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verdi-Info Nr. 13/2016

für die Stadtverwaltung Erlangen
Info Kopf rh Betriebszeitung

Info Nr. 13/2016 38. Jahrgang (letztes Info 2016) vom 13. Dezember 2016

Inhalt:

  • 2016
  • Tarif- und Besoldungsrunde 2017
  • Gewerkschaft lohnt sich
  • Woher bekomme ich Informationen
  • Filosofen
  • Betriebsgruppe 2017 – 24.1. – Grillfesttermin
  • Bericht von der Tarifkonferenz
  • Bericht von der Kasselerkonferenz
  • Für uns im Personalrat aktiv (Iv)
  • Kurz & knackig (Neues von Herrn L, Fakten gegen rechte Hetze Teil 12, Preisrätsel, Von wegen Personalfürsorge, anfordern, surfen 177, Färdd, Termine, Rente, Culdur – New Model Army, Buch „Anonym“)

 

2016 VIEL GESCHAFFT

An dieser Stelle ziehen wir immer Bilanz über das laufende Jahr. Um uns nicht zu wiederholen deshalb nur eine eher stichwortartige Erinnerung, mit einer Ausnahme.

Tarifrunde 2016

Wir haben mit unseren Aktionen (u.a. Pausenaktion, Teilnahme am ganztägigen Warnstreik am 21.4.) mit beigetragen, dass ver.di ein sehr gutes Tarifergebnis erreicht hat. 2,4 % ab 1.3.2016 und weitere 2,35 % ab 1.2.2017, für Azubis sind es 35 bzw. 30 Euro jeweils zu den genannten Zeitpunkten, sind spürbare Einkommensverbesserungen. Unsere Zusatzversorgung bleibt unverändert und die neue Entgeltordnung zum 1.1.2017 sind weitere Pluspiunkte. Die vereinbarte Kompensation zur EGO (befristete Absenkung und keine Erhöhung der Zuwendung) ändert an dieser psoitiven Bewertung nichts.

Schöne ruhige Tage und einen guten Rutsch ver.di Schöne ruhige Tage und einen guten Rutsch

Personalratswahlen am 21.6.2016

Wir konnten unsere dominierende Position im Tarifbereich halten und die Wahlbeteiligung erhöhen. Wir haben die rückliegende Arbeit bilanziert und Vorstellungen und Ziele für die nächsten 5 Jahre formuliert. Wir versuchen planmäßig die Interessen der Kolleginnen und Kollegen zu vertreten und versuchen die Arbeit mit den neugewählten Personalräten in diese Richtung zu verbessern.

Weitere Themen

Daneben haben wir uns für die Stadt-Umland-Bahn beim Bürgerentscheid engagiert, den 1. Mai mitgestaltet, unser Grillfest organisiert, gegen Freihandelsabkommen mobilisiert, bei der Kampagne für eine Stärkung der gesetzlichen Rente mit gemacht und, und, und. Jede und jeder kann sich ein Bild unserer Gewerkschaftsarbeit machen. In 13 ver.di Infos mit 97 Seiten haben wir in Papierform und im Internet regelmäßig informiert. Unsere monatlichen Betriebsgruppensitzungen sind keine Geheimtreffen, sondern offen für alle Interessierte.

Leider notwendiger denn je

Die Auseinandersetzung mit dem rechten Gesocks und den als Biedermänner daher kommenden Brandstifter von AfD, Pegida und wie immer sie sich bezeichnen, ist leider ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Zahllose Brandanschläge auf Flüchtlingsheime, bewusste Falschmeldungen über angebliche Vergewaltigungstaten von Flüchtlingen in den sozialen Medien, Gewalt gegen Migranten und/oder Andersenkende zeigen, dass die Grenzen von Recht und Gesetz längst überschritten sind. Vor genau einen Jahr haben wir deshalb unsere Reihe „Fakten gegen rechte Hetze“ gestartet. Denn Widerstand gegen Rechts ist aus gewerkschaftlicher Sicht nämlich besonders wichtig. Es gehört zum Programm der extremen Rechten die Gewerkschaften zu bekämpfen. Nicht die Verhältnisse sind schuld, wie beispielsweise die ungerechte Reichtums-Verteilung, sondern Minderheiten wie Ausländer, Flüchtlinge oder Andersgläubige sollen Schuld haben. Es sind schlichte und einfache Parolen, wie die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Die tatsächlichen Ursachen der Arbeitslosigkeit werden dabei überhaupt nicht thematisiert. Überall dort wo die extreme Rechte an der Macht ist, wird versucht die Handlungsmöglichkeiten der Gewerkschaften einzuschränken und Arbeitnehmerrechte zu beschneiden. Dies beweist die Geschichte, aber auch die aktuelle Politik in manchen amerikanischen Bundesstaaten, in denen Vertreter der extremen Tea Party die Mehrheit erreichten oder die Ankündigungen von Donald Trump, den kommenden US-Präsidenten.

