ver.di Info

Betriebszeitung

Betriebszeitung der ver.di Betriebsgruppe Stadt Erlangen

verdi-Info Nr. 2/2018

Betriebszeitung
Info Kopf rh Betriebszeitung

Info Nr. 3/2018 39. Jahrgang (seit 115 Jahren bei der Stadt aktiv!) vom 9. Februar 2018

 

Inhalt:

  • Tarifrunde 2018 – Jetzt geht es los
  • Stellenplan 2018
  • Änderung im TVöD
  • Filosofen
  • Kasseler Konferenz
  • Bsirske zu Gewerkschaftsmitgliedschaft
  • Museum besuchen!
  • Donnerstag 1. März Betriebsgruppe
  • Kommentierte Highlights aus dem Ergebnispapier Sondierungsgespräche
  • Werner Lutz für uns leider nicht mehr im Personalrat aktiv
  • Rätsel – Auflösung und Reaktionen
  • Kurz & knackig (Preisrätsel, anfordern, surfen 190, Culdur – Depeche Mode und Frankenkrimi)
Claim zur Tarifrunde öD 2018 ver.di Tarifrunde TR öD 2018

Tarifrunde öffentlicher Dienst (TRöD 2018) jetzt geht es los

Am 8.2.2018 hat die Tarifkommission die Forderung zur TRöD 2018 beschlossen. Näheres kann dem mitverteilten Flugblatt entnommen werden. Die Forderung ist Ergebnis der bundesweit in allen Verwaltungen und Betrieben durchgeführten Mitgliederdiskussionen. Wir hatten am 16.1.2018 bekanntlich in einer Versammlung die Umfrageergebnisse zur Forderung diskutiert und eine Forderung von 7 %, mindestens 250 € bei einer Laufzeit von 12 Monaten beschlossen. Wir liegen somit nicht weit weg von der jetzt aufgestellten Forderung. Es liegt jetzt an uns im welchen Umfang die Forderung erfüllt wird. Der Abschluss der IG Metall in Höhe von 4,3 % ab 1.4.2018 (auf das Jahr 2018 umgerechnet sind es bei 3000 € brutto 3,5 %) zeigt, was mittels Aktionen und Streiks machbar ist. Deshalb an ALLE: Macht mit, stärkt ver.di, werdet Mitglied!

Motivbild Abfallwagen in winterlicher Straße. Wort-Bildmarke: Wir sind es wert. ver.di Tarifrunde-ÖD-2018_Motivbild-Entsorgung  – Wir sind es wert. Tarifrunde öffentlicher Dienst 2018.

Erste Aktionen zum Aufwärmen

Wir rufen für den 22. Februar 2018 alle Kolleginnen und Kollegen zu ersten ver.di Aktionen im Rahmen der Tarifrunde bei der Stadt Erlangen unter dem Motto langsam „warmmachen“ auf. Nachdem der Tarifvertrag noch läuft besteht Friedenspflicht. Dies heißt Arbeitsniederlegungen sind nicht möglich, die Aktionen finden außerhalb der Arbeitszeit statt.

Wir rufen deshalb einmal die Beschäftigten am 22. Februar zu einer Kundgebung in der Mittagspause am um 12.10 Uhr am Tor des städtischen Dienstgebäude Schuhstr. 40 auf. Eine zweite Aktion findet unter dem Motto „Feierabendbier“ ab 15.45 Uhr im Bauhof statt. Wir hoffen dass viele Kolleginnen und Kollegen teilnehmen und ein erstes Signal zur anstehenden Tarifrunde senden. Für die Mittagspausenaktion gibt es natürlich was zu essen und was es beim „Feierabendbier“ neben Infos zur TRöD 2018 gibt, ist wohl klar.

Motivbild Frau und Mann auf Parkbank im Hintergrund Mitarbeiterinnen Grünflächenamt. Wort-Bildmarke: Wir sind es wert. ver.di Tarifrunde-ÖD-2018_Motivbild-Grünfläche  – Wir sind es wert. Tarifrunde öffentlicher Dienst 2018.

Stellenplan 2018

„Nur“ 1,2 Mio. € für neue Stellen

Am 18.1.2018 fand die entscheidende Stadtratssitzung zum Haushalt und Stellenplan 2018 statt. In der sehr langen Sitzung, die allgemeine Aussprache ging weit über 2 Stunden, war der Stellenplan zentrales Thema. Oberbürgermeister, SPD und Grüne Liste machten deutlich, dass sie eigentlich 1,8 Mio. € für zusätzliche Stellen ausgeben wollten, sich aber dem Koalitionspartner FDP beugen mussten und deshalb nur 1,2 Mio. € machbar sind. Die Linke erklärte, die zusätzlichen Stellen mitzutragen. Die CSU, ÖDP und FWG wollten die Summe für neue Stellen auf höchstens 0,8 Mio. € begrenzen bzw. lehnten zusätzliche Stellen generell ab. Der Personalratsvorsitzende Roland Hornauer ging in der Stadtratssitzung auf diese Diskussionen ein und sagte sinngemäß:

Beim Stellenplan kommen verschieden Entwicklungen zusammen. Seit Jahren wachsen die Aufgaben, die erledigt werden müssen. Aktuelle Beispiele sind die Neuregelungen beim Unterhaltsvorschuss oder die neuen gesetzlichen Regelungen zur Prostitution.

