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verdi-Info Nr. 9/2018

für die Stadtverwaltung Erlangen
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Info Nr. 9/2018 39. Jahrgang (in der Sommerzeit gemacht) vom 29. Oktober 2018

Inhalt:

  • Wahl der Schwerbehindertenvertretung am 26.11.
  • Filosofen
  • Betriebsgruppe am 8.11.
  • Warum bestreikt ver.di Ryanair?
  • Union Busters in Erlangen
  • Das D-Mark-Märchen
  • Aus dem Bayerischen Ministerrat vom 2.11.1948
  • Kurz & knackig (u.a. Neues von Werner, Nobelpreis für Unsinn, Bilderrätsel, anfordern, surfen 197, Kalender und Gehaltskärtchen, Termine, Culdur mit Konzertbericht Calexico und Buch-Tipp)

 

Ver.di inzwischen seit 116 Jahren die gewerkschaftliche Interessenvertretung für die Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung Erlangen!

 

Dein Engagement zählt!

Am Montag, den 26. November 2018 wird die  Schwerbehindertenvertretung bei der Stadt neu gewählt. In allen Betrieben und Verwaltungen mit mindestens fünf schwerbehinderten Beschäftigten oder ihnen gleichgestellten behinderten Beschäftigten haben diese das Recht auf eine spezielle Interessenvertretung – die Schwerbehindertenvertretung.

 

Silvia Beyer unsere Vertrauensperson der Schwerbehinderten rh Silvia Beyer, unsere Vertrauensperson der Schwerbehinderten

Neben dem Personalrat sorgt die Schwerbehindertenvertretung dafür, dass die Belange von schwerbehinderten Beschäftigten bei allen betrieblichen Entscheidungen gehört und ihre Rechte gewahrt werden. Dies gilt zum Beispiel für die Ausgestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitszeiten und Überstunden. Auch bei Einstellungen, Eingruppierungen und Kündigungen von schwerbehinderten Menschen muss die Schwerbehindertenvertretung angehört werden. Eine Kündigung ohne die Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung ist sogar unwirksam.

Sabine Zörndlein rh Sabine Zörndlein

Außerdem stehen die Schwerbehindertenvertretungen den Beschäftigten beratend und helfend zur Seite, zum Beispiel wenn diese einen Antrag auf Anerkennung einer Behinderung stellen. Nach Unfällen oder Erkrankungen setzt sich die Schwerbehindertenvertretung zusammen mit dem Personalrat dafür ein, dass der Arbeitsplatz erhalten werden kann, sei es durch technische Umgestaltung oder weitere Wiedereingliederungsmöglichkeiten. Die Schwerbehindertenvertretung kann eine Inklusionsvereinbarung aushandeln, die Ziele zur Inklusion im Unternehmen benennt. Die Schwerbehindertenvertretung trägt durch ihre Arbeit Tag für Tag dazu bei, die Interessen der über eine Million schwerbehinderten Beschäftigten zu wahren.

Volker Siegling rh Volker Siegling

Dieses Engagement hilft den betroffenen Kolleginnen und Kollegen und bringt ein Stück Demokratie in die Unternehmen. Die Mitbestimmung durch Beschäftigtenvertretungen sorgt für sichere und gesunde Arbeitsplätze und dafür, dass niemand diskriminiert wird. Demokratie lebt vom Mitmachen! Sie braucht Menschen, die wählen, aber auch engagierte Kolleginnen und Kollegen, die sich zur Wahl stellen. Das Engagement der Schwerbehindertenvertretungen ist gesetzlich abgesichert. Ebenso wie Personalrat unterliegt die Schwerbehindertenvertretung einem besonderen Kündigungsschutz und für die Erledigung ihrer Aufgaben ist sie von der Arbeitszeit freigestellt.

Stefan Braun rh Stefan Braun

Kein Gremium

Nach dem Gesetz ist die Schwerbehindertenvertretung kein Gremium wie der Personalrat. Die Schwerbehindertenvertretung besteht aus der Vertrauensperson der Schwerbehinderten, dies ist eine (!) Person und stellvertretende Vertrauenspersonen. Nur im konkreten Verhinderungsfall kommt die stellvertretende Vertrauensperson zum Einsatz. Turnusmäßig wird die Schwerbehindertenvertretung alle vier Jahre gewählt.