2017

Die Schwerpunkte stehen fest mit der Einführung der EGO, die Rentenkampagne mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl 2017 (zum Vormerken, am Montag dem 13. Februar, findet ab 18.15 Uhr in Erlangen eine Veranstaltung zur Rentensituation mit der Leiterin des Bereiches Sozialpolitik bei der ver.di Bundesverwaltung Judith Kerschbaumer statt) und dann auch schon die Vorbereitung der Tarifrunde 2018.

Gemeinsam

Erfolgreich sind wir nur gemeinsam. Dafür brauchen wir jedes ver.di-Mitglied. Dafür wollen und müssen wir viele noch Nichtmitglieder für uns gewinnen. Gewerkschaften sind das Beste was die Beschäftigten haben. Ohne Gewerkschaft gibt es keine Tarifverträge, wie beispielsweise den Tarifvertrag zur Zusatzversorgung. Ohne Gewerkschaft wären die Beschäftigten auf die Gnade des Arbeitgebers angewiesen. Die Tarifauseinandersetzungen der letzten Jahre haben bewiesen, wie „großzügig“ die Arbeitgeber sind. Deshalb Mitglied werden, alle! Jede und jeder ist herzlich willkommen.

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen ein fröhliches und erholsames Weihnachtsfest und ein gesundes und möglichst friedvolles neues Jahr 2017!

Roland Hornauer

Für die ver.di-Stadtverwaltung

 ver.di

Tarif- und Besoldungsrunde 2017- Beteiligung der Beamtinnen und Beamten der Kommunal- und Landesverwaltungen

In der bevorstehenden Tarif- und Besoldungsrunde wird ver.di eine deutliche Erhöhung der Einkommen im Länderbereich fordern. Dies betrifft zunächst alle Beschäftigten der Länder, aber auch die Beamtinnen und Beamten der Kommunen. Diese sind unmittelbar von der Erhöhung betroffen, auch wenn in den Kommunen derzeit keine Tarifverhandlungen anstehen. Die Bundestarifkommission des öffentlichen Dienstes wird unter Beteiligung des Beamtenbereiches am 14.12.2016 die Forderungen beschließen. Die Tarifverhandlungen werden Mitte Januar beginnen. Gerade wenn in Bayern durch Finanzminister Söder in Aussicht gestellt wird, das Tarifergebnis auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen, ist es umso wichtiger, dass sich die Beamtinnen und Beamten in der Tarif- und Besoldungsrunde aktiv einbringen und zusammen mit Tarifbeschäftigten für eine Einkommenserhöhung eintreten.

Denn sie werden von Anfang an in die Kalkulation der Kosten der Tarif- und Besoldungserhöhung eingerechnet und nur, wenn alle hinter der Forderung stehen wird es gelingen, diese durchzusetzen. Beamtinnen und Beamte können sich im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten an den Aktionen beteiligen. Das eigentliche Streikrecht wird ihnen nach der herrschenden Rechtsprechung zwar verwehrt, sie können sich aber an Kundgebungen und Demonstrationen zur Unterstützung eines Arbeitskampfes außerhalb ihrer Arbeitszeit beteiligen.

Hierfür wird es Gelegenheiten geben. Gemeinsam für eine gute Bezahlung im öffentlichen Dienst !

Gewerkschaft lohnt sich!

Dank der in Tarifverhandlungen erreichten Einkommenssteigerungen hat sich die Pauschale für die Winterdienstrufbereitschaft von 1.3.2012 bis heute von 140 Euro auf 156,50 Euro erhöht. Dies sind in vier Jahren ein Plus von 11,785 %. Anspruch auf dieses Plus haben übrigens nur Gewerkschaftsmitglieder oder anders formuliert, ohne ver.di würde es vermutlich keine Rufbereitschaftspauschale geben!

Wieso Gewerkschaften, ich bekomme doch alle Informationen, oder?

Viele denken, der Arbeitgeber muss die Beschäftigten über deren Ansprüche informieren. Denkste, der Arbeitgeber hat keine Verpflichtung die Beschäftigten darüber zu informieren. Dies haben die Arbeitsgerichte bestätigt. Demnach müssen sich die Beschäftigten selbst um ihre Ansprüche kümmern. Auch der Personalrat hat nicht die Aufgabe die Beschäftigten zu informieren oder zu beraten. Deshalb ist dies einer der Gründe warum sich Beschäftigte zusammengeschlossen haben und einen gemeinsamen Verein finanzieren.

