie.

Veranstaltungen

30. Januar 1933: Machtübertragung an die NSDAP

Warum scheiterte die Weimarer Republik? Wer waren die treibenden Kräfte hinter Hitler und der NSDAP? Warum wurden sie nicht aufgehalten? Hat die damalige „Elite“ in Wirtschaft, Politik, Militär und Medien „versagt“ oder sogar mitgeholfen? Und heute: Sind PEGIDA, AfD und Co. im Prinzip der gleiche Sumpf wie damals vor 1933? Diese und mehr Fragen werden wir mit Prof. Manfred Weißbecker, emeritierter Prof. für Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena bearbeiten. Am Donnerstag, 30. Januar 2020, 18:00 Uhr, Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG

Der DGB Bayern veranstaltet seinen

3. Frauengipfel am Equal Care Day am 29. Februar 2020.

Dieser findet in Nürnberg im Karl-Bröger-Zentrum statt. Einladungen sind bei uns erhältlich. 

Bon? Ja, bitte! Plus Kassenpflicht einführen

Am 15.12.2016 (!) hat der Bundestag das Kassengesetz beschlossen. Zusammen mit der 2017 ergangenen Vollzugsverordnung wurde die Bonpflicht ab 1.1.2020 festgelegt. Trotz der langen Vorlaufzeit kam es zum Jahreswechsel zu einer Welle der Empörung. Jahrelang haben sich wenige Menschen über die umweltschädlichen Kassenbons, die beispielsweise massenweise bei REWE ausgegeben und zusätzlich mit Werbung bedruckt werden, aufgeregt. Bons wurden einfach akzeptiert und das in vielen Handelsbereichen praktizierte System,   wurde nie in Frage gestellt. Warum hat der Bundestag 2016 auf Vorschlag des Bundesfinanzminister Schäuble die generelle Bonpflicht beschlossen. Es gibt viele Bereiche, Geschäfte, wo nur mit Bargeld gezahlt wird. Fachleute vermuten, dass ein Teil dieser Gelder nicht versteuert werden. Dabei geht es um Milliarden. Der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz geht davon aus, dass in der Berliner Gastronomie die Betrugsquote bei über 80 % liegt. Die Finanzministerien von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schätzen, dass jährlich bis zu 10 Milliarden Steuern nicht eingenommen werden. 2015 hatte Österreich die Bonpflicht mit manipulationssicheren Kassen eingeführt. Die Umsatzsteuer stieg daraufhin um 900 Millionen Euro im Jahr. Auf Deutschland umgerechnet wären dies mindestens 5 Milliarden Euro höhere Einnahmen. Dazu kommen noch Mehreinnahmen bei der Einkommens- und Gewerbesteuer. Einen großen Fehler hat die Einführung der Bonpflicht in Deutschland aber. Die Lobby der Steuersünder hat sich durchgesetzt und die Einführung der manipulationssicheren Kassenpflicht verhindert. Gerade wir beschäftigte, die jeden Cent durch den Arbeitgeber versteuert bekommen, müssen ein großes Interesse haben, dass alle ehrlich ihre Steuer und Abgaben zahlen.

 

Keine stade Zeit im Internet

Durchschnittlich besuchen rund 30 Menschen am Tag unsere Internetseiten. Natürlich gingen über Weihnachten die Zahlen zurück. Allerdings war nur am Sonntag 22.12. und am 1. Weihnachtsfeiertag viel Platz in unserem Netz, denn niemand verirrte sich auf erlange.verdi.de.

