ver.di Info

Betriebszeitung

verdi-Info Nr. 10/2013

Betriebszeitung
Info von ver.di Erlangen rh vom 31. Oktober 2013

Info Nr. 10/2013 34. Jahrgang (letztes Info im Jahrgang) vom 31. Oktober 2013

Inhalt:

  • Koalitionsverhandlungen
  • Tarifrunde 2014
  • Weihnachtsgeld
  • Forderungen an den neuen Landtag
  • Tarifrunde Einzelhandel
  • 5.11. - Betriebsgruppe
  • Kurz & knackig (u.a. Petition für Anwärter, Karin Wachter, Sicherheitshinweis, Neues von Herrn L., Das Vorletzte, Verwaltungslyrik,  Bilderrätsel,  anfordern, surfen, Culdur mit Konzertbericht und CD-Tipp)

     

    KOALITIONSVERHANDLUNGEN

    Deutsche wollen aktiven Staat

    Die Verhandlungen zwischen Union und SPD für eine große Koalition haben begonnen. Laut ZDF-Politbarometer vom 18.Oktober halten 61 Prozent aller Deutschen ein schwarz-rotes Bündnis für am besten geeignet, die anstehenden Probleme in Deutschland zu lösen. Inhaltlich steht die Mehrheit der Befragten dabei hinter den gewerkschaftlichen Forderungen: Für 83 Prozent ist ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro ein Muss, 69 Prozent sprechen sich zudem für einen höheren Spitzensteuersatz aus. Die Deutschen wollen einen aktiven Staat. Das hat auch eine repräsentative Forsa- Umfrage im Auftrag von attac und Campact ergeben. Statt öffentliche Leistungen zu kürzen, will die große Mehrheit der Befragten, 69 Prozent, höhere Steuern auf Vermögen und hohe Einkommen. Selbst 61 Prozent der UnionswählerInnen sind dieser Meinung.
Infrastrukturausgaben DGB-Einblick Infrastruktur

Auch aus Sicht des DGB sind eine gerechtere Besteuerung der Einkommen und Vermögen und ein flächendeckender Mindestlohn unverzichtbar. „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, dass sie eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt durchsetzt“, betont die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. Die Gewerkschaften fordern von Union und SPD in ihren Koalitionsverhandlungen unter anderem, Arbeitnehmerrechte zu stärken und die finanzielle Handlungsfähigkeit der öffentlichen Hand sicherzustellen. Unterstützung für den Mindestlohn und eine gerechtere Steuerpolitik kommt nun auch von ungewohnter Seite. Die Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hält einen gesetzlichen Mindestlohn hierzulande in Höhe von 8,50 Euro in der Stunde für „ganz vernünftig“, wie OECD-Ökonom Mark Keese gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte. Und der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht Spielraum für höhere Steuern für Spitzenverdiener. Das Potenzial bei den Staatseinnahmen werde derzeit nicht ausgenutzt, heißt es in einer aktuellen IWF-Studie. Es gäbe Möglichkeiten, „mehr Einnahmen an der Spitze der Einkommensverteilung zu erzielen, falls dies gewünscht ist“. Würde Deutschland in der Steuerbelastung mit anderen europäischen Ländern gleichziehen, könnten Mehreinnahmen von rund 80 Milliarden Euro jährlich erreicht werden. Diese Mehreinnahmen werden gebraucht, um dringend erforderliche Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Energiewende zu finanzieren.

Mindestlohn ver.di Mindestlohn

Tarifrunde Öffentlicher Dienst 2014: ver.di kündigt Entgelttabellen – Einigung mit dem Bund über Entgeltordnung

Vor Beginn der Tarifrunde 2014 im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen hat die Bundestarifkommission der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf ihrer Sitzung am 22. und 23.10.2013 in Berlin fristgemäß zum 28. Februar 2014 die Entgelttabellen und Regelungen der einschlägigen Tarifverträge gekündigt. Eine konkrete Tarifforderung wird in den kommenden Monaten diskutiert und auf der Sitzung der Bundestarifkommission am 11. Februar 2014 beschlossen. Die Tarifrunde wird im kommenden Frühjahr stattfinden.

