ver.di Info

Betriebszeitung

Betriebszeitung der ver.di Betriebsgruppe Stadt Erlangen

verdi-Info Nr. 4/2018

Betriebszeitung
Info Kopf rh Betriebszeitung

Info Nr. 4/2018 39. Jahrgang (seit 115 Jahren bei der Stadt aktiv!) vom 12. April 2018

 

Inhalt:

  • Tarifrunde 2018 – schon 2 volle Streiktage
  • Erster Mai 2018
  • Filosofen
  • Von nix kommt nix – dehalb ver.di Mitglied werden
  • 16. Mai Betriebsgruppe
  • Unsere Schwerbehindertenvertretung ist wichtig
  • Für uns im Personalrat aktiv
  • Kurz & knackig (Nachruf, Preisrätsel Auflösung und Neues, anfordern, surfen 192, 40. Jubiläum – Grillfest am 4. Mai 2018!!!, Culdur – Johnossi Konzert, Shiny Gnomes CD, Buch Cold Kill)

Tolle Streikaktionen

Rund 300 Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich am 16.3. am ganztägigen Warnstreik. Eine Demo führte vom Bauhof zum Marktplatz. Dort fand eine kurze Kundgebung statt.

Demo kommt zum Neuen Markt is Demo kommt zum Neuen Markt

Eine noch stärkere Beteiligung war dann am 11.4. zu verzeichnen. Geschätzte 500 Erlanger waren bei der Nürnberger Großkundgebung dabei. Geschätzt deshalb, weil viele sich direkt nach Nürnberg aufmachten (beispielsweise alle KollegInnen die in Nürnberg wohnen). Bemerkenswert erstmals sorgte der Streik dafür, dass am Erlanger Schlachthof nicht gestreikt werden konnte. Toll, dass bei jeder Streikaktion neue Bereiche mitmachen und Kolleginnen und Kollegen zum ersten Mal in ihrem Leben gestreikt haben. So werden wir immer stärker. Die Gewerkschaft ver.di hat am Mittwoch, den 11.4 zu einem ganztägigen Warnstreik im Rahmen der Tarifrunde öffentlicher Dienst (Kommunen und Bund) bei der Stadt Erlangen aufgerufen.

Streikerfassung am Parkplatz West rh Streikerfassung am Parkplatz West

Die Streikenden fuhren nach Nürnberg und nahmen dort an einer Demo vom Prinzregentenufer zum Kornmarkt teil. Dort versammelten sich rund 9 000 Streikende aus Nordbayern zu einer eindrucksvollen Streikkundgebung bei optimalen Wetter.

Wegen des Streiks sind u.a. Müllabfuhr und Straßenreinigung ausgefallen, etliche Außenstellen des Jugendamtes wie Lernstuben, Horte oder Kindertagesstätten blieben geschlossen.

Unser schönes neues Transparent rh Unser schönes neues Transparent

Weitere städtische Dienststellen mussten wegen des Streiks ihren Service reduzieren. Erstmals streikten die Fleischbeschauer des Erlanger Schlachthofes und streikbedingt wurde nicht geschlachtet. Die Theater Technik wurde bestreikt, deshalb fiel die Generalprobe aus. Insgesamt war es ein ganz toller Streiktag!

 Bilder der Streikaktionen finden sich im Internet unter:

https://erlangen.verdi.de/bg-stadt/tarifrunde-2018

Tarifrunde – wie weiter

Am 15.4.2018 beginnt die 3. Verhandlungsrunde der TRöD. Anschließend sind 4 unterschiedliche Varianten denkbar.

1.    Es wird ein Verhandlungsergebnis erzielt. Die ver.di Mitglieder werden befragt, ob das Ergebnis so angenommen werden kann.

am Kornmarkt rh am Kornmarkt

2.    Die Verhandlungen scheitern ergebnislos. Die ver.di Mitglieder entscheiden in einer Urabstimmung, ob ein unbefristeter Streik geführt wird.

3..    Die Verhandlungen werden auf einen 4. Termin vertagt. Bis dahin könnte zu weiteren Warnstreiks aufgerufen werden.

4.    Die Schlichtung wird angerufen. Bis das Ergebnis der Schlichtung vorliegt herrscht Friedenspflicht, das heißt es finden keine Arbeitskampfmaßnahmen statt.