Mit deiner Stimme machst du sie stark. Nutze sie. Wähle deine starke Seite.

Zur Wahl im Bereich Stammpersonalrat stellen sich folgende Bewerberinnen zur Verfügung:
Vertrauensperson, Silvia Beyer, Personalrat, Stellvertreterinnen (alphabetisch genannt), Doris Blacha, Jugendamt und Personalrat,  Heidi Seitz-Römling, Theater, Volker Siegling, Planungsamt und Sabine Zörndlein, Bauaufsichtsamt.

Doris Blacha rh Doris Blacha

Die Wahl, einschließlich der Vertreter/innen, findet am Montag, 26. November 2018 von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr, im Rathaus 1.OG, Sitzungssaal 117 statt. Briefwahlunterlagen können im Personalratsbüro unter der Tel. 2842 oder 2420 oder per Email bei silvia.beyer@stadt.erlangen.de angefordert werden. Für den Bereich EB 77 findet ein vereinfachtes Wahlverfahren am 26. November 2018 um 14:00 Uhr im Bauhof, Sozialraum, Gebäude B statt.

Heidi Seitz-Römling rh Heidi Seitz-Römling

Im Eigenbetrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung kandidieren Stefan Braun als Vertrauensperson und Markus Wölfel als stellvertretende Vertrauensperson.

Im Anschluss an diese Wahlen wird aus dem Kreis der gewählten Vertrauenspersonen die Vertrauensperson für den Bereich Gesamtpersonalrat gewählt.

Markus Wölfel rh Markus Wölfel

Die Gewerkschaften setzen sich für starke Interessenvertretungen in den Betrieben ein. Sie unterstützen die Wahlen der Schwerbehindertenvertretungen. Sie verhandeln mit der Politik, um die Rechte der Schwerbehindertenvertretungen weiter zu stärken und ihre zeitlichen und persönlichen Ressourcen auszubauen.

Wir rufen auf: Beteilige Dich an den Wahlen der Schwerbehindertenvertretung und stärke so die innerbetriebliche Demokratie. Dein Engagement zählt!

 

Filosofen Es war schmerzvoll, aber ich habe kaum etwas gespürt.

Miro Klose

 

 

 

2018 wechselnde Tage!

MITMACHEN

8. November ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2018 jeweils ab 17.00 Uhr, abwechselnd Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Donnerstag 8. November, 17.00 Uhr, im Sitzungsraum beim Personalrat, Nägelsbachstr. 26, II. OG.

Warum bestreik ver.di Ryanair?

Europas größte Billigfluglinie Ryanair beantwortet berechtigte Forderungen nach einer besseren, tariflichen Bezahlung mit Drohungen, Standorte zu schließen.

Ryanair steht für miserable Löhne und Arbeitsbedingungen. Über die Hälfte der in Deutschland arbeitenden Beschäftigten haben einen irischen Arbeitsvertrag über eine Leiharbeitsfirma. Also keine deutschen Arbeitnehmerrechte und soziale Sicherungen. Viele Kabinenbeschäftigte verdienen bei einer vollen Stelle nur 800 bis 1.500 Euro im Monat. Denn bezahlt werden nur die geflogenen Stunden, ohne Mindeststundengarantie. Dauerbefristungen und Zwangsversetzungen sind normal. Ermöglicht wurden diese Lohndumpingpraktiken durch die Liberalisierung des Luftverkehrs und der Bodenverkehrsdienste in der Europäischen Union. Die EU-Kommission will diese durch eine weitere Öffnung auch für außereuropäische Airlines noch weiter vorantreiben. Ver.di fordert, dass Ryanair in Deutschland endlich Tarifverträge abschließt. Die Einschüchterungsmaßnahmen müssen zurückgenommen werden. Nötig sind Löhne und Arbeitsbedingungen mindestens auf dem Niveau der anderen Billigfluglinien. Es muss das Arbeitsrecht der Stationierungsstandorte angewendet werden. Start- und Landerechte dürfen künftig nur an Unternehmen vergeben werden, die Tarifverträge und die Kernarbeitsnormen der UN einhalten.

