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verdi-Info Nr. 4/2015

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Info Nr. 4/2015 36. Jahrgang (nach dem zweiten und vor dem dritten Warnstreik im Sozial- und Erziehungsdienst) vom 15. April 2015

Inhalt:

  • Wichtige Termine
  • #Sozial- und Erziehungsdienst #aufwerten – Warnstreik am 8.4.2015
  • #Sozial- und Erziehungsdienst #aufwerten - Info zum Streikgeld
  • #Sozial- und Erziehungsdienst #aufwerten - Forderung unterstützen
  • Beamtenbesoldungsrunde 2015
  • Betriebsgruppe
  • Aktionstag gegen TTIP, CETA; TISA
  • Kurz & knackig (Thomas im Zoo, Bilderrätsel, Plakettenverkauf, Färdder können chinesisch, anfordern, surfen 158, neue BSG Angeln, Culdur mit Buch-Tipp „Möbelhaus“)

 

 

Wichtige Termine

20. April

An diesem Montag findet der 3. ganztägige Warnstreik im Sozial- und Erziehungsdienst statt. Alle Streikende fahren mit Bussen nach Stuttgart zu einer Großdemo und -kundgebung. Treffpunkt am 20.4. ist 7.45 Uhr, Parkplatz West, Abfahrt ist pünktlich 8.00 Uhr. Ziel ist mit dieser Aktion den Arbeitgebern deutlich zu machen, entweder sie legen ein verhandelbares Angebot vor oder es kommt nach dem 1. Mai zur Urabstimmung mit anschließendem Erzwingungsstreik.

Aufwerten JETZT! rh Aufwerten JETZT!

Mit einem landesweiten Streik und einer zentralen süddeutschen Kundgebung mit dem ver.di Vorsitzenden Frank Bsirske in Stuttgart werden die Beschäftigten am 20. April parallel zur vorerst letzten vereinbarten Verhandlungsrunde in Frankfurt den Druck auf die Arbeitgeber nochmals deutlich erhöhen. ver.di erwartet tausende Streikende aus ganz Baden-Württemberg und aus Bayern.

1. Mai

Der 1. Mai ist der Tag der Gewerkschaften. Bewusst wird an diesem Tag demonstriert und gewerkschaftliche Forderungen und Positionen in die Öffentlichkeit getragen.

1. Mai in Erlangen dgb 1. Mai in Erlangen

Der Maiaufruf des DGB für Erlangen mit dem genauen Programm wird mit diesem Info verteilt. Start ist 10.00 Uhr am Gewerkschaftshaus, Neustädter Kirchplatz (Friedrichstr. 7) mit der Demo zum E-Werk. Dort findet ab 11.00 Uhr die Kundgebung mit Maifest statt.

8.Mai

Zum 37. Mal findet an diesem Tag unser Grillfest statt. Ab 15.30 Uhr geht es im Garten der Erba-Villa los. Der 8.5. ist der 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, wir finden dies ist ein Grund mehr zu feiern! Die Einladungen werden in den nächsten Tagen verschickt, aber schon jetzt den Termin vormerken.

 

Dies war der 2. Streik und der Nächste folgt am 20. zugleich

Bericht vom 2. Warnstreiktag im Sozial- und Erziehungsdienst am 8.4.2015

Wegen der Ferien rechneten wir, da Urlaubszeit und Schließzeit von Einrichtungen mit 25 Streikenden. Wir waren deshalb völlig überrascht, dass trotz Osterferienzeit so viele Kolleginnen und Kollegen zum Streiktreffen erschienen sind. Wir zählten 75 Kolleginnen und Kollegen. Dank der Tatkraft und Kreativität der pädagogischen Fachkräfte wurden zahlreiche Plakate und Transparente entworfen, die Stifte dazu wurden schnell gefunden, Locher holte man sich von der Verwaltung.