Beratungsgutschein für ver.di Mitglieder rk Beratungsgutschein für ver.di Mitglieder

Dieser Verein, allgemein als Gewerkschaft bekannt, hat auch den Zweck seine Mitglieder zu informieren und zu beraten. Gerade 2017 mit der Einführung der EGO haben alle ver.di Mitglieder den Vorteil sich individuell beraten zu lassen. Dazu werden monatliche Beratungstage organisiert und alle Mitglieder können anschließend gut informiert und ruhigen Gewissens entscheiden, ob sich ein Höhergruppierungsantrag lohnt oder nicht.

Impressum:

V.i.S.d.P.: C. Kleefeld, ver.di-Fachbereich Gemeinden, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg, Tel. 091123557107, Auflage 885 Stück, Redaktionsschluß, 15.11.2016. Die Kosten für den Druck wurden durch ver.di-Beiträge finanziert. Vielen Dank an alle ver.di-Mitglieder in der Stadtverwaltung. Nachdruck nur mit Genehmigung! Kontakt: roland.hornauer@stadt.erlangen.de

2017 wechselnde Tage!

MITMACHEN

24. Januar ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2017 jeweils ab 17.00 Uhr, abwechselnd Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Dienstag 24. Januar, 17.00 Uhr, Sitzungsraum beim Personalrat, Nägelsbachstr. 26, II. OG. Themen sind u.a. die die Besoldungsrunde 2017 und ob eine Klausurtagung durchgeführt werden soll.

Neuer fester Tagesordnungspunkt in den Betriebsgruppensitzungen

Ab sofort wird in jeder Sitzung zum Schluss der Punkt „Fragen zur Entgeltordnung“ behandelt. Alle ver.di-Mitglieder haben dabei die Möglichkeit auch individuelle Fragen unter Umständen unter „Vier-Augen“ klären zu lassen.

2017 vagabundierende Sitzungstermine

Immer wieder entschuldigen sich Kolleginnen und Kollegen für die Betriebsgruppe, da sie am Mittwoch regelmäßig andere Termine haben. Wir laden 2017 deshalb abwechselnd für Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag ein und hoffen, dass damit mehr Kolleginnen und Kollegen kommen können. Die geplanten Termine 2017 sind: Die. 24.1., Mi. 22.2., Do. 30.3., Die. 25.4., Mi. 17.5., Do. 29.6., Die. 25.7., Mi. 13.9., Do. 19.10., 21.11. und Mi. 13.12.

Save the Date – Grillfest 2017

Das Grillfest findet 2017 am Freitag 19. Mai bei jeden Wetter im Garten der Erba-Villa statt.

Die Mannschaft hat ihren Libero aufgelöst – jetzt hat sie einen Mann mehr auf dem Platz.

Gerd Rubenbauer

Bericht in Stichworten von der ver.di-Tarifkonferenz 26.-27.10.2016 - Tarifrunde mal anders von Dietmar Radde

Start mit „WeltCafe Ver.di“ mit Stationen zu den Themen

  • Das war gelungen! Forderungsdiskussion, betriebliche Mobilisierung, Aktionen mit Aktiven aus anderen Fachbereichen
  • Öffentlichkeit erreichen – über alternative Aktionsformen und Ideen mit Gemeingut in BürgerInnenhand
  • Die richtigen Worte finden! Ansprache zur Gewinnung von neuen Mitgliedern
  • Erfolge organisieren! Schwerpunkte in der Streikstrategie
  • Tarifpolitische Perspektiven und Herausforderungen
  • EGO VKA – betriebliche Umsetzung des neuen Eingruppierungsrechts
  • Möglichkeiten einer alterns- und altersgerechten Gestaltung von Arbeitsbedingungen
Roland Hornauer und Dietmar Radde in Fulda bei der Tarifkonferenz rh Roland Hornauer und Dietmar Radde in Fulda bei der Tarifkonferenz

Es war etwas chaotisch, da 8 Gruppen verteilt auf einen Raum, dadurch sehr laut, der Wechsel der Stationen hat nicht wirklich geklappt, es waren viele Kleingruppen, aber mit sehr unterschiedlichen, Personen daher doch wieder ganz informativ und zum Kennenlernen nicht schlecht

Herausforderungen der anstehenden und zukünftigen Tarifrunde - Diskussion mit Wolfgang Pieper

Unterschiedliche Voraussetzungen und Betroffenheit durch den unterschiedlichen Personalkostenanteil Länder 40 %, Bund 11% und Kommunen, 27%

Zur Beamtenbesoldungsrunde, Ziel verdi auch als Vertreter für die Beamten (wieder) erkennbar machen, Problem Binnendifferenzierung – Gehaltsunterschiede (Bayern – Berlin 11%), Problem: Beamtengehälter werden in der Tarifrunde Länder mitverhandelt.