Es findet keine Aufgabenkritik statt. Die letzte Aufgabenkritikaktion unter dem damaligen Bürgermeister Lohwasser im Jahr 2004 wurde mit den folgenden Stellenplänen korrigiert und es wurde unter dem Strich keine Stelle eingespart.

Die Stadt wächst, mehr BürgerInnen heißt mehr Personal, sonst nehmen die Wartezeiten zum Beispiel im Bürgeramt deutlich zu und der Service und die Dienstleistungen werden schlechter.

Die Stadt wächst. Im Winterdienst müssen deshalb mehr Straßen und Wege geräumt werden. Die personelle Situation im Winterdienst ist aber so, dass bei einer extremen Wettersituation mit permanenten Einsätzen über Tage hinweg, die Beschäftigten dies gesundheitlich nicht durchhalten werden.

Die BürgerInnen nutzen die Stadt und ihre Einrichtungen intensiver. Sie hinterlassen dabei viel Müll, d.h. ich brauche mehr Straßenreiniger und mehr Hausverwalter.

Die BürgerInnen wollen eine Stadt die funktioniert, die in Ordnung ist. Dies bedeutet das Grün muss gepflegt, Schlaglöcher müssen gefüllt werden. Dafür braucht es zwingend Personal, den es finden sich derzeit keine Privatfirmen, die solche kleineren Aufträge annehmen und danach auch abarbeiten.

Vergaben sind keine Lösung um Personalkosten zu vermeiden. Die Gebäudereinigung wird seit Jahren schrittweise vergeben. Einige Objekte werden gut gereinigt. Bei vielen Objekten gibt es Jahre hinweg zahlreiche Klagen, dass die Privatfirmen schlecht reinigen. Hier zahlt die Stadt für Aufträge ohne die Gegenleistung zu erhalten. Eigenreinigung wäre hier besser und unter dem Strich günstiger.

Die Stadt investiert 2018 rund 50 Mio. €. Ohne Personal welches dafür sorgt, dass die Vorhaben gut geplant werden, die Vergaben dafür korrekt umgesetzt werden, kann man die Investitionsmittel gleich zum Fenster raus schmeißen.

Die städtischen Beschäftigten werden älter, sehr viele scheiden in den nächsten Jahren aus. Dies heißt, die Stadt müsste einstellen ohne Ende, damit das vorhandene Wissen der Beschäftigten gesichert werden kann.

Wer eine lebenswerte Stadt erhalten will, muss zusätzliches Personal einstellen, dazu gibt es keine Alternative.

Die 1,2 Mio. € für zusätzlichen Stellen wurden dann gegen 19 Stimmen beschlossen. Damit werden insgesamt nach unseren Berechnungen knapp über 60 Stellen in allen Bereichen der Stadtverwaltung geschaffen.

 

Änderung im Tarifvertrag öffentlicher Dienst ab 1.3.2018

Die persönliche Zulage, die bei vorübergehender Übertragung einer höherwertigen Tätigkeit zu zahlen ist, wird neu geregelt.

Die persönliche Zulage bemisst sich ab 1.3. nach dem jeweiligen Unterschiedsbetrag zu dem Tabellenentgelt, das sich bei dauerhafter Übertragung ergeben hätte. Bislang war für Beschäftigte in den Entgeltgruppen 1 bis 8 die Zahlung einer Zulage in Höhe von 4,5 % des individuellen Tabellenentgelts vorgesehen.

Der FC Bayern ist das Null-Plus-Ultra.

Friedhelm Funkel
Soziale Berufe aufwerten ver.di Soziale Berufe aufwerten

 

 

 

 

 

 

Die Aufwertung geht weiter !?

Bericht von der 10. Kasseler Konferenz für den Sozial- und Erziehungsdienst (SuE)

Von Iris Schubert und Dietmar Radde

Die Kasseler Konferenz wird von den Ver.di-Fachbereichen 7 (Gemeinden) und 3 (Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen) veranstaltet, um mit über 100 Ver.di Kolleginnen und Kollegen inhaltlich-fachliche und tarifpolitische Themen im Sozial und Erziehungsdienst zu diskutieren sowie Strategien zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und für eine bessere Bezahlung zu entwickeln.

Reform des Kinder- und Jugendhilferechts:

Den Auftakt der Konferenz machte Dr. Wolfgang Hammer, ehemaliger Leiter des Jugendamtes Hamburg, mit einer Analyse der bislang am Bundesrat gescheiterten Reform des Kinder- und Jugendhilferechts. Wolfgang Hammer ist überzeugt, dass die geplante Reform mit einem weiteren Ausbau der Bürokratisierung und der Kontrollaufgaben der sozialen Arbeit schweren Schaden zugefügt hätte. Er bedankte sich ausdrücklich für die Unterstützung von Ver.di, um das Reformvorhaben zu kippen.

Weiter besteht aber dringender Handlungsbedarf für eine echte Reform des Kinder- und Jugendhilferechts. Über 3.000 Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, die in den letzten 10 Jahren aus Kostengründen geschlossen wurden, stark zunehmende Eingriffen ins Sorgerecht, 400.000 Jugendliche ohne wirkliche Perspektive in Übergangssystemen und der weiterhin starken Abhängigkeit des Schulerfolgs von der Herkunft machten dies überdeutlich.

