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verdi-Info Nr. 11/2014

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Info Nr. 11/2014 36. Jahrgang (noch sind Kalender 2015 da) vom 26. November 2014

Inhalt:

  • Freihandelsabkommen
  • Landesfachbereichskonferenz Gemeinden
  • Resolution Arbeitsmarktzulage
  • Beamtenbesoldungsrunde 2015
  • „Neue“ Schwerbehindertenvertretung
  • Tarifeinheit und Streikrecht
  • Kurz & knackig (u.a. Neues aus der Anstalt, Bilderrätsel, Resonanz im Internet, Verwaltungslyrik, Neues von Herrn L., anfordern, surfen 153, Dialegtbeaufdragdn Nord, Culdur mit Konzertbericht, DVD und CD-Tipp)

Freihandelsabkommen TTIP und TiSA - Demokratie muss Vorrang haben

Der ver.di Arbeitskreis der Gesamtpersonalräte der deutschen Großstädte hat sich mit dem dem transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) und das Dienstleistungsabkommen TiSA (Trade in Services Agreement) beschäftigt und spricht sich entschieden gegen die bisher öffentlich bekannt gewordenen Inhalte aus. Der Personalrat der Stadt Erlangen hat sich der nachstehenden Stellungnahme angeschlossen.

Beide Abkommen sind nach derzeitigem Kenntnisstand geeignet die bisherige Form kommunaler Daseinsvorsorge und das Subsidiaritätsprinzip zu gefährden. TTIP sieht vor, dass die öffentliche Daseinsvorsorge wie Wasser, Abwasser, Abfallentsorgung, Bildung und Kulturförderung, Dienstleistungen der Stadtwerke, Kommunalbetriebe und der öffentliche Verkehr frei ausgeschrieben werden müssen. Nach TiSA wären in diese Ausschreibungen nicht nur die EU und die USA, sondern zahlreiche weitere Staaten, beispielsweise in Südamerika mit einbezogen. So käme z.B. die Privatisierung des Wassers, die durch eine europäische Bürgerinitiative im vergangenen Jahr verhindert wurde, durch die Hintertür wieder auf die Tagesordnung. Die in dem Handelsabkommen vorgesehenen Schiedsgerichtsverfahren im Rahmen der Investitionsschutzklauseln höhlen die Demokatie und den Rechtsstaat aus.  Durch sie wird der Spielraum demokratischer Entscheidungen eingeengt und auf die Beschlüsse reduziert, die die Renditen der Wirtschaft nicht schmälern. Denn im Falle wirtschaftlicher Verluste drohen dann hohe Schadensersatzklagen.

Die USA und die EU haben unterschiedliche Standards. So gilt z.B. bei Lebensmitteln in der EU das Vorsorgeprinzip. In den USA kommen dagegen die Produkte sofort auf den Markt und die Verbraucher müssen eine Gefährdung nachweisen.

In Deutschland gelten ein Mindestlohn von 8,50 Euro ab 2015 und die Tarifautonomie. In den USA gibt es einen landesweiten Mindestlohn von 5,40 Euro und in 25 Bundesstaaten schränken „Right-to-Work-Gesetze“ Gewerkschaftsrechte massiv ein.

Wir fordern daher:

Keine Unterwanderung der Demokratie!

Keine Einschränkung der öffentlichen Daseinsvorsorge!

Keine Angleichung oder gegenseitige Anerkennung von Standards , die einer Absenkung oder einer Abschaffung demokratisch geschaffener Arbeits-, Umwelt-Verbraucher-, Sozial- und Vergabegesetze gleichkommt!   

Die in der gemeinsamen Positionierung von DGB und BMWi formulierten Maßstäbe weisen in die richtige Richtung. Es kommt jetzt darauf an, diese in den Verhandlungen umzusetzen. Wir werden den Prozess in den folgend Monaten aufmerksam verfolgen und kritisch begleiten.