Tarifrunde Länder 2017, mindestens 4 % Rückstand gegenüber TvöD, EGO Nachverhandlung u. a. Stufengleiche Höhergruppierung. Forderung daher mind. 5 %, Erwartungen der Mitglieder sind hoch, Durchsetzungs- und Streikfähigkeit aber schwierig.

Diskussion:

Kampagne für schlecht organisierte Bereiche, Kampagne öffentlich ist wesentlich fortführen und unter die Menschen tragen, Mitgliederbonus, offensiveres Auftreten gegenüber nichtorganisierten Kollegen, Erfolge nicht unter den Scheffel stellen

2. Tag Arbeitsgruppen zur Vertiefung der Themen des „Weltcafe“

Durch die Arbeitsgruppen konnte der chaotische Eindruck vom ersten Tag schnell korrigiert werden. Zu allen Themenblöcken wurden konkrete Ergebnisse erarbeitet, die in die Arbeit von ver.di einfließen werden. Aus Platzgründen ist es nicht möglich diese Ergebnisse hier zu dokumentieren.

Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Pieper wird von Andrea Kühnemann, Vorsitzende des Fachbereichs Gemeinden interviewt rh Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Pieper wird von Andrea Kühnemann, Vorsitzende des Fachbereichs Gemeinden interviewt

Sozial- und Erzeihungsdienst – Kasselerkonferenz und Kasselererklärung, Bericht von Doris Blacha

Die Kasseler Konferenz ist ein Bundesgremium für den Bereich Sozial- und Erziehungsdienst sowie der Behindertenhilfe der Gewerkschaft ver.di, welches traditionell am Wochenende nach dem Buß- und Bettag in Kassel tagt. Dies Jahr fand die Konferenz also am 18. und 19.11. statt. Jede Landesfachgruppe entsendet dazu einige hauptamtliche und ehrenamtliche Vertreter aus den Fachbereichen 3 ( Wohlfahrtverbände, freie Träger und Kirchen) und 7 (Gemeinden). Doris Blacha wurde als Personalrätin für die Stadt Erlangen entsandt und traf dabei auf sieben bayerische KollegInnen aus Nürnberg, Augsburg und München.

Die Konferenz dient der Standortbestimmung und Zielformulierung, was am Ende in der Kasseler Erklärung dokumentiert wird.

Hauptthema dieses Jahr war die geplante Novellierung des SGB VIII, was in der Fachwelt für große Sorge und Unruhe sorgt, da dadurch massive qualitative Verschlechterungen der Arbeit für die Jugendämter, die Hilfeerbringer und betroffenen Kinder, Jugendlichen und Eltern befürchtet werden. U.a. werden dabei Parallelen zum damaligen Wechsel vom Bundessozialhilfegesetz zum SGB II gesehen.

Weitere diskutierte Schwerpunkte waren Inklusion, Integration und die Fortsetzung der Aufwertungskampagne des Sozial- und Erziehungsdienstes sowie der Behindertenhilfe.

In den vier Workshops wurden folgende interessante Themen bearbeitet:

Betriebliche Anwendung von Gefährdungsbeurteilungen, Überlastungsanzeigen betrieblich regeln, Ressourcen im Betrieb entdecken, 1:1- Gespräche mit KollegInnen.

Die Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst sowie der Behindertenhilfe ist mit dem Tarifergebnis im Jahr 2015 einen Schritt weitergekommen. Dies konnte nur durch eine engagierte und starke Gemeinschaft der ver.di Mitglieder und Beschäftigten erreicht werden.

Kasseler Erklärung 2016:

Die Aufwertung wird fortgesetzt! Dabei geht es nicht nur um eine materielle Aufwertung - jetzt müssen die qualitativen Standards deutlich verbessert werden.

Wir erwarten, dass alle Arbeitgeber die Regelungen zur Eingruppierung sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz des TVöD im Sozial- und Erziehungsdienst sowie der Behindertenhilfe vollständig umsetzen. Es ist nicht zu akzeptieren, dass aus Kostengründen versucht wird, gute Tarifergebnisse zu verwässern.

Wir fordern und setzen uns dafür ein

-        die Tarifbindung auf dem ÖD-Niveau im Bereich der Wohlfahrtsverbände, der Kirchen und der freien Träger auszubauen,

-        eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung zu erreichen und

-        die qualitativ gute Ausbildung von mehr Fachkräften, um den vorhandenen und künftigen Fachkräftebedarf zu decken, voranzubringen.