ANGEBOT

Aktiv-Card für aktive ver.di-Mitglieder

Wir haben von der Stadt einige "Aktiv-Cards für Ehrenamtliche" erhalten. 50% Ermäßigung gibt es damit auf alle Vorstellungen des Erlanger Theaterensembles (außer Vorstellungen zu Silvester), GVE-Konzerte, die Büchereiausleihgebühren, Museumsbesuche, Erste-Hilfe-Kurse des ASB und die Events des Kulturamtes Comicsalon, Figurentheater und Poetenfest. Mit der Card können zusätzlich die Erlanger Bäder zum ermäßigten Preis in Höhe von 1,50 Euro besucht werden, die Ausstellungen des Kunstpalais für 2 Euro (dafür wird man dort nicht nass). Wir wollen, dass möglichst viele unserer Aktiven in den Genuss kommen, deshalb sollte die Aktiv-Card mindestens 24 Stunden vorher vorbestellt und möglichst rasch zurückgegeben werden. Vorbestellungen sind unter der Tel. Nr. 86 2714 möglich.

Holz vor der Nägelsbachstr. 26 rh Holz vor der Nägelsbachstr. 26

Holz vor der Hütte

Erstaunliches war am Montag, den 13.1.2020 vor dem Eingang Nägelsbachstr. 26 zu sehen, siehe Bild. Halb Erlangen rätselte, was machen so viele große Baumstämme mitten in der Stadt? Einfache Antwort, der Personalrat hat 2020 vor dicke Bretter zu bohren.

Wer nicht hüpft, der ist ein Färdder

Über 100 Jahre hielten Fernzüge in Fürth Hbf. Damit ist es ab 15. Dezember 2019 für immer vorbei. Der Intercityhalt um 5.34 Uhr und um 0.35 Uhr ist Geschichte. Weiterhin halten ICE Züge in Soest, Altenbeken, Lippstadt, Montabaur, München-Pasing,…,aber nicht in Färdd, obwohl der Großraum Fürth über 500.000 Einwohner umfasst (Stadt und Landkreise FÜ, ER/ERH, FO, NEA). Die „Erlangerinnen und Erlanger“ dürfen jetzt über Nürnberg fahren. Dort mache sie die Erfahrung, dass wenn der Zug einfährt, der Anschlusszug direkt vor der Nase ausfährt. Die Bahn wäre nicht die Bahn, wenn so ein „Vergnügen“ umsonst wäre. Für diesen „Vergnügen“ dürfen wir jetzt einen Umweg-Fahrschein über Nürnberg lösen, je zweimal 8 km - (noch) vergnügungssteuerfrei!

Wo fängt Verrohung an?

Gedanken einer Kollegin zwischen den Jahren

Wenn in Besprechungen nach Schuldigen gesucht wird? Wenn ständig in Vergangenen gewühlt wird um Schuldzuweisungen zu finden? Wenn mit Zeigefinger auf andere gezeigt wird? Wenn ein Raum betreten wird und das Grußwort fehlt? Wenn nur ein Teil der Gesellschaft begrüßt wird und der andere Teil der Gesellschaft nicht? Wenn Diskussionen zerstückelt werden, damit Recht auf freie Meinung nicht zustande kommt? Wenn Diskussionen zerstückelt werden, und der eigentliche Ausgangspunkt untergeht? Wenn sachliche Kritik unerwünscht ist? Was wird von Hierarchie vorgelebt, was kommt unten an?  

Hier fängt Verrohung an.

Ist es nicht an der Zeit, gerade von „Führung ganz oben“ mit guten Beispiel voranzugehen. Ein Gedicht dazu, egal welches Alter „Führung“ hat.


*Meine Seele hat es eilig.*

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.
Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, begann es, sie wirklich zu genießen.
Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.
Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen , die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.
Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.
Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.
Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.
Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.
Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren. Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile. Ohne viele Süßigkeiten in der Packung.

Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.
Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden.
Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.
Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.
Es ist das, was das Leben lebenswert macht.
Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren.
Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.

Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.
Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden.
Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich bereits gegessen habe.
Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.
Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.

Mario de Andrade

Werner Lutz ad Werner Lutz

Mediales

Berichte darüber, daß Reiche immer reicher werden und ihr gesamtes Vermögen schon wieder um 1,5 Milliarden Euro gestiegen ist, sind so langweilig und für Medienvertreter inzwischen von so geringer Bedeutung, daß diese Meldungen nur noch bei den Wasserstandsmeldungen kleiner Bäche und Flüsse im Landfunk gesendet werden.

