ver.di Info

Betriebszeitung

verdi-Info Nr. 2/2014

Betriebszeitung
Info von ver.di Erlangen rh ver.di Info Stadt Erlangen

Info Nr. 2/2014 35. Jahrgang (krankheitsbedingt unkorrigiert) vom 24. Januar 2014

Inhalt:

  • Tarifrunde 2014 - 100 Euro plus 3,5 %
  • Kommunalwahl 2014 – tobender Wahlkampf
  • Kommunalwahl 2014 – Erlangen piratenfrei
  • Kommunalwahl 2014 – Interview mit den OB-Kandidatinnen und Kandidaten Teil 2
  • 12.2.. - Betriebsgruppe
  • Kurz & knackig (u.a. Neues von Herrn L., Bilderrätsel, Resonanz im Internet, Verwaltungslyrik, anfordern, surfen, Culdur mit einen Konzertberichte, Veranstaltungshinweise)
wir sind es wert ver.di wir sind es wert

Tarifrunde 2014

100 Euro plus 3,5 %

Klare Forderung – Aktionen und Streiks vorbereiten

Am 11.2.2014 hat die ver.di Tarifkommission die Forderung zur Tarifrunde beschlossen. Wir fordern: 100 € Sockelbetrag für alle plus 3,5 % Erhöhung des Tabellenentgelts, 30 Tage Urlaub für alle, Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro und unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Die Reaktionen der Arbeitgeber fielen wie gewohnt aus. Bundesinnenminister de Maizière meint "das könne sich niemand leisten". Gleichzeitig will der Bundestag eine Erhöhung der Diäten von 8252 auf 9082 Euro im Monat (+830 €) beschließen. Dagegen fallen 100 Euro plus 3,5, % sehr bescheiden aus. Die kommunalen Arbeitgeber drohen dagegen gleich mit Arbeitsplatzabbau und Privatisierungen. „Wir wollen den Sockel nicht“, sagt Dr. Thomas Böhle, Vorsitzender des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Bayern und Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), “der Sockel führt dort zur Vernichtung von Arbeitsplätzen, wo die Arbeit überproportional verteuert wird.“ Gerade die Tätigkeiten in den unteren und mittleren Entgeltgruppen werden im öffentlichen Dienst wesentlich besser bezahlt als bei privaten Arbeitgebern, so die Sicht der Arbeitgeber.

Wir sind die GUTEN ver.di Wir sind die GUTEN

Vorbereiten

Die Arbeitgeberreaktionen machen deutlich, ein guter Tarifabschluss, insbesondere die soziale Komponente Sockel wird uns nicht in den Schoß fallen. Wir müssen mit Aktionen und Streiks die Arbeitgeber bewegen. Alle Kolleginnen und Kollegen sind gefordert, überlegt wie wir wirkungsvoll die Tarifverhandlungen begleiten können, macht uns Vorschläge, aber vor allem macht mit in ver.di.

Du bist Tariferfolg! Von nix kommt nix. Wer mehr Geld in der Tasche haben will und auch sonst im Berufsleben was erreichen will, muss die Kraft stärken, die sich alleine den Interessen der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes verpflichtet fühlt: ver.di – die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft.

Der Wahlkampf tobt trotz Wähler

Wir haben am 30.1. und am 1.2.2014 die Innenstadt durchstreift um den Kommunalwahlkampf zu dokumentieren. Die geschossenen Bilder finden sich in der Internetausgabe des Infos. Fündig wurden wir am Donnerstag nur in den Arcaden. Der Konsumtempel stand ganz im Zeichen von sechs der damals noch acht OB-Kandidaten. Die Grüne Liste hat mit dünner Begründung die Arcaden boykottiert und warum die Erlanger Linke fehlte, wissen wir nicht. Die Anderen waren flächendeckend in den Arcaden plakatiert und aufgeklebt.

Arcaden-Eingang rh Arcaden-Eingang

Besonders schön war die Idee, die Bilder auf die Eingangstüren zu kleben. So konnte die Arcaden Besucher bei bestimmten Köpfen die Türen besonders kraftvoll auf oder zu stoßen. Zusätzlich waren alle Gruppierungen mit einheitlich gestalteten Infoständen vertreten. Der Zuspruch der Bürger blieb allerdings überschaubar und es wurden wohl mehr Landkreisbürger als Erlanger erreicht. Nun gut, der politische Wahlkampf findet in Erlangen ja auch nicht in Einkaufszentren sondern am Samstag auf dem Hugo und in der Fußgängerzone statt. So machten wir uns am Samstag gegen 11.00 Uhr erwartungsfroh in die Innenstadt und rieben uns am Hugo mehr als verwundert die Augen.