Raus zum 1. Mai

1. MAI 2018 IN ERLANGEN

10:00 Uhr Auftakt am Neustädter Kirchenplatz mit anschließender Demonstration

11:00 Uhr Maikundgebung am Neustädter Kirchenplatz

Auftakt Wolfgang Niclas Vorsitzender DGB KV Erlangen, Grußwort.Dr. Florian Janik Oberbürgermeister Stadt Erlangen und Berichte aus den Betrieben

Mairede Daniel Merbitz, Gew

Pin 2018 rh Pin 2018

Tolle Maiplaketten

Die 2018er Version gefällt besonders durch einen rosa Hintergrund. Der Preis beträgt unverändert 1 € und noch können Exemplare bei uns bestellt/gekauft werden.

Wer hat – so stellt sich inmitten einer Wohlstandsgesellschaft mittlerweile die Frage – Anspruch auf abgelaufene Lebensmittel und wer nicht? Dass Menschen, egal welcher Herkunft überhaupt Leistungen der Tafeln in Anspruch nehmen müssen, ist Ausdruck politischen und sozialstaatlichen Versagens in diesem reichen Land. Und es ist an der Zeit, den Kern des Problems in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte und das Thema Armutsbekämpfung auf die Agenda der Großen Koalition zu setzen.

Frank Bsirske

Altersarmut und Exportüberschuss

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, aber das hiesige Rentenniveau liegt deutlich unter dem Schnitt vieler Industrieländer. Die demografische Entwicklung kann nicht schuld sein, auch in anderen Ländern werden die Menschen älter.

Deutschland hat aber noch immer ein ständisches Sozialsystem. Statt alle Bürger gleich zu versichern, wird nach Statusgruppen unterschieden. Selbstständige, Beamte und Angestellte zahlen nicht in eine Kasse ein, wie es in fast allen anderen Ländern üblich ist. Stattdessen gibt es das Beamtenrecht, das eine kleine Gruppe besserstellt. 2.700 Euro bekommt ein Pensionär im Durchschnitt, während es bei den Rentnern rund 1.000 Euro sind. Hier geht es nicht um eine Neiddebatte! Allen Beamten muss aber klar sein, dass ihre Pensionen auf Dauer nur sicher sind, wenn sie nicht als sozialpolitischer Skandal empfunden werden. Gerade Beamte müssten daher massiv dafür streiten, dass die Renten steigen. Die gesetzlichen Renten werden von den Arbeitnehmern finanziert, weswegen die Renten nur so stark steigen können, wie auch die Löhne zulegen. Es rächt sich daher, dass Deutschland über Lohndumping Exportüberschüsse erzielt. Solange die Exportüberschüsse  heilig sind, wird die Altersarmut bleiben.

Die beste Maßnahme gegen Altersarmut sind deshalb hohe Einkommenssteigerungen. In der kommenden Tarifrunde haben wir es in der Hand hier einen ersten Schritt zu tun!

Filosofen Wir müssen ein bisschen sehr zufrieden sein.

Uwe Rapolder

Von nix kommt nix!

Nur eine finanz- und mitgliederstarke Gewerkschaft kann in Tarifverhandlungen Druck machen und, wenn nötig, streiken. Die Warnstreiks vor und nach Ostern und die bundesweit zahlreichen Kundgebungen konnten nur organisiert werden, weil zahlreiche Kolleginnen und Kollegen ver.di-Mitglied sind. Ohne ver.di hätte es diese eindrucksvollen Warnstreiks nicht gegeben. Es stimmt zwar, dass neben ver.di weitere Organisationen die Tarifverträge unterschreiben. Unterschreiben heißt aber faktisch sich an dem von ver.di ausgehandelten Ergebnis dranhängen. Ärgerlich ist, dass diese Organisationen mit einem niedrigeren Beitrag werben und gleichzeitig vorgaukeln, die gleichen Leistungen wie ver.di zu erbringen. Glaubt wirklich jemand ernsthaft die tolle Kundgebung am 11.4.2018 am Nürnberger Kornmarkt hätte eine andere Organisation hinbekommen? Was nützt ein niedrigerer Beitrag, wenn in Tarifverhandlungen kein Druck gemacht werden kann? Mit dem Mitgliedsbeitrag finanziert ver.di alle Aufgaben: Tarifverhandlungen, Leistungen, Beratung, Informations- und Bildungsangebote bis hin zu Rechtsschutz und Gerichtskosten. Nicht nur im Arbeitsrecht, sondern auch im Sozialrecht. Eine andere Einnahmequelle als den Beitrag haben wir nicht und wollen wir auch nicht. Im Übrigen beträgt der Mitgliedsbeitrag ein Prozent des Bruttoeinkommens. Das ist eine faire Formel für alle und praktische Solidarität. Wer mehr verdient, zahlt mehr. Wer weniger verdient, zahlt weniger. Übrigens: ver.di ist Mitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB)

 

MITMACHEN

16. Mai ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2018 jeweils ab 17.00 Uhr, abwechselnd Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am 16. Mai, 17.00 Uhr, im Sitzungsraum beim Personalrat, Nägelsbachstr. 26, II. OG.