Schon jetzt gibt es aufgrund der schlechten Personalausstattung extrem hohe Belastungen. Darunter leidet die Attraktivität des Berufsfeldes. Auch deshalb können vorhandene Stellen nicht wieder besetzt werden. Dringend notwendig sind bundeseinheitliche Mindeststandards für Personalschlüssel. Diese müssen z. B. Vor- und Nachbereitungszeiten, Leitungsfreistellung und Qualifizierungszeiten, Ausfallzeiten berücksichtigen. Für die Bereiche Kindertagesbetreuung und Allgemeiner Sozialer Dienst hat ver.di bereits Vorschläge vorgelegt. Nur so können Überlastungssituationen vermieden, qualitativ hochwertige Arbeit geleistet und zukünftige Fachkräfte gewonnen werden.

Die bisher vorliegenden Arbeitsentwürfe des Bundesministeriums zur Novellierung des SGB VIII sind

ungeeignet. Es braucht einen fundierten Neustart unter Beteiligung aller Akteure. Es darf keine Regionalisierung und Öffnung der Leistungsgewährung nach Kassenlage geben. Der individuelle und einklagbare Rechtsanspruch auf Hilfen muss erhalten bleiben. Die bisherigen, bewährten und rechtssicheren Begrifflichkeiten und Inhalte müssen bleiben.

Es muss sichergestellt werden, dass die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Inklusion, Integration und verbesserte frühkindliche Bildung zur Verfügung gestellt werden.

Wir wollen unsere Handlungsfähigkeit ausbauen und unsere Durchsetzungskraft erhöhen. Das sind wesentliche Voraussetzungen, um die Verbesserung der qualitativen Standards zu erreichen. Für uns bedeutet das

-        unseren Organisationsgrad verbessern,


-        die Kompetenzen unserer Mitglieder stärken, weiterentwickeln und nutzen,

-        die Öffentlichkeit von unseren Anliegen überzeugen und gemeinsam die Politik in die Pflicht nehmen, um weitere gesellschaftliche Fehlentwicklungen zu vermeiden.

Wir werden unsere gemeinsame Arbeit in ver.di fachbereichsübergreifend intensivieren, um die betriebliche Basis zu stärken und auszubauen.  Ziel ist die Fortsetzung der Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes sowie der Behindertenhilfe.

Marcel Fuchs berichtet vom gestrigen bundesweiten Streikdelegiertentreffen in Fulda rh Marcel Fuchs berichtet 2015 vom bundesweiten Streikdelegiertentreffen in Fulda

Für uns im Personalrat aktiv (IV)

Wie angekündigt stellen wir in jeder Infoausgabe unsere Personalräte vor. Dieses Mal ist Marcel Fuchs dran. Marcel ist seit der letzten Personalratswahl Arbeitnehmervertreterin im Stammpersonalrat. Er arbeitete im Jugendamt, in der Abteilung Kindertagesstätten im Hort Donato-Polli-Str. und ist unter der Tel. Nr. 490001 erreichbar.

Marcel, stellst Du Dich bitte kurz vor?

Ich heiße Marcel Fuchs, bin 29 Jahre jung und seit knapp 3Jahren für die Stadt Erlangen  tätig. Ich arbeite gerne als Erzieher im Hortbereich und freue mich Kinder im Alltag zu begleiten, sie zu unterstützen, zu fördern und zu bilden.

Seit August 2016 bin ich nun Mitglied im Stammpersonalrat der Stadt Erlangen. Diese Aufgabe ist sehr wichtig und verantwortungsvoll und ich engagiere mich mit viel Elan und Einsatz.

Welche Hobbys hast Du, was ist Dir privat wichtig?

Ich interessiere mich sehr für Geschichte, Naturwissenschaften und Technik gehe sehr gerne Wandern und mache auch sonst gerne Sport-schwimmen im Sommer ist besonders schön.

Wie ist Dein beruflicher Werdegang?

Erzieher-Personalrat-Präsident-Wer weis das schon?!:)

Marcel Fuchs, Abt. Kindertageseinrichtungen, Nr. 29 GPR und Nr. 7 StPR rh Marcel Fuchs, Abt. Kindertageseinrichtungen

Was ist für Dich privat wichtig?

Wichtig ist auch mal zu entspannen, für Freunde, Familie und Hobbys Zeit zu haben.

Welche Musik hörst Du?

Sehr gemischt je nach Laune. Von Pop über RnB, HipHop,Rock- alles mit dabei!

Was soll sich gesellschaftlich ändern?

Mehr Anerkennung und Wertschätzung für das Sozialwesen. Schön wäre es, wenn sich die Menschen mehr für einander interessieren würden.

Was nervt Dich an der Stadt?