Selten, Hugo ohne Wahlkämpfe rh Selten, Hugo ohne Wahlkämpfer

Kein Infostand einer Partei oder Gruppierung weit und breit zu sehen. Wann gab es dies schon einmal in Erlangen, nur knappe sechs Wochen vor dem Wahltermin? Also weiter in die Nürnbergerstr.. Dort war dann, gleich am Anfang, ein kleiner Stand der Grünen Liste mit ihrer OB Kandidatin Susanne Lender-Cassens und einen Eisenbahnunternehmer, städtischer Beschäftigter a.D. und Stadtratskandidat, der allseits bekannte, geliebte oder gefürchtete Stami zu finden. Allerdings war nichts los und so wurden wir, wie wo alle weiteren Interessenten am Infostand von der künftigen Oberbürgermeisterin fotografiert. Das Bild kommt wohl ab dem 1.5. in unsere Kaderakte. Ca. 15 Meter weiter stand dann noch der professionelle Infostand der CSU, allerdings auch dieser ohne potentielle Wähler. Plötzlich schallte sehr laut die Stimme des damaligen Nochkandidaten Heinze von den Arcaden herüber. Genauso überraschend ging die Videoleinwand an der Arcadenaussenseite in Betrieb und die OB Kandidaten waren zu sehen.

riesiges Interesse rh riesiges Interesse

Die innerhalb der Arcaden stattfindende Podiumsdiskussion wurde nämlich nach außen übertragen. Nachdem Innen die Diskussion hauptsächlich von Sicherheitspersonal und Stadtratskandidaten verfolgt wurde und reichlich freie Plätze vorhanden waren, eigentlich unnötig. Trotz hoher Lautstärke ignorierten die Passanten die Außenübertragung nämlich nachhaltig. Zusätzlich wurde die Diskussion noch live und in Farbe im Frankenfernsehen gezeigt. Preisfrage, hat eigentlich jemand diese Sendung im Fernsehen gesehen? Wir warten auf Meldungen, es gibt auch Prämien. Nicht in der Innenstadt zu finden waren an diesem Samstag die Erlanger Linke und ihr OB Kandidat. 11.00 Uhr ist wohl auch zu früh, wenn die Verhältnisse grundlegend verbessert werden sollen.

 

Glück (?) gehabt, in Erlangen entern die Piraten nicht das Rathaus

Zur Erläuterung drucken wir unkommentiert und unverändert den eRathausReport der Stadt Erlangen vom 3. Februar 2014 und danach den Beitrag auf der Web-Seite der Piraten vom 30.1.2014 ab. Zu diesem Zeitpunkt hätten noch die erforderlichen Unterschriften gesammelt werden können.

Noch Kandidat spricht rh Noch Kandidat spricht

Wahlvorschläge fanden zu wenig Unterstützung

Der Gemeindewahlausschuss muss über die Zulassung der eingereichten Wahlvorschläge zwar noch am Dienstagabend offiziell entscheiden. Aber bis zum Ende der Eintragungsfrist am Montagmittag konnten weder die Junge Liste (146 Unterschriften) noch die Piraten (140) die erforderliche Anzahl von 385 Unterstützungs-Unterschriften erreichen. Wie das Bürgeramt der Stadt außerdem mitteilt, kam der Oberbürgermeister-Kandidat der Piraten, Stadtrat Frank Heinze, auf lediglich 133 gültige Unterschriften. Er kann also ebenfalls nicht zur Kommunalwahl antreten.

Dürfen Erlanger Piraten nicht zur Kommunalwahl antreten?

30. 01. 2014

385 Unterschriften hätten Erlanger Bürgerinnen und Bürger im Rathaus abgeben müssen, um der Piratenpartei auch nur den Wahlantritt zu ermöglichen. Das ist den Piraten bisher nicht gelungen.

Während die Unterschriften für Bundes-, Landtags- und Bezirkstagswahlen überall gesammelt werden dürfen, müssen bei Kommunalwahlen die Unterschriften persönlich unter Vorlage des Ausweises im Rathaus an der Infotheke abgegeben werden, damit eine Liste antreten darf. In diesem Jahr kam hinzu, dass die sechswöchige Frist, Unterschriften zu sammeln, durch die Urlaubszeit in Bayern von Weihnachten bis zum 6. Januar faktisch auf vier Wochen verkürzt wurde.
Der Kreisvorsitzende Jürgen Purzner: “Obwohl wir bereits mehr als ausreichend Unterschriften für den Antritt zu Landtags- und Bezirkstagswahlen gesammelt haben, muss wegen der zusätzlichen Hürden bei den Kommunalwahlen erneut gesammelt werden. Die Zeit drängt ganz arg, am Montag den 3. Februar um 12 Uhr ist Schluss. Schaffen wir das nicht, bleibt alles beim Einheitsparteienbrei mit all seinen Begleiterscheinungen. Ein Erfolg der Piratenpartei bei den Kommunalwahlen wäre auch ein Signal an die Bundes- und Landespolitik, die Rechte und Bedürfnisse der Bürger mehr zu beachten!”

