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verdi-Info Nr. 10/2014

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Info Kopf rh Betriebszeitung

Info Nr. 10/2014 36. Jahrgang (neuer Jahrgang!) vom 4. November 2014

Inhalt:

  • Rahmenvereinbarung
  • Flüchtlinge / Zeltlager
  • Aufwertung Sozial- und Erziehungsdienst
  • GDL
  • Statistik schafft Arbeitsplätze
  • Kurz & knackig (u.a. Neues von Herrn L., Lesebuch gegen Rechtsextremismus, Kalender 2015, Für Feinschmecker, Bilderrätsel, Kunst mit Satzzeichen, anfordern, surfen 152, Tagesseminar Culdur mit Konzertbericht und Buch-Tipp)

Rahmenvereinbarung mit der Stadt Erlangen

Am 20.10.1993 hat eine ÖTV Mitgliederversammlung nach längerer Diskussion beschlossen, der Stadt anzubieten, konstruktiv bei der Verwaltungsreform mitzuarbeiten, wenn im Gegenzug die Stadt vertraglich betriebsbedingte Kündigungen und Rückgruppierungen ausschließt. Am 27.4.1994 beschäftigte sich der Stadtrat mit diesem Angebot und beschloss mit 24 zu 21 Stimmen die Vereinbarung mit dem Personalrat und den Gewerkschaften abzuschließen. Die Vereinbarung wird seit 20 Jahren jeweils für die laufende Stadtratsperiode eingegangen. Sie ist ein befristeter, ohne Kündigungsfristen, wie sie unbefristete Verträge enthalten. Nur so können betriebsbedingte Kündigungen während der Laufzeit ausgeschlossen werden.

Roland Hornauer unterschreibt rh 14.12.2005 Roland Hornauer unterschreibt

Neue Vereinbarung

Am 25.9.2014 stand die neue Rahmenvereinbarung zwischen Stadt, Personalrat und Gewerkschaften auf der Tagesordnung des Stadtrates. Einstimmig (!) hat der Stadtrat beschlossen, dass die neue Vereinbarung unterzeichnet werden kann. Sie gilt bis 31.12.2020. Damit herrscht auch für die neue Stadtratsperiode Klarheit, es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen. Auch wenn im Moment eher über Stellenzuwächse als über Stellenabbau diskutiert wird, ist die Sicherheit für viele Beschäftigte eine ganz wichtige Sicherheit. Die Zeiten können sich schnell ändern und Beispiele aus der Wirtschaft zeigen, wie schnell betriebsbedingte Kündigungen drohen können.

Neue Regelungen

Arbeitsgruppe (AGHV bisher)

Seit 20 Jahren regelt die Vereinbarung die besondere Einbeziehung der Personalvertretung in Reform- und Veränderungsprozesse über eine monatlich tagende, beim Oberbürgermeister angesiedelte Arbeitsgruppe. Diese Arbeitsgruppe wurde deutlich verkleinert und ist im Kern ein Gremium zwischen Stadtspitze, Personalbereich und Personalvertretung. Die Personalvertretung erhofft sich dadurch, Personal- und Organisationsangelegenheiten schneller und intensiver einbringen zu können.

Führungsleitbild, Führungsgrundsätze

In der neuen Rahmenvereinbarung finden sich einige Formulierungen, wie die Stadt mit ihren Beschäftigten umgehen möchte. Wörtlich heißt es beispielsweise:

  • Vorrangiges Ziel der Zusammenarbeit ist es …. zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Führungskräften eine Verwaltungskultur des wertschätzenden und respektvollen Umgangs und des kollegialen Miteinanders zu fördern. Sozial abgesicherte Dauerarbeitsverhältnisse bei guten Arbeitsbedingungen sollen hierbei die Regel sein.
OB Dr. Balleis unterschreibt rh 14.12.2005 auch der damalige OB Dr. Balleis unterschreibt
  • Allen Beschäftigten soll vor diesem Hintergrund ermöglicht werden Rahmen und Inhalte ihres Arbeitsplatzes mit zu gestalten, insbesondere sollen Arbeitszeiten flexibel auf die unterschiedlichen Lebensverhältnisse reagieren können. Das Entgelt der Beschäftigten muss den Anforderungen der Arbeit Rechnung tragen, gleichwertige Arbeit muss gleich entgolten werden.
  • Ziel ist die öffentlich-rechtliche Aufgabenwahrnehmung zu sichern.
  • Die Stadt Erlangen hat das Ziel gute Arbeitsbedingungen und gute Arbeit zu bieten. Gute Arbeit ist eine Arbeit, die Menschen ausfüllt, die sie fordert, die ihrer Tätigkeit einen Sinn gibt. Gute Arbeit fördert die Gesundheit und wahrt die Persönlichkeitsrechte. Sie entspricht dem Leistungsvermögen, den Fähigkeiten und den Fertigkeiten der Beschäftigten. Für Personen, deren Leistung unverschuldet gesundheitsbedingt eingeschränkt ist, werden sozial- verträgliche Lösungen gesucht. Hierbei ist dem Leistungsvermögen, den Fähigkeiten und den Fertigkeiten, sowie vorhandenen Entwicklungsmöglichkeiten Rechnung zu tragen.