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Gleichzeitig hat das Gremium der Einigung mit dem Bund über eine neue Entgeltordnung zugestimmt. „Die Einigung über eine neue Entgeltordnung ist eine gute Nachricht für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten des Bundes. Nach mehrjährigen Verhandlungen ist es uns gelungen, die über 1.000 Tätigkeitsmerkmale für die Eingruppierung beim Bund den aktuellen Anforderungen anzupassen und zu modernisieren“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp. In vielen Bereichen seien verbesserte Eingruppierungen durchgesetzt worden – beispielsweise für Meister, Techniker und Ingenieure, für Archive und Bibliotheken, den Forstdienst, den nautischen Dienst und den IT-Bereich, aber auch für die Sachbearbeitungstätigkeiten in der Verwaltung.

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Bei Höhergruppierungen würden in Zukunft alle Beschäftigten vom stufengleichen Aufstieg und damit unmittelbar höheren Einkommenszuwächsen bei der Übernahme höherwertiger Tätigkeiten profitieren, erklärte Meerkamp.
Zudem hat die Bundestarifkommission der Fortsetzung der Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über eine neue Entgeltordnung zugestimmt.

 

Filosofen

Je länger das Spiel dauert, desto weniger Zeit bleibt.

Marcel Reif

 

SCHÖN, WENN AM ENDE MEHR DRIN IST

Weihnachten zum Beispiel. Die Geschenke, der Weihnachtsbraten – alles kostet. Es soll ja schön sein. Ein tariflich vereinbartes Weihnachtsgeld kommt da gerade recht. Auch, weil gerade zur Weihnachtszeit meist die Versicherungen fällig werden. „Zuwendungen“ oder auch „Sonderzahlungen“ heißen sie offiziell, die Leistungen des Arbeitgebers wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und anderes. Mit dem TVöD ist im § 20 die Jahressonderzahlung neu geschaffen worden. Sie ersetzt die bisherige Zuwendung („Weihnachtsgeld“) sowie das bisherige Urlaubsgeld. Die Jahressonderzahlung beträgt in den Entgeltgruppen (EG) 1 – 8 90 %, in den EG 9 – 12 80 % und in den EG 13 – 15 60 % des monatlichen Entgelts. Die Jahressonderzahlung wird zum 1.12. ausgezahlt.

Mehr drin ver.di Mehr drin

Sie kommt damit meist zur rechten Zeit, aber sie ist nicht vom Himmel gefallen. Über viele Jahrzehnte haben die Gewerkschaftsmitglieder dafür gekämpft – und heute müssen wir es oftmals gegen die Kürzungspläne der Arbeitgeber verteidigen. Denn die Zuwendungen sind für die meisten Beschäftigten kein Luxus, sondern sie werden gebraucht. Schauen wir, wie es begann mit dem Weihnachtsgeld.

Schon vor rund 100 Jahren, als die Thyssen-Bergarbeiter 1918 in Duisburg-Hamborn erstmals für eine „Weihnachtsgratifikation oder Teuerungszulage“ streikten, ging es nicht etwa um kostspielige Extras zum Weihnachtsfest, sondern um die Linderung des ärgsten Mangels. Im November 1950 setzte die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr, ÖTV, „zur Abwendung des bei den Bediensteten (...) durch die im Jahre 1950 eingetretene Teuerung hervorgerufenen Notstandes und in Anerkennung der geleisteten Überarbeit“ eine einmalige Zahlung in Höhe von 100 DM zu Weihnachten im öffentlichen Dienst durch.

Weil das Weihnachtsgeld eben kein Luxus, sondern für die Beschäftigten ein notwendiges Einkommen ist, das sie einplanen, haben die Gewerkschaften über die Jahre für seine tarifvertragliche Absicherung gekämpft. Damit sollte auch die willkürliche Verteilung des Weihnachtsgeldes durch die Arbeitgeber beendet werden. Als milde Gabe, auf die kein gesetzlicher und auch kein tarifvertraglicher Anspruch bestand, teilten die Arbeitgeber das Weihnachtsgeld nach Gutdünken zu – als „Ansporn zur Fortsetzung der Tätigkeit und weiterer Dienstbeflissenheit“, wie es im „Zentralblatt für Handelsrecht“ im Dezember 1929 hieß.