Piraten rh Piraten

Stadtrat Frank Heinze: “Eigentlich würden wir gerne Kommunalwahlkampf machen. Wir haben ein super Wahlprogramm für Erlangen. Doch der Gesetzgeber wehrt sich dagegen, dass eine Parteienvielfalt in den Stadtparlamenten herrscht. Dazu hat er sich einige Hürden ausgedacht, die für neue, kleine Parteien genau das sind: Absperrungen, die kaum zu überwinden sind. Diese bewusst geschaffenen Schwierigkeiten zur Sicherung der Macht tragen weiter zur Politikverdrossenheit bei. Dies widerspricht grundlegend dem Gedanken einer lebendigen Demokratie, die auch und insbesondere in den Kommunen wichtig ist.”

Filosofen Dieses Spiel hat überhaupt keine Rückschlüsse gezogen.

Rudi Völler
Wahlmaterialien rh Wahlmaterialien

KOMMUNALWAHL 2014

Wer dumm fragt, kriegt ….

Oder selber schuld – Teil 2

Nachstehend die Antworten der Oberbürgermeister Kandidatinnen und Kandidaten auf unsere Fragen 6-9. Wie schon im ersten Teil (siehe letztes Info) sind es durchwegs interessante Aussagen zu den Themen Themen „Gesund alt werden“, der Umgang mit Leistungsgeminderten, Fachkräftemangel und verzichtbar Aufgaben. Nachdem mangels Zulassungsunterschriften, siehe den gesonderten Beitrag, Frank Heinze nicht als OB Kandidat zugelassen wurde, haben wir seine Antworten weggelassen.

Frage 6: Mit dem Projekt „Gesund alt werden bei der Stadtverwaltung“ wurde begonnen die Arbeitsbedingungen zu verbessern und Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen, wie würden Sie den Prozess fortsetzen?

Frank Höppel: Dieser Prozess wird nie abgeschlossen sein, sondern sich ständig weiterentwickeln müssen. Als hauptamtlicher Physiotherapeut sind mir Gefährdungsreduzierung und individuelle Arbeitsplatzanpassung wichtig, um körperliche und physische Belastung der Mitarbeiter zu minimieren. Wir wollen doch alle unsere wohlverdiente Rente und Pension gesund genießen.

Der neue OB rh Die/der neue OB?

Anette Wirth-Hücking: Gespräche mit den Mitarbeitern über persönliche Stärken und Probleme am Arbeitsplatz. Arbeitsplatzgestaltung an die Mitarbeiter anpassen. Einsatz von Hilfsmitteln (siehe auch Antwort 7). Besetzung der Ämter mit ausreichend Personal um den Aufgaben gerecht zu werden. Ältere Mitarbeiter verfügen durch ihre große Erfahrung und durch ihren Sachverstand über viel Potential. Eine persönliche Wertschätzung der Mitarbeiter und ihrer Leistung halte ich für sehr wichtig. Wer gerne arbeitet wird auch gesund alt! Um das Gefühl von Überforderung zu mindern kann man den Zeitdruck herausnehmen und die Gruppe mit jüngeren Mitarbeitern oder Auszubildenden ergänzen. Und zwar im gemeinsamen Miteinander - nicht einfach eine "Jungen" vor die Nase setzen.

Anton Salzbrunn: Dass der Arbeitgeber begonnen hat seiner gesetzlichen Pflicht nach Gefährdungsbeurteilungen nachzukommen begrüßen wir. Diese sind fortzuführen in allen Bereichen der Stadtverwaltung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind im Hinblick auf ihre psychischen und sozialen Belastungen zu beurteilen und zu bewerten. Auch wenn Messbarkeit und Beobachtung nicht einfach sind und teilweise von subjektiven Bewertungen abhängen, müssen sie Gegenstand der Gefährdungsbeurteilung sein. Nur unter Berücksichtigung der Gefährdungsbeurteilungen kann ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess angegangen werden. Denn ohne diese grundlegende Voraussetzung lassen sich keine psychischen und soziale Belastungen reduzieren. Insbesondere im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes aber auch im Schuldienst sind durch mehrere bundesweite Untersuchungen gravierende Mängel festgestellt worden, die es im Interesse der Kolleginnen und Kollegen zu beseitigen gilt, was sich mittel- und langfristig auch zum Vorteil nicht des Arbeitgebers Stadt Erlangen sondern auch positiv für die Bürgerinnen und Bürger auswirkt.

Susanne Lender-Cassens: Der Prozess läuft ja gerade, wir brauchen ein demographisches Personalmanagement. Das auszuweiten, denn jede Abteilung hat andere Strukturen, wäre für mich sehr sinnvoll. Der demographische Wandel bedeutet auch, dass immer mehr ältere Leute arbeiten. Ich begrüße das Projekt sehr und möchte die Ergebnisse daraus entschlossen umsetzen, das bedeutet, krankmachende Faktoren weiter einzudämmen und mich in einem Krankheitsfall für Personalverstärkung statt Arbeitsabwälzung auf andere einsetzen.

