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verdi-Info Nr. 6/2014

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Info Nr. 6/2014 35. Jahrgang (Berch- und WM-Info) vom 13. Juni 2014

Inhalt:

  • Wahl zur Schwerbehindertenvertretung (SBV)
  • Veranstaltung zum Freihandelsabkommen
  • Arbeitgeber wollen Zusatzversorgung massiv verschlechtern
  • Bericht vom  Grillfest
  • Europa
  • Armes, reiches Deutschland
  • 2.7. – Betriebsgruppe
  • Kurz & knackig (u.a. Bilderrätsel, Resonanz im Internet, Verwaltungslyrik, Neues von Herrn L., anfordern, surfen 148, Ikea,  Culdur mit Konzertbericht „We Invented Paris“ und „Bela B.“)

 

Weitere Wahl im Herbst 2014

Wahl zur Schwerbehindertenvertretung (SBV)

Die Schwerbehindertenvertretung ist die gewählte Interessenvertretung der schwerbehinderten und gleichgestellten Beschäftigten. Die gesetzliche Grundlage ist das Sozialgesetzbuch (SGB) IX. Es umfasst alle gesetzlichen Regelungen zur Rehabilitation und Teilnahme behinderter Menschen. Die Wahl der Schwerbehindertenvertretung erfolgt nach den Bestimmungen der Wahlordnung (SchVWO). Die Amtszeit beträgt 4 Jahre. Zuletzt wurde im Herbst 2010 Silvia Beyer zur Vertrauensperson der Schwerbehinderten gewählt. Ihre Stellvertreterin ist Sabine Zörndlein.

Ein Teil der Aufgaben der Vertrauensperson der Schwerbehinderten ist es, die an der Dienststelle beschäftigten Schwerbehinderten in allen arbeitsrelevanten Belangen zu unterstützen und ggf. die nötige Hilfe zu leisten. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil der Aufgaben, den die SBV erfüllt.

Silvia Beyer rh Silvia Beyer, Vertrauensperson der Schwerbehinderten

Weitere Arbeitsschwerpunkte sind u.a.:

Mitarbeit beim BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement)

Hilfe und Unterstützung bei der Antragstellung (hier sieht man ganz deutlich, dass die Arbeit auch Nichtbehinderte mit einschließt).

Beteiligung an Einstellungsverfahren, sofern sich SB beworben haben. Dazu gehört auch, darauf zu achten, dass schwerbehinderte Bewerber eingeladen werden (§81 SGB IX (und § 82 für öffentliche Arbeitgeber)).

Zusammenarbeit mit verschiedenen Ämtern: Integrationsamt (s.o.), Arbeitsagenturen, Rententrägern usw.

Zusammenarbeit mit dem örtlichen Personalrat. (Anmerkung: Auch der Personalrat hat die Aufgabe, die Eingliederung SB zu fördern – § 93 SGB IX).

Prävention laut § 84 SGB IX.

Umsetzung und Fortschreibung der Integrationsvereinbarung (§83 SGB IX).

 

Informationsveranstaltung von ver.di in Erlangen zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP.

Diese fand am Mittwoch, 21.5.14 um 18.00 Uhr im Haus Dreycedern statt.

Als Referentin konnte die Kollegin Dr. Sabine Reiner vom ver.di Bundesvorstand, Ressort Wirtschaftspolitik gewonnen werden.

Sie machte deutlich, dass eine doppelte Entgrenzung der Märkte stattgefunden hat. Durch die Mobiltät infolge der technischen Entwicklung und durch die neoliberale Politik. Die großen Konzerne möchten dies noch weiter vorantreiben. Das Freihandelsabkommen soll Handelshemmnisse beseitigen, liberale Investitionsbestimmungen und die weitest mögliche Öffnung der Dienstleistungsmärkte. Dabei gibt es sowohl in den USA, als auch in der EU Gewinner und Verlierer bzw. stehen überall gute Regelungen und Bestimmungen zur Disposition. In den USA werden z.B. viele Aufträge durch öffentliche Stellen bewusst ohne Ausschreibung an amerikanische Firmen (Buy American) vergeben.