Grundsicherung

Die Unionsparteien sind nach wie vor strikt gegen eine Bedürftigkeitsprüfung bei der Grundsicherung für Rentner.

Sie befürchten, daß das von ihr vertretene Wählerklientel, also die Rentiers, die eine Rendite erhält, dann keine Grundrente bekommt.

Rentenalter

Weil die Menschen in Deutschland statistisch immer älter werden, soll das Rentenalter auf siebzig Jahre erhöht werden.

Damit das Rentenalter nicht noch weiter steigt, will die Regierung durch mehr CO2 und die Wiedereinführung von Kriegen das durchschnittliche Lebensalter künftig senken.

Beitrag zum Klimaschutz

Vor dem Hintergrund, daß die CO2-Werte bei Kriegsgerät am höchsten sind, garantiert die Bundessregierung weiterhin alles zu tun, um die produzierten Rüstungsgüter innerhalb Deutschlands zu reduzieren.

Sie exportiert daher auch dieses Jahr für 6,35 Mrd. Euro deutsche Rüstungsgüter ins Ausland.

Rätsel –Auflösung und neues „Rätsel“

Die fränkische Bratwurstbude stand natürlich in der Landeshauptstadt München beim Sendlingertor. Die Bude ist wohl dem fränkischen Ministerpräsidenten Markus Söder zu verdanken. Beim neuen Rätsel wollen wir wissen, wo finden sich die kulturell schön ausgestalteten Büroräume?

Rätsel rh Rätsel

Aus dem Bayerischer Ministerrat vor 70 Jahren

Am 25.1.1950 wurde u.a. folgender Punkt behandelt:

Entwurf eines Gesetzes über Hilfsmaßnahmen zur Förderung der Berliner Wirtschaft16

Staatsminister Dr. Seidel weist darauf hin, daß das Gesetz weitgehende Erleichterungen für die Berliner Wirtschaft vorsehe, z.B. erhebliche Steuervergünstigungen bei der Umsatzsteuer, so daß eine gewisse Gefahr für die Wirtschaft der westdeutschen Länder entstehen könne. Im übrigen sei es durchaus möglich, daß auf dem Umweg über West-Berlin Waren aus dem Osten in das westdeutsche Bundesgebiet kämen. Jedenfalls sei es notwendig, dieses nach dem Entwurf unbefristete Gesetz auf eine gewisse Zeitspanne zu befristen.

Schöner neuer Titel (V)

Ref. II heißt ab sofort „Money, Money“.

Neu, Stadt hängt um

Neuerdings hängt der Bereich Organisation im Personalamt Planstellen einfach um. Hoffentlich verletzen sich die Planstelleninhaber*innen dabei nicht.

 

Die etwas andere Meinung

Die Stadtspitze nimmt Anregungen des Personalrates gerne entgegen und setzt sie umgehend um.

Schöner Wandkalender für lau

Vom DGB gibt es wieder einen Wandkalender mit schönen Sprüchen als Motiv, siehe Bilder. Wir haben einige Exemplare für unsere Kolleginnen und Kollegen besorgt. Wer einen möchte, einfach über die gängigen Kommunikationswege bei uns melden.

Wandkalender rh Wandkalender

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Doris Blacha, Dietmar Radde oder Iris Schubert, PR, (86 2997, 86 2987, 86 2420 oder 86 1956, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell 19 / 2019 – Kein staatliches Lohndumping! 

Die öffentliche Hand vergibt jedes Jahr Aufträge in Milliardenhöhe. Diese Aufträge erhalten auch Unternehmen, die keinen Tarif zahlen. Damit muss Schluss sein! Öffentliche Aufträge dürfen zukünftig nur noch an Unternehmen vergeben werden, die nach Tarif zahlen. Tarifflucht und Ausbeutung dürfen nicht mit Steuergeld unterstützt werden.

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell 20 / 2019 – Tarif bringt‘s! 