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Das D-Mark-Märchen

 

Nach einen Artikel von Ulrike Herrmann aus der taz vom 20.6.2018

 

Am 20. Juni 1948 wurde die D-Mark eingeführt.

 

In den Schaufenstern tauchten nun Waren auf, die die Normalverbraucher seit Jahren nicht mehr gesehen hatten. Der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser schreibt ironisch: „Selbst Kühe reagierten offenbar positiv auf den Währungsschnitt, denn schon in der ersten DM-Woche wurde wesentlich mehr Butter angeliefert als in der Vorwoche.“ Ein „Wunder“ war das allerdings nicht, sondern betriebswirtschaftliches Kalkül. Die Unternehmer hatten ihre Waren bewusst zurückgehalten, bis es die neue D-Mark gab, weil sie keine wertlose Reichsmark kassieren wollten. Viele Deutsche glauben dagegen bis heute, dass es allein der Währungsreform zu verdanken wäre, dass die Industrie wieder funktionierte. Bis heute gilt Ludwig Erhard als Vater der Währungsreform und der sozialen Marktwirtschaft. Nichts davon stimmt. Die Währungsreform wurde von der amerikanischen Besatzungsmacht durchgeführt; selbst die ersten Geldscheine wurden in den USA gedruckt.

 

Erhard hatte nichts mit der Währungsreform zu tun. Er traf zudem die einzige Fehlentscheidung in

den Sommertagen des Jahres 1948. Erhard beschloss nämlich, fast alle Preise freizugeben. Nur einige Lebensmittel, die Mieten und ein paar Rohstoffe blieben weiterhin gedeckelt. Erhard folgte damit seinem blinden Glauben an die „Marktwirtschaft“ und an die segensreiche Lenkungswirkung der freien Preise. Allein Angebot und Nachfrage sollten bestimmen, was ein Gut kostet. Dabei übersah Erhard jedoch, dass Nachkriegsdeutschland eine gnadenlose Mangelwirtschaft war: Das Angebot war so gering und die Nachfrage so riesig, dass die Preise sofort in ungeahnte Höhen schossen und für die breite Bevölkerung unerschwinglich wurden. Die Währungsreform war erst eine Woche alt, da sahen sich schon viele Eltern gezwungen, ihre Kinder von der Schulspeisung abzumelden, weil sie den wöchentlichen Betrag von einer D-Mark nicht mehr aufbringen konnten. Wie der Historiker Uwe Fuhrmann in seiner sehr guten Dissertation „Die Entstehung der sozialen Marktwirtschaft“ nachzeichnet, verloren auch Busse und Straßenbahnen bis zu 90 Prozent ihrer Fahrgäste, weil sich viele Bürger die Tickets nicht mehr leisten konnten.

 

Das statistische Amt in Hannover ermittelte damals, dass eine vierköpfige Familie mindestens 250 D-Mark im Monat benötigte, um über die Runden zu kommen. Doch das Durchschnittseinkommen eines Arbeiters betrug noch nicht einmal 150 D-Mark im Monat – und durfte auch nicht steigen. Erhard hatte zwar die Preise freigegeben, aber der Lohnstopp galt unverändert weiter, den Hitler 1939 verhängt hatte. Von den steigenden Preisen profitierten somit nur die Unternehmer und die Bauern. Ende Juli 1948, also nur sechs Wochen nach der Währungsreform, begannen die

ersten Unruhen. Es kam zu einer Revolte der Hausfrauen, die sich spontan auf den Wochenmärkten zusammenschlossen, um Händler tatkräftig zu überzeugen, ihre Wucherpreise wieder zu senken. In Erlangen wurden Händler mit „Äpfeln und Tomaten bombardiert“; in Krefeld kam es zu einer „Kartoffelschlacht“. Auf dem Münchner Viktualienmarkt wurden überteuerte Gänse umverteilt und ein Eierstand „enteignet“. Es wurden Käuferstreiks organisiert.  Zudem wuchs der politische Druck. Es wurden zahlreiche Massenkundgebungen organisiert. Am 12. November 1948 war dann der Höhepunkt erreicht: Es begann der erste und bislang einzige Generalstreik in der westdeutschen Geschichte. Über neun Millionen Beschäftigte legten für 24 Stunden die Arbeit nieder, obwohl die Gewerkschaften nur viereinhalb Millionen Mitglieder zählten – und es kein Streikgeld gab.