Dr. Sabine Reiner rh Dr. Sabine Reiner

Als Vorteil für die Verbraucher werden Zahlen wie 350 Euro pro Jahr und Haushalt genannt. Dies ist eine völlig unrealistische Zahl. Das Beispiel EU hat gezeigt, dass die Europäische Union keinen nachweisbaren bzw. messbaren Nutzen für die Haushalte gebracht hat. Durch das Freihandelsabkommen kommt es zu einem starken Privatisierungsdruck. Die Energie- und Wasserkonzerne drängen auf den Weltmarkt. Eine Positiv-Negativ-Liste (alles wird liberalisiert, was nicht darauf steht) soll die Liberalisierung vorantreiben.

In mehreren Städten gibt es bereits Initiativen und Aktionen gegen das Freihandelsabkommen TTIP. Dabei ist im jetzigen Status noch gar nichts Konkretes über die Verhandlungen veröffentlicht worden. Es wird ein Deckmantel des Schweigens darüber gelegt, um die Verhandlungen ungestört über die Bühne zu bringen. Ein wichtiger zentraler Forderungspunkt der Bewegungen gegen TTIP ist daher die sofortige Offenlegung der bisherigen Verhandlungsergebnisse. Dass die frühzeitige Entwicklung von Widerstand gegen TTIP angesagt ist, bestätigt eine Vielzahl von Themen, die Ansatzpunkte für Aktionen beinhalten. Wir halten allein zwei Themen aus gewerkschaftlicher Sicht für wichtig: Die Liberalisierung von Dienstleistungen im großen Stil und der künftige Umgang mit den Rechten von Arbeitnehmer/innen. Allein hinter dem Wort "Liberalisierung" verbirgt sich ein neuer Versuch, die Privatisierung voranzutreiben, die bisherigen öffentlichen Strukturen zu zerschlagen und dem Profit zu unterwerfen.

Ein Beispiel, wo mit einer groß angelegten Initiative in den letzten Jahren erfolgreich Widerstand geleistet wurde, war das europäische Bürgerbegehren für ein Menschenrecht auf Wasser. Auch dieser Erfolg ist durch TTIP in Gefahr, gekippt zu werden, z.B. um beim Abwasser die Privatisierung voranzutreiben.

Filosofen: Das Spiel der Engländer war mit Sicherheit zu langsam, was mit Sicherheit am Tempo gele-gen hat.

Kalle Riedle

Arbeitgeber brechen Tarifverhandlungen ab:

Generalangriff auf die Zusatzversorgung!

 

Seit Februar 2014 führt ver.di auf Bitten der Arbeitgeberseite Tarifverhandlungen über die betriebliche Altersversorgung im öffentlichen Dienst, die Zusatzversorgung. Die Arbeitgeber von Bund, Ländern und Gemeinden begründeten ihren Verhandlungswunsch mit den derzeitig niedrigen Zinserträgen und forderten massive Leistungsverschlechterungen! Ver.di hielt dagegen und forderte eine sichere Ausschüttungsregel für Bonuspunkte und die Dynamisierung der Startgutschriften. Einfach ausgedrückt:

Die Arbeitgeber fordern massive Verschlechterungen!

Das ist mit ver.di nicht zu machen!

Nachdem sie zuvor mit der Kündigung der Altersversorgungstarifverträge gedroht hatten, verließen die Arbeitgeber am 21. Mai 2014 den Verhandlungstisch! Grundlage der Tarifverhandlungen sollte aus unserer Sicht eine gründliche Bestandsaufnahme sein. Ohne die Kenntnis der wirtschaftlichen Situation der Zusatzversorgungskassen ist nach unserer Auffassung ein Eingriff in das bestehende tarifliche Regelwerk nicht zu begründen. Dies führte zu erheblichen Irritationen auf der Arbeitgeberbank.

e Zusatzversorgung Altersarmut ver.di Ohne Zusatzversorgung Altersarmut

Sie behaupteten, die notwendigen Absenkungen auf der Leistungsseite ergäben sich aus dem 2001 vereinbarten Altersvorsorgeplan. Dem widersprachen wir energisch und wiesen darauf hin, dass die Arbeitgeber eine Versorgungszusage abgegeben haben, die auch zwingend zu erfüllen ist! Die wesentlichen Begründungen der Arbeitgeber und unsere Gegenargumente:

Niedrigzinsphase!