Das Ringen währte lang. In der DDR gab es Anfang der 1950er Jahre ein Aufbegehren bis hin zu Streiks für eine gerechtere Verteilung der „Weihnachtsgratifikation“, später umbenannt in „Jahresendprämie“. Und in der Bundesrepublik stand 1955 im DGB-Aktionsprogramm zu lesen: „Es ist ein unerträglicher und unwürdiger Zustand, dass in jedem Jahr der Streit zwischen Arbeitgebern einerseits und den Arbeitern, Angestellten und Beamten andererseits um die Zahlung von Weihnachtszuwendungen und deren Höhe entbrennt. Deshalb ist die Zahlung der Weihnachtszuwendungen durch Tarifvertrag oder Gesetz einzuführen.“ Deshalb ist die Zahlung der Weihnachtszuwendungen durch Tarifvertrag oder Gesetz einzuführen.“

Einen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt es bis heute nicht. Aber die Gewerkschaften sicherten es Zug um Zug in Tarifverträgen mit den Arbeitgebern ab. 1952 setzte die Gewerkschaft ÖTV erstmals einen Tarifvertrag über eine „Weihnachtszuwendung“ durch. 1954 erstritt die IG Metall das tarifvertraglich gesicherte Weihnachtsgeld für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Es folgte 1971 das Bankgewerbe, und 1974 setzte die IG Druck und Papier für die Druckindustrie das vertraglich verankerte Recht auf die „tarifliche Jahresleistung“ durch. Im Einzelhandel gelang dies erst 1980. Auch die jeweilige Höhe des Weihnachtsgeldes wird in den Tarifverträgen festgelegt, je nach Branche sind es im Schnitt zwischen 30 und 100 Prozent eines Monatseinkommens.

Die Zahlung des „Weihnachtsgelds“ ist häufig an die Betriebs- beziehungsweise Branchentreue gekoppelt. Die Beschäftigten müssen das ganze Jahr im Betrieb sein und dürfen vor dem 1. April des folgenden Jahres nicht aus dem Betrieb ausscheiden. Dies ist nicht mehr zeitgemäß, da viele wegen der unsicheren Arbeitsverhältnisse – Befristungen, Leiharbeit – häufiger zum Wechsel des Betriebs gezwungen sind. Deshalb wurde und wird in vielen Bereichen die Bindung an die Betriebstreue abgeschafft. So gibt es Regelungen, nach denen das Weihnachtsgeld auf das monatliche Entgelt umgelegt wird. Dadurch ist am Ende mehr drin, egal, ob monatlich oder als Weihnachtsgeld oder Zuwendung.

Ende 2012 hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung ermittelt, dass Gewerkschaftsmitglieder beim Weihnachtsgeld im Vorteil sind. Rund 66 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder bekommen regelmäßig Weihnachtsgeld, bei den Nicht-Mitgliedern sind es 53 Prozent. Einen unmittelbaren Anspruch auf das tarifvertraglich geregelte Weihnachtsgeld haben nur die Gewerkschaftsmitglieder. Und das ist in Zeiten von großer Bedeutung, in denen immer mehr Arbeitgeber bei den sogenannten „Sonderleistungen“ wie Weihnachtsgeld kürzen oder die Höhe vom Unternehmenserfolg oder von der Leistungsbeurteilung der Beschäftigten abhängig machen wollen.

Seehofer dankt ip Seehofer dankt

BAYERN

Forderungen von ver.di Bayern an die neue Staatsregierung und den Abgeordneten des bayerischen Landtags

Nachstehend einige Auszüge, der vollständige Text kann natürlich bei uns angefordert werden, der Resolution des Landesbezirksvorstands ver.di Bayern (am 17.10.2013 beschlossen):

Für ein gerechtes Bayern

Bayern ist zweifelsohne ein Land mit hoher Lebensqualität. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung ist im Vergleich gut, die durchschnittlichen Einkommen der Menschen sind relativ hoch. Ein tieferer und genauerer Blick auf Bayern zeigt jedoch, dass bei weitem nicht alle Menschen in Bayern gut leben. ver.di hat dazu bereits vor der Wahl klar aufgezeigt, in welchen Politikfeldern Bayern gerechter werden muss, gerade für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Diese Forderungen haben auch nach der Wahl nichts an Aktualität und Dringlichkeit eingebüßt. Wir fordern deshalb die Bayerische Staatsregierung und die Abgeordneten des Bayerischen Landtags auf, sich insbesondere dieser Themen dringlich anzunehmen – für ein gerechtes Bayern!