Natürlich klingen die Formulierungen recht gut und natürlich ist die Realität bei der Stadt häufig eine andere. Nur werden erstmals diese Ziele vorgegeben und auch wenn sich damit nichts automatisch ändert, besteht künftig die Möglichkeit diese Punkte einzufordern. Erfreulich ist, dass nicht nur ver.di oder Personalrat diese Ziele erreichen möchten, sondern auch der Oberbürgermeister und der Personal- und Organisationsreferent. Letzterer hat wiederholt bekräftigt, die Stadt Erlangen soll eine attraktive Arbeitgeberin sein. Inhaltlich wurden die Punkte aus dem für die Stadt Nürnberg beschlossenen Sozialkodex übernommen.

 

Schicksale – Flüchtlinge

Seit Wochen beherrschen die unhaltbaren Zustände bei der Flüchtlingsunterbringung die Schlagzeilen der Medien. Wir wollen deshalb auf die Gründe für die Missstände eingehen. Als Grundlage diente uns ein Artikel aus der Wirtschaftswoche Nr. 40 vom 29.9.2014 (im Internet zu finden unter: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/asylsuchende-stroemen-nach-deutschland-die-hausgemachten-probleme-bei-der-fluechtlings-aufnahme-seite-all/10785790-all.html). Zusätzlich veröffentlichen wir einen persönlichen Bericht aus dem Zeltlager, der Zeltstadt  beim Freibad West.

Gründe für die Missstände

Der Anstieg der Flüchtlinge war seit längerem vorhersehbar, trotzdem wurde monatelang nicht gehandelt. Im Gegenteil, in den letzten Jahren wurden vorhandene Gemeinschaftsunterkünfte aufgegeben und geschlossen.  An diesem Beispiel zeigt sich, wie schlecht die Planung in manchen Bundesländern läuft. Zusätzlich sorgen bürokratische Strukturen in manchen Bundesländern für weitere Schwierigkeiten. Grundsätzlich gilt: Je mehr die Kommunen zu sagen haben, desto besser klappt es. In keinem anderen Bundesland ist die Unterbringung von Flüchtlingen so hierarchisch geregelt wie in Bayern. Auf die Zuweisungen selbst haben Städte und Gemeinden kaum Einfluss. Die Bezirksregierungen tragen die Kosten, entscheiden dafür aber auch allein, welche Unterkünfte zum Zug kommen. Sie sollten mindestens 50 Plätze bieten, Privatwohnungen sind grundsätzlich unzulässig, außer die Flüchtlinge bezahlen selbst. Die Kommunen haben kein Mitspracherecht, sondern nur die Pflicht, Vorschläge zu machen. Auf dem Papier geht es den Asylbewerbern in Bayern dann so gut wie nirgendwo sonst: Der Freistaat gibt besonders viel Geld für Flüchtlinge aus, 2014 werden es 220 Millionen Euro sein, Nordrhein-Westfalen kommt mit 110 Millionen Euro aus.