Arbeitgeber:

Wegen der Niedrigzinsphase verminderten sich die Einnahmen der Zusatzversorgungseinrichtungen, weswegen eine Absenkung der Leistungen erfolgen müsse!

ver.di:

Für die meisten Kassen spielen die Zinsen nur eine sehr untergeordnete Rolle. Einige Kassen bzw. Abrechnungsverbände sind zwar von den Marktzinsen abhängig, haben aber (bis auf einen Abrechnungsverband) zurzeit offensichtlich keine Probleme.

Bei bestehenden Schwierigkeiten erklärten wir uns ausdrücklich bereit, an Lösungen im Einzelfall mit zu arbeiten. Dies lehnten die Arbeitgeber ab! Die Finanzierung habe uns nichts anzugehen!

Steigende Lebenserwartung!

Arbeitgeber:

Die Menschen werden immer älter, deshalb werden die Renten länger gezahlt! Das kostet Geld. Das Leistungsrecht der Zusatzversorgung rechnet noch mit den Werten aus dem Jahr 1998. Deshalb verlangen sie von den Gewerkschaften, sie sollten vorab einer bestimmten Sterbetafel zustimmen: Mit der Lebenserwartung von heute 19-jährigen, aber einem Rentenalter von 65! Die Konsequenz wäre eine Kürzung der künftigen Rentenanwartschaften um 10 bis 12 Prozent!

ver.di:

Wir sind selbstverständlich bereit, die steigende Lebenserwartung zu berücksichtigen, aber nur, wenn auch das steigende Renteneintrittsalter eingerechnet wird. Fachkundige Berechnungen zeigen nämlich, dass der spätere Rentenbeginn das längere Leben in etwa ausgleicht. Schon heute, ohne Rente mit 67, gehen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst im Schnitt zwei Jahre später in Rente als noch vor zehn Jahren.

Dieser Hinweis auf Tatsachen wurde von den Arbeitgebern empört zurückgewiesen!

Dies macht deutlich:

Auch das Manöver „Biometrie“ sollte nur ein Vehikel zur allgemeinen Rentenkürzung sein!

Im Laufe des Faktenchecks wurde immer deutlicher: Die meisten Zusatzversorgungskassen haben gar keine akuten Geldsorgen! Um einen drohenden finanziellen Kollaps zu vermeiden, mussten die Beschäftigten vor 14 Jahren hinnehmen, dass bei der Reform der Zusatzversorgung alle alten Ansprüche eingefroren wurden; seit 2001 gibt es die Betriebsrente nach dem Punktemodell. Bonuspunkte aus Überschüssen wurden praktisch nicht ausgeschüttet. Die damals vereinbarten Maßnahmen wirken über Jahrzehnte und reichen aus, um mit der auch im öffentlichen Dienst zunehmenden Anzahl von Rentnerinnen und Rentnern fertig zu werden, ohne dabei die aktiven Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder die Arbeitgeber höher zu belasten. So ist zum Beispiel der Umlagesatz seit 2002 bei der VBL-West stabil. In diesem Zeitraum sind die Rückstellungen auf gut 8,5 Milliarden (genau 8.555.400.000) Euro (Quelle: Geschäftsbericht 2012 der VBL) angestiegen.

Das bedeutet: Der Umlagesatz war mehr als auskömmlich! Die Reform von 2001 wirkt also! Weitere Einschnitte in das System würden ausschließlich der Leistungsabsenkung dienen und die betriebliche Altersversorgung unattraktiver machen!

Dies haben und dies werden wir nicht mitmachen!

Wie geht es weiter?