Darum ist die Schwerbehindertenvertretung für den Personalrat wichtig

Personalrat und Schwerbehindertenvertretung sind keine Konkurrenz, sondern ergänzen sich gegenseitig. Dass dies beide Interessenvertretungen erkennen, ist für die (schwer)behinderten Kolleginnen und Kollegen sehr wichtig. Denn die Angst um persönliche Nachteile beim Thema Krankheit und Behinderung macht es schwer bis unmöglich, gegenüber dem Arbeitgeber selbst für die eigenen Rechte einzutreten.

Was verbindet Personalrat und Schwerbehindertenvertretung?

Der Personalrat ist für alle Beschäftigte im Betrieb zuständig. Ein spezielles Augenmerk gilt jedoch den schwerbehinderten Menschen. Ihre Eingliederung zu fördern wird im Gesetz explizit auch als Aufgabe des Personalrats genannt (Art 69 Abs. 1 Buchstabe d BayPVG und § 93 SGB IX). Mit dieser besonderen Verantwortung ist der Personalrat nicht allein. Gemeinsam mit ihm setzt sich die Schwerbehindertenvertretung für die schwerbehinderten Menschen ein.

SBV rh Von links Stefan Braun, Heidi Seitz-Römling, Sabine Zörndlein, Silvia Beyer und Markus Wölfel

Was ist die Schwerbehindertenvertretung?

Die Schwerbehindertenvertretung ist eine eigenständige betriebliche Interessenvertretung neben dem Personalrat. Sie ist kein Gremium, sondern besteht immer aus einer einzelnen Vertrauensperson und mindestens einem Stellvertreter, der im Verhinderungsfall einspringen kann. Bei der Stadt sind dies Silvia Beyer, PR und Heidi Seitz-Römling, Amt 44 und Sabine Zörndlein, Amt 63. Für den EB 77 sind es Stefan Braun und Markus Wölfel..

Was macht die Schwerbehindertenvertretung?

Gemeinsam mit dem Personalrat wacht die Schwerbehindertenvertretung darüber, dass der Arbeitgeber seinen Pflichten gegenüber Schwerbehinderten nachkommt. So achten beide auf die Einhaltung des Diskriminierungsverbots gegenüber Behinderten, sorgen für leidensgerechte Arbeitsplätze (insbesondere im Rahmen eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements) und nehmen nicht zuletzt Stellung gegenüber dem Integrationsamt bei der Kündigung eines Schwerbehinderten.

Die Schwerbehindertenvertretung steht schwerbehinderten und diesen gleichgestellten behinderten Beschäftigten als Ansprechpartner und Berater im Betrieb zur Seite. Sie initiiert Maßnahmen zugunsten Schwerbehinderter und fungiert als Schnittstelle zu externen Behörden, wenn Hilfe in finanzieller oder beratender Weise benötigt wird. Eine ihrer besonderen Aufgaben ist die Unterstützung bei Anträgen auf Feststellung einer Behinderung oder auf Gleichstellung.

Hat die Zusammenarbeit von Personalrat und Schwerbehindertenvertretung Vorteile?

Beide – Personalrat und Schwerbehindertenvertretung – profitieren von einer engen Zusammenarbeit. Denn beide bringen unterschiedliche Beteiligungsrechte ein, die sich gegenseitig optimal zum Wohl der behinderten Kolleginnen und Kollegen ergänzen.

Der Personalrat verfügt vor allem über starke Mitbestimmungsrechte, insbesondere kann er Dienstvereinbarungen abschließen und damit verbindliche Regelungen zugunsten Schwerbehinderter treffen.

Silvia Beyer rh Silvia Beyer, Vertrauensperson der Schwerbehinderten

Die Schwerbehindertenvertretung dagegen hat zwar nur Mitwirkungs-, keine Mitbestimmungsrechte. Allerdings sind vor allem ihre Informationsrechte gegenüber dem Arbeitgeber in Belangen schwerbehinderter Menschen weitgehender als die des Personalrats. Nicht zu verachten ist zudem das nicht selten umfangreiche spezielle Wissen eines erfahrenen Schwerbehindertenvertreters, wenn es um mögliche Maßnahmen zur Wiedereingliederung erkrankter Arbeitnehmer geht.