Zeltlager Freibad West rh Zeltlager Freibad West

Auch sieben Quadratmeter Schlaffläche pro Person sind im Vergleich groß bemessen. Diese Standards können aktuell aber nicht eingehalten werden. Die Bewerber aber laufen trotzdem auf. Die Regierung setzte deshalb in den vergangenen Monaten verstärkt auf das Mittel der Zwangszuweisung: Wenn nicht genug Plätze da sind, bekommen die Städte einfach Personen zugewiesen – Standards spielen dann keine Rolle mehr. So müssen die Städte Flüchtlinge in Kirchweihzelten pferchen. Im Anschluss an die Notlager, nach Durchführung des Aufnahmeverfahrens müssen die Flüchtlinge zu siebt oder acht in einem Raum ausharren, bis über den Asylantrag entschieden ist – was Jahre dauern kann. Das ist unmenschlich, teuer obendrein. Nicht wenige Makler, Pensionsbesitzer machen mit dieser Notsituation einen großen Reibach. Dass es auch anders gehen könnte, zeigt sich in Rheinland-Pfalz. Auch hier ist die Erstaufnahme überlastet, auf Zelte und andere Notlager konnte bisher aber verzichtet werden. Bereits 2012 hat das Land begonnen, die Erstaufnahmestelle in Trier zu erweitern, im Februar konnte eine neue Unterkunft bezogen werden. Anfang 2015 öffnet wohl eine weitere Außenstelle, das kleine Rheinland-Pfalz hätte dann so viele Registrierungsstellen wie Bayern. Rheinland-Pfalz hat den registrierten Anstieg der Flüchtlingszahlen einfach ernst genommen und gehandelt. Die Flüchtlingsaufnahme ist auf alle Länder nach Steueraufkommen und Bevölkerungszahl gleich verteilt – die geografische Lage eines Bundeslandes spielt keine Rolle. Auch die Unterbringung in den Kommunen gelingt in Rheinland-Pfalz fast flächendeckend, gerade weil das Land keine Vorgaben macht. Die Landesregierung  rät lediglich dazu, Wohnungen zu mieten, statt Großunterkünfte zu bauen. Dass die Städte sich daran halten, hat einen pragmatischen Grund: Es ist billiger. Anders als Bayern übernimmt das Land Rheinland-Pfalz keine Kosten, sondern stellt den Kommunen eine Pauschale zur Verfügung. Wie sie damit klarkommen, ist ihre Sache. Natürlich gibt es auch aus Bundesländern, in denen die Unterbringung den Kommunen überlassen ist, Negativbeispiele. Gerade dann, wenn die Zuschüsse des Landes niedrig sind, wie es in Nordrhein-Westfalen der Fall ist. Doch in diesen Ländern ist das Versagen punktuell, nicht flächendeckend.

Drei Wochen Freibad

Wenn mich jemand fragt, was ich als charakteristisches Bild von der Erlanger Flüchtlingsunterkunft im Westbad mitnehme, dann sind es Kinder. Spielende, lachende und schreiende Kinder den ganzen Tag über. Sie befinden sich vorwiegend auf dem „Marktplatz“, also dem Eingangsbereich im Westbad.

Kinder mit Bobbycars, Tretrollern, Kinderfahrrädern – und vor allem mit Bällen. Ich habe noch nie so viel umherfliegende Fußbälle erlebt wie dort. Natürlich traf auch mich irgendwann einer am Kopf. Ein Treffer von einem der Kollegen des Sicherheitspersonals, die tagtäglich nicht nur die Spiele an die Kinder ausgegeben haben, sondern auch mit ihnen Ball spielten.

Willkommenskultur rh Willkommenskultur

Es sind schöne Bilder der Harmonie mit diesen Flüchtlingskindern, die in den Wochen vor ihrer Ankunft auf der Flucht sicher viel Schreckliches erlebt haben.

Und hier auf dem Marktplatz ist auch diese herzliche Solidarität der Erlanger Bürgerinnen und Bürgern am direktesten spürbar. Es gibt keinen Tag, an dem nicht „Programm“ stattfindet. Einzelne oder regelmäßige Angebote zum Mitmachen von Vereinen oder Initiativen, die stets mit Interesse angenommen werden. Das große Zelt, in dem gegessen wird, ist voll von Kinderbildern, Sprachübungen und anderem. - An einem Tag, als eine Musikgruppe kam, klimperten manche Kinder wohl das erste Mal auf einer Gitarre herum. Einer der Musiker hat dann später eine Saz (ein Saiteninstrument aus der Türkei) vorbeigebracht, weil ein kurdischer Flüchtling sie spielen kann.

Das alles sind Bilder, die der Erlanger Bevölkerung leider vorenthalten bleiben. Der Eintritt ins Flüchtlingscamp ist nicht nur aus Sicherheitsgründen verboten, sondern auch, um die Würde und die Persönlichkeitsrechte der Flüchtlinge zu schützen, die hier viele Wochen lang auf engem Raum campieren. Die Flüchtlinge selbst können sich natürlich jederzeit frei bewegen außerhalb des Lagers.

Wenn ich an manchen Tagen morgens durch die Schlafzelte gegangen bin, fiel mir oft (trotz der guten Organisation im Camp mit San.-Bereich, Catering, Freizeitangeboten und Sicherheitsdienst) der Begriff „Lagerhaltung“ ein. Etwas anderes ist es nicht, wenn Menschen zusammengepfercht – anfangs nicht einmal nach Geschlechtern getrennt – in Abständen von einem Meter wochenlang übernachten müssen.

Daß es in Erlangen keine regelmäßigen Schlägereien im Camp gab wie in vielen anderen Lagern in Deutschland, ist eher zufällig. Die Nerven lagen trotzdem manchmal blank, und Proteste gab es auch. Eine begrüßenswerte Unterstützung der Forderungen der Flüchtlinge – z.B. die endlich geforderte Registrierung - gab es durch die Stadtspitze.