Während der laufenden Verhandlungen haben die Arbeitgeber immer wieder offen mit der Kündigung der betroffenen Tarifverträge gedroht. Sie streben nun ein „Spitzengespräch“ mit ver.di an.

Nur aus der Position der gewerkschaftlichen Stärke werden wir die Betriebsrente positiv gestalten können!

Jetzt ver.di stark machen, damit in der Zukunft Altersarmut kein Thema ist!

OB übt rh OB übt

36. GRILLFEST

Dank unserem Grillfest gelang Bierprobe

Wieder Dusel mit dem Wetter - gut besucht

Wir hatten den Grillfesttermin unter anderem wegen der Fußballweltmeisterschaft vorgezogen. Erstmals fand das Grillfest vor Pfingsten statt. In den Tagen vor dem 16. Mai waren wir richtig skeptisch, ob dies die richtige Entscheidung war. Kalte Temperaturen, häufige Regenschauer ließen uns bangen, ob wir auf den 200 bestellten Bratwürsten oder den sechs Fässern Bier sitzen bleiben. Aber unsere Glückssträhne hielt und der Freitag, 16. Mai war trocken.  Mit knapp 20 Grad war es zwar ein bißchen kühl, trotzdem hat das Wetter gepasst.

Personalbereichstisch rh Personalbereichstisch

Der Besuch war gut, sogar kleine putzige Tierchen mit braunen Fell schauten immer wieder kurz vorbei. Bemerkenswert war, dass der Personalbereich extrem gut vertreten war. Wir haben uns gefreut, dass Personal- und Organisationsreferent Thomas Ternes, der Personalamtsleiter Gerhard Matuschke und seine Stellvertreterin Helga Baumann unser Grillfest besuchten.

OB trainierte

Nachdem auch Oberbürgermeister Dr. Florian Janik kam, schön dass er bei dieser „Terminwahrnehmung“ die Tradition seines Vorgängers fortsetzt, durfte er gleich erfolgreich ein Faß anzapfen. Bei diesem Training war es dann kein Wunder, dass dem neuen OB auch das Anzapfen bei der Bierprobe am 5.6. gelang. Ebenso hat Tradition, dass die CSU-Fraktionsvorsitzende Birgitt Aßmus das Grillfest besuchte. Weitere Grillfestbesucher aus dem Stadtrat waren Dr. Birgit Marenbach (Grüne Liste), Uwe Greisinger und Christian Lehrmann (beide CSU).

Viel Arbeit

Dank der tatkräftigen Hilfe nicht weniger "bewährter" und einiger "neuer" Kräfte blieb niemand hungrig und durstig. Für alle leckeren Kuchen- und Salatspenden sei hiermit an dieser Stelle herzlich gedankt. Die Kuchen und Salate wurden komplett verzehrt, ebenso alle (!) 200 Bratürste. Mit Kerwabier von Kitzmann und Vollbier der Brauerei Meister hatten wir erstmals Faßbier von zwei unterschiedliche Brauereien. Erstaunlich, dass alle Fässer geleert wurden und dass die Meister Fässer als erstes mit deutlichem Vorsprung leer waren.

Band rh 2015 Metallica, Iron Maiden, Linkin Park, Slayer oder die Toten Hosen ???

Musik – erstmals „Handle with Care“

Wie in den letzten Jahren spielte ab 17.00 Uhr eine Band. Zum ersten Mal trat „Handle with Care“ auf, formerly know as  „Pickup Project“. Unsere bewährte Grillfestband mit neuen Namen wird immer besser und perfekter. Dieses Mal zwar ohne Schlagzeug, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tat. Die Setlist umfasste 36 (!) Songs aus der Rockgeschichte, wie  Because the Night, Whiskey in the Jar, Mr. Robinson oder Knocking on Heavens Door. Das Zuhören machte allen einfach Spaß und der Band hat es sichtlich auch Spaß gemacht. Zum Schluss gab es laute Zugabe-Rufe. Hoffentlich klappt es 2015 wieder mit der Band, egal mit welchen Namen!