Zentrale Forderung für einen Neustart ist eine echte Einbindung des Erfahrungswissens von Praktikern der Sozialen Arbeit.

Fachkräftebedarf in Kindertagesstätten:

Prof‘in. Dr. Anke König, vom Deutschen Jugendinstitut präsentierte die aktuellen Zahlen zur Fachkräftesituation im Bereich Kinderbetreuungseinrichtungen.

So waren im Oktober 2017 bundesweit stolze 692.643 Personen in Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland beschäftigt. (tätige Personen inklusive Verwaltung und Hauswirtschaft, inklusive Horte). Im Jahr 2006 waren es „erst“ 415.018.

Kaum ein Teilarbeitsmarkt ist so stark im Wachstum begriffen wie dieser. Und dieses starke Wachstum wird weitergehen, da neben Qualitätsverbesserungen (besserer Betreuungsschlüssel) auch die Kinderzahlen wieder steigen.

Im weiteren Vortrag stellte Frau König sehr eindrücklich die Auswirkungen des demografischen Wandels und des generellen Fachkräftemangels im Bereich Kindertagesstätten in den kommenden Jahren dar.

Franken und Bayern in Kassel dr,is Franken und Bayern in Kassel

Für das Jahr 2025 wird eine Personallücke bundesweit von über 330.000 Fachkräften allein im Kita-Bereich prognostiziert!!!

Da mittlerweile sämtliche „stille Reserven“ des Arbeitsfeldes (Berufsrückkehrer*innen etc.) erschöpft sind; kann es jetzt nur noch darum gehen, Fachkräfte zu gewinnen, bzw. vorhandenes Personal zu halten.

Die Herausforderungen sind:

·       Erhöhung der Attraktivität für Berufseinsteiger*innen

(z.B. bessere Bezahlung, unbefristete Arbeitsverträge, Vollzeitstellen, …)

·       Erhöhung der Attraktivität des Berufsfeldes in der mittleren Lebensphase
(z. B. verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten, berufliche Weiterqualifizierung, …)

·       Flexible Arbeitsmöglichkeiten für ältere Mitarbeiter*innen

·       Gute Arbeitsbedingungen, um Fluktuation oder den Wechsel in anderen Berufsfelder zu vermeiden (mäßige Arbeitsbelastung, hohe Arbeitszufriedenheit)

Weitere Infos und Statistiken unter www.fachkraeftebarometer.de

Tarifpolitik:

Der zweite Tag der Konferenz war hauptsächlich geprägt durch Vortrag und Diskussion mit Wolfgang Pieper, Mitglied des Ver.di- Bundesvorstands und Leiter der Fachbereiche Bund und Länder sowie Gemeinden.

Laut Wolfgang Pieper hätten die großen Streiks von 2009 und 2015 schon wesentliche Verbesserungen gebracht. Da die hohe Arbeitsbelastung eines der größten bestehenden Probleme im Sozial- und Erziehungsdienst darstellt, wurde von ihm als neuer Gedanke die Forderung nach verkürzten Arbeitszeiten in die Diskussion um eine weitere Aufwertung präsentiert. Dies hätte den Vorteil, dass sich die allgemeine Diskussionen um Arbeitszeitverkürzung mit der Aufwertungskampagne im SuE verbinden lassen könnte.

Bei den Wohlfahrtsverbänden stellt sich die Situation etwas anders dar. Angelika Spautz vom Bereich Tarifpolitik im ver.di-Fachbereich 3 stellte dar, dass hier die Schwerpunkt darauf liegt, erst einmal flächendeckend die erreichten Verbesserungen des TVÖD im Sozial- und Erziehungsdienst auf die freien Träger zu übertragen.

Kasseler Erklärung:

Die Konferenz endete mit der Diskussion und Verabschiedung der Kasseler Erklärung.

Zentrale Forderungen und Themen sind:

·       Neustart der Reform des Kinder- und Jugendhilferechts, mit echter Beteiligung von Fachkräften und Ver.di, mit gesicherter Leistungsfinanzierung und bundeseinheitlichen Standards

·       Ein Maßnahmenpaket zur Steigerung der Attraktivität der sozialen Berufe

·       Fortsetzung der Kampagne zur Aufwertung der Sozialen Arbeit

Bewertung der Konferenz:

Inhaltlich eine gelungene Veranstaltung, die die zentralen Themen Reform des Kinder- und Jugendhilferechts und den eklatanten Fachkräftemangel in den Mittelpunkt gerückt hat. Hier nehmen wir viele Informationen mit, die die fachlichen und tarifpolitischen Diskussionen im Sozial- und Erziehungsdienst in den nächsten Jahren auch in Erlangen prägen werden.

Einige Fragezeichen bleiben gerade bei den angekündigten weiteren Anstrengungen zur Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes und den Tarifgesprächen ab 2019.

Insbesondere bei der Aufwertung der Arbeit von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen war für uns nicht erkennbar, dass das Thema auf Bundesebene einen hohen Stellenwert hat.

Hier gilt es auf den unterschiedlichsten Ebenen in den nächsten Jahren in und über Ver.di hinaus aktiv zu werden.