Um die enge Zusammenarbeit zu gewährleisten, hat die Schwerbehindertenvertretung unter anderem ein beratendes Teilnahmerecht (ohne Stimmrecht!) an allen Sitzungen des Personalrats unabhängig davon, ob spezifische Fragen schwerbehinderter Arbeitnehmer auf der Tagesordnung stehen (§ 95 Abs. 4 SGB IX und Art. 40 Abs. 1 BayPVG).

 

Für uns im Personalrat aktiv (XV)

Wie angekündigt stellen wir in jeder Infoausgabe unsere Personalräte vor. Dieses Mal ist Dietmar Radde dran. Dietmar ist ver.di Arbeitnehmervertreter im Stamm- und Gesamtpersonalrat. Dietmar ist teilweise für die Personalratsarbeit freigestellt, ansonsten arbeitet er im Amt für Soziokultur. Telefonisch ist er unter der 86 2420 (PR) und 86 2308 (Amt 47) erreichbar. Mit Dietmar beenden wir die Reihe.

1. Seit wann bist Du bei der Stadt Erlangen beschäftigt, und in welchem Bereich arbeitest Du?

Ich arbeite mit einer kurzen Unterbrechung seit 1995 für die Stadt Erlangen. Angefangen habe ich auf dem Abenteuerspielplatz Brucker Lache und arbeite jetzt im Amt für Soziokultur.

2. Welche Ausbildung hast Du? – Hast Du bei der Stadt Erlangen gelernt?

Ich bin Sozialarbeiter/Sozialpädagoge und habe an einer Fachhochschule studiert.

Zufriedener Streikleiter Dietmar Radde db Zufriedener Streikleiter Dietmar Radde

3. Was hat Dich bewegt, für den Personalrat zu kandidieren?

Im Laufe meines Berufslebens hatte ich immer wieder mit Führungskräften zu tun, die positiv formuliert mit Ihren Aufgaben im Bereich Führung und Personalfürsorge überfordert waren. So wurden in meinem Arbeitsumfeld Mitarbeiter*innen krank, die Aufgaben wurden danach auf immer weniger Schultern verteilt, so dass weitere Kolleg*innen krank wurden. Damals habe ich begonnen mich zu engagieren und nach Möglichkeiten gesucht, diese Verhältnisse zu ändern. Fast zwangsläufig bin ich dann beim Personalrat gelandet.

4.Hast Du damit gerechnet, dass Du gewählt wirst? Wie haben Deine Kolleg*innen reagiert?

Mit einem Sitz im Stammpersonalrat habe ich gerechnet, da ich einen guten Listenplatz und schon in der letzten Wahlperiode Mitglied des Stammpersonalrats war. Gefreut habe ich mich über die Wahl in den Gesamtpersonalrat. Damit hatte ich nicht gerechnet. Von Kolleg*innen habe ich positive Rückmeldungen erhalten, auch wenn ich nun immer seltener in meiner Abteilung bin.

5. Welche Kritikpunkte gibt es von Dir, wo sich für Beschäftigte bei der Stadtverwaltung dringend etwas ändern müsste?

Da gibt es doch noch einiges zu verbessern:

z. B. bei der Personalführung:

Leider erleben wir immer noch, dass einzelne Führungskräfte nicht verantwortungsvoll mit Ihrer Vorgesetztenrolle umgehen. Anders als bei einfachen Beschäftigten dauert es hier viel zu lange bis Reaktionen seitens der Dienststelle erfolgen.

z. B. Interessen von Beschäftigten ernster nehmen und Demotivation abbauen:

Anstatt zu überlegen, wie Beschäftigte motivierter arbeiten können, würde es völlig ausreichen, die Interessen von Beschäftigten ernst zu nehmen und aktiv nach guten Lösungen im Sinne der Beschäftigten und der Stadtverwaltung zu suchen.

Handlungsfelder gibt es hier genug: mehr Flexibilität bei Eingruppierungen, berufliche Fort- und Weiterbildung in Nichtverwaltungsberufen, gute Arbeitszeitregelungen, z. B. für den Winterdienst, wertschätzende Kommunikation, …

6. Was nervt Dich bei Deiner Arbeit manchmal?

Die zunehmende Ver- und Absicherungsmentalität.