Die OECD plädiert in einem aktuellen Bericht für eine Stärkung der Tarifvertragssysteme. Tatsächlich gibt es dafür gute Gründe: Abhängig Beschäftigte profitieren auf vielerlei Weise von Tarifverträgen.
Doch Tarifverträge gibt es nicht geschenkt.

  • Klimaschutzprogramm der Bundesregierung

Der ver.di Bundesvorstand hat die einzelnen Punkte des Programms bewertet.

Surfen Nr. 208

Solidarity – gemeinsam stark!

Der Solidarity-Reader der ver.di Jugend ist da: Wir erklären darin, warum es für Gewerkschaftsaktive immer wieder wichtig ist, klare Kante zu beweisen.

Auch wenn es im Betrieb wie im alltäglichen Leben viele Möglichkeiten gibt, gegen Diskriminierung und Ausgrenzung vorzugehen, fällt es in bestimmten Situationen dann oft doch nicht so leicht, die richtigen Worte zu finden. Manchmal ist der Moment dann auch schon vorbei und hinterlässt ein mulmiges Gefühl im Bauch, dass da etwas gerade nicht okay war.

Unser Reader will auf der einen Seite darüber informieren, warum sich einige Ausgrenzungsmechanismen so hartnäckig halten. Auf der anderen Seite soll er Mut machen, sich gegen Ausgrenzung zu stellen und klare Kante zu beziehen – denn gemeinsam sind wir stark!

Was ist drin?

Im Reader gehen wir zunächst darauf ein, warum Solidarität auch am Arbeitsplatz so wichtig ist und was wir für ein Miteinander statt Gegeneinander im Betrieb oder in der Dienststelle tun können. Der zweite Text liefert einen Überblick, was Feministinnen und Feministen vergangener Generationen für uns erkämpft haben.

Es folgt ein Text, der herausarbeitet, was es mit dem Antisemitismus auf sich hat und warum Israel für Menschen jüdischen Glaubens so wichtig ist. Der vierte Text nähert sich dem Begriff Rassismus. Titel fünf arbeitet heraus, warum Patriotismus per se gefährlich ist.

Der sechste Text befasst sich mit der AfD und ihren arbeitnehmerfeindlichen Positionen. Daraufhin wird die Neue Rechte unter die Lupe genommen und sich dezidierter mit der Identitären Bewegung befasst.

Die letzten beidenTeile des Solidarity-Readers sollen euch ein bisschen Handwerkszeug mitgeben: Hier werden Argumentationsstrategien im Falle von Pöbeleien gegen Geflüchtete aufgezeigt und es werden Begriffe und Zeichen erklärt, die im Nazimilieu benutzt werden.

Alle Texte in diesem Reader sind von Aktiven der Gewerkschaftsjugend oder von Kolleginnen und Kollegen aus Organisationen geschrieben worden, die uns und unserer Arbeit nahestehen.

Wo geht's zum Reader?

Den Reader gibt es hier als PDF zum Download.

https://www.aktiv-gegen-diskriminierung.info/blog/solidarity-gemeinsam-stark

Deutsch   Boarisch Frängisch

Der Herd  da Herd  der Hard

Kompetenzzentrum

München hat ein Kompetenzzentrum eingerichtet. Ziel der Beschäftigten im Kompetenzzentrum ist es, Vorschläge zu erarbeiten, um die Stadtverwaltung München für die Zukunft noch besser aufzustellen. Besetzt wurde es aus den vorhandenen Personal, die über ein aufwendiges Assessment Center Verfahren ausgewählt werden. Deshalb hat das Kompetenzzentrum in Teilen der Stadtverwaltung München den Ruf, der Hort der besten Schauspieler zu sein. In Erlangen gibt es das Kompetenzzentrum schon seit Jahrzehnten, es wird regelmäßig von den Beschäftigten gewählt und hieß früher Personalvertretung.