Klar ist aber auch:

Ohne organisierte Beschäftigte und ohne öffentliche Präsenz wird es schwierig deutliche Verbesserungen durchzusetzen.

Deswegen der dringende Appell an alle nichtorganisierten Beschäftigten nicht nur im Sozial- und Erziehungsdienst:

Werdet Mitglied und engagiert euch!

Tarif- und Besoldungsrunde Länder ver.di Frank Bsirske

Wir stoßen auf ein Paradoxon. Auf die Frage, ob Gewerkschaften notwendig sind, antworten bei allen repräsentativen Umfragen 70 bis 80 Prozent der Befragten seit vielen Jahren: Ja, sie sind unverzichtbar; es ist absolut notwendig, dass es sie gibt. Das ist ein Vielfaches von dem, was sich dann tatsächlich in Gewerkschaften organisiert. Es gibt bei vielen eine gewisse Haltung – ich nenne es mal das „Dafür sind die ja da“-Syndrom! Wenn also die Gewerkschaft erfolgreich verhandelt hat, dann macht sie das, wozu sie da ist. Logisch! Und wenn sie das nicht hinkriegt, muss man sich ärgern. Und die Nichtorganisierten ärgern sich meist als Erste und oft viel mehr als die Mitglieder. Aber: Mit ihnen hat das Ganze ja nichts zu tun. Dazu sind ja andere da! Es ist gut, dass welche in der Gewerkschaft sind. Wäre ja schlimm, wenn keiner drin wäre. Aber mit ihnen hat das nichts zu tun. Dass Gewerkschaften ihre Stärke erst durch ihre Mitglieder gewinnen, es auf jeden Einzelnen ankommt, darauf kommen viele nicht. Das wird verdrängt. Würde diese Haltung weiter um sich greifen, wäre das fatal, weil es die Mächtigkeit gewerkschaftlicher Organisation und damit unsere Handlungsfähigkeit untergräbt.

Frank Bsirske im taz-Interview am 6.2.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp das Erlanger Museum besuchen

Die Ausstellung „Herlindes Koelbl – Mein Blick Fotografien 1980 – 2016“ ist wirklich ein Besuch wert. Koelbl ist hinsichtlich ihrer Porträtfotos bekannter Politiker wie Angela Merkel oder Schröder bekannt. In der Ausstellung wird aber deutlich, dass ihre Fotos nicht nur die Spuren, die öffentliche Ämter auf Gesichtern von Politikern hinterlassen, dokumentieren. Koelbl Bilder zeigen auch was Kleider aus Leuten machen, sie öffnen den Blick in fremde Wohn- und Schlafzimmerwelten. Auch neue Fotoprojekte sind zu sehen, wie Koelbls aktuelle Arbeit „Refugees“ über das Schicksal von Flüchtlingen. Die Ausstellung sollte bis 25. Februar gehen und wurde jetzt bis 25. März 2018. Genug Zeit um einmal (wieder) das Museum zu besuchen.

 

2018 wechselnde Tage!

MITMACHEN

1. März  2018 ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2018 jeweils ab 17.00 Uhr, abwechselnd Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am am Donnerstag, den 1. März 2018.

Impressum:
V.i.S.d.P.: C. Kleefeld, ver.di-Fachbereich Gemeinden, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg, Tel. 091123557107, Auflage 875 Stück, Redaktionsschluss, 13.11.2017. Die Kosten für den Druck wurden durch ver.di-Beiträge finanziert. Vielen Dank an alle ver.di-Mitglieder in der Stadtverwaltung. Nachdruck nur mit Genehmigung! Kontakt: roland.hornauer@stadt.erlangen.de

Zur Bundestagswahl ver.di Wahlversprechen reichen nicht

Kommentierte Highlights aus dem Ergebnispapier Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU/SPD vom 12.1.2018 (das Papier kann natürlich elektronisch bei uns angefordert werden)

Wir wollen eine stabile und handlungsfähige Regierung bilden, die das Richtige tut. - Eine ganz überraschende Formulierung, man will das Richtige tun!!!

Europäische Vorgaben werden wir nicht mit zusätzlichen bürokratischen Belastungen versehen. Auf europäischer Ebene setzen wir uns für die Einführung des Prinzips „One in, one out“ ein. – Dies heißt kein zusätzlicher Verbraucher- oder Arbeitnehmerschutz bei der nationalen Umsetzung von EU-Recht.

Investitionen von Unternehmen in die Digitalisierung werden wir durch steuerliche Anreize unterstützen. – Die Rationalisierung und der Wegfall von Arbeit wird steuerlich unterstützt.

Wir wollen die Klimaziele von Paris erreichen und dabei soziale Belange berücksichtigen, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gewährleisten und bezahlbare Mobilität sicherstellen. – Fehlt nur, dass immer die Sonne lacht.

SPD und Union bekennen sich beide zum Ziel der Vollbeschäftigung. – Eine weitere Überraschung!

Wir werden über eine Tariföffnungsklausel im Arbeitszeitgesetz Experimentierräume für tarifgebundene Unternehmen schaffen – Das Arbeitszeitgesetz wird weiter durchlöchert.