Deshalb fordern wir

Mindestlohn

• die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro.

Bildungsfreistellung

Deshalb fordern wir

• dass das Recht auf befristete Freistellung während der Erwerbstätigkeit anerkannt wird

• dass während der Freistellung das Entgelt fortgezahlt wird

• dass ArbeitnehmerInnen für diese Bildung 10 Tage in zwei Jahren zustehen

• dass nicht nur berufliche, sondern auch gesellschaftliche und kulturelle Bildung dazu zählt

• dass die Entscheidung über den Bildungsurlaub die Beschäftigten und nicht die Arbeitgeber treffen

• die Einführung eines bayerischen Bildungsfreistellungsgesetzes

Bayerisches Personalvertretungsgesetz (BayPVG)

Das BayPVG muss an die geänderten Bedingungen einer modernen Verwaltungs- und Arbeitswelt angepasst werden. Eine grundlegende Novellierung ist deshalb dringend erforderlich. Insbesondere fordern wir

• die Einführung einer lückenlosen Mitbestimmung im öffentlichen Dienst

• verbesserte Informations- und Arbeitsbedingungen für Personalräte

• erweiterte Schulungsmöglichkeiten für Personalratsmitglieder und Stellvertretungen

• mehr Entscheidungsbefugnisse (Letztentscheidungsrecht) der Einigungsstellen

• deutlich verbesserte Freistellungsregelungen

• die Möglichkeit einer tarifvertraglichen Anpassung des BayPVG

• ein aktives Wahlrecht für ArbeitnehmerInnen anderer Arbeitgeber und anderer Menschen, die in der Dienststelle tätig sind

Erziehung & Soziales

• dass die Arbeit der Beschäftigten in Kinderbetreuung und Heilpädagogik durch bessere

Arbeitsbedingungen eine höhere gesellschaftliche Anerkennung und Aufwertung erfährt.

• dass es eine Erhöhung des Personalschlüssels in pädagogischen Berufen und Altenpflege gibt.

• dass eine Pflegevollversicherung eingeführt wird.

• dass die Ausbildung in der Altenpflege auch in Zukunft kostenfrei bleibt.

• dass eine umlagefinanzierte Ausbildung in der Altenpflege eingeführt wird.

• dass der Freistaat die Investitionskostenförderung für Altenheime wieder aufnimmt.

Gute Arbeit beim Freistaat Bayern

Unser Freistaat ist ein guter Arbeitgeber – zumindest behauptet die Regierung das in ihrer Eigenwerbung. Aber: 32 Prozent, an Universitäten sogar bis zu 50 Prozent der Arbeitsplätze sind nur befristet. Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz findet im Freistaat praktisch nicht statt. Die Übernahmezahlen in unbefristete Vollzeitstellen sind ein Desaster. Der Altersdurchschnitt der Belegschaften ist zum Teil sehr schlecht – z.B. im Straßendienst, wo ein Einstellungsstopp den Durchschnitt rasant ansteigen lässt und dabei zu starker Arbeitsverdichtung führt.

Mitbestimmung in Hochschulräten und Unikliniken? Für Bayern: Fehlanzeige.

Vergabegesetz

Nach wie vor weigert sich der Freistaat vorzuschreiben, dass öffentliche Aufträge nur an tarifgebundene Unternehmen gehen dürfen. Viele Kommunen und Landkreise geben deshalb bei Ausschreibungen, wie z.B. in der Abfallwirtschaft oder bei den Postdienstleistungen, immer dem „billigsten Jakob“ den Zuschlag. Die Folgen sind Löhne, von denen man nicht leben kann, der Plünderung der Sozialkassen wird Vorschub geleistet, prekäre Arbeitsverhältnisse werden gefördert und ein ruinöser Preiswettbewerb wird auch noch durch Steuergelder subventioniert.

Ladenschluss & Sonntagsöffnung

Die Regelungen zu Ladenschluss und Sonntagsöffnung bilden einen der wesentlichsten Zeitanker unserer Gesellschaft. Sie sind eine Schutzmauer gegen die Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft. Deshalb fordern wir,  dass eine Ausweitung der Öffnungszeiten klar abgelehnt wird und dass der arbeitsfreie Sonntag besser geschützt wird.