Dietmar Radde ad Dietmar Radde, unser Personalratsvorsitzender (GPR und StPR) ab 1.1.2023

7. Liest Du regelmäßig? Welches Buch zur Zeit?

Ich lese regelmäßig Tageszeitungen und Wochenzeitschriften. Zum Bücher lesen komme ich leider viel zu selten, meist lese ich dann Krimis. Zuletzt habe ich von Celil Oker den Krimi „Lass mich leben, Istanbul“ gelesen und fange jetzt mit dem Frankenkrimi „Habakuk“ von Helmut Vorndran an.

8. Machst Du Sport? – Hast Du Hobbys? – Wenn ja welche?

Mein Sport ist Volleyball. Ich spiele seit inzwischen Jahrzehnten in einer Mixed-Mannschaft in Nürnberg. Im Sommer gerne auch im Sand beim Beachvolleyball. Daneben bin ich gerne in der Natur beim Wandern oder Fahrrad fahren.

9. Warum bist Du ver.di-Mitglied geworden?

Für mich ist dies eigentlich keine Frage, sondern Konsequenz aus Antworten auf ein paar ganz einfache Fragen:

Wer vertritt die Interessen von Arbeitnehmer*innen gegenüber von Arbeitgebern: Gewerkschaften

Wer verhandelt mit den Arbeitgebern im öffentlichen Dienst über mein Gehalt und meine Arbeitsbedingungen?  Gewerkschaften

Wer ist die bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst führende und größte Gewerkschaft?  Ver.di

Wer ist die aktivste Gewerkschaft für die Interessen der Beschäftigten bei der Stadt Erlangen? Ver.di

Weitere Gründe für meine Ver.di-Mitgliedschaft:

Ver.di engagiert sich in vielen Branchen, in denen Arbeitsbedingungen, Löhne und Gehälter deutlich schlechter ausfallen als im öffentlichen Dienst und setzt sich für sozial gerechte Rahmenbedingungen ein, die möglichst allen ein gutes Leben ermöglichen sollen.

10. Wie könnte das ver.di-Info verbessert werden? Was fehlt?

Bei der grafischen Gestaltung ist in der gedruckten Version noch deutlicher Spielraum nach oben. Inhaltlich finde ich das Ver.di Info top. Ein großer Dank geht hier an Roland.

 

Ein Nachruf

Still und unbemerkt von der Öffentlichkeit bist Du nach kurzem Leiden von uns gegangen.

Du bleibst uns mit Deinen quietsch-kanarien-gelb angestrichenen Wänden weder liebenswert und schon gar nicht als architektonisches Juwel in Erinnerung.

Viele von uns haben Dich jeden Montagmorgen verflucht, weil sie nach dem Anziehen ihres Blaumanns in den verschwitzten Umkleideräumen schnell hinuntertrampeln mußten in die Schaltwarte, um beim Meister zum Morgenappell um viertel vor sieben anzutreten.

Sozialgebäude Kläranlage wl Sozialgebäude Kläranlage

Vor zehn Jahren wollten Sie Dich nochmal schön machen und haben Dir als Außenverkleidung eine hässliche Wellblechgaragenhaut aus Alu verpasst.

Immer standst Du im Zentrum: weil in Dir das Herz der Kläranlage pochte, nämlich die Energieversorgung in Gestalt von zwei Generationen an Gasturbinen. Unüberhörbar war deshalb auch der fürchterliche Lärm bei der Brotzeit, weil sich die Betriebsleitung bis zum Schluß geweigert hat, endlich ausreichend schalldichte Türen einzubauen.

Mit mulmigen Saubermach- und Putzerinnerungen erinnern wir uns auch an die in Deinen Tiefen montierten riesige Pumpen. Und in den Kanälen und Becken um Dich herum floß so viel Dreckbrühe, daß es Dir einmal fast den Garaus gemacht hätte bei einer Havarie. - Wenigstens da hast Du es dann sogar auf eine ganze Seite in die Zeitung geschafft, gemeinsam mit den THW-Helfern, die Dich gerettet haben.

Ehrlich gesagt, für uns warst Du sonst nichts Besonderes. Aber irgendwie warst Du täglicher Anlaufpunkt für uns. Da standen z.B. die zwei Bierautomaten (später nur noch Getränkeautomaten).

