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Betriebszeitung

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verdi-Info Nr. 4a/2020

für die Stadtverwaltung Erlangen
Betriebszeitung rh Betriebszeitung

Info Nr. 4/2020 41. Jahrgang (Keine Maidemo und kein Grillfest im Mai) vom 27. April 2020

 

Inhalt:

  • Coronavirus macht vieles deutlich
  • EU Finanzpolitik
  • Filosofen
  • Janik bleibt Janik
  • Erster Mai
  • Grillfest wird verschoben
  • Fürther-Witz
  • Fernsehen führt Unterschichten vor
  • Kurz & knackig (u.a. Neues von Werner, Bilderrätsel, aus dem Bayerischen Ministerrat vom 3.5.1950, 6.4.1920, anfordern, surfen 211, Sie versteht mich nicht, Info goes USA, Digitaler Geburtstag, Culdur mit Konzertbericht Trail of Dead)

 

Jetzt in der Corona-Situation wird vieles deutlich und klar erkennbar

Wie wichtig die öffentliche Daseinsvorsorge ist.

Da wird jeder zustimmen, ein funktionierender öffentlicher Dienst ist überlebensnotwendig. Vom Gesundheitswesen, Müllabfuhr, Wasser, Strom, Abwasser, Kinderbetreuung bis hin zur klassischen Verwaltung, die Öffentlichkeit verlässt sich und geht davon aus, dass unsere Gesellschaft funktioniert.

Europaflagge ver.di Wasser ist Menschenrecht

Wie verherrend der blinde Glaube an der Marktwirtschaft ist.

Jahrelang wollten Wirtschaftsliberale alles dem Markt unterwerfen. Privatisierungen waren die Forderungen und die Folge. Verbunden mit massiven Personal- und Kapazitätsabbau. Was dies in Krisenzeiten heißt, bekommen wir an vielen Stellen zu spüren. Das Gesundheitswesen ist teilweise überfordert, es fehlt an Betten und Personal. Letzteres gilt besonders für die Gesundheitsämter.

Der Markt richtet Nichts.

Tests, Schutzmasken stehen auch nach 8 Wochen nicht flächendeckend zur Verfügung.

Alte Forderungen leben wieder auf

Jahrelang wurden Lockerungen von den Regelungen des Arbeitszeitgesetzes mit der Begründung „die mündigen Beschäftigten nicht zu reglementieren und in ihrer Freiheit einzuschränken“ gefordert. Aktuell sollen 12 Stundenarbeitszeiten den Personalmangel im Gesundheitswesen abmildern. Tatsächlich wird das eh schon überlastete Personal verheizt. Sonntagsarbeit soll die Paketversorgung „verbessern“.

Unkenntnis, verwirrende Informationen und falsche Aussagen machen die Runde.

Presseausweis 2018 dju Presseausweis 2018

Auffällig, es fehlt an Qualitätsjournalismus. Die ausgedünnten Redaktionen beten die widersprüchlichen Presseverlautbarungen nach. Hinterfragt wird zur Zeit nichts mehr. Beispiele aus Erlangen, der Drogeriemarkt Müller durfte nur Drogerieartikel verkaufen, Kaufland konnte sein komplettes Warenhausangebot präsentieren. Die Geschäfte an der Neumühle desinfizierten laufend Körbe und Einkaufswägen. Direkt daneben am Überweg zur Damaschkestraße bot eine Privatperson(Bauer?) wie immer auf einen Tapeziertisch Früchte, Marmeladen, Likör ungeschützt und ohne Abstand zu halten an.

Arbeitgeberverhalten wird klar erkennbar.

Gerade in Krisenzeiten zeigen Menschen ihr wahres Gesicht. Ist bei unserer Stadtverwaltung überhaupt nicht vorstellbar. Im Gegenteil ist das Bemühen zu guten, sozialverträglichen Lösungen zu kommen, klar erkennbar. Anweisungen unter Missachtung der Beteiligungsrechte des Personalrats, ignorieren von zwingend erforderlichen Arbeits- und Gesundheitsschutzgebote kommen aber tatsächlich in der heutigen Realität vor.