Organisationswahlen – Landesfachbereichskonferenz Gemeinden

Am 18.11.2014 fand die bayerische Konferenz für den Fachbereich Gemeinden statt. Der Fachbereich Gemeinden ist einer der 13 Fachbereiche in ver.di. Die Fachbereiche sind insbesondere für die berufsfachliche und inhaltliche Arbeit zuständig. Nach der ver.di Satzung nehmen sie „die Aufgaben der fachbezogenen mitglieder- und betriebsnahen Interessenvertretung wahr“. Mit bundesweit rund 230.000 Mitgliedern, in Bayern sind es über 18.800 Mitglieder, gehört der Fachbereich zu den Mitgliederstärksten in ver.di. Diese 18.800 Mitglieder wurden in Fürth von 52 Delegierten, darunter 25 Kolleginnen (48%) vertreten.

ver.di Landesbezirksleiterin Luise Klemens rh ver.di Landesbezirksleiterin Luise Klemens

Grußwort Luise Klemens

Die ver.di Landesbezirksleiterin Luise Klemens zeigte in ihrem Grußwort die Erfolge des gewerkschaftlichen Engagement auf (Mindestlohn, gute Tarifabschlüsse), sprach sich eindeutig gegen weitere gesetzliche Beschneidungen des Streikrechts aus und dankte den Anwesenden für ihr breites ehrenamtliches Engagement in ver.di.

Geschäftsbericht

Für den bisherigen Landesfachbereichsvorstand Gemeinden gab Roland Hornauer den mündlichen Geschäftsbericht ab. Er machte deutlich, dass nach wie vor die Themen Finanzausstattung der Kommunen, Einsatz gegen Public Private Partnership-Modelle und gegen Privatisierung aktuell sind. „Nach wie vor gibt es viele, die mit der öffentlichen Aufgabenerfüllung ihren privaten Reibach machen wollen“, betonte Hornauer. Für die nächsten Jahre muss sich der Fachbereich wieder stärker mit den Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen durch technische Änderungen wie Dokumentenmanagementsysteme (DMS), eAkte oder der einheitlichen Behördenrufnummer D 115 beschäftigen.

 aktuelle Tarifsituation rh Achim Meerkamp vom ver.di Bundesvorstand berichtet über die aktuelle Tarifsituation

Dies zusammen mit dem Thema „Gute Arbeit“. Die Arbeitsbedingungen müssen so verändert werden, damit die Beschäftigten durch die Arbeit nicht krank werden, sondern gesund alt werden können. Obwohl der Tarifabschluss in diesem Jahr eine zweijährige Laufzeit hat, stehen in den nächsten Wochen wichtige Tarifverhandlungen an. Gelingt die tarifliche Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst, kann dies der Startschuss für weitere Eingruppierungsverhandlungen für viele andere Berufsgruppen sein. Beim Thema Zusatzversorgung gilt es aktionsfähig zu werden, um Verschlechterungen zu verhindern. Deutlich kritisiert wurde die Arbeitsmarktzulage. Der bayerische Kommunale Arbeitgeberverband hat seinen Mitgliedsstädten die Möglichkeit eröffnet bei Mangelberufen eine Zulage in Höhe von bis zu 20 % der Entgeltgruppe zu zahlen. Dies ist eine völlig falsche Vorgehensweise. Es ist empörend, dass einerseits die kommunalen Arbeitgeberverbände sich jeglichen Verhandlungen über Eingruppierungsverbesserungen verweigern, andererseits aber den Weg frei machen für einseitige, jederzeit widerrufliche Zulagen durch die Kommunen. Diese Zulagen haben keine tarifliche Grundlage und unterlaufen den Kommunalen Flächentarifvertrag. Das monatliche Einkommen muss verbindlich und einklagbar über Tarifverträge geregelt werden und darf nicht der willkürlichen Entscheidung der Arbeitgeber je nach Arbeitsmarktsituation, Kassenlage oder Gutdünken überlassen bleiben.

Anträge

Der Konferenz lagen 13 Anträge und eine Entschließung zur Arbeitsmarktzulage (siehe Kasten) vor. Beschlossen wurde unter anderen:

  • Daseinsvorsorge weiterhin als Thema aller Gliederungen und Ebenen von ver.di beizubehalten. Dazu sind Aktionen, Maßnahmen und Veranstaltungen anzubieten und alles zu unternehmen, die Daseinsvorsorge zu stärken.
  • Aktiv gegen TTiP, TiSA und Ceta vorzugehen und öffentliche Daseinsvorsorge zu sichern und auszuweiten.
  • Sich mit dem Thema "einheitliche Behördennummer (D115) zu beschäftigen (mit D 115 können u.a. kommunale Dienstleistungen von zentraler Stelle erbracht werden).
  • Abschaffung der Bereitschaftszeit für Schulhausmeister/innen nach TVöD
von links Ursula Hofmann, Roland Hornauer und Elisabeth Rauch rh von links Ursula Hofmann, Roland Hornauer und Elisabeth Rauch