Danke

Zum Abschluss  möchten wir uns bei allen Helfern bedanken, ohne die das Grillfest nicht möglich wäre. Ohne das unbezahlbare Engagement wäre so ein Fest nicht denkbar, dafür an alle ein herzliches Danke.

 

Interessanter Vergleich OB-Wahl mit Europawahl

Auch wenn die OB-Wahl eine Personenwahl war, ist der Vergleich der Stimmenzahl mit der Europawahl erstaunlich. Die CSU brach von 14.369 Stimmen (Dr. Balleis) auf 9.752 Stimmen ein. Ebenso die SPD von 25.201 (Dr. Janik) auf 10.476 und die FDP von 3.577 (Dr. Preuß) auf 1.534. Gewonnen hatten dagegen die Grünen von 2.832 (Lender-Cassens) auf 7.021 und die Linke von 810 (Salzbrunn) auf 1.753 Stimmen.

Armes Deutschland, reiches Deutschland

Deutschland ist Europameister, wenn es um die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft geht. Gleichzeitig sind wir das Schlusslicht der Eurozone, wenn es um die gerechte Verteilung von Vermögen geht. Boom kommt, Rezession geht, Ungleichheit bleibt. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind nach wie vor riesig, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt (DIW).

Wer zum reichsten Zehntel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland gehört, besaß 2012 nach Abzug aller Schulden mindestens 217.000 Euro (PKW und Hausrat nicht mit eingerechnet). Mehr als ein Viertel der Bevölkerung hat dagegen nichts oder ist netto sogar verschuldet. Die „ärmste“ Person unter den obersten 10 Prozent besitzt 13 Mal so viel, wie die „reichste“ Person in der unteren Hälfte der Bevölkerung.

Im Vergleich mit den anderen Ländern der Eurozone weist Deutschland die höchste Ungleichheit auf: Der Gini-Koeffizient, der auf einer Skala von 0 bis 1 die Vermögensungleichheit misst, beträgt in Deutschland 0,78. In Frankreich liegt er bei 0,68, in Italien bei 0,61 und in der Slowakei sogar nur bei 0,45.

Die Studie zeigt auch, wie stark Einkommen und Vermögen zusammenhängen. Während Besserverdiener im vergangenen Jahrzehnt ihr Vermögen ausbauen konnten, blieb die Vermögenssituation der 30 Prozent mit den geringsten Einkommen konstant schlecht. Am besten steht in Deutschland da, wer großes Betriebsvermögen sein Eigen nennt: Unternehmer mit mindestens 10 Beschäftigten haben ein durchschnittliches Vermögen von rund einer Million Euro.

Hingegen sind die Nettovermögen bei Arbeitslosen gegenüber 2002 von 30.000 Euro auf rund 18.000 Euro erheblich geschrumpft. Der Grund: Die Hartz-Gesetze sehen unter anderem vor, dass vor dem Bezug von Arbeitslosengeld II zunächst das Vermögen aufzubrauchen ist. Jahrzehnte lang mühsam aufgebaute Ersparnisse gehen so oft verloren. Entsprechend haben fast zwei Drittel der Arbeitslosen unter dem Strich kein Vermögen oder sogar Schulden.

Eine Spirale der Ungleichheit verfestigt sich: Reiche beziehen immer höhere Einkommen aus ihrem Vermögen, häufen so noch mehr Reichtum an und vererben es an ihre Nachkommen. Wer nichts hat, bekommt noch nicht einmal die Chance aufzuholen. Dabei birgt die Vermögensungleichheit nicht nur sozialen Sprengstoff. Wenn ein Großteil der Bevölkerung so wenig verdient, dass ihm der Aufbau von Vermögen unmöglich ist, kann er auch gegen Altersarmut nicht vorsorgen.

Höchste Zeit politisch gegenzusteuern! Gerechte Vermögensverteilung setzt gerechte Einkommensverteilung und ein gerechtes Steuersystem voraus. Deshalb müssen prekäre Beschäftigungsformen zurückgedrängt und Löhne und Gehälter erhöht werden. Auch unser Steuersystem muss gerechter werden: Dazu gehört eine stärkere Besteuerung von sehr hohen Einkommen und großen Vermögen und Erbschaften.