In diesen Tagen nun ist es endlich soweit. Jeden Tag kommen jetzt Busse, die die Flüchtlinge abholen, und transportieren sie zur Registrierung in Zirndorf. Sie werden danach nicht mehr zurückkommen. Es gibt bewegende Abschiedszenen bei jedem Bus, der wegfährt.

Danach wird das Lager abgebaut. - Der lange Flüchtlingssommer im Freibad West ist vorbei.

Werner Lutz

(Werner Lutz war einer der städtischen Mitarbeiter, die in den letzten Wochen das Flüchtlingscamp betreut haben)

Auch ohne Matthias Sammer hat die deutsche Mannschaft bewiesen, dass sie in der Lage ist, ihn zu ersetzen.

Marcel Reif

Aufwertung Sozial- und Erziehungsdienst

Bsirske: ver.di will bessere Bezahlung für Erzieherinnen durchsetzen

„Wir wollen eine deutlich bessere Bezahlung für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst durchsetzen“, erklärt der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske. „Erzieherinnen und andere Beschäftigte in den Sozial- und Erziehungsdiensten, wie etwa Jugendsozialarbeiter, Sozialpädagogen oder Beschäftigte in der Behindertenhilfe leisten in ihren verantwortungsvollen Berufen gute Arbeit. Dafür müssen sie ordentlich bezahlt werden.“

Frank Bsirske rh Frank Bsirske

Um dieses Ziel zu erreichen hat die ver.di-Bundestarifkommission die Eingruppierungsvorschriften für den Bereich der Sozial- und Erziehungsdienste zum frühestmöglichen Zeitpunkt, dem 31. Dezember 2014 gekündigt. Mitte November werden Beschäftigte über die Forderung diskutieren. Am 18. Dezember wird die Bundestarifkommission die Forderung beschließen. 2009 hatte ver.di mit neuen Entgelttabellen und Regelungen zum betrieblichen Gesundheitsschutz bereits Verbesserungen durchsetzen können.

„Gemeinsam mit den Beschäftigten ist es uns damals gelungen, neben 20 der Bezahlungssituation auch auf die physischen und psychischen Belastungen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst aufmerksam zu machen. In wochenlangen Streiks haben die Beschäftigen Verbesserungen erkämpft“, betont Bsirske. „Jetzt gilt es, der gestiegenen Bedeutung der Sozial- und Erziehungsberufe für unsere Gesellschaft 25 Rechnung zu tragen. Die Leistungen der Beschäftigten in sozialen Berufen verdienen es, auch durch eine deutlich verbesserte Bezahlung anerkannt zu werden.“

 

Die Bundestarifkommission hat die Entgeltordnung für den Sozial- und Erziehungsdienst zum 31.12.2014 gekündigt.

Wir laden deshalb alle Mitglieder die  im Sozial- und Erziehungsdienst in Mittelfranken beschäftigt sind zu einer Mitgliederversammlung am Montag 10. November 2014, um 18:30 Uhr, im Gewerkschaftshaus Nürnberg, 7. OG, Raum 2a – 2c, ein.

Wir diskutieren über:

-              Die möglichen Forderungen für die Aufwertung

-              Mobilisierungs- und Durchsetzungsstrategien (Erfahrungen aus der Tarifauseinandersetzung 2009)

MITMACHEN

12. November ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2014 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 12. November, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Themen sind die Jahresplanung 2015 und das Grillfest.

Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) mit sonderbaren Organisierungsmethoden

Klar stehen wir kritisch zu Standesorganisationen und finden nach wie vor, ein Betrieb und nur eine Gewerkschaft ist Voraussetzung einer wirksamen Interessensvertretung für alle Beschäftigten eines Betriebes. Ob die Strategie einzelner durchsetzungsfähiger Berufsgruppen (Ärzte, Piloten, Lokführer) ihre Interessen isoliert durchzusetzen nicht zu Lasten anderer Beschäftigter geht, ist offen. Unabhängig davon gilt das Streikrecht auch für einzelne Berufsgruppen und ist selbstverständlich zu verteidigen. Was aber überhaupt nicht geht, ist mit der Streikmacht der Lokführer Tarifverträge für andere Berufsgruppen durchzusetzen, wo die GDL-Mitglieder deutlich in der Minderheit sind, um damit einer anderen Gewerkschaft Mitglieder abzuwerben. Dies ist ein sehr asoziales Verhalten und verletzt das gewerkschaftliche Kernprinzip der Solidarität massiv.