8.4.2015 Höhe Frühlingsfest rh 8.4.2015 Höhe Frühlingsfest

Ein Karton rote Pioniertücher waren für Doris Blacha und Silvia Beyer schon lange ein Thema, wie lange steht der wohl noch rum? Schließlich sollte das Zimmer auch wieder etwas aufgeräumt aussehen. Zur großen Überraschung der beiden Modeexpertinnen fanden die Tücher einen reißenden Anklang und waren schnell um den Hals gebunden. Nicht nur die Tücher waren schnell vergriffen auch Kaffee und Kuchen fanden natürlich ihre Abnehmer. In der Streikversammlung wurden dann sehr konstruktiv die nächsten Streiks besprochen und einzelne Aktionen, wenn es zum Erzwingungsstreik kommt besprochen. Verabredet wurden Arbeitsgruppen zur genauen Vorbereitung im Zeitraum der Urabstimmung und dass möglichst viele Unterstützerunterschriften für unsere Forderung in den Einrichtungen gesammelt werden. Der  anschließende Demozug durch die Innenstadt  wurde von der Polizei begleitet. Angemeldet war ein Gänsemarsch vom Rathaus zum Martin Luther Platz. Entgegen der Genehmigung mussten wir laut Polizei mitten auf der Nürnberger- und Hauptstraße gehen, nicht auf dem Gehweg. warum? Weil wir zu viele waren und das war gut so. Ein rundherum guter Vormittag und guter ganztägiger Warnstreik.

 

Forderung unterstützten

Nachstehende Unterschriften bitte bis 8.5.2015 mit der Hauspost an Doris Blacha oder Dietmar Radde jeweils Personalrat schicken.

JA, ich unterstützte die Forderungen der pädagogischen Fachkräfte im Sozial- und Erziehungsdienst nach einer deutlichen finanziellen Aufwertung.

Vorname                   Nachname                        Unterschrift

 

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FILOSOFEN Unsere Chancen stehen 70:50

Thorsten Legat

Auch wer nicht streikt, bekommt kein Geld

In einem Schreiben vom 2.4.2015, vom Personalamtsleiter unterzeichnet, heißt es wörtlich: „Während der Beteiligung an einer Arbeitskampfmaßnahme besteht für die/den Beschäftigten kein Anspruch auf Arbeitsentgelt. Gleiches gilt für arbeitswillige Beschäftigte, die aufgrund der Arbeitskampfmaßnahmen in ihrer Dienststelle oder einem Teilbereich der Dienststelle nicht beschäftigt werden können“.

Also Vorsorge betreiben, ver.di-Mitglied werden und mitstreiken!

 

Schnell Mitglied werden – rechnet sich

Mitglieder von ver.di bekommen bei längeren Warnstreiks und im Streik Streikunterstützung.

Neu eingetretene Mitglieder erhalten Streikunterstützung, wenn für den vorangegangenen Beitragsmonat eine satzungsgemäße Beitragszahlung erfolgt. Dies bedeutet, dass für den Monat Februar bereits eine Beitragszahlung erfolgen muss, um Streikgeld zu erhalten! Wer jetzt beitritt muss deshalb den 1. Februar als Beitrittsbeginn angeben!

Wie hoch ist die Streikunterstützung?

Die Höhe der Streikunterstützung richtet sich nach dem Mitgliedsbeitrag und nach der Zahl der streikbedingt ausgefallenen Arbeitsstunden, für die keine Arbeitsvergütung gezahlt wird.

Entscheidend ist der Mitgliedsbeitrag der letzten drei Monate vor dem Streik. Bei Mitgliedern, die erst in diesem Zeitraum eingetreten sind, wird der aktuelle Beitragsmonat zugrunde gelegt. Das gleiche gilt, wenn ein ver.di-Mitglied erst vor dem Streik in ein Arbeitsverhältnis übernommen wurde (z. B. ehemalige Auszubildende) oder wenn das Arbeitsverhältnis bis kurz vor dem Streik ruhte (z. B. Krankengeld- oder Elterngeldbezieher/innen).

Sozial- und Erziehungsdienst aufwerten! ver.di Sozial- und Erziehungsdienst aufwerten!

Die Streikunterstützung berechnet sich nach der Zahl der am Streiktag individuell ausgefallenen Arbeitsstunden. Wird am Streiktag noch gearbeitet – etwa vor oder nach einem Warnstreik – vermindert sich die Höhe der Streikunterstützung entsprechend.

Fällt die individuelle Arbeitszeit vollständig aus, beträgt die Höhe der Streikunterstützung grundsätzlich

  • das 2,5-fache des Mitgliedsbeitrages, wenn die Mitgliedschaft in ver.di länger als zwölf Monate besteht bzw.
  • das 2,2-fache des Mitgliedsbeitrages bei kürzerer Dauer der Mitgliedschaft.
  • Für jedes kindergeldberechtigte Kind wird zusätzlich ein Betrag von 2,50 Euro pro Streiktag gezahlt.