Der Antrag aus der Erlanger Mitgliederversammlung „Kommunikationshilfen (Gebärdensprachdolmetscher) bei allen wichtigen ver.di-Versammlungen - Es soll sichergestellt werden, dass zukünftig Kommunikationshilfen (Gebärdensprachdolmetscher) bei allen wichtigen ver.di-Versammlungen (Streik-Kundgebung, Mitgliederversammlungen im Rahmen von ORGA-Wahlen und laufenden Tarifrunden, sowie Bildungsveranstaltungen) für Hörgeschädigte (Gehörlose) bereitgestellt werden.“ wurde beschlossen. Die angenommene Empfehlung der Antragskommission lautete, „Annahme mit Änderungen: nach dass wird eingefügt "bei Bedarf" und Weiterleitung an die Landesbezirkskonferenz, an die Bundesfachbereichskonferenz und an den Bundeskongress“.

Wahlen

Neben etlichen Delegiertenmandaten wählte die Konferenz auch einen neuen Landesfachbereichsvorstand. Er besteht aus 31 Mitgliedern davon 17 Kolleginnen. Zum Landesfachbereichsvorsitzenden wurde einstimmig Roland Hornauer gewählt. Ebenfalls einstimmig wurden zu stellvertretende Vorsitzende die Münchner Gesamtpersonalratsvorsitzende Ursula Hofmann und Elisabeth Rauch, Personalratsvorsitzende beim Landratsamt Cham gewählt.

  • Resolution der Landesbezirksfachbereichskonferenz Gemeinden vom 18.11.2014 Die Landesfachbereichskonferenz Gemeinden steht Arbeitsmarktzulagen kritisch gegen über. Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern hat seinen Mitgliedern den Weg frei gemacht, Berufsgruppen,

    Die Landesfachbereichskonferenz Gemeinden steht Arbeitsmarktzulagen kritisch gegen über.

    Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern hat seinen Mitgliedern den Weg frei gemacht, Berufsgruppen,bei denen ein nachweisbarer Mangel besteht, eine Arbeitsmarktzulage in Höhe von bis zu 20% der entsprechenden Entgeltgruppe in der Stufe 2 für die Dauer von bis zu 5 Jahren zu bezahlen. Diese Zulagen sind eine freiwillige Leistung und können jederzeit widerrufen werden.

    Die ver.di-Landesfachbereichskonferenz Gemeinden hält eine Arbeitsmarktzulage zur Behebung eines Fachkräftemangels für eine völlig falsche Vorgehensweise. Wir stellen mit Empörung fest, dass sich die kommunalen Arbeitgeberverbände einerseits sperren, in Verhandlungen über eine Entgeltordnung Eingruppierungsregelungen zu vereinbaren, die zu einer höheren Eingruppierung führen andererseits aber den Weg für einseitige, jederzeit widerrufliche Zulagen durch die Kommunen frei machen. Diese Zulagen haben keine tarifliche Grundlage und unterlaufen die Eingruppierungsregelungen bei den Kommunen. Arbeitsmarktzulagen sind nicht geeignet, eine nachhaltige Entschärfung des Fachkräftemangels herbei zu führen; sie führen nur zu einer Verschiebung des Mangels und beeinflussen auf Kosten anderer Kommunen den Fachkräftemangel. Viele Berufe und Tätigkeiten im öffentlichen Dienst sind wenig attraktiv gestaltet, so dass in vielen Bereichen Engpässe bei der personellen Besetzung entstehen. Eine punktuell geleistete Arbeitsmarktzulage berücksichtigt diese Situation nicht.

    Wir fordern den Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern auf, möglichst rasch bei der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände seinen Einfluss geltend zu machen, in Tarifverhandlungen über eine Entgeltordnung Regelungen mit dem Ziel zu vereinbaren, ein besseres Eingruppierungsniveau zu ermöglichen.

    Das monatliche Einkommen muss verbindlich und einklagbar über Tarifverträge geregelt werden und darf nicht der willkürlichen Entscheidung der Arbeitgeber je nach Arbeitsmarktsituation, Kassenlage oder Gutdünken überlassen bleiben.