Besucher rh Birgitt und Birgit (Aßmus und Marenbach)

MITMACHEN

2. Juli ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2014 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 2. Juli, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Thema ist die Nachbereitung des Grillfestes, der Grillfesttermin 2015 und die anstehende Verlängerung der Rahmenvereinbarung mit der Stadt. Daneben werden natürlich aktuelle Punkte aus der Stadtverwaltung besprochen.

Neues von Herrn L.

Wissenschaftlicher Missbrauch

Die Katholische Kirche will den Missbrauch von Kindern endlich wissenschaftlich aufarbeiten lassen.

Ausgehend von der Tatsache, dass es über 500 Jahre gedauert hat, bis die Kirche mit der Rehabilitation von Galileo Galilei akzeptiert hat, dass die Erde doch keine Scheibe ist, wird mit dem Untersuchungsergebnis, dass Missbrauch von Kindern auch moralisch verwerflich ist, nicht vor 2514 gerechnet.

Volljährig

Wer in Deutschland volljährig wird, darf künftig endlich selbst wählen, und zwar zwischen dem Mindestlohn, Hartz IV oder Flaschenpfand. Die Zeit bis zur Volljährigkeit muss allerdings ohne Arbeit überbrückt werden. - Am besten in Kinderkrippe und Kindergarten.

Menschenrechte

Wenn heute eine Regierung äußert, dass sie in einem anderen Staat für die Menschenrechte eintreten will, dann tritt sie dort kurz danach mit Militärstiefeln die Tür des Völkerrechts ein.

Frührentner

Früher war ein Frührentner einer, der früher das Arbeiten aufhören und mit seiner Rente alt werden konnte. Heute ist ein Frührentner nur noch einer, der früher mit dem Flaschensammeln beginnt und weiß, dass er damit nicht alt werden kann.

Resonanz im Internet

Wir bekommen wöchentlich eine Auswertung wie unsere Internetseiten (www.erlangen.verdi.de) genutzt werden. In der Woche vom 2. bis 8.6.2014 verzeichneten wir überraschend viele Besuche aus Brasilien. Ein deutlicher Hinweis, dass bald die Fußball-WM beginnt.

Neues vom Dialegtbeaufdragdn Nord

Moin, mein lieber Kollege, sach mal het dat klappt, hest du miene Bilder kregen?

 

Das „N“ in RTL, RTL 2 und SAT 1 steht für „Niveau“!

 

S t e u e r r e c h t

Spende an den Papst nicht absetzbar

Eine Spende an den Papst kann in Deutschland nicht steuermindernd berücksichtigt werden. Nach deutschem Recht ist eine Spende nur dann steuerlich abziehbar, wenn der Spendenempfänger eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine öffentliche Dienststelle ist, die in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes gelegen ist. Diese Voraussetzungen erfüllt der Vatikan aber nicht.

Finanzgericht Köln,

Urteil vom 15. Januar 2014 - 13 K 3735/10

 

 

Auflösung und neues Rätsel

Letztes Mal fragten wir, wo wurde diese sehr konstruktive Lösung gegen die berüchtigten Fahrrad-Wildparker in Erlangen installiert? Es war eindeutig zu einfach, denn wir erhielten zahlreiche richtige Hinweise, dass die eingesperrten Fahrradständer bei der Realschule am Europakanal zu finden sind. Als Belohnung dafür verschickten wir jeweils eine Maiplakette und einen ver.di-Bonbon. Dieses Mal wollen wir drei Dinge wissen. Wie heißt der abgebildete junge Mann, der das erste Fass beim Grillfest spritzerlos anzapfte, was durfte er überraschenderweise ein paar Tage später eröffnen und in welcher Beziehung steht er zur Vertrauensperson der Schwerbehinderten?

Raetsel rh Rätsel

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • WM Planer noch ein paar Exemplare da!

Zur anstehenden Fußball Weltmeisterschaft (das erste Spiel ist am 12.6.2014) hat ver.di einen richtig bunten WM Planer herausgegeben.