Das gilt auch für Teilzeitbeschäftigte. Den genauen Betrag können sich ver.di-Mitglieder mittels eines Streikgeldrechners im Internet im ver.di Mitgliedernetz ausrechnen lassen.

Die Streikunterstützung ist keine Vergütungsersatzleistung

Die Streikunterstützung ist eine solidarische Leistung der ver.di für streikende Mitglieder, damit diese einen längeren Streik trotz der Einbußen beim Arbeitseinkommen durchstehen können. Sie gleicht den Nettoverdienstausfall nur teilweise aus.  Sie ist unter diesen Voraussetzungen steuer- und sozialversicherungsfrei.

 

Besoldungsrunde

Ländertarifabschluss auf Besoldung übertragen

Der erzielte Tarifabschluss von 4,8 Prozent mit einer Laufzeit von zwei Jahren mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist ein Erfolg für die DGB-Gewerkschaften. Besonders wichtig ist, dass die von den Arbeitgebern gewollte Kürzung der betrieblichen Altersversorgung VBL verhindert werden konnte. Völlig unverantwortlich handeln aber die Arbeitgeber, wenn sie sich weiter einer gerechten Eingruppierung der tarifbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer verweigern. Nun muss der Tarifabschluss umgehend wirkungsgleich auf die Besoldung der Beamtinnen und Beamten übertragen werden. Seit 2006 haben 15 der 16 Bundesländer diese Tarifanpassung in der Summe nicht mehr vorgenommen. Das führte innerhalb von nur neun Jahren in einzelnen Besoldungsgruppen zu Spreizungen von bis zu 18 Prozent von Land zu Land. Um diese Entwicklung zu stoppen, muss die Übertragung der Tarifergebnisse  wieder der Regelfall werden. Der Freistaat Bayern war recht schnell und hat am 31.3.2015 einen Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Bezüge vorgelegt. Danach sollen die Bezüge ab 1.3.2015 um 2,1%, ab 1.3.2016 um 2,3% mindestens 75 Euro erhöht werden. Anwärterinnen und Anwärter erhalten zum 1.3.2015 und 2016 jeweils monatlich 30 Euro mehr.

MITMACHEN

6. Mai ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2015 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 6. Mai, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Auf der Tagesordnung stehen die Vorbereitung des Grillfests und die aktuelle Tarifsituation im Sozial- und Erziehungsdienst.

 

Erlanger Bündnis gegen TTIP, CETA, TISA ER Bündnis Erlanger Bündnis gegen TTIP, CETA, TISA

Globaler Aktionstag gegen TTIP, CETA, TISA am 18.4.2015

Ver.di Erlangen macht beim Erlanger überparteilichen Bündnis für Transparenz, Fairness und Vernunft in globalen Handelsabkommen mit. Am 18.4. beginnt ab 13.00 Uhr am Rathaus eine Parade zur Abschlusskundgebung am Schlossplatz. Dort spricht für den ver.di Ortsverein Erlangen Verena Hofbauer, die stellvertretende Vorsitzende. Warum es wichtig ist, sich gegen diese Freihandelsabkommen zu engagieren, zeigt der nachstehende Beitrag von ver.di Bayern.

TTIP/CETA/TISA

Der ver.di Landesbezirk Bayern hat nachstehende Kurzfassung der gewerkschaftlichen Kritik zum Freihandelsabkommen veröffentlicht

Kennzeichnend für die aktuell verhandelten Freihandelsabkommen

o TTIP - USA/EU,

o CETA – Kanada/EU,

o TiSA – 50 Staaten weltweit - Handel mit Dienstleistungen – die 50 Staaten repräsentieren 90 % des Dienstleistungsmarktes weltweit ist, dass sie gegenüber früheren Abkommen eine weitaus „tiefere“ Integration der nationalen und supranationalen Institutionen und Rechtssetzungs- und Findungsprozesse unter die Regeln der Abkommen stellen und damit deutlich über die Vorgaben der WTO hinausgehen.