Selbstbewusst bleiben.

Arbeitgeber haben es einfach und leicht, wenn Beschäftigte ungefragt alles machen. Eigentlich sind sie dann selber schuld, denn nachfragen ist immer möglich. Erscheinen Weisungen unrechtmäßig kann immer verlangt werden, die Weisung schriftlich zu bekommen und eine nachträgliche Prüfung ist damit möglich. Rechte und Aufgaben von Personalräten, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte etc. gelten weiter und diese Stellen können eingeschalten werden.

Mitglied werden - Wann, wenn nicht jetzt? ver.di SAT Wann, wenn nicht jetzt?

Interessensvertretung lohnt sich.

Betriebe ohne Gewerkschaftsmitglieder, ohne Betriebs- und Personalräte haben zurzeit die schlimmsten Zustände. Entlassungen von heute auf morgen, Heimschicken ohne Bezahlung, sofortige Einführung von Kurzarbeit bei 60 % des vorherigen Nettoentgelts (wurde 1500 Euro netto verdient heißt dies ab sofort mit 900 Euro auszukommen!) passieren häufig in diesen Betrieben. Auch im öffentlichen Dienst wollten Verantwortliche Kurzarbeit ohne Aufstockungsbeträge einführen. Dies war übrigens der Grund war ver.di für die Kommunen Kurzarbeit tariflich geregelt hat, siehe Infos an anderer Stelle.

Organisieren ist das Beste was Beschäftigte jetzt tun können, gerade auch im öffentlichen Dienst.

Klar Betriebs- und Personalräte und Gewerkschaften können nicht alles verhindern. Sie bieten aber im Moment nachweisbar die eindeutig beste Möglichkeit, dass die Interessen der Beschäftigten möglichst gut und wirksam vertreten werden.

Deutscher Geiz wird sich rächen – Über die deutsche Position zur Finanzpolitik in der Europäischen Union

Zu wenig. Diese beiden Worte fassen das deutsche Versagen zusammen, wenn es um Europa geht. Zwei Zahlen machen deutlich, wie grotesk die Bundesregierung agiert: Die Europäische Zentralbank (EZB) geht davon aus, dass Europa mindestens 1,5 Billionen Euro mobilisieren muss, damit alle Länder genug Geld haben, um die Coronaschäden zu bekämpfen. Doch Deutschland favorisiert ein Paket, das nur rund 500 Milliarden Euro umfasst. Noch schlimmer: Die deutsche Zahl ist eine Mogelpackung. Denn 200 Milliarden sollen über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) laufen, der aber vorsieht, dass jedes Land nur Kredite in Höhe von maximal 2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung aufnehmen kann. Für Italien wären dies 39 Milliarden Euro, für Spanien 28 Milliarden.

 

Europa. Jetzt aber richtig - Teaserformat DGB Europa. Jetzt aber richtig

Das reicht nicht. Einfach gar nicht. In Deutschland herrscht immer noch der Irrglaube vor, wir würden den anderen Euroländern etwas schenken, falls wir der Ausgabe von Coronabonds zustimmen. Dies ist gleich dreifach falsch. Erstens: Es wird nichts verschenkt, schon gar nicht deutsches Steuergeld. Es geht um Kredite. Neu wäre nur, dass die EU oder die Eurozone diese Anleihen ausgeben. Zweitens: Die deutsche Wirtschaft kann nur florieren, wenn Europa prosperiert. 59 Prozent unserer Exporte gehen in die EU, davon 35 Prozent in die Eurozone. Drittens: Auch die deutschen Sparer würden profitieren, die jetzt unter den Niedrigzinsen stöhnen. Die meisten deutschen Sparer dürften noch nicht bemerkt haben, dass ihre Interessen bedroht sind. Doch das macht die Gefahr nicht weniger real. Ohne Coronabonds würde sich die Eurokrise nämlich wiederholen – nur schlimmer. Italien und Spanien würden als potenzielle Pleitekandidaten gelten, sodass die Geldvermögen von dort fliehen würden, um den „sicheren Hafen“ Deutschland anzusteuern. Die Zinsen würden auf ewig unter null dümpeln. Es ist ganz einfach: Deutschland ist keine Insel. Uns geht es nur so gut wie unseren Nachbarn. Es ist erschreckend, dass man diese Binsenweisheiten überhaupt aufschreiben muss.