Und Du hattest für unser Wohlempfinden sogar einmal einen neuen Sozialraum mit Holztischen und Holzbänken und einer Küche bekommen. Da wurde nicht nur gebrutzelt und geschlafen und gestritten und gelacht, sondern die früheren Schafkopfkumpels bedanken sich nachträglich bei Dir für ihre guten Blätter (manchmal war das Klopfen auf die Tische beim Karteln so laut, daß der Meister unten glaubte, eine Tropfkörperpumpe sei kaputt). Wir haben Dich benutzt als Streiklokal, und es gab auch gute Verstecke in Deinen vielen Wänden: außerdem eine Badewanne (in früheren Zeiten sogar benutzt), die Grünpflanzen an den Fensterbänken, die manchmal nie gegossen wurden und trotzdem steinalt wurden, sowie zentnerweise hochwertige Lektüre (Westernromane, Jagdzeitschriften, alte Bildzeitungen), ein paar Bilder der sogenannten Betriebsgemeinschaft (Betriebsfußball, Bergtouren, Feste, verstorbene Kollegen) und die unvermeidlichen Pin-Up-Kalender, die immer öfter in den letzten Jahren von irgendwem umgedreht wurden oder ganz verschwanden.

Wir behalten Dich auch in ganz ordentlicher Erinnerung wegen Deiner Weihnachts- und Betriebsfeiern. In den besseren Zeiten waren sie legendär und haben bis zu drei Tagen gedauert - jeden Morgen ging die Arbeit trotzdem irgendwie weiter (sagt man).

Wir vermissen Dich abschließend also überhaupt nicht, weil wir wissen, daß Deine Duschen schon einmal Legionellen hatten und es danach jahrelang seltsam ruhig wurde, und  letzten Endes warst Du auch nichts anderes als eine stinknormale Arbeitsstätte, ein Maschinenraum und ein Büro, deren Zulassung irgendwo gesetzlich geregelt ist.

So, und jetzt gibt es ein neues Sozialgebäude 4.0: Ein Glaspalast mit Klimaanlage, sehr schön, mit riesigen Flachbildmonitoren für die Schaltwarte und tollen Räumen. Die Arbeit ist leichter geworden und wir viel weniger. Die Schicht, die gesundheitsfeindlich war, konnte abgeschafft werden, aber privat vergeben an Aufträgen wird noch mehr.

In diesem Sinn: Ruhe in Frieden!

Rätsel –Auflösung und neues Rätsel

Das schön verschneite Rathaus ist in 94262 Kollnburg im Bayerischen Wald zu finden, wie einige wussten. Nachdem „nur“ drei richtige Lösungen eingingen und nachdem der Frühling naht, haben alle einen ver.di Schal bekommen. Beim neuen Rätsel gehen wir in`s Ausland, in welcher Stadt steht das Rathaus und welche Statue steht davor? Als Preise winken ver.di Streuartikel und Stadionhefte des Ruhmreichen!

Rätsel 4/2018 rh Rätsel 4/2018

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Doris Blacha, Dietmar Radde oder Iris Schubert, PR, (86 2997, 86 2987, 86 2420 oder 86 1956, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Ver.di Wirtschaftspolitik aktuell 03 / 2018 – Wir sind es wert! 

Trotz zuletzt besserer Ergebnisse in den Tarifrunden herrscht im öffentlichen Dienst noch immer ein Entgelt-Rückstand gegenüber anderen Branchen. Das hat unmittelbare Konsequenzen: Öffentliche Arbeitgeber finden vielerorts nicht mehr das benötigte Personal. Auch deshalb brauchen wir kräftige Entgeltsteigerungen für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen!

  • Ver.di Wirtschaftspolitik aktuell 04 / 2018 – Investitionsbremse lösen! 

Schuldenbremse und Fiskalpakt entpuppen sich immer mehr als Investitionsbremsen. Mancher Finanzminister sucht daher Mittel und Wege, um sie zu umgehen. Konstruktionen mit öffentlichen Fonds und Unternehmen können solche Mittel und Wege sein. Es darf aber das Kernproblem nicht vergessen werden: Schuldenbremse und Fiskalpakt müssen weg!

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell 05 / 2018 – Höherer Mindestlohn!

Der deutsche Mindestlohn ist mit 8,84 Euro pro Stunde noch immer ein Niedriglohn. Das geht auch anders. In vielen westeuropäischen Nachbarländern ist der Mindestlohn höher als hierzulande. Ein höherer Mindestlohn und ein starkes Tarifsystem sind die besten Mittel gegen Niedriglöhne.

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell 06 / 2018 – Verleugnete Armut 

Fast 16 Prozent der Bevölkerung gelten als armutsgefährdet, Tendenz steigend. Das liegt auch am zu niedrigen Hartz-IV-Regelsatz. Hier zu korrigieren wäre hilfreicher und gerechter, als populistisch wie Jens Spahn auf die Schwächsten einzudreschen.