Es ist teilweise sehr kompliziert und schwierig, wenn man den Wunsch nach Aufstockung des Arbeitsstundenkontingents äußert, diesen überhaupt zu bekommen. Schlicht und einfach beraubt sich die Stadt damit ihrer Attraktivität als Arbeitsgeber. Mehr  Entgegenkommen und Flexibilität  seitens der Stadt wäre hier wünschenswert!

Was hältst Du von der Dienstvereinbarung „Leistungsorientierte Bezahlung?“

Meiner Meinung nach, sollte es pauschal für jeden Mitarbeiter der Stadt Erlangen, einen angemessenen Treue-Bonus als jährliche Einmalzahlung geben.  Jeder gibt sein Bestes im Job und verdient gleichermaßen Anerkennung für seine Tätigkeit.

Was hat sich an der Arbeit verändert?

Ich merke noch nichts….:(

Warum ist für Dich die Gewerkschaft, ver.di wichtig?

Eine große Gewerkschaft wie Verdi hat die Möglichkeit ihre Mitglieder adäquat zu unterstützen und in Tarifverhandlungen für die Angestellten im Öffentlichen Dienst etwas zu bewirken und bessere Konditionen aus zu handeln.

Deine Wünsche für 2017?

Freude am Beruf, eine Aufstockung der Gehälter!

Werner Lutz wl Werner Lutz  – Werner Lutz

Neues von Herrn L.

Das Neueste zum Mindestlohn

In Deutschland gibt es für Minderjährige tatsächlich keinen Mindestlohn. - Offenbar ging bei der Gesetzesformulierung die schwarz-rote Regierung mit gewohnter Naivität davon aus, daß in Deutschland gar keine Kinder arbeiten. Und wenn, dann sollen diese gefälligst ebenso mies behandelt werden wie überall woanders auf der Welt.

Waffenbesitz

Wahr ist, daß Vizekanzler Gabriel dafür eintritt, daß psychisch kranke Einzeltäter und Amokläufer künftig keine Waffen mehr erhalten. Zum Ausgleich will er dafür sorgen, daß psychisch kranke Regierungen und Kriegsstifter noch mehr Waffen durch Exporte aus Deutschland erhalten.

Kultur-Tipp

Wer eine „Leitkultur“ braucht wie Bayern, verdient im Grunde genommen als Ministerpräsidenten nur einen Leit-Ochsen.

Haushalt

Wieder einmal wurde der Bundeshaushalt mit dem Hinweis darauf verabschiedet, daß die schwarze Null bleibt. Es hat allerdings auch keiner ernsthaft damit gerechnet, daß Schäuble geht.

Amtliches

Bei Brandanschlägen auf Flüchtlinge wird laut Polizeibericht immer in alle Richtungen ermittelt. – Aber nie in die richtige.

Fakten gegen rechte Hetze (Teil 12)

„Flüchtlinge bedrohen unseren Wohlstand.“

Im Gegenteil, Flüchtlinge kurbeln die Wirtschaft an, sagt sogar die EU-Kommission. Ökonomen gehen davon aus, dass die Ausgaben für Flüchtlinge wie ein Konjunkturprogramm wirken, weil öffentliche Investitionen (für Versorgung und Unterbringung) notwendig werden und das Geld direkt wieder in den Wirtschaftskreislauf Vorort geht. Ein zweiter Schub für die Wirtschaft wird erwartet, wenn ausreichend Mittel für die Integration (Sprachkurse) bereitgestellt werden und wenn die, die heute Schutz suchen, morgen auch arbeiten dürfen und damit (Lohn-) Steuern und Sozialabgaben zahlen. Laut Studie zahlen Menschen ohne deutschen Pass im Schnitt 3.000 Euro im Jahr mehr in die öffentlichen Kassen als sie an staatlichen Leistungen erhalten. Im Gegensatz zu den Unternehmerverbänden stehen für uns in der Flüchtlingspolitik aber immer humanitäre und nicht ökonomische Gründe im Vordergrund: Wohlstand lässt sich nicht nur in Geld bemessen, es geht auch um Lebensqualität, Menschlichkeit und Solidarität – das macht ein gutes Leben aus. Und auch in diesem Sinne können die geflüchteten Menschen eine Bereicherung für das soziale Leben sein.

Neues Rätsel – Auflösung

Wir wollten wissen, welches sehr funktionale Rathausgebäude abgebildet wurde. Es war natürlich das Rosstaler Rathaus. Alle richtigen Lösungen wurden mit einer jahreszeitlich passenden Süßigkeit belohnt. Im neuen Rätsel wollen wir wissen, welcher Kollege von seinem Arbeitsplatz direkt in seine Wohnung schauen kann?