Kommentar von Ulrike Herrmann aus der taz vom 9./10.4.2020

Filosofen Es ist egal, ob ein Spieler bei Bayern München spielt oder sonst wo im Ausland.

Erich Ribbeck

ver.di Betriebsgruppe trifft sich derzeit nicht—Kommunikation nur digital oder telefonisch! Wir sind für Anregungen dankbar.

 

 

Janik bleibt Janik

Es wurde ja richtig spannend. Normalerweise wird in Erlangen bei Wahlen mit am schnellsten ausgezählt. Nicht so bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister. Die Wahl selbst fand erstmals als Briefwahl am 29.3. statt. Ausgezählt wurde aber erst am 30.3.. Durch die neugebildeten Wahlvorstände und der hohen Wahlbeteiligung dauerte es bis zum frühen Nachmittag, bis feststand Oberbürgermeister Dr. Florian Janik wurde mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. Mit 54,5 % (28.160 Stimmen) setzte er sich gegen Jörg Volleth 45,5 % (23.534 Stimmen) durch. Beim ersten Wahldurchgang war das Stimmenverhältnis 18.560 zu 16.745 für Janik. Die Wiederwahl sorgte für Erleichterung bei der Verwaltung, schließlich ist es nicht so einfach, sich an einen neuen „Chef“ zu gewöhnen. Wir gratulieren auch an dieser Stelle recht herzlich zur Wiederwahl und hoffen auf eine weiterhin gute und möglichst noch bessere Zusammenarbeit.

Grillfest rh OB Dr. Florian Janik

Unser Grillfest wird verschoben.

Das für 8. Mai 2020 geplante Grillfest kann nicht stattfinden. Wir planen, wenn es die Situation bis dorthin zulässt, den Freitag, 9. Oktober 2020 als Ausweichtermin. Ort wäre der Garten der Erba-Villa wie bisher.

Geschmackloser Witz

Warum wurde zu Ostern kein Fürther versteckt? Weil ihn niemand suchen würde.

1. Mai 2020 dgb 1. Mai 2020

Maifeiertag 2020

Es wird dieses Jahr ein ungewöhnlicher Maifeiertag sein. Keine Massenausflüge von Familien und keine Rädli in Erlangen. Keine Bilder von bundesweiten Massendemonstrationen der Gewerkschaften. Obwohl es aktuell mehr als genügend Gründe gibt, für die Interessen der Beschäftigten auf die Straße zu gehen. In Tarifverträgen konnte die Aufzahlung zum Kurzarbeitergeld auf bis zu 100% durchgesetzt werden – aber die Tarifflucht der Arbeitgeber hat die Zahl der Betriebe ohne Tarifbindung erhöht, also gibt es dort nur 60% Kurzarbeitergeld. Ein Betriebs- oder Personalrat hat weitgehende Mitbestimmungsrechte im Interesse der Beschäftigten, wenn Corona zu Überstundenabbau, Urlaubseingriffen oder Kurzarbeit führt. Er kann für qualifizierten Schutz vor Ansteckung am Arbeitsplatz sorgen, für faire home-office Angebote und einiges mehr. In vielen Betrieben gibt es aber keinen Betriebsrat, teilweise gezielt verhindert durch Geschäftsleitungen. In Erlangen konnte im letzten Jahr immerhin eine Seminarreihe für Arbeitgeber zum Thema „Wie verhindere ich einen Betriebsrat“ durch öffentlichen Protest verhindert werden. In der Finanzkrise galten noch Banker, Spitzenmanager und Unternehmensberater als „systemrelevant“ - Bezieher von Spitzeneinkommen. In der Corona Pandemie sind es Arbeitnehmer*innen, die teilweise im Niedriglohnsektor arbeiten: Altenpfleger*innen, Krankenschwestern, Reinigungskräfte und LKW-Fahrer*innen. Andere verlieren ihre Arbeit von heute auf Morgen: Leiharbeitnehmer*innen, Minijobber*innen, Aushilfs- und Honorarkräfte. In der Corona Krise tritt die soziale Ungerechtigkeit in der Arbeitswelt offen zu Tage.  In Ländern ohne starke Gewerkschaften, Tarifrecht und Mitbestimmung stellt sich die Lage für viele Menschen noch schlimmer dar. DESHALB FORDERN DIE GEWERKSCHAFTEN:

  • MEHR TARIFBINDUNG UND HÖHERES KURZARBEITERGELD
  • EINEN EXISTENZSICHERNDEN MINDESTLOHN UND STARKE SOZIALVERSICHERUNGEN
  • MITBESTIMMUNG UND ARBEITSPLATZSICHERUNG BEI DER TRANSFORMATION DER ARBEITSWELT
  • REGULIERUNG DER FINANZ- UND WARENMÄRKTE HIN ZU EINER SOZIALEN UND ÖKOLOGISCHEN MARKTWIRTSCHAFT
  • VERMÖGENS- UND REICHENSTEUER EINFÜHREN FÜR MEHR SOZIALE GERECHTIGKEIT
Mai-Plaketten 2020 rh Mai-Plaketten 2020

Tarifverhandlungen zu Kurzarbeit mit der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeber (VKA) abgeschlossen

Im öffentlichen Dienst gibt es viele Bereiche, in denen es weder erforderlich noch sinnvoll ist, Kurzarbeit durchzuführen. Zu nennen sind z. B. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, die Bereiche der Kinderbetreuung, die Jobcenter oder auch die Bundesagentur für Arbeit. Aber auch bei der Ver- und Entsorgung und der Verwaltung dürfte Kurzarbeit kein Thema sein. Ganz im Gegenteil, denn hier gehen die Beschäftigten bereits seit Wochen Tag für Tag unter schwierigsten Bedingungen vielfach bis an ihre persönlichen Grenzen, um die anfallenden Aufgaben für die Versorgung der Bevölkerung zu erledigen. Hier, wie an vielen anderen Stellen wird Großartiges geleistet! Aber es gibt auch Bereiche des öffentlichen Dienstes, in denen die Corona-Krise Beschäftigungsverhältnisse erheblich in Gefahr bringt. Durch behördliche Anordnungen sind mittlerweile viele Bäder, Theater, Museen, Ausstellungen, Kultur und Sporteinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen geschlossen worden. Das öffentliche und kulturelle Leben wurde faktisch auf null gefahren. Öffentliche Arbeitgeber haben in dieser Situation versucht Kurzarbeit einzuführen. Mangels tariflicher Regelungen wurde teilweise massiver Druck auf Personalräte und Beschäftigte ausgeübt. Deshalb hat ver.di einen Tarifvertrag zur Kurzarbeit abgeschlossen. Er regelt unter anderen: Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen kann Kurzarbeit angeordnet werden. Die Mitbestimmung ist zu beachten. Die Beschäftigten erhalten während der Kurzarbeit, unter Berücksichtigung des Kurzarbeitergeldes, 95 Prozent (bis EG 10 einschließlich) bzw. 90 Prozent (ab EG 11) ihres bisherigen Nettoentgelts. Während der Kurzarbeit und für drei Monate danach sind betriebsbedingte Beendigungskündigungen ausgeschlossen. Weitere Details regeln unter anderem den Umgang mit Arbeitszeitkonten, Urlaub und Überstunden. Der Tarifvertrag tritt am 1. April 2020 in Kraft und hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2020.