„Das Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (TiSA), das zurzeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit und außerhalb des WTO-Rahmens verhandelt wird, ist ein gezielter Versuch, den Profit der reichsten Unternehmen und Länder der Welt über die Interessen der Menschen zu stellen, die am stärksten auf öffentliche Dienstleistungen angewiesen sind.“

(Rosa Pavanelli, Generalsekretärin Internationale der Öffentlichen Dienste)

Stichwort: Marktzugang

Mit den Abkommen sollen Produkte auf dem jeweils anderen Markt vorbehaltlos zugelassen werden, wenn sie auf dem einheimischen Markt zugelassen sind. Das führt dazu, dass Stoffe, die auf dem US-Markt zugelassen sind, in Europa auch zugelassen werden müssen – und umgekehrt. Allerdings gibt es hier einen entscheidenden Unterschied: während – vereinfacht dargestellt – in Europa Stoffe/Waren nur zugelassen werden, wenn deren Gesundheitsunschädlichkeit nachgewiesen ist – gilt in den USA quasi die Beweisumkehr: Behörden können Stoffe/Waren mit Stoffen nur verbieten, soweit deren Schädlichkeit für die Gesundheit nachgewiesen wurde. Wir würden aber einen zentralen Fehler machen, wenn wir die Kritik an den Abkommen auf „Chlorhühnchen“ als das bekannteste Beispiel des  Verbraucherschutzes zu reduzieren. Das ist zwar nicht unwichtig – aber irgendwann wird man/frau uns es als Erfolg verkaufen, dass der Import derartiger Waren nicht zugelassen ist – aber man/frau wird klammheimlich die ordentliche Gerichtsbarkeit beim Investorenschutz durch private Schiedsgerichte ersetzt haben.

Ein Grund gegen TTIP ver.di Ein Grund gegen TTIP

Stichwort: Investorenschutz

Der Investorenschutz soll durch eine private Schiedsgerichtsbarkeit sichergestellt werden. Damit wird die Rechtsfindungskompetenz der  ordentlichen, staatlichen Gerichtsbarkeit in den Anwenderstaaten in diesen Fällen ausgehebelt und quasi privaten Schiedsgerichten international tätiger Anwaltskanzleien unterworfen. Dabei reicht schon der Verlust einer Gewinnerwartung (nicht tatsächlicher Gewinnverlust) aus, um grundsätzlich einen klagbaren Anspruch geltend machen zu können. Aber auch die Kritik allein an privaten Schiedsgerichtsbarkeit, wo Staaten bei Erhöhung von Umwelt- oder Sozialstandards auf Schadenersatz verklagt werden können (Vattenfall – aktuell Klage über 4,7 Mrd. € gegen BRD wegen Atomausstieg) reicht nicht aus, um die Dimension der Umgestaltung zu erfassen. Heribert Prantl sprach übrigens in der Süddeutschen Zeitung (10.05.2014) in diesem Zusammenhang vom heimlichen Staatsstreich. Ob vor dem Hintergrund derartiger Abkommen zukünftig die Einführung eines Mindestlohns möglich gewesen wäre, ist zwar spekulativ, kann aber wohl nachhaltig bezweifelt werden. Aber selbst mögliche Erhöhungen in der Zukunft können die Gewinnerwartung multinationaler Konzerne in Deutschland (und anderswo) beeinträchtigen und somit zu Investorenschutzklagen führen. Das ist keine Theorie! Gab es bis in die 90er Jahre jährlich max. 4 derartige Klagen weltweit, so waren es 2012 schon 50! Auch wenn das Abkommen gekündigt wird (bei bisherigen Abkommen frühestens nach 5 Jahren) haben Investorenschutzklauseln in der Regel eine Nachwirkung von weiteren 15 (sic!) Jahren! Darüber hinaus ist vorgesehen, dass ein dauerhafter „Rat für regulatorische Kooperation“ auch nach Inkrafttreten der Freihandelsabkommen eingerichtet wird. Dieser Rat soll u.a. Gesetzesinitiativen auf ihre Kompatibilität mit den Regeln der Abkommen prüfen und damit schon im Vorfeld von parlamentarischen und öffentlichen Beratungen „Unfälle“ vermeiden. Das also meinte Angela Merkel, als sie vor Jahren von einer „marktkonformen Demokratie“ sprach!