Dr. Florian Janik: Die Vorschläge aus diesem Bereich müssen nach meiner Auffassung in einen systematischen Plan zur Umsetzung münden; dafür müssen auch Finanz- und Personalressourcen eingesetzt werden. Außerdem spreche ich mich dafür aus, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob die einzelnen Maßnahmen tatsächlich Erfolge bringen.

Dr. Elisabeth Preuß: Gesamtbetrachtung des Arbeitgebers "Stadt": Von Gebäude über Möblierung bis Prävention kann man so manche spätere teure Maßnahme vermeiden. Wer krank ist, ist krank und soll nicht aus falsch verstandenem Eifer arbeiten. Andere Arbeitgeber machen z.B. eine Aktion: wer Urlaub hat, hat Urlaub und ist auch nicht erreichbar, liest keine Mails etc.

Dr. Siegfried Balleis: Wichtig ist, dass wir diesen Prozess verstetigen. Die Beachtung der Gesundheitsaspekte für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist eine zentrale Führungsfrage. Anhand der Gefährdungsbeurteilungen müssen klare Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.

Kollege will in den Stadtrat rh Unser ehemaliger Kollege will in den Stadtrat

Frage 7: Im Laufe ihrer Tätigkeit bei der Stadt verändert sich die Leistung von Beschäftigten. Haben Sie Ideen wie leistungsgeminderte Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Stadtverwaltung beschäftigt werden können?

Frank Höppel: Suche nach adäquaten, ämterübergreifenden  Arbeitsplätzen findet schon aktuell statt. Bis dato habe ich noch keine Information über Probleme in diesem Bereich erhalten. Als gutes Beispiel sei das neue Müllfahrzeug genannt. Ich bin mir sicher, dass auch der PR hier die leistungsgeminderten Mitarbeiter sehr gut unterstützt.

Anette Wirth-Hücking: 1. gemischte Altersguppen in den Teams d.h. gegenseitige Unterstützung: Erfahrung und Sachverstand der älteren Mitarbeiter nutzen und mit der körperlichen Fitness und der Kompetenz in neuen Medien der jungen Mitarbeiter kombinieren. 2. Umsetzung der Verbesserungen (Arbeitsplatzgestaltung, Hilfsmittel etc.): Hilfsmittel zur Seite stellen. Auf den Arbeitsplatz zugeschnittene Hilfsmittel zur Seite stellen. Das können Computerbrillen, Stühle oder Einrichtungen am Müllfahrzeug sein, die älteren Mitarbeitern die tägliche Arbeit erleichtern. 3. Falls eine Veränderung des Arbeitsplatzes notwendig ist, mit den Mitarbeitern sprechen, in welchem Bereich sie sich wohlfühlen könnten.

Anton Salzbrunn: Wir sind der Meinung, dass die Altersteilzeit wieder für alle Kolleginnen und Kollegen ermöglicht werden sollte. Dies könnte auch über eine Dienstvereinbarung geregelt werden. Die Erlanger Linke würde dies unterstützen. Die Erfahrung älterer Kolleginnen und Kollegen gilt es zu nutzen. Dazu sollten in den Teams möglichst Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Altersgruppen eingesetzt werden. Bei der Einführung von neuen Arbeitsprozessen oder deren Veränderungen müssen alle Kolleginnen und Kollegen mitgenommen werden. Arbeitsplätze können auch so gestaltet werden, dass leistungsgeminderte Kolleginnen und Kollegen weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten gute Arbeit leisten können. Grundsätzlich sind aber die Gründe von Leistungsminderungen zu analysieren und ggf. Gegen- und Präventivmaßnahmen zu ergreifen. Im Übrigen ist sich die Erlanger Linke mit einer zunehmenden Zahl von gewerkschaftsnahen Wirtschaftwissenschaftler und aktiven Gewerkschaftern einig, dass eine gesellschaftliche Debatte über eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich notwendig ist um damit auch einen Ausgleich für die extreme Zunahme der belastenden Arbeitsverdichtung des vergangenen Jahrzehnts zu schaffen.

Susanne Lender-Cassens: Ich sehe den Zusammenhang von Leistungsminderung und mangelnder Wertschätzung. Leistungsminderung ist individuell unterschiedlich, dementsprechend müssen auch immer auf die Person bezogene Lösungen gefunden werden. Gesundheit hängt auch von der Zufriedenheit mit der Arbeit ab und fortwährende Unzufriedenheit macht krank. Wir haben dafür zu sorgen, dass der Arbeitsplatz sowohl körperlich als auch geistig gesundheitsgerecht gestaltet wird, d.h. die Überprüfung von Bewegungs- und Sitzmöglichkeiten und flexiblen Pausenregelungen. Über die Möglichkeit eines Renteneintritts nach 40 Jahren Arbeitsleben sollte man sich auch Gedanken machen, sowie über die Schaffung von Altersteilzeitmodellen. Das sind aber bundespolitische Aufgaben. Wenn sich Umstände verändern, also die Menschen immer älter werden und länger im Arbeitsprozess bleiben, muss sich auch etwas in den Arbeitsbedingungen ändern. Da brauchen wir mehr Kreativität und Mut, auch ungewöhnliche Wege zu gehen.