Begehrte Plaketten rh Begehrte Plaketten

„Armutszeugnis – wie das Fernsehen die Unterschichten vorführt“

Dies ist der Titel einer Studie des Medienwissenschaftlers Bernd Gäbler, veröffentlicht von der Otto-Brenner-Stiftung der IG Metall. In der Studie betrachtet Gäbler verschiedene TV-Sendungen, die sich mit Menschen in prekären Lagen befassen. Er konzentriert sich dabei auf den Umgang mit den Protagonistinnen. Sozialreportagen wie „Armes Deutschland“ und „Hartz aber herzlich“ kritisiert er deutlich: „Die Berichte [über die Unterschicht] sind einseitig und klischeehaft, manipulativ und diffamierend.“ ARD und ZDF stehen allerdings ebenfalls in seiner Kritik: Sie machten Armut zum Nischenthema und findet in der Regel nicht statt. Obwohl in Deutschland knapp 13 Millionen Menschen als armutsgefährdet gelten. Es werde in den Privatsendern dagegen bewusst ausgewählt. „Vorgeführt wird ein Extremismus des Elends, gecastet werden krasse Charaktere, suggeriert wird aber: So sind sie, die ‚Unterschichten‘. “Anstatt Menschen verschiedener sozialer Hintergründe darzustellen, werde nur das Stereotyp des armen, faulen und verwahrlosten Hartzers bedient. Unter den Zuschauer*innen befinden sich „Armutsvoyeure“, die sich am Elend ihrer Mitbürger ergötzen. „Sie wollen ihre Vorurteile bestätigt sehen, dass die Armen arbeitsscheu und faul sind, im Jogginganzug vor dem Fernseher sitzen, dabei massenhaft Chips essen und literweise Bier trinken“, sagt der Politikwissenschaftler und Armutsforscher Christoph Butterwegge. Dieses Zerrbild muss korrigiert werden. Von Armut Betroffene müssen in den Medien nicht als exotische Wesen erscheinen, die in einer anderen Welt leben und in ihrer Wohnung verwahrlosen, sondern als Menschen wie du und ich. Die Wiener Armutskonferenz, ein Zusammenschluss aus österreichischen Hilfsorganisationen, hat einen „Leitfaden zur Armutsberichterstattung“ veröffentlicht. Danach sind die Betroffenen auf Augenhöhe zu begegnen. Zeige sie aktiv statt passiv! Vermeide Klischee-Bilder wie Kippe im Mund und Bier auf dem Fliesentisch! Und, ganz wichtig: Die Betroffenen sollen über die Folgen ihrer Aussagen aufgeklärt werden, wenn nötig. Begriffe wie „die Armen“, „sozial schwach“ oder „arbeitsscheu“ seien zu vermeiden, sie reduzierten Menschen auf ihre Armut oder suggerierten, sie seien selbst schuld. Schuld an ihrer Lage seien nicht notwendigerweise sie selbst, sondern vor allem strukturelle Probleme.

Die Studie kann im Internet kostenlos runtergeladen werden, https://www.otto-brenner-stiftung.de/

Griller II - Werner Lutz rh Griller - Werner Lutz

Neues von Werner

Glücksspiel

Im vergangenen Jahr gab es deutlich weniger Lotto-Millionäre. Das liegt daran, daß immer mehr Menschen an der Börse zocken. Da braucht man keinen Lotto-Schein ausfüllen und die Gewinn-Chancen sind deutlich höher.

Unwort

Auf das Unwort des Jahres 2019 „Klimahysterie“ gibt es unterschiedliche Reaktionen. Während 98,6 Prozent der SUV- und Sportwagenfahrer versichern, daß die Klimaanlage in ihren Fahrzeugen völlig intakt ist und damit der Klimaschutz funktioniere, fragen 89,4 % der männlichen Fahrer, was eigentlich eine Hysterie ist. Und 44,5 % wissen zwar, was ein Klima, aber nicht, was ein Unwort ist.

Landwirtschaft

Es zeichnet sich ab, daß in Deutschland das populäre Suchtmittel für den Ackerbau „Glyphosat“ verboten wird. Nach den allgemeinen Erfahrungen bei der Drogenbekämpfung wird das allerdings nur erfolgreich sin, wenn man das Drogen-Kartell zerschlägt: In dem Fall Bayer-Monsanto.

Einigung

Die Regierungsparteien haben sich darauf geeinigt, daß das Wort „Grundrente“ geografisch neu bemessen und definiert werden soll. – Das bedeutet, daß die Grundrente künftig um zehn Prozent höher liegen darf als der Marianengraben.