Stichwort: Daseinsvorsorge

Es ist richtig: Keines der Abkommen zwingt die Staaten unmittelbar öffentliche Dienstleistungen der Daseinsvorsorge (z.B. Wasserversorgung, Gesundheitsversorgung, Nahverkehr, Bildung u.v.m.) zu privatisieren – aber der Druck wächst (insbesondere wegen des angebotenen Preises für die Dienstleistung und der chronisch knappen – strukturell unterfinanzieren - öffentlichen Dienste). Beabsichtigt ist eine sogenannte Negativliste – d.h. alles kann und soll privatisiert werden, was nicht ausdrücklich im Abkommen ausgeschlossen wurde (amerikanische Gesundheitskonzerne z.B. drängen auf den europäischen Markt, da strukturell in den USA „zu wenig verdient“ wird. Und: Rekommunalisierungen (d.h. vormals privatisierte Dienstleistungen wieder zurück zur öffentlichen Hand) sind nicht mehr zulässig, da eine sogenannte Ratchetklausel die Rückabwicklung verbietet und durch eine sogenannte Stillstandsklausel ein einmal erreichter Stand der Liberalisierung nicht korrigiert werden darf. Kommunale Selbstverwaltung war einmal.

Stichwort: Geheimverhandlungen!

Natürlich kann an der Form von Verhandlungen Kritik geübt werden – insbesondere wenn sie in einer bürgerlichen Demokratie geheim geführt werden. Aber dies taugt vielleicht zur moralischen Entrüstung – allenfalls noch zur Kritik des Demokratieverständnisses der entscheidenden Akteure – aber um es auf den Punkt zu bringen: ein Abkommen was Arbeitnehmerrechte, demokratische Entscheidungsprozesse, Verbraucherschutzrechte, Arbeits- und Gesundheitsschutz abbaut – kurzum den neoliberalen Geist atmet -, wird nicht dadurch besser bzw. sozialer, dass es öffentlich verhandelt und vereinbart wird. Nochmals zur Klarstellung: die Form der Verhandlung ist im Gegensatz zu deren Inhalten keine (inhaltliche) Kategorie der Kritik!

ILO-Standards

Natürlich frage ich mich auch, wie unser aller DGB-Vorsitzende Hoffmann die Hoffnung haben kann, dass die USA nach teilweise 60 Jahren nun im Zuge der TTIP-Verhandlungen die 6 weiteren 0ILO-Abkommen endlich anerkennt – neben den zweien bisher?

o Vereinigungsfreiheit 1948 – nicht anerkannt

o Vereinigungsrecht und Recht zu Kollektivverhandlungen 1949, nicht anerkannt

o Zwangsarbeit 1930, nicht anerkannt

o Abschaffung der Zwangsarbeit 1957, anerkannt

o Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte 1951, nicht anerkannt

o Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf 1958, nicht anerkannt

o Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung 1973, nicht anerkannt

o Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit 1999, anerkannt

Man/frau braucht keine prophetischen Fähigkeiten: wenn ohne einheitlich hohe Standards und ohne Schranken der internationale Wettbewerb geöffnet wird, wird diese Situation zum Druck auf die besseren Arbeitsbedingungen seitens der Unternehmer massiv genutzt werden.

Neoliberalismus pur!

Es geht im Kern in dieser Auseinandersetzung um einen ungebremsten Kapitalismus ohne soziale Beschränkungen und ökologische Grenzen – Neoliberalismus pur (Manchesterkapitalismus) vs. rheinischer Kapitalismus im Sinne der Bonner Republik. Es geht um den Abbau öffentlicher Dienstleistungen und der Unterwerfung dieser sozialen Komponente unter die Profitinteressen der multinationalen Konzerne – es geht um Wachstum zu Lasten der Menschen in den Schwellenländern und den Entwicklungsländern. Dem möglichen, minimalen Zuwachs an Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen in den entwickelten Volkswirtschaften stehen nämlich Arbeitsplatzverluste insbesondere in der südlichen Hemisphäre dieser Erde gegenüber. Es gibt seriöse Berechnungen, die unterm Strich in einer weltweiten Bilanz den Verlust von 20.000 bis 30.000 Tausend Arbeitsplätzen prognostizieren.

„Anders als früher schotten sich die Staaten gegen die Konkurrenz nicht mehr mit hohen Zollmauern ab, sondern mit „nicht tarifären Handelshemmnissen“ wie Gesundheits- Sicherheits- und Sozialstandards.“

(so der Herausgeber der Zeit Josef Joffe zu den Freihandelsabkommen).

Was tun?