Wir halten durch ver.di Wir halten durch  – Bildteaser für das Video 'Wir halten durch' aus der Tarifrunde im Einzelhandel 2013

Tarifrunde Einzelhandel: Kein Ende in Sicht

In der Tarifrunde des Einzelhandels ist auch nach 5 Monaten keine Lösung des Konfliktes in Sicht. In den ersten Verhandlungsrunden nach der Sommerpause, die in mehreren Bundesländern stattfanden, beharrten die Arbeitgeber auf ihre Forderungen nach Verschlechterungen im Manteltarif- und Lohn- oder Gehaltstarifvertrag. Vor allem die Einführung einer neuen Niedriglohngruppe für AuffüllerInnen und die Streichung der Nachtarbeitszuschläge für diese Beschäftigten, scheint ihnen besonders wichtig zu sein. Dahinter stehen knallharte Forderungen vor allem der Unternehmen, die die verlängerten Ladenöffnungszeiten bis 24 Uhr in manchen Bundesländern nutzen, da der Nachtarbeitszuschlag von 55 % schon ab 20 Uhr zu zahlen ist. Hier ist vor allem die Metro Tochter real und die Supermarktkette Rewe zu nennen. Seit Monaten streiken ver.di Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel. Der Organisierungsgrad ist aber noch zu gering, um über flächendeckende Streiks die Arbeitgeber zu einem Tarifabschluss zu bewegen. Zum 1. August gab es in allen großen Einzelhandelsunternehmen eine einseitige Lohnerhöhung von 2,5 %, als so genannte freiwillige Leistung. Dies bestätigt noch einmal die Strategie der Arbeitgeber in dieser Tarifrunde: sie wollen ver.di eine Lösung des Tarifkonfliktes nach ihren Bedingungen diktieren. Wieder einmal versucht ein Arbeitgeberverband durch knallharten Klassenkampf von Oben einer Gewerkschaft eine Niederlage beizubringen. Das dies von ver.di nicht akzeptiert werden kann dürfte jedem Gewerkschaftsmitglied bewusst sein.

 

MITMACHEN

5. November ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2013 an wechselnden Wochentagen jeweils ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Dienstag 5. November, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Themen am 5.11. sind mögliche Forderungen, Positionen zur anstehenden Kommunalwahl, die Sitzungstermine 2014, die kommende Tarifrunde 2014 und Sachstand Entgeltordnung.

Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst 2012, Bildmotiv der Kampagne ver.di Tarifrunde öffentlicher Dienst 2012

ANWÄRTER

Petition von ver.di Bayern an den bayerischen Landtag – unterschreiben und an uns zurückschicken

An den

Bayerischen Landtag

Maximilianeum

81627 München

Petition zur Einführung einer Abschlussprämie für Beamtinnen und Beamte in Bayern

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit dem Jahr 2006 wird Auszubildenden nach TVAöD eine Abschlussprämie in Höhe von 400 Euro bei erfolgreicher Absolvierung der Abschlussprüfung ausgezahlt. Diese 400 Euro sollen der Motivation dienen. Wer gute Dienstleistung bieten möchte, braucht motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Das gilt umso mehr am Beginn der beruflichen Laufbahn Aber die Abschlussprämie ist auch Anerkennung.

Wer seine Ausbildung beim ersten Versuch erfolgreich absolviert, der vermeidet zusätzliche Kosten für den Dienstherrn. Das faire System bei den Auszubildenden hat sich bewährt. Aus diesem Grund fordere ich, dass auch bei erfolgreicher Absolvierung der beamtenrechtlichen Ausbildung i. S. d. Art. 8 LbV eine Abschlussprämie gezahlt wird.