Surfen 192

Google Translate: 103 Sprachen im Angebot

Mit Google Translate (GT) können NutzerInnen Texte aus 103 Sprachen übersetzen lassen. Die Übersetzungen sind präzise und deutlich besser als noch vor ein paar Jahren. Deshalb kann GT ein nützlicher Helfer sein, um schnell zu checken, was Tageszeitungen rund um den Globus auf der Agenda haben. Achtung Datenschutz: Klar ist, Google sammelt Daten – unter anderem, um das Tool weiterzuentwickeln. GT kann ohne Google-Account genutzt werden. Sollte man etwa ein Google-Konto haben, sollte stets darauf geachtet werden, nicht eingeloggt zu sein. Auf gar keinen Fall sollten private Korrespondenz, Vertragsdaten oder ähnliche Texte mit Google Translate übersetzt werden. Unser Urteil: GT ist schnell, präzise und mit 103 Sprachen sehr praktisch. Aber: Wer es nutzt, füttert den mächtigen Datenkonzern einmal mehr.

https://translate.google.com

 

Deutsch   Boarisch   Frängisch

Der Mittag   z` Middog    der Midooch

Ein Grillfest macht viel Arbeit, links Bruzzler Nr. 3 Lars Hochreuther rh Ein Grillfest macht viel Arbeit, links Bruzzler Nr. 3 Lars Hochreuther und rechts Zapferin II Iris Schubert

Jubiläum

Mit diesem Info wird die Einladung zum Grillfest verschickt. Es findet am Freitag, 4. Mai 2018 ab 15.30 Uhr im Garten der Erba-Villa zum 40. Mal! statt. Wir hoffen, dass viele städtische Beschäftigte kommen, damit die leckeren Bratwürste vom Europameister der Wurstmacher und das gute Kellerbier der Brauerei Roppelt aus Stiebarlimbach nicht umsonst besorgt wurden.

Kunst mit Satzzeichen (XII)

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Unsere römischen Ziffern (II)

II

In Sachsen besiegen de Weechen de Harden
Heemtüksch

 Irgendwie fehlt da ä Musgel im Giefer.

Wie man de Wogahle un Gonsonanden ausspricht. Un ährlich: Mir Sachsen wollen gar nich gobiert werden.

In Sachsen besiegen de Weechen, die Weichen, de Harten. Die Konsonanten P, T, K gibt es nicht, wir sprechen das weich als Beh, Deh und Gah aus. Dazu muss man den Kopf runternehmen, bissel entspannt stehen, sonst genn de Gonsonanden nich rausgullern.

Görbor, Körper, andiaudoridär.

Un statt und gesagt

Culdur

JOHNOSSI

ERLANGEN, E-WERK SAAL, 29.1.2018

„Johnossi“ sind der Sänger und Gitarrist „John“ Engelbert und der Drummer Oskar "Ossi" Bonde. So einfach kommen Bandnamen zustande. Dank zweier großen Bretter dicht bestückt mit Pedalen und anderen Effektgeräten für die unterschiedlichen Gitarren schafften sie es schon in der Vergangenheit als Duo live einen Hammersound herauszuhauen. Bei der aktuellen Tour gelingt dies noch besser, da sie vom Keyboarder Mathias Frantzén unterstützt werden. Hat er an den Tasten nichts zu tun, greift er zum Tamburin. Optisch ein Hochgenuss, schräg auf dem Stuhl liegend, hält er ein Bein waagrecht, während das andere Bein den Takt mitklopft. Hätte er es nicht schon 1965 getan würde Bob Dylan bei diesen Anblick spätestens jetzt den Song „Mr. Tambourine Man“ schreiben. Das ausverkaufte Konzert im E-Werk war ein Nachholtermin, da der ursprüngliche Termin im Dezember 2017 wegen einer Erkrankung von John kurzfristig abgesagt werden musste.