  • Grillfestvideos

Unser Grillfest Kameramann „Heli-Andy“ hat wieder zahlreiche Aufnahmen gemacht. Darunter etliche Videos von der Band. Alles hat er auf 5 Daten Discs gebrannt und uns zur Verfügung gestellt. Wer die Discs ausleihen möchte, aber wirklich nur ausleihen (!) kann sich gerne bei uns melden.

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 10/2014 - Steuerehrlich mit Druck

Immer mehr Steuerbetrüger zeigen sich selbst an. Weniger aus Ehrlichkeit, sondern aus Furcht aufgedeckt und bestraft zu werden. So lange ein automatischer, grenzüberschreitender Datenaustausch mit Steuerbehörden nicht Realität ist, hilft nur Abschreckung.

 

Surfen 148

Wir nützen die Gelegenheit um wieder auf unsere Internetseiten hinzuweisen. Die Bilder vom Grillfest und von den Aktionen im Rahmen der Tarifrunde finden sich unter

http://erlangen.verdi.de/bilder und unter

http://erlangen.verdi.de/bg-stadt und auch

http://erlangen.verdi.de/bg-stadt/tarifrunde-2014 .

 

Der IKEA-Steuervermeidungsdschungel

Rätselst du noch oder blickst du schon durch?

IKEA nutzt alle möglichen Steuertricks: hinter dem blau-gelben Logo verbirgt sich ein wahrer Dschungel aus Stiftungen, Lizenzrechten, eigener Bank, privaten Gewinntransfers und anderen dubiosen Machenschaften. Deswegen hat die Attac-Kampagne "Konzernbesteuerung" den Möbelkonzern aufs Korn genommen.

Hintergrund: So trickst IKEA die Finanzämter aus[2]

In keinem anderen Land kaufen die Menschen so begeistert IKEA-Möbel wie in Deutschland. Der Besuch in den großen Filialen am Rande der Städte wird schnell zum ganztägigen Familienausflug. Doch der schöne Schein trügt: Der schwedische Möbelriese vermeidet erfolgreich Steuern.

Jede IKEA-Werbung betont die schwedische Herkunft der Möbel zum Zusammenschrauben. Tatsächlich ist IKEA aus Steuergründen mit zentralen Gesellschaften in den Niederlanden, mit seiner Bank in Luxemburg, mit einer seiner Stiftungen in Liechtenstein angesiedelt. Der Firmenpatriarch gehört zu den reichsten Menschen der Welt und lebt in der Schweiz.

IKEA-Finanztöchter sind auch in der Karibik auf den British Virgin Islands zu finden, auf Zypern und in Curacao. Der IKEA-Chef hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm Steuern ein Gräuel sind und er alles tut, sie zu vermeiden.

FÜR FEINSCHMECKER

Verwaltungslyrik (IX)

Die Freunde der gepflegten Verwaltungslyrik haben lange Warten müssen. Jetzt endlich hat die Stadt Erlangen einen weiteren Bericht zur Verwaltungsmodernisierung veröffentlicht, er umfasst die Jahre 2008-2012. Er enthält wieder feinste Verwaltungslyrik auf hohem Abstraktionsniveau bei gleichzeitiger sehr geringer Nachvollziehbarkeit. Wir erlauben uns deshalb in loser Folge Beispiele zu veröffentlichen. Wegen etlicher Nachfragen, die Serie ist kein Fake, sondern die Zitate wurden wirklich so veröffentlicht.