Gegenverkehr rh Schön

Statistik schafft Beschäftigung

Bundesregierung rechnet sich die Ergebnisse des Zensus schön

Von Wolfgang Kühn, nd 30.10.2014

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erwartet für dieses Jahr einen neuen Beschäftigungsrekord. Für 2014 werden rund 42,1 Millionen Erwerbstätige erwartet. Dies sei ein Plus von 240 000 Erwerbstätigen.Berechtigte Zweifel an der Höhe dieser Angaben gab es und gibt es fortwährend. Übersehen wurde bisher von der deutschen Öffentlichkeit, dass im Mai 2011 ein Zensus – eine vollständige Bestandsaufnahme der Einwohnerschaft und der Beschäftigung – mit einem Aufwand von über 700 Millionen Euro stattgefunden hat. Dessen erste Ergebnisse wurden – im Zeitalter hochentwickelter Rechentechnik – nach exakt zwei Jahren der Öffentlichkeit präsentiert. Die Bestandsaufnahme war ernüchternd: Im Mai 2011 lebten in der Bundesrepublik nicht wie zuvor behauptet 81,7 Millionen Menschen, sondern nur 80,2 Millionen – 1,5 Millionen existierten nur in den Unterlagen der Behörden. Ähnliche Differenzen gab es auch bei der Erwerbstätigkeit, an Stelle von zuvor ausgewiesenen 41,1 Millionen Erwerbstätigen lebten zum Stichtag nur 39 985 940 erwerbstätige Personen in der Bundesrepublik – eine Differenz von 1,1 Millionen Menschen. Für die Erhebungsmethoden sowohl im Zensus als auch in der laufenden Erwerbstätigenstatistik galt die von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorgeschriebene Definition, wonach als erwerbstätig gilt, wer in der Berichtswoche mindestens eine Stunde gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet hat. Das ist eine sehr großzügige Definition. Wäre die Erhebung nach diesen Richtlinien durchgeführt worden, wäre jede Beschäftigungsart, einschließlich aller Arten prekärer Beschäftigung wie Teilzeitarbeit, befristeten Jobs und Gelegenheitsarbeiten in den Zensus aufgenommen worden. Wie wurde die hohe Differenz erklärt? Drei Jahre nach dem Zensus wurden im August 2014 etwa 60 verschiedene Statistiken zur Korrektur der 2011 durchgeführten Bestandsaufnahme genutzt. Das Statistische Bundesamt schreibt wörtlich dazu: »Erfahrungsgemäß kann etwa die Erfassung kleinerer (Neben-)Jobs – zum Beispiel von Schülern, Studierenden und Rentnern – oder von Tätigkeiten im Graubereich zur Schwarzarbeit in Haushaltsbefragungen problematisch sein. In der Erwerbstätigenrechnung werden daher für statistisch schwierig zu erfassende Beschäftigungsbereiche (zum Beispiel für

Haushaltshilfen im Bereich der häuslichen Dienste) Zuschätzungen vorgenommen.« Und weiter: »Darüber hinaus sind – im Gegensatz zur Erwerbstätigenrechnung – in den Ergebnissen des Zensus 2011 zur Erwerbstätigkeit Personen in ›sensiblen Sonderbereichen‹ (zum Beispiel in Justizvollzugsanstalten) nicht enthalten.« Mit anderen Worten: Hochgerechnet haben also Hunderttausende Befragte vergessen, darüber zu informieren, dass sie am Stichtag des Zensus gearbeitet hatten. Der Verweis des Amtes auf kleine methodische Differenzen, dass im Zensus Stichtagszahlen und keine Durchschnittsangaben von Monaten oder Quartalen ermittelt werden und mit dem Zensus nur die Einwohner der Bundesrepublik gezählt wurden, jedoch nicht im Ausland wohnende, aber in Deutschland arbeitende Personen, kann lediglich einen geringen Bruchteil der Differenz von 1,1 Millionen Erwerbstätige erklären. Ein Buchhalter mit derartigen »Inventurdifferenzen« erwirbt wenig Vertrauen. Es bleibt dem Urteil des Lesers überlassen, zu entscheiden, ob der Zensus eine Geldverschwendung wie der Flughafen BER war. Vielleicht waren aber auch die Ergebnisse der Erhebung nicht erwünscht und wurden drei Jahre später passend gemacht.

Lesebuch gegen Rechtsextremismus wldA Lesebuch gegen Rechtsextremismus

Ein neues Lesebuch gegen Rechtsextremismus:

Nachdenken über NSX

 Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten haben Deutsche ungeheure Verbrechen begangen. Und heute? Die Mordserie des „National-Sozialistischen Untergrunds“ (NSU), Brandanschläge, rassistische Überfälle, alltägliche Hetze gegen Bevölkerungsgruppen und demokratische Institutionen – sind sie eine politisch unbedeutende Randerscheinung? Oder macht sich faschistisches Denken längst in der Mitte unserer Gesellschaft breit? NSU = NSX?

Verbrechen zu bekämpfen ist Aufgabe des Staates. Aber menschenverachtende politische Meinungen müssen auch politisch beantwortet werden durch eine wachsame, engagierte Zivilgesellschaft.