Aus dem Bayerischer Ministerrat vor 70 Jahren

Am 3.5.1950 wurde in der 105. Sitzung u.a. folgender Punkt behandelt:

Schund- und Schmutzgesetz
Ministerpräsident Dr. Ehard erklärt, daß ein Bundesgesetz in Vorbereitung sei. Unter diesen Umständen zweifle er, ob die Einbringung eines Landesgesetzes zweckmäßig erscheine. Staatsminister Dr. Ankermüller vertritt die Auffassung, daß der Bund für das Gesetz nicht zuständig sei. Gegenüber dieser grundsätzlichen Erwägung könne der Zweckmäßigkeitsstandpunkt nicht durchschlagen. Im Bundesrat könne Bayern die Zustimmung zu dem Gesetz nicht geben, weil es die Bundeszuständigkeit bejahen würde. Wenn eine andere Bundesregierung später das Gesetz aufheben würde, dann hätte Bayern die Bundeszuständigkeit bejaht und sei außerstande, selbst ein Gesetz zu machen. Staatsminister Dr. Hundhammer glaubt, daß mit der bayerischen Zustimmung zu einem Bundesgesetz die Landesgesetzgebungszuständigkeit nicht verneint werde. Seiner Auffassung nach würde ein Bundesgesetz ein weitergehendes bayerisches Ergänzungsgesetz nicht unmöglich machen. Staatssekretär Dr. Konrad weist auf den strafrechtlichen Inhalt des Gesetzes hin und glaubt, daß eine Bundeszuständigkeit nicht bestreitbar sei. Staatsminister Dr. Seidel weist darauf hin, daß das wesentliche der Schutz der Jugend sei, der durch ein Bundesgesetz leichter erreicht werde als durch ein Landesgesetz. Ministerpräsident Dr. Ehard vertritt die Auffassung, daß sich Bayern verfassungsrechtlich nichts vergibt, wenn es den Bund gewähren lasse.

 

Verpasstes Jubiläum - 6 . A p r i l

Vor 100 Jahren wurde das Schwerbehindertenrecht eingeführt, um Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern. Behinderte sollen nicht benachteiligt sein. Obwohl seit 1920 viel erreicht wurde, gibt es noch viel zu tun, damit Schwerbehinderte diskriminierungsfrei leben können.

 

Deutsch  Boarisch Frängisch

Das Geld  `s Gaid      es Gald

Rätsel – neues „Rätsel“

Zugegeben, die Frage nach dem Ort des abgebildeten Urinals war nicht gendergerecht. Kolleginnen fühlten sich benachteiligt. Aber auch für die Kollegen war das Rätsel zu schwer. Niemand wusste, dass das auf dem Urinal abgebildete Eishockeytor in der Berliner Mercedes-Benz Arena zu finden ist. Beim neuen Rätsel bleiben wir innerhalb der Stadtverwaltung. In welchem Amt der Stadt Erlangen findet sich diese innovative und zukunftsweisende Sicherheitsinstallation. Die grüne Pinnadel in der Kordel hat eine besondere Bedeutung es droht aktuell keine Gefahr?

Rätsel 4/2020 ssch Rätsel 4/2020

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Doris Blacha, Dietmar Radde oder Iris Schubert, PR, (86 2997, 86 2987, 86 2420 oder 86 1956, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden

  Fragen und Antworten zum Coronavirus SARS-CoV-2/COVID-19 für Beamtinnen und Beamte

Der ver.di Bundesfachbereich Gemeinden hat dieses Flugblatt herausgegeben. Auf 7 seiten werden eine Reihe von Fragen z.B. zum Gesundheitsschutz beantwortet.

  • Ver.di Wirtschaftspolitische Informationen 01 / 2020 - Die Corona-Pandemie und ihre Folgen

Die Corona-Pandemie stürzt Deutschland und die Weltwirtschaft in eine Rezession. Der wirtschaftliche Einbruch kann stärker ausfallen als in der großen Finanzmarktkrise. Die Bundesregierung hat auf die Krise schnell reagiert. Mit einem Schutzschirm für Unternehmen und Beschäftigte werden Unternehmenspleiten verhindert, Arbeitsplätze gesichert und Einkommen stabilisiert. Die Gewerkschaften werden trotz Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und geringer Tarifbindung versuchen, die Lohnentwicklung zu stabilisieren.