Mit freundlichen Grüßen

 

Name

Vorname

Wohnort

Unterschrift

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karin Wachter rh Karin Wachter

                                    Karin Wachter

Am 8. Oktober ist im Alter von 69 Jahren Karin Wachter gestorben. Karin war von 1986 bis zum Beginn der Freizeitphase der Altersteilzeit am 1.8.2001 Vertrauensperson der Schwerbehinderten. Karin war vielen als engagierte Gewerkschafterin und starke Interessensvertretung gerade der Schwächeren bekannt. Zusätzlich arbeitete Karin wiederholt im Personalrat mit. Als langjährige gewerkschaftliche Vertrauensfrau und Mitglied im ver.di-Vertrauensleutevorstand hat sie sich ständig für unsere gemeinsamen Anliegen ehrenamtlich eingesetzt. Wir werden sie in guter Erinnerung behalten.

 

FÜR FEINSCHMECKER

Verwaltungslyrik (III)

Die Freunde der gepflegten Verwaltungslyrik haben lange Warten müssen. Jetzt endlich hat die Stadt Erlangen einen weiteren Bericht zur Verwaltungsmodernisierung veröffentlicht, er umfasst die Jahre 2008-2012. Er enthält wieder feinste Verwaltungslyrik auf hohem Abstraktionsniveau bei gleichzeitiger sehr geringer Nachvollziehbarkeit. Wir erlauben uns deshalb in loser Folge Beispiele zu veröffentlichen.

„…und auch, ähnlich wie beim Mitarbeitergespräch, keine ausreichende Personalressource in der Linie installiert wurde, um hier entsprechend nachzuhalten.“

 

ARBEITSSICHERHEIT

Warnhinweis

Jetzt wo es kälter wird frieren die Kollegen in den Büros und häufig werden Heizlüfter betrieben. Dies kann gefährlich werden, denn Heizlüfter und PC sind nicht kompatibel, wie das Archivfoto zeigt.

PC Schmelze rh PC Schmelze

COOL

Wir werden weltweit gelesen

Mit dem neuen Redaktionssystem für die ver.di-Internetseiten bekommen wir wöchentlich eine Statistik über unsere Seitenabrufe. Neben den absoluten Besucherzahlen, wie lange auf unseren Seiten verweilt wurden, gibt es auch eine Statistik aus welchen Regionen unsere Internetleserinnen und –leser kommen. In der Woche vom 23. bis 29.9.2013 kamen 55 Besucher aus Bayern, 3 aus NRW, 2 aus Ba-Wü, 2 aus Rheinland-Pfalz, je einer aus Hessen, Niedersachsen und Berlin. Wir werden aber auch im fernen und weiten Ausland gelesen, 2 Besucher kamen aus Kalifornien und einer sogar aus Tirol. Bei 14 ist die Region unbekannt, wir vermuten, dies sind Besuche aus Färdd.

 

BUNDESTAGSWAHL 2013

Wählerwanderung

Dem amtlichen Endergebnis der Bundestagswahl für den Wahlkreis 242 können erstaunliche Informationen entnommen werden. So hat die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, als MLPD bekannt, im Stadtgebiet im Vergleich zur letzten Wahl bei den Zweitstimmen um 21,43 % zugelegt. Diese sechs zusätzlichen Stimmen gewann die MLPD aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt, dort ging die Zahl der Zweitstimmen von 17 auf 11 Stimmen zurück. Ein Rückgang im Landkreis von 35,29 %.

Neues von Herrn L.

Stimmabgabe

Alle Wähler sind hiermit aufgefordert, unmittelbar nach Abschluss der Wahl ihre Stimme bei den örtlich zuständigen Wahlämtern abzugeben. Dabei sind die Stimmen wie immer gut vorzusortieren n ach Erststimme, Zweitstimme, Leihstimme und gebrochener Stimme. Die Stimmen werden danach, wie es das Wahlrecht zwingend vorschreibt, bis zum Ablauf der Legislaturperiode bei den Wahlämtern unter Überwachung des Bundeswahlleiters ordentlich aufgebahrt und zwischengelagert. Zur Aufklärung über den Akt der Stimmabgabe sei angefügt, dass das Regieren während der Legislaturperiode in Deutschland traditionell schon immer ohne die Stimmen von Wählern stattfindet.

Werner Lutz wl Werner Lutz  – Werner Lutz

Hartz IV

Die nächste Hartz IV-Erhöhung fällt so gering aus, dass Sie nicht einmal einen ganzen (Regel-)Satz ausfüllt, sondern nur ein Wort: menschenunwürdig.