Die/der neue OB (II) rh Die/der neue OB (II)

Dr. Florian Janik: Die Dienststellen müssen durch Beratung darin unterstützt werden, diese Kolleg/innen an geeigneter Stelle einzusetzen. In Zusammenarbeit von Personalamt und Personalrat sollte für jede/n Betroffene/n eine Lösung gefunden werden. Diese Stellen dürfen nicht voll auf die Personalressourcen der jeweiligen Dienststelle angerechnet werden.

Gleichzeitig muss es darum gehen, die Arbeitsbedingungen bei der Stadt zu verbessern, um Leistungsminderungen, die aus dem Arbeitsleben resultieren, in Zukunft möglichst zu vermeiden bzw. ihre Zahl zu verringern.

Dr. Elisabeth Preuß: Ideen dazu sammeln, und zwar von Mitarbeitern auf allen Ebenen. Deutlich machen, dass Leistungsminderung kein Makel ist und daher andere Aufgabenzuteilung auch kein Tadel.

Dr. Siegfried Balleis: Wegweisend ist für mich das gemeinsame IZ-Projekt mit den Städten Nürnberg und Fürth. Bei der Potenzialanalyse muss es darum gehen, die Potentiale und die Stärken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu identifizieren und gezielt zu fördern.

Frage 8: In immer mehr Bereichen ist es schwierig, freie Stellen zu besetzen. Was würden Sie gegen den Fachkräftemangel tun?

Frank Höppel: Die Lust auf eine Tätigkeit bei der Stadtverwaltung wecken, sowohl bei Bewerbern um eine feste Anstellung, wie auch bei Auszubildenden. Die Stadt Erlangen ist ein attraktiver Arbeitgeber. In manchen Bereichen könnte auch das Angebot eines dualen Studiums/Ausbildung seitens der Stadt in Erwägung gezogen werden.

Anette Wirth-Hücking: Ausbilden, Arbeitsumfeld aufwerten, Mitarbeiterpotential nutzen (Weiterqualifikation, Aufstiegsmöglichkeiten). Öffentlichkeitsarbeit

Anton Salzbrunn: Hier ist eine Vielzahl von Maßnahmen notwendig: 1. Erhöhung der Attraktivität durch eine deutliche Verbesserung der tariflichen Entlohnung 2. Berücksichtigung der beruflichen Erfahrungen bei der Eingruppierung 3. Einführung / Tarifierung einer Ballungsraumzulage (vgl. München) besonders in Städten und Kreisen mit hohen Mietpreisen z. B. Erlangen und der Landkreis Erlangen-Höchstadt 4. Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen und 5. Schaffung von Umschulungsangebote für Erwerbslose, gem. Münchner Vorbild Dienstvereinbarung über Ballungsraumzulage besonders wg. hoher Mietpreise in Erlangen und teilweise im Landkreise ERH. 6. Verbesserung der Mitbestimmungsmöglichkeiten für Personalräte im BayPG

Echte Kandidatin rh Echte Kandidatin - Elske oder Elisabeth

Susanne Lender-Cassens: Wenn der öffentliche Dienst auch nicht mit Spitzenlöhnen punkten kann, finde ich es sinnvoll, die Vorzüge klar zu benennen und zu bewerben: fester Arbeitsplatz, keine betriebsbedingten Kündigungen, familienfreundliche Teilzeitmodelle, Elternzeit usw. Ich wünsche mir darüber hinaus mehr MigrantInnen bei der Stadt, wozu jedoch Hürden abgebaut werden müssen, beispielsweise bei der reinen Fixierung auf Schulnoten und der Anerkennung von Abschlüssen von MigrantInnen. Berlin und Hamburg haben solche Kampagnen wie beispielsweise „Berlin braucht dich“. So etwas wäre nachahmenswert.

Dr. Florian Janik: Die Stadt muss eine vorausschauende Personalplanung und –entwicklung betreiben. Um ihre Attraktivität als Arbeitgeberin zu stärken, müssen alle Ansätze geprüft werden, die zur Verfügung stehen. Unmittelbar ist es erforderlich, möglichst wenig Stellen befristet zu besetzen, die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen, Inklusion von Menschen mit Behinderung zu fördern, Arbeits- und Ausbildungsplätze bei der Stadt bei Menschen mit Migrationshintergrund stärker zu bewerben und soweit rechtlich möglich die Hindernisse für deren Einstellung abzubauen (Anerkennung von Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, größere Wertschätzung von interkultureller Kompetenz und Mehrsprachigkeit). Ein Ausbau der Weiterbildungsangebote und die Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen werden der Stadt in diesem Bereich ebenfalls nützen, ebenso wie die verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine konsequente Frauenförderung. Mittelfristig müssen weitere Veränderungen geprüft werden, z. B. Unterstützung beim Thema Wohnen (Mietkostenzuschüsse) oder Entgeltzuschläge. Möglichst viele städtische Mitarbeiter/innen sollen die Chance bekommen, sich weiterzubilden und aufzusteigen – gerade auch dort, wo dies bisher wenig der Fall ist.