 

Surfen Nr. 211

Videokanal von ver.di Mittelfranken zur ver.di Bildung - Start der Reihe "Wie funktioniert eigentlich ...?"

Wir starten in unserem Youtube-Kanal die Reihe *"Wie funktioniert eigentlich ....?"*
Ihr bekommt ab sofort einen Einblick in das Innenleben Eurer Gewerkschaft -  auch und gerade in diesen aktuell herausfordernden Zeiten.
Den Start macht unser Rechtsschutz: https://youtu.be/3J5rIcZH3ZY

Sie versteht mich nicht

Kürzlich bin ich als Letzter zur Gartenparty meiner Nachbarn gestoßen. Für Musik sollte Alexa sorgen. Allerdings hatten das Partyvolk schon so viel getankt, dass Alexa die Wünsche nicht verstand. Als letzter Gast mit dem noch niedrigsten Promillelevel bekam ich den Alexa-DJ-Job. Leider mit sehr mäßigen Erfolg. Alexa „sbiel Songs von Bearl Jam, den Doden Hosen, Slibgnod oder Biedsteags“ blieben ohne Ergebnis. Alexa ist doof und versteht kein Fränkisch.

Info goes USA

Unser letztes Info hatte im Internet Besucher*innen aus Kalifornien, Louisiana, Arizona, Minnesota und Virginia. So viele waren es in der über 40jährigen Geschichte des ver.di-Infos noch nie.

 

Digitaler Geburtstag

Mit dem digitalen Wandel nehmen psychische Belastungen im Arbeitsleben zu. Doch auch das Privatleben wird stressiger. Beispielsweise der eigene Geburtstag.

Getreu dem Motto „Früher war alles besser“ wurde man an seinem Geburtstag liebevoll mit Kaffee und einem Geburtstagskuchen geweckt. Es galt lediglich die Kerzen auszupusten und Geschenke auszupacken. Heute weckt uns das Smartphone, schreibt wer Geburtstag hat und wann man selbst Geburtstag feiert. Private Glückwünsche und Kuchen, ja das ist wie früher. Doch im Laufe des schönen Morgens nimmt die private, digitale Arbeit an Fahrt auf.

Klassiker rufen über das Festnetz an. Eine andere Klientel generiert Anrufe auf dem privaten und auf dem dienstlichen Handy.

Die einen mögen es noch eine SMS zu schreiben – natürlich sowohl privat als auch dienstlich – die anderen arbeiten über WhatsApp. Das hat man heutzutage ebenfalls dienstlich als auch privat. Messenger-Dienste über soziale Netzwerke nicht zu vergessen. Manche gratulieren auch direkt über soziale Netzwerke und Du machst ein dummes Gesicht, weil Du Zuckerberg, Google und Co bisher Dein Geburtsdatum verheimlicht hast. Und da fragt auch schon ein Freund nach, warum Du Deine E-Card noch nicht abgerufen hast. Big Brother is watching you. Nicht zu vergessen, die Alternativen, die sicherere soziale Medien nutzen.

Der Paketbote klingelt und bringt Deine Geburtstagspakete. Gute alte Paketpost? Nein, du musst zwischen Hermes-Bote, DHL, Amazon und Co unterscheiden. Die schauen alle gehetzt aus, keine Zeit für ein Stück Geburtstagskuchen. Dann finden sich noch klassische schriftliche Geburtstagskarten im Briefkasten, im digitalen Postfach hingegen die „E-Mailer“.

Sofern die gute alte Haustürklingel auch zu einem digitalen Medium zurechnet werden kann, gibt es natürlich noch die persönlichen Gratulanten.

Kaum denkst Du, Du hast nun alle Kommunikationswünsche abgearbeitet kommen die ersten Nachrichten über WhatsApp, SMS und Co, wer schon alles zu Deiner Geburtstagsfeier unterwegs ist.