Beamtenbesoldung, ver.di bereitet sich auf die Besoldungsrunde Länder und Kommunen 2015 vor

Im Februar 2015 beginnen die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft Deutscher Länder. Im Dezember 2014 entscheidet die Bundestarifkommission über die Forderungen zur Länderrunde. Die nächste Besoldungsrunde für die Beamtinnen und Beamten steht vor der Tür = die Tarifrunde der Länderbeschäftigten. ver.di hat daher mit der Forderungsfindung begonnen. Die bayerische Forderung soll am 09.12.2014 beschlossen werden. Der Verhandlungsauftakt ist für den 16.02.2015 vorgesehen. Der bayerische Finanzminister Markus Söder hat bereits angekündigt, das Tarifergebnis zeit- und inhaltsgleich auf die bayerischen Beamtinnen und Beamten zu übertragen. Mitmachen lohnt sich!!!

ver.di praktisch - facebook, ver.di und ich – eine gewinnbringende Verbindung?

Am Donnerstag, 27. November 2014, 17:30 bis 20:30 Uhr im Gewerkschaftshaus Nürnberg, k.i.b.s., EG

Arbeitsrecht aktuell - Leistungsgemindert und nun?

Am 3. Dezember 2014 ab 18 Uhr im Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG. Vortrag von Kollegin Irena Schauer, die anschließend für Fragen zu diesem schwierigen Thema zur Verfügung steht.

MITMACHEN

17. Dezember ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2014 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 17. Dezember, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Themen sind die Jahresplanung 2015, Berichte von den ver.di Konferenzen und das jahreszeitgemäß Übliche.

Filosofen Immer, wenn ich breit bin, werde ich spitz.

Wolfram Wuttke

Haushalt und Stellenplan 2015

Derzeit laufen die Haushaltsberatungen in den Stadtratsausschüssen. Der Verwaltungsentwurf zum Haushalt und Stellenplan 2015 ist ungewöhnlich. Kämmerer Konrad Beugel stellte den Entwurf bei seiner Einbringungsrede im Stadtrat unter das Motto „das hat man lange nicht gesehen“. Grund ist das 2014 historisch beste Ergebnis bei den Gewerbesteuereinnahmen, statt 71,1 Mio. wie geplant wird die Stadt wohl 86 Mio. Euro einnehmen. Am 31.12.2014 verfügt die Stadt über vermutlich 30 Mio. liquider Mittel. Auch für 2015 schätzt die Kämmerei, dass die Einkommens- und Gewerbesteuer um knapp 10 Mio. höher liegen, als die Haushaltsplanzahlen für 2014. So kommt es zum Novum, dass die Kämmerei 1 Mio. Euro für zusätzliche Ausgaben aufgrund von Stadtratsfraktionsanträgen schon im vorauseilenden „Gehorsam“ eingeplant hat. Nach den bisherigen Haushaltsberatungen werden die Fraktionen sicher diesen Betrag ausschöpfen. Der Verwaltungsentwurf für den Stellenplan 2015 sieht die Schaffung von 68,5 neuen Planstellen vor. Dazu werden wohl noch einige durch die Stadtratsfraktionen beantragten Stellen kommen. Hoffentlich gilt das hat man lange nicht gesehen auch in den nächsten Jahren.
 

 

Schwerbehindertenvertretung bei der Stadt bleibt in starken Händen

Bei der Anfang November durchgeführten Wahl zur Schwerbehindertenvertretung bei der Stadt Erlangen wurde die bisherige Vertrauensperson der Schwerbehinderten Silvia Beyer wieder gewählt. Als neue stellvertretende Vertrauensperson wurde Heidi Seitz-Römling vom städtischen Theater bestimmt.

SBV rh Von links Stefan Braun, Heidi Seitz-Römling, Sabine Zörndlein, Silvia Beyer und Markus Wölfel

Als weitere Stellvertreterin wurde Sabine Zörndlein vom Bauaufsichtsamt bestätigt. Im Eigenbetrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung wurde Stefan Braun als Vertrauensperson wieder gewählt, seine Stellvertreter sind Markus Wölfel und Martin Roth. Alle gewählten Vertrauenspersonen sind Mitglied der Gewerkschaft ver.di. Die Schwerbehindertenvertretung ist die besondere betriebliche Interessensvertretung von Menschen mit Behinderung und Menschen, die von Behinderung bedroht sind. Bei der Stadt Erlangen sind zurzeit rund 190 städtische Beschäftigte anerkannte Schwerbehinderte mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 % bzw. sie sind den Schwerbehinderten gleichgestellt. Obwohl nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde lag die Wahlbeteiligung bei knapp 50 %. Ein Zeichen dafür, dass die Betroffenen die bisherige Arbeit der Schwerbehinderten durchaus zu schätzen wissen. Ein Schwerpunkt der künftigen Arbeit der Schwerbehindertenvertretung ist der Einsatz von Kolleginnen und Kollegen, deren Leistungsfähigkeit sich aufgrund schwerer Erkrankungen verändert hat. Für die neu gewählte Schwerbehindertenvertretung steht dabei fest, es gibt genug Arbeiten innerhalb der Stadtverwaltung, die oftmals liegen bleiben, nicht getan werden oder extern vergeben werden. Künftig gilt es deshalb noch mehr Möglichkeiten aufzutun, um Menschen mit Einschränkungen zu beschäftigen. Wichtig ist es, nicht alles mit rein betriebswirtschaftlichen Zahlen zu berechnen, sondern Menschen einzusetzen und ihnen so die Möglichkeit zu geben gute Arbeit zu leisten und etwas Sinnvolles zu tun.