Speziell für die städtischen Kindertagesstätten, wo die SPD-Fraktion bereits im Jahr 2013 die Schaffung von 4 Stellen zur Entlastung der Leitungen durchsetzen konnte, müssen dafür weitere Personalressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Dr. Elisabeth Preuß: unkonventionelle Werbung. Auch Befähigungen werten, für die es kein Diplom gibt. Bewerber mit Abschluß im Ausland "on the job" nachqualifizieren.

HORRST CSU Erlangen HORRST

Dr. Siegfried Balleis: Wir müssen weiter daran arbeiten, die Arbeitgebermarke Stadtverwaltung Erlangen noch attraktiver zu machen, um im Wettbewerb im die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich zu sein. Durch unsere immer moderner werdende Arbeitsumwelt, z.B. Einführung des Dokumentenmanagementsystems (DMS), bin ich zuversichtlich, dass wir erfolgreich konkurrieren können.

Frage 9: Sehen Sie Aufgaben und Bereiche der Stadtverwaltung die in Zukunft verzichtbar sind?

Frank Höppel: Nein, da kommt mir nicht ein Bereich in den Sinn.

Anette Wirth-Hücking: Im Moment sehe ich keine verzichtbare Aufgabe.

Anton Salzbrunn: Wir sehen drei Aufgagen als verzichtbar an:

1. Zusammenarbeit mit der Bundeswehr 2. Ermittlungsdienst des Sozialamts zur Kontrolle der Wohnverhältnisse von ALG-II- und Grundsicherungsbeziehern 3. weitere Bürgermeister, die als Wahlbeamte bezahlt werden ohne Referentenfunktion zu erfüllen

Susanne Lender-Cassens: Verzichtbar ist zu hart formuliert, veränderbar ist für mich das richtige Wort. Ich sehe die Möglichkeit, durch geschickte Zusammenlegungen und Aufgabenbündelungen mehr Klarheit und letztlich weniger Personal zu brauchen. Denn wie unter Frage 8 zu ersehen, steuert der öffentliche Dienst ja auch auf einen Personalmangel zu.

Kommunalwahl 2014 ww Kommunalwahl 2014

Dr. Florian Janik: Ich sehe keinen Bereich bei der Stadtverwaltung der in Zukunft verzichtbar ist. Grundsätzlich halte ich es aber für notwendig, dass die Stadtverwaltung in regelmäßigen Abständen überprüfen, ob die geleisteten Aufgaben noch notwendig sind, beibehalten werden müssen oder sogar eine Ausweitung sinnvoll ist und dies dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegt. Privatisierungen, insbesondere im Bereich der Daseinsvorsorge, lehne ich dabei ab. In bereits privatisierten Bereichen wie z. B. dem Reinigungsdienst soll die Rekommunalisierung geprüft werden. Für denkbar halte ich allerdings die Übertragung von Aufgabenbereichen an städtische Töchter (Beispiel: Bäder).

Dr. Elisabeth Preuß: wenn ich das sage, wählt mich keiner.

Dr. Siegfried Balleis: Nein

 

FÜR FEINSCHMECKER

Verwaltungslyrik (VII)

Die Freunde der gepflegten Verwaltungslyrik haben lange Warten müssen. Jetzt endlich hat die Stadt Erlangen einen weiteren Bericht zur Verwaltungsmodernisierung veröffentlicht, er umfasst die Jahre 2008-2012. Er enthält wieder feinste Verwaltungslyrik auf hohem Abstraktionsniveau bei gleichzeitiger sehr geringer Nachvollziehbarkeit. Wir erlauben uns deshalb in loser Folge Beispiele zu veröffentlichen. Wegen etlicher Nachfragen, die Serie ist kein Fake, sondern die Zitate wurden wirklich so veröffentlicht.

Das Ergebnis des Projekts „politisch-strategisches Steuerungsinstrumentarium für Kommunen“ ist für jeden der fünf Handlungsschwerpunkte (Aufgabenfelder) detailliert im Kernkennzahlen- und Kernzielset festgelegt, …

 

MITMACHEN

12. März ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2014 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 12. März, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Thema ist die Tarifrunde 2014, die konkrete Vorbereitung von Aktionen.