Die europäische Bürgerinitiative wurde von der Europäischen Kommission unter fadenscheiniger Begründung abgelehnt. Das Klageverfahren dagegen läuft. Unabhängig von dieser juristischen Auseinandersetzung geht es darum, den nationalstaatlichen Regierungen in Europa und damit den europäischen Entscheidungsträgern die politische Legitimation zu entziehen. Das heißt: Unterschriften sammeln, protestieren, aufklären, Politiker anschreiben und Erklärungen einfordern – TTIP-freie- Zonen im Lande schaffen (das hat zwar nur Symbolcharakter – denken wir an die atomwaffenfreien Zonen – aber das fällt genau unter das Kapitel: „Legitimation entziehen“) und viele Aktionen mehr. Das Thema – da wo es geht – in Personal- und Betriebsversammlungen platzieren u.v.m. Die Liste muss beliebig fortgeschrieben werden.

Thomas Gechter tg Thomas Gechter

Komm doch mal rüber!

Einer hat sich getraut

„Darf ich mal vorbeikommen?“, ist der Flyer überschrieben, der die kommunalen Beschäftigten der Städteachse zum „Fremdgehen“ animieren will. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich für eine Hospitation in Erlangen, Fürth, Schwabach oder Nürnberg interessieren, können dabei auf Unterstützung von ganz oben zählen: Die vier Oberbürgermeister haben sich explizit für einen regen Austausch ausgesprochen. Bislang haben sich allerdings nur wenige getraut Fremdzugehen. Einer der Tapferen ist unser Kollege Thomas Gechter, nachstehend sein Bericht, entnommen aus der aktuellen Ausgabe der Nürnberger Mitarbeiterzeitschrift.

Thomas Gechter ist Ver- und Entsorger im Klärwerk Erlangen. Durch einen Beitrag im „Franken Fernsehen“ wurde der 46-Jährige auf den Abwassermeister des Nürnberger Tiergartens aufmerksam. Im Erlanger Mitarbeiterportal informierte er sich über die Hospitationen. Sein Antrag ging schnell durch; am 26. und 27. Februar 2014 trat Thomas Gechter im Tiergarten der Stadt Nürnberg an. „Die Arbeit kann man nicht direkt vergleichen. Im Tiergarten gibt es geschlossene Wasserkreisläufe. Der Aufwand ist viel höher als im Klärwerk. Für die Lagune wird beispielsweise Salzwasser benötigt: Von der richtigen Mischung hängt das Wohl der Delphine ab“, sagt er. Parallelen gebe es trotzdem, etwa bei Pumpeinrichtungen und Messstationen. „Ich habe den Betrieb kennengelernt, Messungen durchgeführt oder Geräte kalibriert. Ich wollte einfach mal sehen, wo es Überschneidungen und Unterschiede gibt. Es war sehr interessant zu sehen, wie gut da gearbeitet wird, wie anders Dinge auch angegangen werden können. Ich würde jederzeit wieder eine Hospitation machen“, meint Thomas Gechter.

 

Läuft noch!

Maiplakettenverkauf 2015

Wir haben im Moment noch ein paar Exemplare. Einfach 1 Euro pro gewünschter Plakette an uns mit der Hauspost schicken, den Absender nicht vergessen und hauspostwendend kommt – ohne Versandkosten - die attraktive Plakette.

Tolle Maiplakette 2015 dgb Tolle Maiplakette 2015

Zum Beitrag „Tolle Mailantwort“ im letzten Info

Die Kollegen aus Fürth, nicht von der Anstalt sondern von der Stadtverwaltung, haben das Rätsel mit den chinesischen Zeichen gelöst und uns folgendes Mail geschickt.

Liebe Info-Bastler,

wir lesen Euer Erlanger ver.di-Blättla wegen seiner informativen und auch wegen der humorvollen Beiträge sehr aufmerksam. Wir können ein klein bisschen zur Aufklärung der Missverständnisse beitragen, die Euer Email nach China dort ausgelöst hat:

Hongli hat die Krätze, weil die graue Suppe eine sehr fade, fade Nummer war. Shen Yu wurde von Ren Yi in der Schule flachgeklopft, und hat jetzt einen dicken Qiandemxibi. Du sollst endlich wieder mal Deinen Zhui mähen, und stehst deshalb unter Beobachtung, und zwar gleich von vier Personen. Das will man Dir ganz ungeheuchelt mitteilen. Und außerdem hat man Dich mit Georgia im Bad erwischt.