„Einerseits können die Potenzialanalysen aufgrund der hohen Auslastung durch das Tagesgeschäft mit den vorhandenen Personalressourcen weder geplant noch durchgeführt werden.“

We Invented Paris rh We Invented Paris

Culdur

WE INVENTED PARIS

25.04.2014 ERLANGEN – E-WERK-CLUBBÜHNE

Es war ein Freitagabend für Gaffer. Einmal gab es die lange Schlange vor dem E-Werk Saal mit schwarz gekleideten, vorsichtig auf den hohen Stiefelabsätzen balancierenden, Gothicgirls und -boys und mittelalterlich kostümierten Fans, die Einlass zum ausverkauften Feuerschwanzkonzert begehrten. Zum anderen wanderte das typische Indiepublikum mit vielen jungen Mädchen in knappen Hängerchen zu der Schweizer Combo We Invented Paris. Diese spielten in der gutgefüllten Clubbühne ein schönes Indiekonzert. Eingängige Melodien, feinsinnig arrangiert, ein bisschen popig verspielt, schöne Refrains. Dazu die inzwischen unverzichtbaren Showelemente wie rosa Luftballons, unplugged Auftritt mit dem Song „Silence“ in der Mitte des Saales zum Schluss des Konzertes, ausgesuchte Fans auf der Bühne bei der Zugabe, Seifenblasen und so weiter. Mittels Glühbirnen auf der Bühne versuchen die Pariserfinder eine Wohnzimmeratmosphäre zu vermitteln, was zumindest beim Song „Requiem“ klappte, den Sänger und Gitarrist Flavian Graber alleine mitten im Publikum spielte. Eigentlich ein schönes Konzert einer netten Indieband, wenn nicht der Eindruck haften blieb, alles etwas aufgesetzt und ein Hauch zu viel „Gut-Menschen-Indie“ in karierten Holzfällerhemden. Vielleicht haben wir aber auch das Schweizer Künstlerkollektiv nicht richtig verstanden.

BELA B. & SMOKESTACK LIGHTNIN’ FEAT. PETA DEVLIN rh BELA B. & SMOKESTACK LIGHTNIN’ FEAT. PETA DEVLIN

Culdur

BELA B. & SMOKESTACK LIGHTNIN’ FEAT. PETA DEVLIN

14.5.2014 ERLANGEN – E-WERK-Saal

Dass die Ärzte nicht einfache nur Dreiton-Punkrocker sind, sondern alle drei Bandmitglieder exzellente Musiker sind, beweisen sie bei ihren Soloprojekten. Bela B. demonstrierte dies eindrucksvoll bei seinen Abstecher in den vollen Saal des E-Werks. Zusammen mit der Nürnberger Countryband Smokestack Lightnin` und begleitet von der ausdrucksstarken Sängerin Peta Devlin wurde fast zwei Stunden Country Rock vom aller Feinsten geboten. Natürlich wurden viele Songs der aktuellen Scheibe „Bye“ wie „Wenn das mal Liebe wird“, „Bombe tickt“ oder „My Soul/Dein Herz“ letzteres zu Beginn des zweiten Zugabeblocks, gespielt. Für die vielen anwesenden Ärzte Fans wurde gleich als zweites Lied der alte Ärzte Hit „Manchmal haben Frauen ein bisschen Haue gern“ angestimmt, allerdings passend zum ganzen Abend in einer doch sehr hörbaren Countryversion. Natürlich gab es auch die eine oder andere launige Ansage, wie „das Lied ist ein Samenzieher“ oder „wir spielen Soundtrack und ihr reibt euch aneinander und in neun Monaten sagen wir, dass wir damit nichts zu tun haben“. Kein Wunder war doch der Tag zuvor Tourfrei und wurde in Erlangen ausgiebigst zum Shoppen (Bela B. Schallplatten, andere Klamotten) genutzt. Es war ein insgesamt sehr stimmiger und schöner Countryabend, erstaunlicherweise auch für die gekommenen Ärzte Fans. Statt einer Vorband spielten Smokestack Lightnin` vier Songs, dann gesellte sich Lynda Kay für weitere acht Songs aus LA dazu und sorgte damit akustisch und auch optisch im goldenen 60er-Jahre-Outfit mit spektakulärer Föhnfrisur für einen bemerkenswerten Farbtupfer, bis schließlich nach kurzer Pause der Hauptakt begann, der, wie passend mit „altes Arschloch Liebe“ endete.

Band rh BELA B. & SMOKESTACK LIGHTNIN’ FEAT. PETA DEVLIN

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