 

Diese Aktionen hatten Erfolg. Offiziell blieb Erhard zwar bei seiner Hymne auf den „freien“ Markt,

doch faktisch vollzog er eine Kehrtwende. Seine Verwaltung führte die Bewirtschaftung bei Textilien und Schuhen wieder ein – indem sie das sogenannte Jedermann-Programm startete. Kleidung und Schuhe wurden nun – staatlich gelenkt – in standardisierter und billiger Serienproduktion hergestellt. Es gab festgelegte Preise. Die Unternehmen erhielten begehrte Rohstoffe wie Leder nur, wenn sie bereit waren, Teile ihrer Produktionskapazitäten für das Jedermann-Programm zur Verfügung zu

stellen. Bereits im November 1948 wurden 750.000 Paar Jedermann-Schuhe ausgeliefert.

 

Ab Dezember 1948 wurden die Lebensmittel nicht mehr teurer. Die Preise stabilisierten sich auf hohem Niveau, weil die Ernten weltweit gut waren. Die endgültige Wende brachte dann der Koreakrieg ab 1950, denn im Westen stieg die Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten, und es setzte jenes Wachstum ein, das gern als „Wirtschaftswunder“ tituliert wird. Die dramatischen Monate nach der Währungsreform waren bald vergessen. Es wurde aus der Erinnerung getilgt, dass Erhard alles getan hatte, um die Besitzenden zu begünstigen. Geblieben ist nur ein Karnevalshit von 1948, der den damaligen Mangel ironisiert und der bis heute gespielt wird: „Wer soll das bezahlen? Wer hat so viel Geld? Wer hat so viel Pinke Pinke? Wer hat das bestellt?“

Geld ist genug da ver.di Geld ist genug da  – Alternatives Logo der Kampagne

Union Busters in Erlangen

Am 25.10.2018 hat die Rechtsanwaltskanzlei Schreiner & Partner im Hotel Bayerischer Hof in Erlangen ein sogenanntes Praxis-Seminar für Arbeitgeber durchgeführt. Dagegen wurde kurzfristig zu einer Kundgebung aufgerufen bei denen sich die Erlanger Gewerkschaften beteiligten.

Schreiner & Partner ist eine bundesweit tätige Kanzlei, die Unternehmen berät, wie man missliebige Lohnabhängige, Betriebsräte und Gewerkschafter systematisch kaltstellt, schikaniert und feuert, kurz: wie man Union Busting betreibt. Betriebs- und Personalräte, die ihre gesetzlich festgeschriebenen Aufgaben ernst nehmen, die Interessen der Lohnabhängigen konsequent vertreten und gar auf Einhaltung der dürftigen Arbeitsschutzgesetze bestehen, werden mit Abmahnungs- und Kündigungswellen überzogen. Die Kündigungsgründe werden nicht selten konstruiert, basieren auf Lügen und werden mit „präventiven“ Abmahnungen gezielt vorbereitet. Nachstehend zur Verdeutlichung ein Auszug aus den Seminarplänen:

In Zukunft ohne Betriebsrat

Wege zur Vermeidung, Auflösung und Neuwahl des Betriebsrats

Wie vermeide ich eine Betriebsratsbildung?

...Spaltung von Betrieben in nicht betriebsratsfähige Einheiten… Umstrukturierungen und deren Auswirkungen auf den Betriebsrat...

Wie löse ich einen bestehenden Betriebsrat auf?…

Kündigung von Betriebsratsmitgliedern..

Einflussnahme auf das Ergebnis der Betriebsratswahl…

Einfluss auf Wählerlisten.