 

Entdeckt

Warum vergeigte der Clubb ein 3:0

Es gehörte zu den negativen Höhepunkten der sieglosen Clubb Bundesliga Hinrunde am 14.12.2013, eine 3:0 Führung in Hannover nicht über die Zeit zu bringen. Warum dies passierte lässt sich einfach erklären. Der neue Clubbtrainer Gertjan Verbeek kannte seine Mannschaft noch nicht richtig und stellte sie völlig falsch auf. Laut der Welt am Sonntag, siehe Abbildung, musste Mittelstürmer Ginczek in das Tor. Torhüter Schäfer musste dagegen neben Linksverteidiger Plattenhardt stürmen. Zum Glück lernte Verbeek im Wintertrainingslager seine Spieler besser kennen und schickte in der Rückrunde die Mannschaft richtig auf dem Platz. Schon gelang im ersten Spiel am 25.1.2014 der erste Sieg gegen die Traditionself aus Hoffenheim und eine Woche später ein Auswärtssieg in Berlin.

Clubb gegen Hannover rh Clubb gegen Hannover

Aufmerksame Kolleginnen

Einige Frauen haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass in der Druckausgabe im letzten (Seite 5) und vorletzten Info (Seite 7) die gleiche Karikatur abgedruckt wurde (Kellnerin die gepostet hatte, dass sie Männer mit Bart erotisch findet und anschließend von Weihnachtsmännern umringt war). Dies wurde verbunden mit der Frage ob der doppelte Abdruck eine Bedeutung hat. Wir können beruhigen und die Genderpolizei kann sich wieder zurückziehen, die doppelte Veröffentlichung hat nur mit unserer Schussligkeit zu tun. Nach der Logik müsste die Karikatur übrigens in diesem Info auf Seite 3 zu finden sein.

 

Resonanz im Internet

Wir bekommen wöchentlich eine Auswertung wie unsere Internetseiten (www.erlangen.verdi.de) genutzt werden. So hatten wir in der Woche vom 27.1. bis 2.2.2014 insgesamt 122 Besuche, interessanterweise wieder keinen einzigen zwischen 2.00 Uhr und 6.00 Uhr. Erstaunlich je ein Besuch fand aus Baiersdorf, Maisach und Greven statt.

 

Preisrätsel

Auflösung und neues Rätsel

Letztes Mal nahmen wir ein Kerwabild vom September 2013 und fragten, wo steht das Haus? Es gab einige Antworten, mehrfach wurde Erlangen-Büchenbach genannt. Dies war leider falsch, das Haus steht nicht im vornehmen und sehr gepflegten westlichen Stadtteil von Erlangen. Es steht im heruntergekommenen Erlanger Süden, kurz vor Färdd, genauer in Eltersdorf, an der Ecke Wiesengrundweg/Eltersdorferstraße und ist scheinbar nur Wenigen als Bauernhof der Familie Ebersberger bekannt. Dieses Mal fragen wir, wo war die moderne Kunstinstallation bzw. Skulptur 2013 in Erlangen zu sehen? Wie immer warten auf jede richtige Lösung Preise. Mitarbeiter vom Kunstpalais dürfen nicht teilnehmen.

Preisrätsel rh Preisrätsel

Durchschlagender Erfolg…

Letzte Meldung:

Die Personalversammlung im Bauhof am 6..2.2014 zum Thema „Gesund alt werden“ hat kurz danach positive Wirkung erzielt. Nach unbestätigten Meldungen wurde bereits am nächsten Tag das Männer-WC per Aushang zum „Raum der Stille“ umfunktioniert.

Veranstaltungen

Öffentlichen Arbeitsmarktkonferenz des DGB Erlangen mit Prof. Klaus Dörre (Friedrich Schiller Universität Jena am Donnerstag, 27.2.2014, ab 18.00 Uhr, im Saal der IGM, Friedrichstr. 7. Thematisch geht es um die Auswirkungen der prekären Beschäftigung auf die Beschäftigten (auch Stammbelegschaften) und die gewerkschaftlichen Handlungsoptionen und eine Einschätzung/Analyse der in der großen Koalition verabredeten Reformen am Arbeitsmarkt.

Veranstaltung „Wem gehört die Zeit“,am 13. März 2014 ab 18 Uhr, im Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG

Referentin ist Sybille Stamm (ehem. ver.di Landesbezirksleiterin BaWü), die ein flammendes Plädoyer für eine neue Verteilung der Zeit halten wird. Viele haben Sehnsucht nach einem ganz anderen Umgang mit Zeit. Es geht um selbstbestimmter Zeiteinteilung und eine gerechte Verteilung von Erwerbsarbeit. Sybille Stamm, Unterstützerin des Appells „für die 30-Std.-Woche“ plädiert für eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit. Die ständig steigende Produktivität ist die Grundlage enormer Zeitersparnis. Wer die Arbeitszeit nicht verkürzt schafft Arbeitslosigkeit. Es geht aber auch darum, das ganze Leben in den Blick zunehmen. „Wir brauchen mehr freie Zeit für politisches Engagement, für die Bildung und Kultur, für unsere Familien und die eigene persönliche Entwicklung. Für die Emanzipation der Frauen und mehr Geschlechterdemokratie ist die Zeitfrage das Kernthema.“ Ein hochaktuelles Thema für Gewerkschaften.