Nach der Wahl

Die neugewählte Bundesregierung hat betont, dass im Unterschied zur Rente in Deutschland eines auf jeden Fall sicher ist: die Daten. Diese befinden sich nämlich nachweislich bei der NSA, die sie nicht aus der Hand gibt.

Exportbegeisterung

Wahr ist, dass die CDU-Fraktion bekräftigt hat, dass Deutschland auf seine Waffenexporte endlich stolz sein darf. Unwahr ist, dass es sich bei dem von Deutschland nach Syrien exportierte Chemikalien um etwas anderes als Unkrautvernichtungsmittel gehandelt hat.

Bilderrätsel rh Bilderrätsel

NICHT GELÖST

Bilderrätsel

Es war wohl zu schwer bzw. Sand am Main wird von städtischen Beschäftigten nicht aufgesucht. Es ging keine richtige Lösung ein. Das Bild (siehe links) zeigte die Weintraubenskulptur am Marktplatz.

NEUES

Bilderrätsel

Dieses Mal wieder etwas einfacher, wo wurde das Bild aufgenommen? Jede richtige Lösung erhält einen ver.di-Bleistift in schwarz plus einen roten Radiergummi.

Bilderrätsel rh Bilderrätsel

WICHTIG

Stimmen gegen Rechts – ver.di Mittelfranken lädt ein

Wenn gerade erst 1.000 Neonazis ungestört in Scheinfeld ein Rechtsrockfestival durchführen durften, ist es höchste Zeit auch unsererseits die Stimme zu erheben! Der Verband deutscher Schriftsteller (vs) in ver.di wird dies tun. Er erhebt seine Stimme gegen Rechts und hat namhafte VertreterInnen für die Nürnberger Variante der gleichnamigen Reihe „Stimmen gegen Rechts“ gefunden: Alt-OB Peter Schönlein, die ehemalige Landtagsvizepräsidentin Christine Stahl, die Vorsitzende des Nürnberger Integrationsrates Diana Liberova, die Leiterin des Nürnberger Menschenrechtsfilmfestivals Andrea Kuhn, der Schriftsteller Manfred Schwab und der Journalist Klaus Schrage geben uns die Ehre …

Herzliche Einladung zu einem bunten kulturellen Erlebnis aus Literatur, Musik und Unterhaltung am

Dienstag, 12. November 2013, ab 19:30 Uhr, Raum Burgblick, Gewerkschaftshaus Nürnberg

Bereits um 18:45 Uhr besteht vorab die Gelegenheit, die neu eröffnete Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“  des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung e.V. bei uns im Haus zu besuchen. Die Ausstellungsmacherin Birgit Mair wird uns durch diese leiten.

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 18/2013 -Steuern gestalten die Zukunft

Mit Merkel als Kanzlerin soll es keine Steuererhöhungen geben. Geld sei angeblich genug da und Steuereinnahmen würden sprudeln. Doch bei Städten und Gemeinden hat sich ein Investitionsstau in dreistelliger Milliardenhöhe aufgebaut. Dringend notwendige öffentliche Investitionen können nicht mehr finanziert werden.

  • ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 19/2013 - 8,50 – sofort und überall

In den Koalitionsverhandlungen ist der gesetzliche Mindestlohn zum Greifen nah. Doch auf der Zielgeraden versuchen ihn mächtige Unternehmerverbände und der Wirtschaftsflügel der Union noch zu verhindern. Unter 8,50 Euro sofort und überall in Deutschland geht nichts.

  • Kalenderreste 2014

Erstaunlich früh trafen dieses Jahr die ver.di Kalender für 2014 ein. Vor über vier Wochen haben wir den Taschenkalender an alle Mitglieder verschickt und auf das weitere Angebot an Kalendern und Streuartikeln aufmerksam gemacht. Die weiteren Kalender und Streuartikel wurden rege abgerufen. Wir haben deshalb nur noch einige Aufstellkalender für die Schreibtische, 3-Monats-Wandplaner und einige wenige Planer für den Sozial- und Erziehungsdienst.

  • Besoldungstabellen Bayern

Die Beamtenbesoldung stieg entsprechend dem Ländertarifabschluss zum 1.1.2013 um 2,65 %. Zum 1.1.2014 werden die Gehälter um weitere 2,95 % erhöht. Besoldungstabellen in kartonform gibt es für 2013 und 2014.