10 gute Gründe einer Gewerkschaft NICHT beizutreten

- du denkst, du verdienst genug.

- du willst längere Arbeitszeit.

- du magst keine freien Wochenenden.

- vier Wochen Urlaub sind genug

- du willst Überstunden nicht bezahlt haben.

- du willst auch krank zur Arbeit gehen.

- du stehst auf gefährliche Arbeitsplätze.

- du willst rund um die Uhr für deine Firma da sein, Freizeit wird überbewertet.

- du willst gar keinen sicheren Arbeitsplatz.

- du brauchst kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

- der Chef hat sowieso immer Recht.

Ja zur Tarifeinheit. Nein zur Einschränkung des Streikrechts.

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Tarifeinheit vorgelegt. Die Tarifeinheit, damit gemeint sind gleiche tarifliche Bedingungen für gleiche Arbeit, soll durch ein Gesetz erzwungen werden. Es ist davon auszugehen, dass dabei Eingriffe in das ohnehin eher restriktive Streikrecht vorgenommen werden.

Der Bundesvorstand von ver.di hat bereits Anfang November Bedenken gegen den Gesetzentwurf formuliert und ihn abgelehnt. „Tarifeinheit ist grundsätzlich erstrebenswert, damit Beschäftigte nicht gegeneinander ausgespielt werden, aber das müssen wir mit gewerkschaftlichen Mitteln erreichen“, sagt der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Der vorliegende Gesetzentwurf ist problematisch, weil er vorsieht, bei einer Kollision mehrerer Tarifverträge den Tarifvertrag der Mehrheit auf die gesamte Belegschaft anzuwenden. Das bedeutet aber auch eine indirekte Einschränkung des Streikrechts. „Gewerkschafter können nicht die Hand reichen für einen solchen Eingriff ins Streikrecht“, sagt Bsirske. Die Tarifeinheit muss politisch – zwischen den Gewerkschaften – hergestellt werden, nicht juristisch. Wir fordern die Bundesregierung auf, von einer gesetzlichen Regelung der Tarifeinheit abzusehen! Wir bekennen uns zum Prinzip, dass Gewerkschaften die Solidarität aller Beschäftigtengruppen organisieren. Ziel ist der Grundsatz „ Ein Betrieb ein Tarifvertrag“ im Sinne von Flächentarifverträgen, die den Wettbewerb in einer Branche über Löhne und Arbeitsbedingungen ausschließen. Die so verstandene Tarifeinheit hat einen hohen Stellenwert für die Gewährleistung einer solidarischen und einheitlichen Interessenvertretung aller Beschäftigten in den Betrieben und Dienststellen. Tarifeinheit begrenzt die Konkurrenz, sichert die Durchsetzungsfähigkeit der Belegschaften und fördert die Akzeptanz der Tarifautonomie. Der von der Bundesregierung vorgelegte Referentenentwurf wird diesen Grundsätzen nicht gerecht, da er bei einer Kollision mehrerer Tarifverträge vorsieht, nur den Tarifvertrag der Mehrheit gelten zu lassen. Die anderen sind tariflos und ihr Streikrecht steht unter dem Vorbehalt der Verhältnismäßigkeit. Dies ist unzweifelhaft auch eine indirekte Einschränkung des Streikrechts. Wer die Tarifautonomie stärken will, darf auch Streiks als grundgesetzlich garantiertes Freiheitsrecht aus Artikel 9 Absatz 3 GG nicht einschränken. Wir lehnen jegliche Eingriffe in das Streikrecht ab!