Johnossi rh Johnossi

Als Vorband durfte „Linn Koch-Emmery“ mit Begleitband eine halbe Stunde einen stark gitarrenlastigen Indierock spielen. Lag es am schlechten Sound oder sind die Songs sehr ähnlich, es klang nach Einheitsbrei. „Johnossi“ ließen anschließend, obwohl die Bühne sehr schnell bereit war, gut 40 Minuten auf sich warten. Dafür durften sich die Nebelmaschinen rund 30 Minuten warm laufen, dank der guten Absauganlage wurde die Erlanger Altstadt wohl vom Nebel umhüllt. Endlich ging es los mit „Glory Days to Come“ von ihrer ersten CD. Danach wird mit „Gone Forever“ heftig losgerockt und mit der schönen Hymne „Dead End“ etwas das Tempo rausgenommen. Dazwischen begrüsst John das Publikum sie freuen sich endlich da zu sein, wünscht ein gutes neues Jahr und kündigt ironisch den 5. Song als Letzten an. Natürlich ging es dann weiter im stetigen Wechsel zwischen heftig krachenden Rock, schönen melodiösen Hymnen wie "Mavericks“ und einigen wenigen langsamen Stücken wie ihr erster Song überhaupt „Summerbreeze“. Der Song „18 Karat Gold“ über Polizeigewalt kam sehr eindringlich rüber. Bei „Alone Now“ durfte Linn Koch-Emmery den Gesang übernehmen, nicht schlecht die weibliche Stimme. Im Gegensatz zu früher, wo nur die Halbakustikgitarre zum Einsatz kam, kommen jetzt im stetigen Wechsel 10 Gitarren zum Einsatz. Nach Johnossi klingen aber fast nur die Songs mit der Halbakustischen. Mit der Mitsingnummer „What`s the Point“, kein Problem für das junge, textsichere und sehr weibliche Publikum, endete der Set. Natürlich gab es nach lauten „Johnossi“-Rufen noch zwei Zugaben, das nach Everlast klingende „Air Is Free“ und das tolle „Roscoe“ und das Duo zu Dritt hat seine 90 Minuten geschafft.

 

SHINY GNOMES

SEARCHING´ FOR CAPITOLA

MICROPAL REC / BROKEN SILENCE

INDIE

Die Nürnberger Indie-Helden melden sich mit ihrer 11. Scheibe eindrucksvoll zurück. Sie haben 10 schöne Songs eingespielt.

CD Tipp sg CD Tipp

Nicht mehr ganz so heftig mit krachenden Gitarren wie früher. Es klingt weniger nach Garage, mehr nach Studio. Auch die Blasiertheit im Stil des Brit-Pop von Oasis oder Blur taucht nur noch selten auf. Dafür sind es meist ruhige Songs, eingebettet in einem dichten Klangteppich und geprägt vom guten Gesang des Gitarristen Stefan „Limo“ Lienemann und der Schlagzeugerin Dorit Lacusteanu. „Let It Go“ ist etwas schneller und erinnert leicht an die Go-Betweens. Manchmal, wenn es zu melancholisch wird, sorgen schräge Gitarrenriffs für die notwendige Auflockerung. Die Songs klingen dank der vielen eingebauten, unterschiedlichen Stilelemente von Psychedelic, Rock, Prog Rock, Pop bis hin zum Folk sehr interessant und sind einfach nur gut. Für mich ist „Searching For Capitola“ mit die beste Indie Scheibe der letzten Zeit.

 

COLD KILL – NICHTS IST JE VERGESSEN

P.J. TRACY

THRILLER

RO RO RO TASCHENBUCH VERLAG, TASCHENBUCH, 333 SEITEN, ISBN: 978-3-499-29141-8

Buch Tipp ck Buch Tipp

Das Buch startet mit einem Prolog im Jahr 1957. Danach springt die Geschichte in die Gegenwart. Rein zufällig lernen sich Chuck Spencer und Lydia Archer im Flugzeug kennen. Chuck will sich in Minnesota mit Wally treffen. Bevor es zum Treffen kommt wird Wally Opfer einer Gasexplosion. Kurz darauf wird Chuck umgebracht. Die Ermittler Leo Magozzi und Gino Rolseth suchen Zusammenhänge. Als dann die Webseite von Chuck und die Aufzeichnungen einer Überwachungskamera verschwinden, rufen sie die Monkeewrench-Truppe, sehr geheimnisvolle Computerspezialisten, zu Hilfe. Es kommt zu weiteren Morden an Nachfahren von Wissenschaftlern. Mit viel Glück überlebt Lydia. Nach und nach wird deutlich, dass Ausgangspunkt Forschungen im Jahr 1957 sind. Hinter diesen Forschungsergebnissen sind staatliche Stellen der USA und der russische Geheimdienst her. Die Story ist eigentlich mit dem mysteriösen Morde an Nachfahren von Wissenschaftlern recht interessant. Sie wird aber zu sachlich erzählt. Die Charaktere der einzelnen Figuren werden nur sehr oberflächlich gezeichnet. Die beiden Ermittler laufen von Tatort zu Tatort, ohne dass sich eine Beziehung zwischen ihnen und den Lesern aufbaut. P.J. Tracy ist ein Pseudonym, dahinter stecken Mutter und Tochter, beide Drehbuchautorinnen. Die Dialoge klingen vermutlich deshalb irgendwie gleich.

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