Rätsel Nr. 13/2016 rh Rätsel Nr. 13/2016

Von wegen COOL – So schaut Personalfürsorge gerade nicht aus

Wir hatten im letzten Info geschrieben: „Nachdem es in den letzten Tagen spürbar kälter geworden ist hat die Stadtverwaltung alle Hebel in Bewegung gesetzt und eine mobile Heizungsanlage – siehe Bild – besorgt, damit es der Personalrat in seinen neuen Räumen in der Nägelsbachstraße 26 auch schön mollig warm hat. Wenn so personalfürsorglich gehandelt wird braucht es eigentlich keinen „Masterplan Personalmanagement“ mehr.“

Die Rache wohl der Masterplaner erfolgte umgehend. Am Montag, 14.11. fiel die Heizung aus und es war arschkalt. Am Wochenende 19./20.11. wurde die mobile Heizungsanlage entfernt und am Montag 21.11. war es wieder arschkalt. Seitdem „stottert“ die Heizungsanlage und pegelt zwischen warm blubbernd und kalter Winterschlaf hin und her. Für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen bedeutet dies jeweils kurzfristig schwierige Entscheidungen zu treffen. Zwischen frieren, schneller Arbeiten, Außendienst in wärmere Gebäude oder Heizlüfter einschalten besteht die Wahlmöglichkeit.

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Doris Blacha, Dietmar Radde oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • 2017 kommt – Kalenderreste

Es sind noch ein paar Restbestände (insbesondere Wandplaner, Aufstellkalender und Beamtenkalender) vorhanden.

  • Bildungsprogramme ver.di Mittelfranken, ver.di Bayern, ver.di Bund und vom ver.di Fachbereich Gemeinden

Alle Angebote für 2017 sind in optisch ansehnlichen Broschüren veröffentlicht. Sind aber auch über das Internet abrufbar.

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell 18 / 2016 – Rente: Reicht nicht! 

Die Bundesregierung hat Renten-Reformen angekündigt. Das sinkende Rentenniveau und die zunehmende Armut im Alter sowie bei Erwerbsminderung aber packt sie nicht an. An die entscheidende Stellschraube für Verbesserungen bei der Rente, die Stärkung der Gesetzlichen Rentenversicherung, will die Koalition nicht ran. Mehr dazu in der neuen Ausgabe Wirtschaftspolitik aktuell 18 / 2016. Weitere Hintergrundinfos zur Rentenpolitik und zur Rentenkampagne auch unter: https://rente-staerken.verdi.de

Surfen 177

Die soziale Absicherung des Alters war einmal eine große Errungenschaft unseres Sozialstaats. Im 21. Jahrhundert droht dieser soziale Fortschritt unter die Räder zu kommen. In einem der reichsten Länder der Welt steht die Rückkehr der Altersarmut bevor. Dagegen wenden sich der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften in einer breit angelegten Kampagne. Wir streiten für eine gesetzliche Rente, die den Lebensstandard sichert und vor Armut schützt. Der Bereich Wirtschaftspolitik hat in Zusammenarbeit mit dem Bereich Arbeitsmarkt und Sozialpolitik eine Broschüre herausgebracht, die umfassend in die Rentenpolitik einführt, notwendige Hintergrundinformationen liefert und als Argumentationshilfe gedacht ist. Die Broschüre kann unter https://wipo.verdi.de/publikationen/++co++6bc94ece-ad72-11e6-9149-525400423e78 runtergeladen werden.

 

Erfolgreiches Färdd

Jahrelang war die Stadt im Süden Erlangens vom Fernverkehrsnetz der Bahn abgeschnitten. Mit dem neuen Fahrplan ändert sich dies. Seit 11.12. fährt der IC 2028 täglich um 05.35 Uhr nach Hamburg-Altona. Für eine Verbindung zurück sah die DB Fernverkehr AG keine Notwendigkeit.

 

Termine & Veranstaltungen

Am Mittwoch, den 11. Januar 2017, 18.00 Uhr, lädt der Deutsche Gewerkschaftsbund Erlangen / Erlangen-Höchstadt zu seinem Neujahrsempfang im Großen Saal des Gewerkschaftshauses, Friedrichstr. 7 ein. Landrat Alexander Tritthart hält ein Grußwort. Die Neujahrsansprache kommt von Dirk Neumann von der IG Metall Vorstandsverwaltung, Bereich Sozialpolitik. Der Neujahrsempfang wird musikalisch umrahmt und zum Abschluss gibt es Gespräche am Buffet. Alle Kolleginnen und Kollegen sind herzlich eingeladen.