Sichere Passwörter (Teil 3)

Sommer2019

2019Herbst

Winter2019

 

 

Fiddler`s Green rh Fiddler`s Green

FIDDLER`S GREEN

16.5.2019, LÖWENSAAL, NÜRNBERG

Ursprünglich war der Löwensaal für den 26.4. reserviert, doch gesundheitliche Probleme beim Gitarristen und Sänger Pat sorgten zwangsweise für eine Verlegung in den Mai. Pünktlich um 20.00 Uhr ging es mit „The Moorings“ los. Die Franzosen spielen Irish (Speed) Folk mit Potential nach oben und waren deshalb eine sehr passende Vorband. Schön war ihr Schluss eine sehr rotzige Version von „Auf der Reeperbahn…“. So war das Publikum, überwiegend bestehend aus der Ü 30 Fraktion gut eingestimmt und die Fiddlers legten dann gleich auch heftig los mit „The Freak of Enniskillen“ von der aktuellen Scheibe Heyday. Auffällig, im ersten Teil des Sets wurden fast nur Songs der aktuellen CD gespielt, nur zwischendurch wurden Klassiker wie „The Night Pat Murphy Died“ eingestreut, um die Stimmung noch weiter zu steigern. Dank des für Löwensaalverhältnisse sehr guten Sound kam die Energie der Songs gut rüber und der fast volle Saal ging begeistert mit. Dazu kam eine sehr professionelle Lightshow. Zur Mitte der Show wird „Take Me Back“ angestimmt. Es beginnt dank des Schlagzeugs als Marschmusik, dann kommen traurige Geigenklänge dazu und nach und nach finden sich alle Bandmitglieder wieder ein und der Song geht in ein Instrumental über. Deutlich spürbar, die Erlanger Band ist im 29. Jahr ihres Bestehens routiniert und die Songs werden perfekt gespielt. Gegen Ende wurde dann noch „Down“ angestimmt, eine sehr heftige und energiegeladene Version des alten italienischen Partisanenliedes „Bella Ciao“. Die Temperaturen hatten da längst das gefürchtete Löwensaal-Saunalevel erreicht. Anschließend stimmte Tobias Heindl mit seiner Geige das inzwischen gewohnte schöne Medley von Heavy Metal-Klassikern an. Frontmann Albi versuchte danach die Luft zu verbessern und animierte erfolgreich, zumindest beim männlichen Teil, die T-Shirts auszuziehen und damit zu wedeln. Vergeblicher Versuch die Luft zu verbessern, wenn dann auch noch Songs zum Springen oder Hüpfen wie „Yindy“ angekündigt werden. Nach 90 Minuten wird der Zugabeblock mit „Old Dun Cow“, einen sehr heftigen „Folk`s Not Dead“ und „Perfect Gang“ angestimmt. Nach einer Konfettikanonen-Einlage folgt das obligatorische „Blarney Roses“, um 2 Stunden sehr guten Irish Speed Folk abzuschließen.

Die Sterne www Die Sterne

CD-TIPP, INDIE-POP

DIE STERNE

DIE STERNE

PIAS / ROUGH TRADE

VÖ: 28.02.2020

Die Sterne gehören zur sogenannten Hamburger Schule. Damit werden eine ganze Reihe von Bands bezeichnet, die schöne Indie Musik mit mehr oder weniger intellektuellen deutschen Texte versehen. Die Sterne gibt es seit 1992. Allerdings ist 28 Jahre später von der Urbesetzung nur noch Gitarrist, Sänger und Songschreiber Frank Spilker übriggeblieben. Nach wie vor bewegen sich die Texte zwischen banalen Alltagsgeschichten und sehr nachdenkliche Themen wie die Titel „Der Sommer in die Stadt wird fahren“, „Das Elend kommt (nicht)“ oder „Unterschiedlich subtil“ beweisen. Dazu kommt eine überraschend frische, sehr abwechslungsreiche Indie-Mucke. Da klingt es schon mal sehr locker nach Italo-Pop, dazwischen werden fast Disco-Nummern eingestreut, bis wieder vertraute düstere und melancholische Töne von mehr rockigen Stücken abgelöst werden. Respekt Herr Spilker.

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