Georgia Bad 㹬 Raster ungeheuchelter 㹤 ਍ Depression Wen ⁡ & T. Hongli bleiben Krätze ∽ ⵴ Xin Fu Li Tu Tu FADE Nummer • Min Li Zhuo Bang & T. Aufmerksamkeit sofort Datei Mu Ai Rui ※ FADE Hui ⵯ 㠸 㤵 ㄭ 㸢 Huang Yu Beobachtung der Touxi 㰾 ാ 㰊 㹰 Mao 㰾 Laolinaohong dreht ∽〣〰 㘰: Ceon stetigen 㵥 ㌢ • Jiu San Lian ≬ 䘾 Brücke ∽ ke König ⁲ wagen ⁩ Ke ⁲ Shendangweidang Zhengbiaoliezheng Yu Jing Du ⁧ Yinghongjiao ⁥ Licht gefiltert Qi Xi Zhi Fang 䜠 ⁲ yu Tu 㰺 graue Suppe 㹴 㹢 Beobachtung der Tag Beobachtung der 㹰 ਍ Suppe ⁴ 㵲 ⌢〰〰〰 • Min Shan Mei Ying nahm 㵥 fahren ∽∲ Wu Qin radial ≡ 㰾 㹰 Shen Yu Ren Yi Schule klopfen 㵦 Liu 㩯 Fanglvlimin Jingjiaoshamang ≥ Li Yun Zhi setzen sintflut ⹡ Schritt 䁥 + HLJKW ⹸ Beobachtung der 㹡 Mao Ke 㹲 ਍ Pianjiao ⁥ Shendangweidang ⁴ Zhui mähen ⁥ Hei ⵅ Yunguguilu ganze  Ke ⁳ flach Xilvjihuo dicken Qiandemxibi ⹮ Xiao Xiao Ai Feng ⁥ elata wagen تم Dun 

Rätsel 4/2015 rh Rätsel 4/2015

Auflösung und neues Rätsel

Wir fragten, wo entstand diese schöne Winterskulptur? Es war natürlich der Eingang vom Kleinen Rathaus in der Schuhstr. 40. Der überdachte Flachdacheingang sorgt bei Schnee und Regen dafür, dass es immer an einer Stelle tropft und so ist im Winter 2014 eine schöne Eisskulptur entstanden. Das Rätsel war nicht ganz so leicht und es ging nur eine richtige Lösung ein. Deshalb dieses Mal wieder eine Rathausfrage, in welcher Stadt steht das abgebildete Rathaus?

 

Surfen (158)

Ver.di Erlangen macht beim Erlanger überparteilichen Bündnis für Transparenz, Fairness und Vernunft in globalen Handelsabkommen mit. Am 18.4. findet ein globaler Aktionstag statt, weitere Infos auch über das Bündnis und die beteiligten Organisationen stehen im Internet unter: www.erlangen-gegen-ttip.de

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Terre des Hommes-Verbraucherbroschüre zur Vermeidung von Kinderarbeit

    ver.di setzt sich zusammen mit dem DGB und anderen Organisationen für die weltweite Einhaltung der Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ein. Ein Teilaspekt ist die Vermeidung von ausbeuterischer Kinderarbeit. Terre des Hommes Deutschland, unter anderem zusammen mit ver.di und Anderen Trägerorganisation im cora-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, hat eine umfangreiche Verbraucherbroschüre herausgegeben. Die Broschüre enthält umfassende Tipps für einen fairen Einkauf. Es geht um Kaffee, Tee, Getreide, Obst, Getränke, Blumen, Natursteine, Elektronik, Teppiche, Textilien und Mode sowie Tourismus. Sie bietet auch Informationen zu bestehenden Siegeln. Wer die Broschüre im Internet runterladen möchte kann bei uns den Link anfordern.
  • ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 7/2015 - Amazons faule Eier

    Amazon überwacht Beschäftigte minutiös und mahnt sie ab, wenn sie zwei Minuten inaktiv waren. Gleichzeitig jammern die Unternehmer über ein „Bürokratie-Monster“ Mindestlohn, weil sie die Arbeitszeiten erfassen müssen. Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn durch gute Tarifverträge – darum geht es bei Amazon und überall.

 

Reaktion auf das vorletzte Info zum Beitrag „So attraktiv kann Betriebssport sein“ über die Betriebssportgruppe Angeln der Stadtwerke Nürnberg

Ich nehme euch beim Wort!

In der Info Nr. 2 hattet ihr erwähnt, dass sogar Personalräte beim Betriebssport mitmachen, wenn es attraktivere Angebote wie zum Beispiel Angeln gäbe. Diesen außerordentlich interessanten Verbesserungsvorschlag habe ich gleich aufgegriffen und ein Angelspiel für unseren Gesundheitsraum ersteigert (siehe Bild).