  • Anschreiben des DGB an Angela Merkel

In dem Schreiben vom 25.10.2013 haben die Gewerkschaften gefordert die Handlungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes zu erhalten.

  • Bildungsprogramm ver.di Mittelfranken

Alle Angebote für 2014 sind in einer optisch ansehnlichen Broschüre veröffentlicht.

 

Surfen (140)

Wie muss eine Steuerpolitik zur gerechten Finanzierung öffentlicher Investitionen aussehen? Der DGB stellt seine Konzepte im Newsletter „Klartext“ vor.

www.dgb.de/-/N2b

 

CULDUR

Das letzte Mal hatten wir eine Besprechung der neuen CD von New Model Army veröffentlicht, deshalb als Ergänzung ein aktueller Konzertbericht.

NEW MODEL ARMY

NÜRNBERG, LÖWENSAAL, 18.10.2013

Der Löwensaal war mit einen etwas gereifteren Publikum gut gefüllt. Kein Wunder, Mastermind, Sänger und Gitarist Justin Sullivan und seine Band können bald ihr 35 jähriges Jubiläum feiern. Zum Glück erinnert daran nur die Optik, denn New Model Army spielen immer noch kraftstrotzenden Indie.

New Model Army 10/2013 rh New Model Army (II) 10/2013

Ab den ersten Tönen von „I Need More Time“ von der letzten Scheibe „Between Dog and Wolf“ hüpft Sullivan wie ein junger Derwisch über die Bühne und fesselt mit vielen Gesten und starker Mimik das Publikum. Dazu kommt sein prägender fast hypnotischer Gesang. Ein deutlich jüngerer Fan versuchte im Publikum vergeblich, auf den Schultern seines Freundes stehend, seine Gesten nach zu ahmen. Auf der Setlist dominierten die Songs von „Between Dog and Wolf“. Es waren insgesamt 9 Stück. Auffällig, dass diese Songs Live deutlich rockiger gespielt wurden und weniger dunkel, düster klangen, als auf der CD. Bestes Beispiel dafür der Song „Stormclouds“ der von doppelten Drums richtig angetrieben wurde. So passten die neuen Sachen auch viel besser zu den alten Krachern wie der fulminante und hymnische Anti-Kriegs-Song „Here Comes The War“ oder das schöne, sehr psychedelisch gespielte „Wonderful Way to Go“.

New Model Army 10/2013 rh New Model Army 10/2013  – New Model Army 10/2013

New Model Army haben bekanntlich auch inhaltlich was zu sagen. Sie setzen sich für Gerechtigkeit, für die Natur und gegen Missstände ein. Allerdings wird nicht plump agitiert, sondern Sullivan weist mit feiner Ironie, „er ist froh in Deutschland zu sein beim Waldvolk, Full of Forest“ auf die Themen hin. Nach zwei Zugabeblöcken und fast zwei Stunden ging ein sehr gutes Konzert mit „I Love the World“ leider schon zu Ende, getreu dem Motto, „aufhören wenn es am Schönsten ist.“

CD-TIPP

THE INSPECTOR CLUZO

GASCONHA ROCKS

Klar, wenn das Label Fuckthebassplayer heißt, dann muss das Duo aus dem Südwesten Frankreichs, genauer Gascogne, natürlich ohne Bass auskommen. Dank ihrer sehr brachial gespielten Songs ist dies aber kaum zu hören. The Inspector Cluzo spielen eine sehr rockige Mischung aus Soul, Funk, Blues, die knackig frisch klingt. Die Scheibe wurde live eingespielt und kommt ohne viel Nachbearbeitung aus. Die Songs klingen stark nach 70er Jahre. Gerade auch wegen der jaulenden Gitarre und der sehr hohen Stimme. So würden vermutlich „The Sweet“ heute als Duo klingen.

Inspector Cluzo rh Inspector Cluzo

Auf der beigelegten DVD wird anhand der Live Ausschnitte deutlich, dass die beiden auch optisch die Retroeindrücke verstärken. Über Jahre hinweg haben sich The Inspector Cluzo europaweit eine treue Fanbasis erarbeitet und sind dabei gleichzeitig ihrer regionalen Heimat treu verbunden geblieben. Nicht schlecht oder auch nachhaltig.

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