Natürlich gilt, die Manipulation von Betriebs- und Personalratswahlen, Be- oder Verhinderung von Betriebsrats und Personalratsarbeit oder die Installation eines Betriebsrates durch das Management sind strafbare Handlungen. In der Praxis ist es aber sehr schwierig dagegen vor zu gehen bzw. bevor Arbeits- und Verwaltungsgerichte ein Urteil fällen, kann viel Zeit vergehen und dann gibt es ja auch noch den Weg in die nächste Instanz. Hier gilt es anzusetzen, die Sanktionen gegen Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz müssen verstärkt und schneller durchgesetzt werden. Unternehmen und Arbeitgeber die gegen geltendes Recht verstoßen müssen konsequent bestraft werden. Der bewusste Rechtsbruch darf einfach nicht toleriert werden. Schulungen zum Rechtsbruch gehören verboten.

Gewerkschaften sind das Beste AFL/CIO Gewerkschaften sind das Beste

Aus dem Bayerischen Ministerrat – vor 80 Jahren

Am 2.11.1948 beriet der Ministerrat unter Ministerpräsident Dr. Erhard über das Gesetz über Schulgeld- und Lehr- und Lernmittelfreiheit. Im Protokoll steht u.a. dazu:

Ministerpräsident Dr. Ehard teilt mit, diese Gesetzentwürfe seien bekanntlich vom Ministerrat angenommen und dem Landtag zugeleitet worden. Auf Vorschlag des Herrn Abgeordneten Dr. Hoegner habe sich der Landtag nun auf den Standpunkt gestellt, es sei unnötig diese Gesetze anzunehmen, es genüge, einfach eine Rechtsverordnung zur Ausführung des Befehls der Militärregierung zu erlassen. Es sei aber sehr zweifelhaft, ob der Befehl der Militärregierung die Rechtsgrundlage dafür biete, bestehende bayerische Gesetze, z. B. das Schulbedarfsgesetz durch eine Ausführungsverordnung abzuändern. Es könnte geschehen, daß sich z. B. die Städte auf den Standpunkt stellten, für sie gelte nur das Schulbedarfsgesetz. Übrigens müsse auch bei Erlaß einer Rechtsverordnung die Bewilligung der Haushaltsmittel durch den Landtag durch ein Gesetz erfolgen. Er glaube, aus diesen Gründen könne man mit einer Verordnung nicht zurechtkommen.

Werner Lutz ad Werner Lutz

Neues von Werner

  Rechtsfrei

Wahr ist, daß Politiker angesichts der Nazi-Gewalt in Chemnitz vor rechts-freien Räumen warnen. Unklar ist, ob es in Sachsen überhaupt noch Plätze gibt, die nicht von rechts besetzt sind.

Renten

Die SPD setzt sich dafür ein, daß das Rentenniveau noch einige Jahrzehnte stabil bleibt. Das heißt, sie will dafür sorgen, daß die von ihr erfundene, beliebte und individuelle Altersvorsorge – also das Flaschenpfand – erhöht wird und ständig eine ausreichende Anzahl an Flaschen in Deutschland zur Verfügung steht. Künftig sogar im Regierungsviertel.

Hafeneinfahrt

Wenn es keine sicheren Häfen mehr gibt für Flüchtlinge, dann liegen Menschlichkeit, Anstand und Solidarität längst auf dem Meeresgrund.

Schöner wohnen

Wahr ist, daß deutsche Regierungskoalitionen nach dem Grundsatz „schö-ner wohnen“ häufig nur noch als Farbkombination entstehen, wie Jamaika, Kenia, Ampel und Schwampel, damit sie zum Plenarsaal des Bundestags passen. – Aber nicht mehr wegen der Fähigkeit daß sie regieren können.

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekommt man auch für bestürzenden Unsinn.