Die Lebensleistung von Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben, soll honoriert und ihnen ein regelmäßiges Altersein kommen 10 % oberhalb des regionalen Grundsicherungsbedarfs zugesichert werden. Berechtigt sind Versicherte, die 35 Jahre an Beitragszeiten oder Zeiten der Kindererziehung bzw. Pflegezeiten aufweisen. – Wer mindestens 35 Jahre gebuckelt hat bekommt im Monat statt rund 800 Euro 880 Euro, damit wird Altersarmut verhindert und für Enkel bleiben auch noch ein paar Cent übrig!

Wir halten am Drei-Säulen-Modell fest und wollen in diesem Rahmen die private Altersvorsorge weiterentwickeln. – Der Riesterunfug wird ausgebaut!

Union und SPD wollen insbesondere untere und mittlere Einkommen beim Solidaritätszuschlag entlasten. Wir wollen den Soli schrittweise abschaffen und in dieser Wahlperiode mit einem deutlichen ersten Schritt beginnen durch den rund 90 % aller Soli-Zahler durch eine Freigrenze (mit Gleitzone) vollständig vom Soli entlastet werden. – Der Soli belastet die Bezieher höherer Einkommen, jegliche Entlastung beim Soli bevorzugt die Besserverdienenden!

Wir werden mit einer systematischen Minderungsstrategie den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln deutlich einschränken mit dem Ziel, die Anwendung so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden. – Herr Schmidt macht weiter!

Im Rahmen dieses vernetzten Ansatzes bleibt die Bundeswehr ein unverzichtbarer Be standteil deutscher Sicherheitspolitik. – Deshalb wird der Wehretat angehoben!

Wir schränken die Rüstungsexporte weiter ein – Deutschland bleibt Rüstungsexportweltmeister!

Mit einer fortschrittlichen Kulturpolitik nach Innen und Außen fördern wir Dialog, Austausch, Verständigung und Kooperation und stärken den Zusammenhalt in einer offenen und demokratischen Gesellschaft. – Freuen wir uns weiter auf Helene Fischer und Mario Barth.

Werner Lutz spielt bei der Streikkundgebung rh Werner Lutz spielt bei der Streikkundgebung

Für uns leider nicht mehr im Personalrat aktiv (XIV)

Wie angekündigt stellen wir in jeder Infoausgabe unsere Personalräte vor. Dieses Mal ist es eher eine Verabschiedung. Unser langjährig engagierter Kollege Werner Lutz ist mit Ablauf des 31. Januar 2018 in die wohlverdiente Rente gegangen. Werner hat sich in den 70er Jahren als Jugendvertreter engagiert und für den Personalrat kandidiert. Seit 1998 ist er Mitglied im Personalrat und seit 11.7.2001 bis heute mit 25 Wochenstunden für die Personalratsarbeit freigestellt. Werner war und ist immer politisch und gewerkschaftlich aktiv. Er war bei fast allen Aktionen und Streiks bei der Stadtverwaltung dabei. Wir hoffen natürlich, dass dies auch in Zukunft im Unruhestand so bleibt. Ebenso hoffen wir, dass er uns als regelmäßiger satirischer Infoschreiber erhalten bleibt. Deshalb an dieser Stelle nur ein dickes und vom ganzen Herzen kommendes DANKE!

1. Seit wann bist Du bei der Stadt Erlangen beschäftigt, und in welchen Bereichen hast Du überall gearbeitet?

Ich habe am 1.9.1971 als Verwaltungsangestelltenlehrling begonnen, und dann nach 1 Jahr die Beamtenausbildung für den mittleren Dienst gemacht. Ab 1974 war ich viele Jahre im Wohnungsförderungsamt (Wohnungsvermittlung), wo es mir sehr gut gefallen hat – trotz des Stresses wegen Wohnungsnot schon damals. Entweder wegen meiner Haltung, dass auch türkischen Familien eine Sozialwohnung in Erlangen zusteht (was damals noch unkonventionell war), oder wegen meiner politischen Gesinnung bin ich dann ab 1982 ins Friedhofsamt versetzt worden, und von 1986 bis 1988 war ich in der neu gegründeten Verkehrsüberwachung

Werner Lutz rh Künftiger Politiker Werner Lutz

2. Und später?

1988 habe ich aufgehört, weil ich die Möglichkeit hatte, als linker Journalist zu arbeiten. Außerdem habe ich immer mehr gemerkt, dass der Beamtenberuf nicht ganz zu mir passt. Ich traf immer wieder nette Kollegen vor dem Aufzug, die mit ihrem Diplomatenkoffer dastanden, und für die ihr Leben mit 26 Jahren schon abgeschlossen war, weil sie einen vierzigtausender Bausparvertrag hatten und den Jägerzaun im Kopf, den sie später um ihr Eigenheim ziehen wollten. Das war nicht meine Welt…

3. Was hat Dich bewegt, für den Personalrat zu kandidieren?

1990 begann ich, nachdem die Mauer gefallen war, in der Kläranlage als ABMler, ein Jahr später wurde ich als ungelernter Arbeiter übernommen. Mir hat es dort von Anfang an gefallen. Die Kollegialität war gut, die Arbeit war in Ordnung. Und irgendwann war es soweit, dass die Kollegen mich gewählt haben in den Personalrat.