Beteiligt euch daher an der Initiative Tarifeinheit: JA – Eingriff ins Streikrecht: NEIN

ver.di hat zusammen mit der NGG und der GEW eine breite Unterschriftensammlung zur Tarifeinheit auf den Weg gebracht. Unterschriften sind im Internet über die Seite www.verdi.de möglich. Unterschriftenlisten werden im Internet auch zum Download zur Verfügung gestellt.

Welches Rathaus? rh Welches Rathaus?

Auflösung und neues Rätsel

Wir fragten, wo wurde das städtebauliche Glanzlicht aufgenommen und welcher städtische Bereich ist in der Nähe? Es ist der Blick von der Paul Gossen Brücke Richtung Norden auf die beeindruckenden Maueranlagen der DB und natürlich grenzt der städtische Bauhof direkt an. Alle richtigen Lösungen wurden wie gewohnt mit ver.di Streuartikeln belohnt. Das neue Rätsel zeigt ein Rathaus, in welcher Stadt? Tipp, Miss EM arbeitet in dieser Stadt.

Neues von Herrn L.

Übergang

Berlin: Unter den Klängen des sozialdemokratischen Revolutionsliedes „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ hat Bundesarbeitsministerin Nahles heute Vormittag das Streikrecht in Deutschland abgeschafft. Damit, so Nahles, sei endlich der Übergang zu einer neuen gesellschaftlichen Formation, nämlich der des modernen Neo-Sozialliberalismus erreicht worden. So gebe es ab sofort für Arbeitgeber nur noch Gewerkschaften, die nicht mehr streiken wollen und statt Lohnerhöhungen nur Lohnsenkungen fordern. Unklar ist noch, zu welchem Zeitpunkt die Arbeitgeberverbände selbst in Gewerkschaften umbenannt werden.

Gesundheitsreform

Nach statistischen Untersuchungen gehen mindestens zwei Drittel der Arbeitnehmer krank zur Arbeit. Zum Ausgleich kommen vier Drittel krank von der Arbeit.

Versäumnis

Neuesten Statistiken zufolge hinkt die Ost-Wirtschaft nach 25 Jahren immer noch hinterher. Anscheinend hat die Treuhand damals keine ganze Arbeit geleistet. Nach ihrer Planung hätte nämlich von der Ost-Wirtschaft seinerzeit überhaupt nichts mehr übrig bleiben dürfen.

Neues aus der Anstalt

Wenn man sich über Kommunalbit AöR informieren möchte, gibt man in der Suchmaschine „google“ folgenden Begriff ein: „Bewertung Kommunalbit“. Danach ist schon der erste Link zielführend. „Kununu“ dies ist ein Service vom sozialen Netzwerk „XING“ für den geschäftlichen Bereich. Dort ist zu lesen:
Vorgesetztenverhalten
Hierarchien sind klar geregelt dazwischen gibt es nichts. 
Interessante Aufgaben

Es wird alles nach Schema abgearbeitet.
Pro:
nichts.
Contra:
Die verkrusteten bürokratischen Strukturen. Das Desinteresse der Vorgesetzten an den Mitarbeitern.

Bevor der Vorstand der Anstalt in Hektik ausbricht, der Hinweis, die Bewertung kommt offensichtlich nur von einer Person! Übrigens über die Stadtverwaltung Erlangen existiert bei www.kununu.com keine Bewertung.

Geehrt für 60jährige Mitgliedschaft, von links Ortsvereinsvorsitzender Roland Hornauer, Johann Detzel, Friedrich Gumbert, Wolfgang Reck, Helmut Söll und Kurt Steinl rh Geehrt für 60jährige Mitgliedschaft, von links Ortsvereinsvorsitzender Roland Hornauer, Johann Detzel, Friedrich Gumbert, Wolfgang Reck, Helmut Söll und Kurt Steinl

Surfen 153

Der Internetauftritt von ver.di Erlangen ist um eine Seite gewachsen. Unter http://erlangen.verdi.de/ortsverein/berichte-von-veranstaltungen-und-aktionen werden Berichte des Ortsvereins veröffentlicht. Konkret findet sich ein Bericht mit einigen Fotos von der diesjährigen Jubilarfeier. Zu der Seite kommt man auch, wenn www.erlangen.verdi.de aufgerufen wird, auf Ortsverein geklickt wird und dann Berichte von Veranstaltungen und Aktionen angeklickt wird.