Das Buch, herausgegeben von Wolf-Dieter Krämer und Manfred Schwab im Auftrag des „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“, ist das Ergebnis eines Schreibaufrufs: 82 Geschichten, Gedichte, Reportagen und Szenen gegen den rechten Ungeist, für eine bunte menschenfreundliche Welt, von 67 Autorinnen und Autoren aus dem gesamten deutschen Sprachraum. - Darunter auch drei Beiträge von Werner Lutz.
Es kann ab sofort über Werner Lutz zum Preis von 14,90 Euro erworben werden (bitte einfach kurze Mail oder Tel. 861685).

 

Neues von Herrn L.

Auswirkungen

Nach einer PISA-Studie haben viele Deutsche Schwierigkeiten mit längeren Texten. Das stimmt: darum werden erfolgreich immer wieder Bundesregierungen gebildet mit sogenannten Koalitionsverträgen, die keiner verstehen darf.

Altersvorsorge

Liebe Arme,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, daß Sie auf Grund ihrer Armut keine private Altersvorsorge betreiben können. - Aber das macht nichts. Sie werden dafür nämlich auch nicht so alt, dass sie eine brauchen.

Ausfälle

Neuesten statistischen Untersuchungen zu Folge geht jeder Zweite in Deutschland krank zur Arbeit. Noch nicht bekannt gegeben wurde, dass zum Ausgleich jeder Erste krank von der Arbeit kommt.

2015

Kalender

Der ver.di Taschenkalender wurde zwischenzeitlich an alle Mitglieder verschickt und auf das weitere Angebot an Kalendern und Streuartikeln aufmerksam gemacht. Wer ver.di Mitglied ist und keine Kalenderpost von uns bekommen hat, bitte unverzüglich bei uns melden. Die weiteren Kalender und Streuartikel wurden rege abgerufen. Wir haben deshalb nur noch einige Aufstellkalender für die Schreibtische, 3-Monats-Wandplaner, Wandplaner in A 0 und einige wenige Planer für den Sozial- und Erziehungsdienst.

Rätsel rh Rätsel

Auflösung und neues Rätsel

Wir fragten nach dem Namen der abgebildeten Person, sie hat etwas mit dem ver.di Ortsvereinsvorstand Erlangen zu tun? War eindeutig zu einfach, die vielen richtigen Lösungen „Jürgen Göppner“, wir ließen aber auch „Göppi“ sorgten für ein kleines Loch in unserer Streuartikelkiste. Der ver.di Bezirksgeschäftsführer ist als Gewerkschaftssekretär für den Ortsvereinsvorstand Erlangen zuständig. Zum neuen Rätsel, wo wurde das städtebauliche Glanzlicht aufgenommen und welcher städtischer Bereich ist in der Nähe?

 

FÜR FEINSCHMECKER

Verwaltungslyrik (XII)

Die Freunde der gepflegten Verwaltungslyrik haben lange Warten müssen. Jetzt endlich hat die Stadt Erlangen einen weiteren Bericht zur Verwaltungsmodernisierung veröffentlicht, er umfasst die Jahre 2008-2012. Er enthält wieder feinste Verwaltungslyrik auf hohem Abstraktionsniveau bei gleichzeitiger sehr geringer Nachvollziehbarkeit. Wir erlauben uns deshalb in loser Folge Beispiele zu veröffentlichen.

Unter Gender-Aspekten wird bei der Suche geeigneter Arbeitsplätze die deutlich höhere Teilzeitquote der Frauen (ca. 50 Prozent) gegenüber der Teilzeitquote der Männer (ca. 11 Prozent) berücksichtigt werden.

Die Bahn hat einen Wert von 120 Mrd. und Mehdorn will sie für 7 Mrd. unbedingt an den Russen verkaufen. Warum wohl? Schon mal was von streikenden russischen Lokführern gehört? Die werden vorher erschossen und Ruhe ist!

Urban Priol

 

 

 

 

 

Kunst mit Satzzeichen (I)

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(Linie)

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Ver.di Wirtschaftspolitische Informationen Nr. 2/2014 - Löhne erhöhen – Binnennachfrage stärken!

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Tarifrunden Ende 2014 und 2015

Bevor der Aufschwung richtig begonnen hat, droht schon wieder sein Ende. Die Wachstumsprognosen werden gerade nach unten korrigiert. Jetzt kommt es darauf an, die Binnennachfrage endlich deutlich zu steigern.  Kräftige Lohnabschlüsse sind daher nicht nur gut für die Beschäftigten, sie würden auch die Wirtschaft stabilisieren.

  • Ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 16/2014 - Reichtum hinter dem Schleier

Eine neue Studie stellt fest: Reiche sind noch reicher als gedacht. Mangels verlässlicher Informationen ist es schwer großen Reichtum zu messen. Die Vermögensteuer könnte Abhilfe schaffen. Denn große Ungleichheit ist nicht nur sozial problematisch, sondern auch wirtschaftlich schädlich.

  • Auswirkungen TTIP auf öffentliche Dienstleistungen

Die von der Hans Böckler Stiftung finanzierte Studie „Auswirkungen des Transatlantischen Handels- und Investitionsabkommens (TTIP) auf den Rechtsrahmen für öffentliche Dienstleistungen in Europa“ von Markus Krajewski und Britta Kynast wurde gerade veröffentlicht,  unter: http://boeckler.de/11145.htm?projekt=S-2014-720-1

Die Studie kommt zu folgenden wesentlichen Ergebnissen:

Das TTIP kann sich in vielfältiger Hinsicht auf öffentliche Dienstleistungen auswirken. Die in der gegenwärtigen Praxis der Freihandelsabkommen der EU vorhandenen Ansätze zum Schutz öffentlicher Dienstleistungen entfalten nur eine begrenzte Wirksamkeit: Auf der einen Seite fehlt es ihnen an rechtlicher und konzeptueller Klarheit, auf der anderen Seite scheinen sie nicht ausreichend flexibel zu sein, um sich an einen Wandel von öffentlichen Dienstleistungen anzupassen.

  • Bildungsprogramme ver.di Mittelfranken, ver.di Bayern, ver.di Bund

Alle Angebote für 2014 sind in optisch ansehnlichen Broschüren veröffentlicht. Sind aber auch über das Internet abrufbar.

 

Surfen 152

Arbeit im digitalen Zeitalter

ver.di-Kongress. Unter dem Motto „Arbeitswelt, Selbstbestimmung und Demokratie im digitalen Zeitalter“ hat ver.di am 10. und 11. September einen Kongress veranstaltet. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt rasant.

Staatssekretärin Doro Bär Und Moderator Martin Kaul während des Kongress rh Staatssekretärin Doro Bär und Moderator Martin Kaul während des Kongress

Prozesse in allen Bereichen der Wirtschaft und der Verwaltung lassen sich vereinfachen, besser steuern und leichter kontrollieren. Dem enormen Potenzial stehen ebenso große Risiken gegenüber. Nie war es für Arbeitgeber leichter, Beschäftigte zu überwachen. Vom RFID-Chip, der jede Bewegung festhält, bis hin zu Software, die jeden Mausklick und jede gelesene E-Mail am Arbeitsplatz speichert. Auf dem Kongress analysierten und diskutierten ExpertInnen aus Gewerkschaften, Politik, Wissenschaft und Internetszene verschiedene Facetten der digitalen Arbeitswelt. Zentrale Fragen waren: Was bedeutet der digitale Wandel für die Arbeit von Betriebs- und Personalräten? Wie können sie die neue Arbeitswelt mitgestalten? Wie sollen neue Techniken für die Humanisierung der Arbeitswelt genutzt werden? Weitere Infos:  www.innovation-gute-arbeit.verdi.de

 

Wirtschaftspolitik II Tagesseminar

Referent ist Herrn Prof. Schui

Am Samstag, 15. November 2014, von 10:00 bis 16:00 Uhr, im Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG. Aktuelle wirtschaftspolitische Themen werden erörtert und vertieft. Anmeldung unbedingt erforderlich bei: nicole.adelmann@verdi.de

 

CULDUR - Buchtipp

GOLDREGEN

DANIEL CARINSSON

KRIMI

ARS VIVENDI VERLAG, KLAPPENBROSCHUR, 310 SEITEN, ISBN: 978-3-86913-423-9

Daniel Carinsson hat als Tontechniker, Musikproduzent, Werbetexter, PR-Profi, Veranstalter und Betreiber eines Musiklabel gearbeitet. Er hat vermutlich Vieles was er dabei erlebt hat in seinen aktuellen Gipsy-Thriller verwendet.