Von Ulrike Hermann, aus der TAZ vom 19.8.2017, Teil III

Jeder ist allwissend

Robert Lucas, 79, wollte beweisen, dass der Markt stets zum Gleichgewicht tendiert. Daher entwickelte er eine „Theorie der rationalen Erwartungen“: Jeder Mensch würde in jedem Moment seines Lebens nur darauf sinnen, seinen Nutzen zu maximieren. Diese Theorie ist sogar noch extremer, als sie klingt. Lucas musste voraussetzen, dass jeder die gesamte Zukunft kennt. Wie Gott wären wir allwissend. Doch damit nicht genug: Seine Theorie könnte nur funktionieren, wenn er die Welt auf einen „repräsentativen Agenten“ reduzieren würde. Das Modell ähnelte dem Roman „Robinson Crusoe“: Die gesamte Weltwirtschaft sollte aus nur einem einzigen Konsumenten bestehen, der zugleich der einzige Produzent ist. Denn mit zwei Menschen wäre die Theorie überfordert. Dieser Robinson Crusoe ist zudem kein normaler Mensch, sondern lebt ewig. Außerdem stellt Robinson lebenslänglich nur eine Ware her, weil zwei Güter das Modell ebenfalls überfordern würden. Jeder Laie würde diese sogenannte Theorie sofort als Unsinn abtun, doch stattdessen erhielt Lucas 1995 den Nobelpreis. Begründung: Lucas hätte ab 1970 in der Makroökonomie „den größten Einfluss“ gehabt. Das ist leider wahr.

Rätsel 9/2018 rh Rätsel 9/2018

Rätsel –Auflösung und neues Rätsel

Wir wollten wissen, wann und wo das ungewöhnliche Rednerpodium für den Nürnberger OB Maly zum Einsatz kam. Es war am 22.9.2018 bei der Eröffnung der Ausstellung AUF AEG. Dieses Mal ist es wohl sehr leicht, wo steht das abgebildete Rathaus.

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Doris Blacha, Dietmar Radde oder Iris Schubert, PR, (86 2997, 86 2987, 86 2420 oder 86 1956, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Vergleich alte und neue Entgelttabelle

Wer noch einmal sehen will, wie sich die Tabelle positiv verändert hat, kann die alte bei uns anfordern.

  • Glubb und ver.di beide unverzichtbar!

So ist das diesjährige Kärtchen im praktischen Scheckkartenformat mit den Bundesliga-Terminen des ruhmreichen 1. FCN überschrieben. Ob das gefundene Motto angesichts der sehr torreichen Auswärtsspiele des Glubbs so gut gewählt war, wird sich spätestens am Saisonende herausstellen.

  • Flugblatt des Bundesbeamtensekretariats zur Eröffnung der Forderungsdebatte für die Tarif- und Besoldungsrunde im öffentlichen Dienst der Länder 2019

Die Besoldungsrunde der Länder betrifft auch alle städtischen Beamten.

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell 16 / 2018 – Mangel an Fachkräften? 

Unternehmerverbände beklagen regelmäßig einen Fachkräftemangel. Das Problem ist aber hausgemacht. Wer höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen bietet, findet auch die benötigten Arbeitskräfte.

 

Kalender 2019 und Lohn- und Gehaltskärtchen

Der ver.di Taschenkalender wurde zwischenzeitlich an alle Mitglieder verschickt und auf das weitere Angebot an Kalendern und Streuartikeln aufmerksam gemacht. Gleichzeitig wurde für die Tarifbeschäftigten die neuen Lohn- und Gehaltskärtchen mitverschickt. Wer ver.di Mitglied ist und keine Kalenderpost von uns bekommen hat, bitte unverzüglich bei uns melden. Gleiches gilt natürlich, wenn wir das falsche Kärtchen verschickt haben (z.B. S-Tabelle statt allgemeine Entgelttabelle). Die weiteren Kalender und Streuartikel wurden rege abgerufen. Wir haben deshalb nur noch einige Aufstellkalender für die Schreibtische, 3-Monats-Wandplaner, Wandplaner in A 0. Die Beamtenkalender wurden noch nicht ausgeliefert.