 

FÜR FEINSCHMECKER

Verwaltungslyrik (XIII)

Die Freunde der gepflegten Verwaltungslyrik haben lange Warten müssen. Jetzt endlich hat die Stadt Erlangen einen weiteren Bericht zur Verwaltungsmodernisierung veröffentlicht, er umfasst die Jahre 2008-2012. Er enthält wieder feinste Verwaltungslyrik auf hohem Abstraktionsniveau bei gleichzeitiger sehr geringer Nachvollziehbarkeit. Wir erlauben uns deshalb in loser Folge Beispiele zu veröffentlichen.

Das würde auch bedeuten, dass sich Erlangen noch stärker um die heimische Wirtschaft bemühen würde, was im Streben nach globaler Wettbewerbsfähigkeit unbedingt notwendig ist.

Resonanz im Internet

In der Woche vom 10. bis 16. November 2014 hatten unsere Internetseiten, www.erlangen.verdi.de, einen (!) Besuch zwischen 1.00 und 2.00 Uhr.

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 17/2014 - Nahverkehr in Gefahr, wichtig für die StuB

Ein Drittel der Bevölkerung nutzt täglich Bus oder Bahn. Fahrzeuge, Trassen oder Tunnel sind oft reif fürs Museum. Ohne öffentliche Zuschüsse wären Fahrscheine doppelt so teuer wie heute. Jetzt ist unklar, wie es bei ohnehin knappen Zuschüssen ab 2015 weitergehen soll.

  • Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf dem Arbeitgebertag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände am 4. November 2014 in Berlin
  • ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 18/2014 - Im Rausch des Reichtums

0,3 Prozent der Weltbevölkerung besitzen ein Drittel des Weltvermögens.  In Deutschland ist die Verteilung noch schiefer: Hier verfügen gerade einmal 0,02 Prozent über fast ein Viertel des Vermögens. Die Superreichen geben viel Geld für Yachten, Flugzeuge, Schmuck, Kunst und Reisen aus. Wir haben bessere Ideen…

  • Rede von Bundespräsident Dr. h. c. Joachim Gauck bei der Veranstaltung „Nachhaltige Entwicklung weltweit: Was kann Deutschland beitragen?“ am 15. September 2014 in Berlin
Unser Dialegtbeaufdragdn Nord rv Unser Dialegtbeaufdragdn Nord

Neues vom Dialegtbeaufdragdn Nord

 „Pass mal op mien leve Kollech, wenn wie uns am söbenuntwinnigsten sehn, denn sech ick: Moin Kafftain.“

2015

Kalenderreste

Wir haben noch einige Aufstellkalender für die Schreibtische, 3-Monats-Wandplaner, Wandplaner in A 0 und einige wenige Planer für den Sozial- und Erziehungsdienst.

Kunst mit Satzzeichen (II)

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(Linie unterbrochen)

Pausen

Ordnet ein Arbeitgeber Pausen ohne Wahrung des Mitbestimmungsrechts des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG an, so sind die Pausen unter dem Gesichtspunkt des Annahmeverzuges auch dann zu vergüten, wenn sie § 4 ArbZG entsprechen.

LAG Köln, Urt. v. 26. 04. 2013 – 4 Sa 1120/12 –

Das Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln gilt auch im Bereich der Personalvertretungsgesetzte. § 4 Arbeitszeitgesetz regelt die Mindestruhepausen.

The Brew rh The Brew

Culdur

THE BREW

7.10.2014, HIRSCH, NÜRNBERG    

Obgleich die britischen Bluesrocker The Brew schon öfters in unserer Region waren, blieb der Hirsch zur Hälfte leer. Die Gekommenen, darunter viele sichtlich ergraute Altrocker, hatten trotzdem viel Spaß angesichts des fast zweistündigen, energiegeladenen Auftritts des Trios aus dem bekannten nordostenglischen Ort Grimsby. Ihr Sound setzt da an, wo „Jimmy Hendrix“ oder „The Cream“ aufgehört haben. Dank der heutigen Technik klingt alles viel satter und viel kräftiger. Anders gesagt, so würden die Superstars von vor über 45 Jahren heute klingen. Passend dazu posen sie wie die früheren Helden. Auffällig wie gut The Brew harmonieren. Immer wieder werden in den Songs lange bis ganz lange Solos eingebaut, doch ohne Probleme finden sich die Drei immer wieder zum ursprünglichen Song zurück.