Tja, früher war es irgendwie ruhiger ;)

Aus „Bayern Times“ vom 17.6.2019, Infoservice des Landesbezirksfachbereichsvorstandes Telekommunikation/DV/IT ver.di Bayern

Trail of Dead rh Trail of Dead

Culdur

TRAIL OF DEAD oder auch And You Will Know Us By The Trail Of Dead

22.2.2019, ERLANGEN, E-WERK; CLUBBÜHNE

Was ist denn in Erlangen los? Freitagabend, „Traill of Dead“ kommen und sie spielen nicht wie vor gut 8 Jahren im gutgefüllten Saal, sondern in der nicht ausverkauften Clubbühne. Dafür sind viele gut gereifte Alterna-/Indie-Fans gekommen. Es war eine Ü 25 Party bei der die jüngeren komplett abwesend waren. Allerdings waren es wohl viele Junggebliebene. So zeigte eine Ü 25 Frau am Tresen unaufgefordert ihren Ausweis vor, um ein Bier zu bekommen. Dank des reiferen Publikums durften die Glasflaschen auch in das Konzert reingenommen werden. Der Abend begann mit der guten Vorband Mignon. Das Trio spielt rockigen, elektronischen Punk. Insbesondere wenn die Sängerin die Gitarre und das Keyboard stehen lässt, klingt es stark nach den „Blood Red Shoes“, „Tink Things“ oder den „Dresden Dolls“. Beim letzten Song entledigte sich die Sängerin, die etwas nach der jungen Suzie Quatro klingt, ihrer Stiefeletten um noch wilder rumhüpfen zu können. Nach der üblichen Umbaupause, obwohl die gleiche Anlage und das gleiche Schlagzeug benutzt wurde, begannen“ And You Will Know Us By The Trail Of Dead“ kurz nach 21.00 Uhr. Mastermind, Sänger und Gitarrist Conrad Keely hatte einen Drink in der Hand und stieß mit der ersten Reihe an. Dann ging die Post ab und wie es etliche Bands zwischenzeitlich machen, wurde der 20. Geburtstag ihrer Scheibe „Madonna“ gefeiert und das Album in der Originalreihenfolge komplett gespielt. Auch wenn es nicht ihr stärkstes Werk ist, wurden die Stücke kraftvoll wie immer und leidenschaftlich performt. Bei jedem Stück werden die Gitarren gewechselt, der Roadie ist viel beschäftigt mit dem Stimmen der Gitarren. Früher hat die Band untereinander wild die Instrumente gewechselt, im E-Werk tauschte nur Gründungsmitglied und Drummer Jason Reece mit Keely laufend von Stück zu Stück die Plätze. Eigentlich sind beide gleichgut am Schlagzeug und fast auch an der Gitarre. Außer ein kurzes „Danke“ gab es keine Ansagen. Als das Album „Madonna“ geschafft war, gab es für die Band eine Jägermeisterrunde. Frisch gestärkt wurden vier Stücke von der CD „Sources Tags & Codes“ beginnend mit „It Was There That I Saw You“ sehr wuchtig und heftig gespielt. Natürlich wurde das Publikum einbezogen, der Bassist Autry Fulbright II, er könnte eine aktuelle Hendrix-Kopie sein, ging mit seinem Bass schon mal in das Publikum. Keely reichte seine Gitarre in die Menge, aber es dauerte bis sich jemand traute in die Seiten zu greifen. Immer wieder wechselte das Tempo, gab es leise Passagen, die dann umso brachialer beendet wurden. Leider war nach einer Stunde das reguläre Set schon vorbei. Als Zugabe wurde „Will You Smile Again?“ vom 2005er Album Words Apart und „Richter Scale Madness“ aus dem Jahr 1998 gespielt. Dann war leider Schluss. Ein zweiter Zugabeblock war nicht drin. Aktuell haben Trail of Dead mit „The Godless Void and Other Stories“ im Jahr 2020 ihr 10. Album veröffentlicht. Für August 2020 ist ein weiterer Auftritt im Erlanger E-Werk geplant.

Trail of Dead rh Trail of Dead

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