Surfen Nr. 197

klimawiki.org

Das Erdklima ändert sich seit Jahren deutlich, viele Experten sagen verheerende Folgen voraus. Die Webseite Klimawiki klärt über die Zusammenhänge von ­Wetter, Klima und Natur auf. Dem „Wiki“-Prinzip folgend sind die Inhalte lexikalisch aufgebaut, untereinander verknüpft und verweisen auf weitere Informationsquellen im Web, genau wie bei der täglich millionenfach genutzten Online-Enzyklopädie Wikipedia. Das Klimawiki richtet sich ursprünglich an Schulen und Hochschulen und dort gleichermaßen an Schüler und Studierende wie an Lehr­kräfte. Gerade deswegen sind die Texte verständlich geschrieben und häufig illustriert. Der Zugang ist entweder über rund 30 Kategorien möglich – von Atmosphäre über Meeresspiegel und Ozon bis Vegetation – oder auch über Navigationsbereiche wie „Klimawandel-Portal“ oder ­„Semantische Kontexte“, nicht zuletzt über das Begriffsregister (A-Z). Manches erinnert an den guten, alten Schulatlas, doch ist alles interaktiv, multimedial und vor allem aktuell. Zudem ­lassen sich die mehrheitlich frei lizen­zierten Inhalte unmittelbar für eigene Zwecke nutzen

 

Deutsch   Boarisch   Frängisch

Die Hilfe   d`Huif      di Hilfe

Kunst mit Satzzeichen (XVI)

O

Loch Ness

Termine und Veranstaltungen von ver.di Mittelfranken

Arbeitsrecht vor Ort - Arbeitsrecht wird gemacht: Aktuelles vom Bundarbeitsgericht und den Landesarbeitsgerichten

Donnerstag, 22. November 2018, 18:00 Uhr, E-Werk, Fuchsenwiese 1, Tagungsraum 3, Erlangen

„Gesundes Führen am Arbeitsplatz. Die Bedeutung sozialer Beziehungen“

mit       Prof. Dr. Cornelia Niessen, Lehrstuhl für Psychologie im Arbeitsleben, FAU, am Mittwoch, den 7. November 2018 von 18.00 bis 20.00 Uhr im DGB Haus Nürnberg

Wie können Beschäftigte in einem guten Betriebsklima arbeiten und gesund bleiben? Führungskräfte haben im Zusammenspiel mit der Arbeitnehmervertretung einen verantwortungsvollen Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitsplätze und auf das soziale Klima in einer Abteilung. Prof. Dr. Niessen zeigt auf, was Führungskräfte für die Förderung der sozialen Beziehungen und damit für die psychische Gesundheit der Mitarbeiter*innen tun können und welche Grenzen „gesundes“ Führungsverhalten hat. Veranstalter: Netzwerk Konfliktkultur und Mobbing in Arbeitswelt und Schule*

 

Calexico rh Calexico

Culdur

CALEXICO

15.08.2018 ERLANGEN, E-WERK

Der Auftritt der Wüstenrocker von Calexico aus Arizona war eine der Höhepunkte dieses Konzertsommers. Dank des vollen Saales und der brütenden diesjährigen Sommerhitze herrschten auch die passenden Temperaturen. Als Vorband spielten „Me & Marie“ sehr harmonische und ruhige Indie-Songs. Mit Ausnahme ihres letzten Songs fehlten aber Breaks, Tempowechsel und so fehlte die Spannung, es war zu glatt, harmonisch. Pünktlich um 21.00 Uhr begann dann ein vom Anfang bis Ende starkes zweistündiges Konzert. Frontmann Joey Burns brachte gleich seine Freude zum Ausdruck wieder im E-Werk zu spielen mit einem Dach über den Kopf. Er erinnerte damit an den Calexico Auftritt beim Bardentreffen 2005 auf dem Nürnberger Hauptmarkt, der wegen eines heftigen Unwetters nach nur vier Songs abgebrochen werden musste. Dann ging der wilde Ritt mit einer ausschweifenden, intensiven Mischung aus mexikanischen Mariachi-Songs, Latin-Jazz-Stücken und Wüstenrock mit vielen Anleihen aus der weiten Welt des Folks los. Die Wechselspiele sind ja eh ein Markenzeichen der Multiinstrumentalisten von Calexico um Frontmann Joey Burns, Co-Leader und Drummer John Convertino und Lap Steel Gitarrist Jairo Zavala. Von Song zu Song werden die Instrumente gewechselt. Akkordeon, Trompeten, Vibraphon, Orgel, akustische Gitarre, Rasseln werden da eingesetzt.