The Brew (II) rh The Brew (II)

Kurz vor Schluss gibt es vom Drummer Kurtis Smith, Sohn des Bassisten Tim Smith, ein endlos langes Schlagzeugsolo, wo alle Facetten aus den Fellen, Becken und sonstigen einschlägigen Geräten herausgeprügelt, geklopft und gestreichelt werden. Man denkt Ian Paice von Deep Purple hat sein Solo in „The Mule“ von 1972 grundlegend überarbeitet und aufgefrischt. Mittelpunkt der Band ist aber Sänger und Gitarrist Jason Barwick. Der Höhepunkt war für mich als er mittels Geigenbogen ganz ungewohnte Töne aus seiner Gitarre zauberte. Bei den Zugaben kam es dann noch zum Duell Gitarre gegen Schlagzeug und zum Schluss ein geniales Medley mit unter anderen den Klassikern „Whole Lotta Love“, „Hey Joe“ und „Silver Machine“. „Led Zeppelin“, „Jimmy Hendrix“ und „Hawkwind“ in einen Song zu vermengen hat schon was. Allerdings wird spätestens mit der letzten Zugabe deutlich, The Brew  sind im Grunde nur eine sehr gute Coverband, der es etwas an eigenen musikalischen Ideen mangelt. Dazu passend die Vorband Tos, die versuchen wie U 2 zu klingen, U 2 aus Ulm.

Culdur CD-Tipp

HARDROCK

MASSIVE WAGONS

FIGHT THE SYSTEM

OFF YER ROCKA / CARGO

„Fight the System“ ist ein Leckerbissen für alle Alt- und Neurocker. Schon der Einstieg mit „Dirty Little Secrets“ lässt die Lauscher aufstellen. Schnell, abwechslungsreich, mit viel Druck gespielt, dazu eine dreckige, schreiende Stimme und ganz plötzlich ist der Song vorbei.

Fight The System ww Fight The System

Mit „S.W.T.“ geht es etwas ruhiger weiter, doch dann folgen fast nur noch schöne Rocknummern. Der Titelsong erinnert etwas an die legendären „Sweet“, nur viel komplexer. Überhaupt erinnern, laufend rätselt man, nach welcher Band der Song klingt. Die fünf Briten erfinden mit Massive Wagons keine neue Mucke, sondern sind fleißige Arbeiter und spielen mit viel Freude eine gute Mischung aus Rock, Country, Blues und Metal. Das rockt ordentlich und klingt nach „Wolfmother“, „Gluecifer“, „Bily Talent“, „Led Zeppelin“, „Gun`s & Roses“, „Black Crowes“, „Rose Tattoo“ …. Egal es klingt gut und so muss es sein.

Culdur

DVD - kein Tipp

GUNS N´ ROSES

APPETITE FOR DEMOCRACY: LIVE AT THE HARD ROCK CASINO – LAS VEGAS

GEFFEN / UNIVERSAL

Guns N` Roses gehörten Ende der 1980er und Anfang der 1990er zu den erfolgreichsten Bands. Sie haben weltweit rund 100 Millionen Alben verkauft. Mitte der 90er verließen die meisten Mitglieder die Band. Seitdem versucht Sänger Axel Rose Guns N` Roses am Leben zu halten. Immer wieder wurden neue Alben und Touren angekündigt. Meist blieb es bei den Ankündigungen, wie vor einigen Jahren der geplante Auftritt bei Rock im Park. 2012 hat es Axel Rose tatsächlich geschafft einige Konzerte zu spielen. Die DVD zeigt die Show im November 2012 in Las Vegas. Sie dauert über 163 Minuten. Typisch für Las Vegas wurde sie optisch überaus opulent in Szene gesetzt. Eine Lightshow vom Feinsten, Videoprojektionen, Laser, Flammen, Konfetti und Glitzer, verschieden höhenverstellbare Ebenen und einige Tänzerinnen in geilen Outfits sind die Zutaten. Dazu eine Band die viel improvisiert und zahlreiche Solis einstreut. Manches Mal nicht ganz passend bzw. ohne Bezug zum Song, wie das Gitarrensoli vor dem Paul McCartney Cover „Live and Let Die“. Erschreckend ist aber der Gesang. Axel Rose ist nur mehr ein Abklatsch früherer Zeiten. Seine Stimme ist leider sehr dünn geworden. Die bekannten Guns N`Roses Klassiker wie „Paradise City“, „Nighttrain“ oder „November Rain“ werden gekrächzt, manchmal klingt es piepsig, wie früher als die Schallplatten zu schnell abgespielt wurden. Mit dieser DVD werden eher die guten Erinnerungen an eine geniale Hard Rock Band zerstört. Wer die Hardware hat kann sich das Ganze auch in 3D reinziehen, samt einigen Bonusinterviews.

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