BSG Angeln js BSG Angeln

Die neue Betriebs(sport)gruppe Angeln könnte dafür sicherlich ab sofort jeden Donnerstag von 0:30 Uhr bis Freitagmorgen zum Sonnenaufgang den Gesundheitsraum nutzen. Nachts und am frühen Morgen beißen die Fische bekanntlich besonders gut an. Die Stadtwerke in Nürnberg stellen einen Parkplatz zur Verfügung. Unser Gesundheitsraum ist dafür mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und es gibt exotische Fische. Ich drücke euch schon mal die Daumen für das erste Wettangeln gegen die Kolleginnen und Kollegen der Nürnberger Stadtwerke.

Achtung Sicherheitshinweis zum Angelspiel: Spiel ist nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet und Fische sind nicht zum Verzehr gedacht. Einen staatlichen Fischereischein müsst ihr meines Wissens auch noch nicht haben.

Beim nächsten Verdifest gibt es keine Drei im Weggla mehr. Dafür dann Fischsemmeln mit selbst gefangenen Fischen!

Liebe Grüße und Petri Heil

Jürgen Scholz

Personal- und Organisationsamt der Stadt Erlangen
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Betrieblicher Sozialdienst (BSD)

CULDUR

MÖBELHAUS

ROBERT KISCH

TATSACHENROMAN

DROEMER-KNAUR, 320 Seiten ISBN:  978-3-426-30404-4

Robert Kisch ist ein Pseudonym. Dahinter verbirgt sich ein preisgekrönter deutscher Journalist in Berlin, eine sogenannte Edelfeder, hochdekoriert mit den wichtigsten deutschen Journalismuspreisen. Er fällt der Zeitschriftenkrise zum Opfer und landet als Möbelverkäufer in einem großen Möbelhaus. In „Möbelhaus“ wird der Alltag der Möbelverkäufer, alle auf Provisionsbasis und alle verkrachte Existenzen, beschrieben. Es ist ein zynisches, ausbeuterisches und unmenschliches System, welches dafür sorgt, dass sich die Verkäufer gegenseitig bekämpfen und mobben. Provision heißt Krieg. Es ist ein krankes System. Laut Kisch „wenn das purer Kapitalismus ist, also richtig in Reinform, dann bin ich sicher, dass sich dieser Kapitalismus von innen heraus zerstören wird. Nicht durch Revolutionen, aber durch Depressionen und sonstige psychische Krankheiten“. Gleichzeitig rechnet das Buch deutlich mit der Schnäppchenjägerei, der Geiz ist Geil Mentalität vieler Kunden ab. Auf der Jagd nach dem besten Angebot geraten die Qualität und der Gebrauchswert völlig aus dem Blick. Billig ist so dann häufig teuer. Da gehört das ständige Bescheißen und Beschissen werden dazu. Wörtlich heißt es, „mag sein, dass die Deutschen inzwischen morden, weil es irgendwo etwas günstiger geben soll, dass es zudem das einzige Thema ist, das sie noch interessiert, weit mehr als Sex“. Im Laufe der Wochen vollzieht sich der soziale Abstieg und Kisch verliert so seine Familie und seinen Freundes- und Bekanntenkreis. Das gut und flüssig lesbare Buch ist eine gnadenlose Abrechnung mit dem täglichen Wahnsinn in Möbelhäuser und im ganzen Handel.

Möbelhaus rh Möbelhaus

Damit aber auch ein Spiegelbild dafür, wie verkommen inzwischen unsere Gesellschaft ist und wie wenig Werte wie Fairness, Ehrlichkeit, aber auch Solidarität noch zählen. Dies ist leider auch in der täglichen Gewerkschaftsarbeit zu spüren. Es ist nicht mehr selbstverständlich, sich zu organisieren und gemeinsam seine Interessen zu vertreten. Im Gegenteil, viel zu viele meinen sich den Gewerkschaftsbeitrag sparen zu können oder schließen sich billigere Organisationen an. Das Buch beschreibt auch den sozialen Abstieg bzw. Absturz aus der gut „versorgten“ und sich sicher wähnenden Mittelschicht. Ein Absturz vor dem niemand letztlich sicher ist. Wer das Buch gelesen hat, wird künftig mit anderen Augen durch „Höffner“, XXXL Lutz oder „Frankenwohnland“ stapfen.

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