Calexico rh Calexico

Dazu kommt die angenehm helle Stimme von Burns. Dies alles perfekt gespielt mit einer tollen Soundqualität. Natürlich standen die Songs des aktuellen Albums „The Thread That Keeps Us“ im Mittelpunkt. Dafür fehlten die eher ruhigeren, langsameren und dunkleren Songs. Deutlich distanzierte sich Burns von der aktuellen amerikanischen Politik Donald Trumps und freute sich besonders im E-Werk zu spielen, „because here are Refugees Welcome“. Nach 17 Songs ließen sie sich nicht lange zur Zugabe bitte. Da ein Defekt am Mischpult repariert werden musste, begannen sie „Is broken, is broken, ist kaputt“ gemeinsam mit dem begeisterten Publikum zu singen. Anschließend gab es noch vier Songs und mit „Güero canelo“ vom 2003 Album „Feast of Wire“ war der Abend leider schon vorbei. Angesichts der vielen städtischen Kolleginnen und Kollegen war es auch eine gelungene Vollversammlung der Betriebsrockgruppe.

 

BAD FRIENDS – WAS HABT IHR GETAN?

GILLY MACMILLAN

THRILLER

KNAUR TASCHENBUCH VERLAG, BROSCHIERT, 416 SEITEN ISBN: 978-3-426-52258-5

„Bad Friends“ ist der dritte Psychothriller der Britin Gilly Macmillan und er wird sicherlich wie die beiden Vorgänger ein Bestseller. Es geht um sehr aktuelle Themen wie Rassismus, Flucht, Vertreibung, Gewalt, Tod, Zustände in Flüchtlingslagern und die Situation von Migranten. Die Geschichte spielt in der Gegenwart in Bristol und auf einer zweiten Zeitebene vor 15 Jahren in Somalia.

Bad Friends www Bad Friends

Das Flüchtlingskind Abdi Mahal und der einheimische Junge Noah Sadler, aus einer wohlhabenden Familie sind die beste Freunde. Noah hat Krebs im Endstadium und eines Abends unternehmen die beiden ein Abenteuer. Noah wird Schwerstverletzt aus einem Kanal geborgen, während Abdi geschockt keinen Ton sagt. Detective Inspector Jim Clemo soll möglichst taktvoll ermitteln, in einer britischen Stadt in der es vor kurzen bei einer fremdenfeindlichen Demo zu Ausschreitungen kam. Mehr wird nicht verraten. Die Story nimmt nur langsam Fahrt auf. Zu Beginn rätselt man, ist dies wirklich ein Thriller? Macmillan schafft es sehr plastisch und anschaulich zu erzählen. Bei Sätzen wie „schlammiger, hellbrauner Matsch türmt sich an den Rändern auf, und das Laub entlang des Wasser sieht aus, als habe der lange Winter es endgültig erledigt“, entstehen automatisch Bilder der Szene im Kopf. Die Geschichte wird jeweils aus den unterschiedlichen Perspektiven der handelnden Personen erzählt und über diese wird Stück für Stück die Wahrheit erkennbar. So wird Spannung aufgebaut und gefesselt liest man weiter. Durch die vielen Rückblenden auf das Somalia vor 15 Jahren, die Situation und schlimmen Zustände in einem großen Flüchtlingslager wird klar, die damaligen Ereignisse haben etwas mit den beiden Jungs zu tun. Schließlich kommt es zu einem großen spannenden Showdown in Bristol. Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, aber sehr realistisch und locker erzählt. Für Clubfans gibt es noch ein Sahnehäubchen. Das Champions League Finale von 1999 Manchester United gegen Bayern München, mit den aus Bauern Sicht grausamen letzten drei Minuten, spielt auch eine kleine Nebenrolle.

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