Krimititel av Krimititel

Das Buch ist gespickt mit vielen örtlichen, von Wien bis Budapest, Bezügen und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Für weniger Kundige wird einiges in einen Glossar erklärt. Ausgangspunkt in „Goldregen“ ist ein Bild in den Medien, wo etliche Leichen, mit Gewichten versehen, in trüben Gewässern versenkt wurden. Der Musikmanager Adam Wischnewski reist mit einer Gypsy-Combo auf einen Kreuzfahrtschiff von Wien nach Budapest und stellt Nachforschungen an. Er vermutet, dass es sich bei den Leichen um Mitglieder der Gipsy-Gemeinde handelt. Parallel reist seine Mitarbeiterin Tamara Plebic, DJane im Rollstuhl und Bandmanagerin mit zwei Bands zum Novi Sad Festival und zum berühmten Sziget Festival in Budapest. Dazu kommen die attraktive Mirijam, Geheimdienstler, rechte Terroristen die einen Anschlag auf dem Sziget planen. Daniel Carinsson hat es geschafft, diesen wirren Plot zu einer spannenden und fesselnden Geschichte zu verweben. Mit zahlreichen aktuellen Anspielungen auf die rechte Szene in Ungarn, auf das immer faschistischer werdende Ungarn, mit den detaillierten Schilderungen der Verfolgungen der Romas und Sinti ist es auch ein sehr politischer Thriller. Die Vergleiche zu den Judenverfolgungen bei uns während der Nazizeit sind vielleicht etwas zu weit, andererseits sicher angebracht, wenn man den Anfängen wehren will. In vielen Punkten ist es auch ein sehr beklemmender Krimi, wenn man sehr plastisch geschildert bekommt, was aus dem vom Ostblock befreiten Ungarn geworden ist. Zum Schluss fügen sich alle unterschiedlichen Handlungsstränge zusammen. Adam und Mirjam finden zusammen, lieben sich. Aber dies ist nicht das einzige Happy End. Bevor es jetzt zu harmonisch wird, ein nachdenkenswertes Zitat, „sie müssen eine Gruppe von Menschen nur lange genug schlecht behandeln, irgendwann werden Sie Gewalt ernten“.

ASP in Schwabach rh ASP in Schwabach

CULDUR - Konzert

ASP

26.10.2014, MARKGRAFENSAAL, SCHWABACH  

An zwei Tagen hintereinander hatte ASP in den Markgrafensaal geladen und die vollständig passend maskierte bzw. gekleidete Gothic-Szene, mit Ausnahme meiner Begleiterin mit ihren weißen Söckchen, ließ sich zwei Mal bitten. Natürlich war jeweils der Saal voll. Beim zweiten Abend, dem „Rar & Pur" -Konzert war er sogar teilweise bestuhlt. Nachteil, sitzt ein Gothic Jüngling mit seinem Zylinder vor Dir oder seine Maid mit voluminösem Kopfdeckel ist die Sicht doch arg eingeschränkt. Leider konnte ich am ersten Abend nicht und so fällt der Vergleich der beiden Auftritte aus. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Begeisterung am ersten Abend bei der „Best Of Rock“-Show anders war. Schließlich ist bei ASP „Rar & Pur" nicht so genau zu nehmen. Nur der häufigere Einsatz akustischer Gitarren macht den Unterschied. So war der Auftakt mit „De Profundis“ und „Aufbruchstimmung“ dank der fehlenden E-Gitarren etwas verhaltener. Hinzu kam, dass sich der Meister Alexander „ASP“ Spreng wohl erst das gestrige Konzert von den Stimmbändern singen und spülen musste. Spätestens mit „Sara“ und „Varieté Home“, der Song von Emma, klang die Stimme aber gewohnt kräftig, druckvoll und ausdrucksstark und es war ein fast „normales“ ASP Konzert.

ASP in SC rh ASP in SC

Der Saal ging bei den Songs sehr gut mit, es wurde auf Kommando von Maestro ASP wie früher bei der Hitparade heftig mitgeklatscht. Auf Kommando stand das Publikum und setzte sich nach entsprechenden Handzeichen nach dem Song wieder hin. So handzahm ist die schwarze Szene! Wie gewohnt gab es zwischen den Songs lustige Geschichten und Anekdoten aus der Bandgeschichte. Als ASP den Tourrunning-Gag Arsch und Titten vor der 2. Zugabe „Finger weg! Finger!“ erzählte und von der „Turbinenhosen in Oberhausen“ redete, brachte ihm sein eigenes Lachen aus dem Konzept. „Turbinenhosen“ statt „Turbinenhalle“ war wohl ein richtig Freudscher Versprecher. Im Mittelteil gab es statt einer Pause zwei Songs nur mit ASP und Leadgitarristen Sören Jordan. Das dabei angestimmte Glen Danzig Cover „Devil`s Plaything“ war einer der Höhepunkte. Zum Ende des Sets wurden dann noch die alten Kracher heftig rockend wie „How Far would you go“, das uralte „Schwarzer Schmetterling“ und das immer bärenstarke „Ich will brennen“ angestimmt. Dieser Konzertteil hatte mit „pur“ zum Glück überhaupt nichts zu tun. Ungewohnt das Bluesrock Stück „Possession“ von Sarah McLachian als erste Zugabe. Kurz vor Schluss gab es dann auch noch ein metallisch sehr heftiges „Per Aspera Ad Aspera“. Nach deutlich über zwei Stunden entließ ASP seine erschöpften aber sehr zufriedenen schwarzen Jünger in die Schwabacher Nacht.

ver.di-Info