4. Welche Kritikpunkte gibt es von Dir, wo sich für Beschäftigte bei der Stadtverwaltung dringend etwas ändern müsste?

Sie müssten mehr ernst genommen werden. Das wird schon sichtbar an dem Defizit, dass es so gut wie keine Mitarbeitergespräche gibt…

5. Was nervt Dich bei Deiner Arbeit manchmal?

Das interessiert mich jetzt nicht mehr, ich höre jetzt auf mit der Lohnarbeit.

Werner Lutz wl Werner Lutz  – Werner Lutz

6. Machst Du Sport? – Hast Du Hobbys? – Wenn ja welche?

Ich jogge täglich, lese viel, mache Musik, wandere gerne, gehe oft spazieren.

7. Wie stellst Du Dir Dein Leben als Rentner vor?

Keine Ahnung. Ich fühle mich gar nicht als Rentner, und ich fahre garantiert bei keinen Leitner-Bus-Fahrten mit, wo Rentner an den Gardasee fahren. – Natürlich merke ich, dass ich älter werde. Aber wenn ich das Wort Rentner höre, wirkt das jedes Mal so endgültig und abgeschoben. Aufs Altersteil. Nicht mehr richtig dabei usw.

8. Warum bist Du ver.di-Mitglied geworden?

Mein Vater hat 1971, als ich bei der Stadt begann, es zu einer Selbstverständlichkeit gemacht, indem er mich bei der ÖTV angemeldet hat. Kapiert habe ich es erst nach meinem ersten jugendpolitischen ÖTV-Jugend-Seminar im Jahr 1974, dass man sich organisieren muss.

Arbeitsbedingungen wie vor 500 Jahren Werner Lutz Wie vor 500 Jahren

9. Wie könnte das ver.di-Info verbessert werden? Was fehlt?

Das Ver.di-Info ist seit Jahrzehnten das Glanzstück der Stadt Erlangen. Das hat Roland geprägt. Auch ich hatte mal als Jugendvorsitzender der ÖTV damit begonnen, ein Info für einige Ausgaben zu machen. Aber das ver.di-Info hat sich länger gehalten.

Verbessert werden könnte, dass sich mehr Kolleginnen und Kollegen einbringen mit Ideen, Kritik, eigenen Artikeln.

10. Welche Botschaft hast Du zum Abschied an Deine ehemaligen KollegInnen?

Botschaften übermittelt am besten der Papst. Denn der ist zurzeit sehr gut. Vieles, was er von sich gibt an Kritik gegenüber der neoliberalen Gesellschaft unterstütze ich von ganzem Herzen.

 

Rätsel – Auflösung und Reaktionen

Beim Rätsel wollten wir wissen in welcher Stadt ist die „gelungene“ Werbung „WIR MACHEN AUCH IHRE MUSCHI GLATT!“ zu sehen? Eine Reihe von Einsendungen tippten auf Städte in den neuen Bundesländern. Bekanntlich war der Umgang in der DDR mit dem menschlichen Körper wesentlich unkomplizierter als in der BRD. In der BRD hielt sich der muffige, prüde und schwülstige Umgang mit menschlichen Körpern aus den 50er Jahren teilweise bis heute. Am Häufigsten wurde auf Cottbus getippt. Nur zweimal wurde die richtige Lösung Magdeburg genannt. Die Werbung ist dort in zentraler Lage sehr auffällig platziert. Genauer ist sie in der Otto von Guericke Str. 58 am Hasselbachplatz zu sehen. Das dortige WachsKabinett bietet Haarentfernung und Waxing, auch Brazilian Waxing an. Interessant ist, dass im Gegensatz zur Friseurbranche Männer mehr als Frauen zahlen müssen. Brazilian Waxing der Pofalte kostet für Frauen 12 €, für Männer 14 €. Einige bezweifelten, ob das Rätselbild tatsächlich eine ernstgemeinte Werbung darstellt oder ob der Beitrag eher ein Lebenszeichen der Gleichstellungsstelle hervorrufen sollte. Tatsächlich gab es erstmal nur eine Reaktion auf diesem Beitrag. Ein Altredakteur der Erlanger Nachrichten vermengte in der Ausgabe der EN vom 13.1.2018 in der Rubrik „Wochenende“ unter der Überschrift „Altherrenwitze – Der antiquierte Humor im Gewerkschaftsblatt“ alles Mögliche und machte dem ver.di Info den Vorwurf von der #me-too-Kampagne nichts gehört zu haben, ohne den vermeintlichen Zusammenhang argumentativ zu begründen und das 50 Jahre moderne Frauenbewegung spurlos an uns vorbei gegangen sind. Wir verweisen auf die Aussagen oben und möchten festhalten, die moderne Frauenbewegung gibt es schon seit über 100 Jahren. Zusätzlich wurde eine Rattelschneck Zeichnung als Wunsch nach einer sauberen Toilette interpretiert. Rattelschneck Zeichnungen sind natürlich umstritten und über Geschmack kann trefflich gestritten werden. Tatsächlich sollte mit der Zeichnung der Wunsch formuliert werden, dass wir die Welt Ende 2018 so zurücklassen, wie wir sie Anfang 2018 vorgefunden haben. Das ver.di-Info erschien am 8.1.2018. Am 1.2.2018 erhielt Roland Hornauer nachstehenden Leserbrief/Stellungnahme der Gleichstellungsstelle per Mail:

Sehr geehrter Herr Hornauer,

da ich nun auch von einer Mitarbeiterin auf den Zeitungsartikel vom 13. Januar in den Erlanger Nachrichten hingewiesen worden bin, beziehe ich als Gleichstellungsbeauftragte ebenfalls Stellung dazu. Insgesamt ist die Auswahl an Comics aus Gleichstellungssicht wenig gelungen. Es ist sehr problematisch, Witze über Klischees zu machen, wie es in dem Comic mit dem Staubsauger der Fall ist, weil man dieses indirekt damit stärkt. Deshalb bitte ich Sie, zukünftig darauf zu achten, dass Ihre Comics dies nicht stützen. In Bezug auf das Comic mit den Penissen und das Schild mit der „Muschi“ kann ich mich der Meinung des Autors des Zeitungsartikels nur anschließen. Für mich stellt sich darüber hinaus die Frage, wie ver.di eigentlich Werbung für sich machen will und wie neue Mitglieder angeworben werden sollen? Auf mich wirkten die vermeintlichen Witze eher abstoßend – ich denke, es ist vielen so gegangen. Insofern ist es meines Erachtens nach auch in Ihrem Interesse, zukünftig auf sexualisierte Witze zu verzichten.

Mit freundlichen Grüßen

Christina Nießen-Straube

Ohne Kommentar, natürlich werden wir auch künftig versuchen eine Betriebszeitung zu machen die gerne gelesen wird und auf abstoßende bzw. diskriminierende Beiträge verzichtet. Ob wir dies schaffen werden, ohne dass sich jemand an einen Beitrag (Text, Bild, Zeichnung) stört, wird ein schwieriges Unterfangen bleiben.

Rätsel 2/2018 rh Rätsel 2/2018

Neues Rätsel

Wir wollen wieder einmal wissen, welches Gebäude wird hier abgebildet und wo steht es? Unter allen richtigen Lösungen verlosen wir ein bayerisches Speise-Spiel Karten-Set! Damit niemand leer ausgeht gibt es für die anderen natürlich die gewohnten und beliebten ver.di Streuartikel.

Termine & Veranstaltungen

ver.di wählt sich neu

Dienstag, 20. Februar 2018, 17:30 – 20:00 Uhr, Gewerkschaftshaus Nürnberg, 7. OG, Raum Burgblick

Alles andere als lästige Pflicht sondern Ausdruck demokratischer Willensbildung einer Gewerkschaft: Alle vier Jahre wählt sich ver.di neu und setzt Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit. Mindestens zweimal ist jedes Mitglied dabei aufgerufen, sich bei einer entsprechenden Versammlung einzubringen. Wie das funktioniert, wollen wir erläutern.

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Doris Blacha, Dietmar Radde oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Entwurf Koalitionsvertrag

Kann elektronisch bei uns angefordert werden. Damit ist ein Vergleich möglich, ob alle Phrasen des Sondierungspapiers übernommen wurden.

  • Bildungsprogramm 2018

Das Angebot des ver.di Bezirk Mittelfranken gibt es jetzt auch gedruckt.

  • Faktenheft zur TRöD 2018

Enthält viele Fakten zur Tarifpolitik im öffentlichen Dienst und zur Tarif- und Besoldungsrunde Bund und Kommunen 2018 und kann elektronisch angefordert werden.

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell 01 / 2018 – Grundeinkommen – Utopie 

Ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ (BGE), für jede/n, ohne dafür arbeiten zu müssen und ohne Bedürftigkeitsprüfung, klingt für viele attraktiv. Doch dafür müsste die Abgabenbelastung aller Einkommen mehr als verdoppelt werden. Die BGE-Idee ist unrealistisch, birgt große Risiken und lenkt ab von den Kämpfen, die sich wirklich lohnen. Weitere Infos siehe „surfen“ rechts.

 

Deutsch  Boarisch    Frängisch

Bitte       Bittschee    Bidde

Surfen 190

Ausführlichere Wirtschaftspolitische Informationen von ver.di  und eine Präsentation zum Thema Grundeinkommen finden sich auf: https://wipo.verdi.de/publikationen/++co++ab29a9ba-db39-11e7-ade4-525400940f89

 

Kunst mit Satzzeichen (XI)

oooooooooooooooooooooo

(Monotonie)