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

Rede der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, zur Arbeits- und Sozialpolitik der Bundesregierung in der Aussprache zur Regierungserklärung der Bundeskanzlerin vor dem Deutschen Bundestag am 30. Januar 2014 in Berlin

ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 2/2014 - Vermögensabgabe? – Ja bitte!

Nun bringt auch die Bundesbank im Kampf gegen die Eurokrise eine Vermögensabgabe ins Spiel. Besser spät als nie. So könnten Schulden schnell reduziert werden, und es wäre wieder Geld da für Bildung, Infrastruktur und Umwelt, ohne die breite Mehrheit zu belasten.

ver.di sopoaktuell

Die Ausgaben 157 bis 159 des sozialpolitischen Newsletter beschäftigen sich mit der Umsetzung des Koalitionsvertrags zu rentenrechtlichen Themen.

 

Surfen 144

Vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gibt es zwei Newsletter zur Wirtschafts-, Finanz-und Steuerpolitik: "klartext" und "standpunkt", sie können abonniert werden unter:

http://www.dgb.de/service/newsletter

Slut - Tobias Siebert rh Slut - Tobias Siebert

Culdur

SLUT

27.01.2014 ERLANGEN – E-WERK-CLUBBÜHNE

Seit über 2 Jahrzehnten beackern Slut sehr erfolgreich das Terrain des intellektuell anspruchsvollen Indie. Leider blieb dabei der große Erfolg bisher aus. Auch in Erlangen, so musste die Clubbühne im hinteren Bereich abgehängt werden, damit der Raum gut gefüllt wirkte. Zum Konzert, es war einer der seltenen Momente wo die Vorband das erste Drittel des Slut Auftrittes bestritt. And The Golden Choir ist ein analoges(!) Soloprojekt von Tobias Siebert. Analog, weil er selbstbespielte, knisternde und rauschende Schallplatten auflegt und dazu Gitarre oder Keyboard spielt. Seine Songs könnten Slut-Stücke sein, es fehlen nur die heftigen Gitarrenwände und die Breaks sind nicht ganz so stark. Kein Wunder, denn Siebert hat als Produzent am letzten Slut Album „Alienation“ mitgewirkt. So erstaunt es dann auch nicht, dass Siebert nach seinen Auftritt mit Slut auf der Bühne steht und aus dem Quintett um den gutgelaunten Sänger Neuburger so ein Sextett wird. Im zweiten Drittel des Konzertes standen die neuen Slut-Songs im Mittelpunkt. Sie sind zwar etwas elektronischer geraten, aber doch typische Slut-Songs. Besonders schön waren „Anybody have a roadmap“, dank der vielen Trommler sehr dynamisch mit viel drive und das vom Heimatort Ingolstadt handelnde Titelstück „Alinenation“. Der 3.Teil des Konzertabends war dann eher geprägt von den alten Nummern. Höhepunkte waren „StillNo 1“ mit einen Piano im Coldplay-Stil und natürlich „Mackie Messer“ von der Dreigroschen Oper EP.

Slut rh Slut

Der fast dreistündige Abend war insgesamt stimmig und kompakt. Auch optisch, dank der Videoprojektionen in die aufgehängten Bilderrahmen. Bei Slut selbst wurde deutlich, wie wenig sie sich verändert haben. Sie sind sich über 20 Jahre hinweg treu geblieben. Spielen ihren intellektuellen Indie, was sich nicht nur am Rotweinschlürfen bemerkbar macht. Ihre Songs sind sperrig, kompliziert mit vielen Wendungen und häufig auch ausgeprägt lang. Manchmal wäre weniger wohl mehr und Slut erfolgreicher bzw. Slut wären die Ingolstädter Antwort auf Muse. Aber dies wollen sie vermutlich gar nicht sein.

 

Neues von Herrn L.

NSA

Wahr ist, dass Obama den NSA mehr kontrollieren will. Unwahr ist, dass der NSA den US-Präsidenten unkontrolliert regieren lässt.

Glücksrad

Berlin – Las Vegas: …und nun noch eine Richtigstellung: Versehentlich wurde in letzter Zeit falsch darüber berichtet, daß deutsche Bürgerinnen und Bürger in verschiedenen Bundesländern am glücklichsten sind. Der amtliche Sachverständige hat inzwischen nämlich festgestellt, dass der neue deutsche Glücksatlas bei der Ziehung stets verkehrt herum gehalten wurde. Natürlich sind die glücklichsten Deutschen immer nur oben, noch weiter oben und ganz weit oben – statt unten.

ver.di-Info