Depeche Mode rh Depeche Mode

CULDUR

DEPECHE MODE

ARENA NÜRNBERG, 21.1.2018

Dave Gahan hat Wort gehalten, im Dezember 2009 verabschiedete er sich aus der Arena mit „See you next time“ und wie vor gut 8 Jahren war die Arena wieder bis auf dem letzten Platz gefüllt. Wie beim letzten Mal war die Dramaturgie des Konzertes ähnlich. Im ersten etwas ruhigeren Teil, wurden 5 Songs vom 97er Album „Ultra“ gespielt. Zum Intro vom Band „Revolution“ von den Beatles betraten Martin Gore und Andy Fletcher, zusammen mit den Livemusikern Peter Gordeno (Bass und Tasten) und Christian Eigner die Bühne. Dave Gahan ließ auf sich warten und erst bei den ersten Klängen von Going Backwards“ von der aktuellen CD „Spirit“ betrat er eine Empore hinter der Bühne und stimmte den Song an. Nur zwei weitere Songs der letzten CD hatten es auf die Setlist geschafft. Neben „Cover Me“ war es das starke „Where`s the Revolution“, ein Song über die aktuellen miesen Zustände, die die Leute unglücklich machen und den fehlenden Aufstand dagegen. Er schaffte es sogar in den zweiten Konzertabschnitt. In diesem zweiten Teil gespickt mit vielen alten Depeche Mode Klassikern ging dann die Post ab. Eingeleitet mit „Home“ durfte das Publikum immer wieder Mitsingen bzw. die Refrains auch lange nach Ende des Ssong noch anstimmen. Einige alte Songs waren neu arrangiert bzw. mit neuen Intro oder Outro versehen.  „Everything Counts“ hatte beispielsweise ein neues Intro und als Dave auf dem Laufsteg zum Publikum ging wurde er von vielen tausend Stimmen begleitet. Nach dem Song sang das glückliche Publikum minutenlang, unterstützt durch die Bass Drum, den Refrain weiter. Auffällig war, dass es zum Ende des Sets immer rockiger wurde. Dave gab den Einheizer und rockte mit erstaunlich starker Stimme die 10.200 Fans. So war von den elektronischen Klanglandschaften, den Synthie-Pop der Urversionen der alten Songs wenig mehr zu hören. Umso begeisterter ging dafür aber das Publikum mit, es hatte Nordkurve Qualität. So waren die Schlussnummern des regulären Set „Stripped“, „Enjoy The Silence“ und „Never Let Me Down Again“ ein toller Höhepunkt. Erste Zugabe war das sehr selten gespielte „I Want You Now“ in einer akustischen Version und mit Martin Gore als Sänger. Nach dieser ruhigeren Nummer ging mit „Walking In My Shoes“, „A Question Of Time“ und natürlich mit „Personal Jesus“ endgültig die Post ab und ein klasse Rockkonzert war leider schon nach 2 Stunden mit 20 Songs zu Ende. Natürlich waren Lightshow und Videobegleitung, auf einer riesigen Leinwand im Bühnenhintergrund wieder vom Feinsten. Jeder Song wurde visuell speziell und unterschiedlich inszeniert. Hoffentlich bleiben Depeche Mode auch bei künftigen Touren der Arena treu.

Frankenkrimi av Frankenkrimi

ALTSTÄDTER FRIEDHOF IN ERLANGEN 14. MAI, 10 UHR 30, MEINE 35. BEERDIGUNG, DIE ZAHLREICHEN NACHKOMMEN STREITEN AM GRAB UM DEN FERNSEHSESSEL DES 73-JÄHRIGEN

THEOBALD O.J. FUCHS

FRÄNKISCHER KRIMINALROMAN

ARS VIVENDI, TASCHENBUCH, 263 SEITEN, ISBN: 978-3-86913-862-6

Erlangen, 1992: Im Auftrag eines Bestattungsunternehmens jobbt Physikstudent Ferdinand Degenhardt mit seinen Freunden als Beerdigungshelfer. Er führt ein langweiliges Studentendasein, Kiffen und Kitzmannbier sind da neben der Bergkirchweih und Konzerte im Erlanger Orange oder im Nürnberger Mach 1 schon die seltenen Highlights. Mit dem Auftauchen von Tilda, im Beerdigungsteam als Blumenmädchen, ist es vorbei mit der Ruhe. Natürlich verliebt sich Ferdinand in die rotblonde Tilda. Die aber bleibt spröde. Sie ist eine Kriminalbeamtin aus Nürnberg und versucht einen Serienmord an alte alleinstehende Frauen aufzuklären. Deshalb interessiert sie sich für die Beerdigungen. Diese Story ist für Theobald O.J. Fuchs die Grundlage sehr viel Erlanger Lokalkolorit zu schildern und zahllose Anekdoten über die Erlanger Friedhöfe und der Umgebung wieder zu geben. Ironisch wird über die Bestattungshelfer berichtet, „Spielkritik“ oder „After-Show-Bier“  nennen sie ihren Umtrunk nach den Beerdigungen. Die Stärke des Buches ist gleichzeitig aber auch seine Schwäche. Mit den vielen realen Details über Erlangen vor 26 Jahren, sogar der Selbstmord eines Bergkirchweihwirt 1992 kommt am Rande vor, dürfte alte Erlanger begeistern, wer nichts mit Erlangen am Hut hat, kann mit den vielen Fakten nichts anfangen. Fakten die übrigens bis in das kleinste Detail stimmen. Eine Recherche bei einer älteren Eltersdorferin hat ergeben, dass die Aussagen über die dortige Friedhofsszenerie „eine verschworen Gemeinschaft alter Männer: ehemalige Friedhofsdiener, Handwerker im Ruhestand teilten das Friedhofsgeschäft unter sich auf, stimmen“. Es waren damals u.a. die Eltersdorfer Veteranen Rudolf Heubeck, Schmidt oder Lichtscheidel. Ach ja, trotz der vielen Leichen, kurz vor der 60. Beerdigung wird die Mordserie aufgeklärt, ist es kein blutrünstiger Krimi. Dafür leicht zu lesen und merkbar ist auch, dass der Autor für die Titanic schreibt. Der sonderbare Titel ist übrigens eine Textzeile direkt aus dem Krimi. Fehlende Phantasie bei der Titelfindung oder cleverer Schachzug, muss jeder selbst entscheiden.

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