 

Rente mit 67, 69, 73 – wer bietet mehr Unsinn

Beim Renteneintritt geht es um mehr als Statistik. Die Zahlen der Rentenversicherung zeigen: Im Schnitt werden Männer rund 80 und Frauen rund 84 Jahre alt. Wer das zum Anlass nimmt, ein Renteneintrittsalter von 73 zu fordern, will den Menschen nur sieben beziehungsweise elf Jahre Rente gönnen. Und vielen bleibt erheblich weniger Zeit:  Der statistische Durchschnitt blendet aus, dass viele Menschen früher sterben - gerade jene mit harten Erwerbsbiographien und niedrigerem Einkommen. Außerdem verschärft ein höheres Renteneintrittsalter andere Probleme: Bereits heute gehen viele Beschäftigte mit hohen Abschlägen vorzeitig in Rente, denn sie schaffen es nicht gesund und in Arbeit bis 65, geschweige denn bis 67. Und die Jungen zahlen die Zeche sogar doppelt: Sie müssten länger arbeiten und wären vom sinkenden Rentenniveau betroffen. Dann, wenn die heute jungen Menschen die Rente brauchen, würde sie nicht mehr zum Leben reichen. Allerdings wäre es für die Rentenversicherung sehr förderlich, wenn alle, die eine Verlängerung des Renteneintrittsalters fordern auch mit ihrem kompletten Einkommen Rentenversicherungsbeiträge zahlen würden.

 

LOGGORR BLEIBM

New Model Army rh New Model Army

NEW MODEL ARMY

17.10.2016, HIRSCH, NÜRNBERG

Richtig schön, dass New Model Army inzwischen regelmäßig im Herbst hier vorspielen. Beim letzten Mal war es der Löwensaal, davor das E-Werk. Jetzt riefen nun Sänger Justin Sullivan und seine vier Mitspieler in den Hirsch. Nicht vergeblich, den schon bei der Nürnberger Vorband Beatfrog war der Hirsch voll. Deren erster Song ging wegen massiver Soundprobleme unter. Danach boten sie aber einen sehr kurzweiligen 35 Minuten-Set mit vielen verzerrten Tönen. New Model Army ließ dann etwas auf sich warten und in den 40 Minuten bis zu ihrem Auftritt war der Hirsch schließlich proppenvoll. Selbst in den hintersten Reihen musste man sich durch das reifere Publikum richtig durchkämpfen, um Bedürfnisse befriedigen zu können. Eigentlich ist dies ja auch kein Wunder, wenn eine Band seit über 37 Jahren mit feinen Indie Rock, gepaart mit Rock, Punk und kleineren Folkeinflüssen tourt. Frontmann Sullivan hüpft immer noch wie ein junger Derwisch über die Bühne und fesselt mit vielen Gesten und starker Mimik das Publikum. Dazu kommt sein prägender fast hypnotischer Gesang. Los ging es mit „Burn the Castle“ von der aktuellen CD „Winter“. Die neuen Songs, insgesamt waren es 8, dominierten den ersten Teil des Konzertes. Es hat Tradition bei NMA neue Songs ausführlich live zu präsentieren.

New Model Army 10/2013 rh New Model Army (II) 10/2013

Die neuen Songs klingen sehr düster und heavy und gefallen durch immer wieder eingebaute überraschende Tonfolgen. So steht beispielsweise auf einmal bei „Winter“ eine Geigerin auf der Bühne. Besonders stark sind die Songs, wo das zweite Drumset beklopft wird, da geht die Post richtig wuchtig ab. Bei der „old German Story, the Faust Story „Devil““ rockt die Band sehr heftig ab, dazu kommen electrische Soundschnipsel und ein mehrstimmiger Gesang. Im 2.Teil wurden dann die alten Klassiker wie „51st State“ oder „Wonderful Way to Go“ gespielt. Bekanntlich ist NMA eine sehr politische Band und Sullivan sagte beispielsweise zur britischen Brexitentscheidung sehr passend „Fuckin`Brexit, Fuckin`U.K., Great Shit“. Das Titelstück der vorletzten Scheibe „Between Dog and Wolf“ eröffnete nach einer etwas längeren Klatschpause, nicht nur das Publikum brauchte schließlich seine Pausen, den Zugabeteil. Es folgte noch „Encore“ und nach einer weiteren Klatschpause „Vagabonds“. Nach rund 90 Minuten war leider schon Schluss, aber im nächsten Jahr gibt es ja wieder einen NMA-Herbst, hoffentlich.

 

ANONYM

URSULA POZNANSKI, ARNO STROBEL

THRILLER, WUNDERLICH, GEBUNDENE AUSGABE, 384 Seiten, ISBN: 978-3-80525-085-6

Das Autorenduo erzählt eine sehr aktuelle und spannende Geschichte. Ein Trajan ist Inhaber des Internetforums Morituri. Anfangs findet sich das Forum nur im Darknet. Es bietet den Usern die einmalige Gelegenheit Menschen zu nominieren, die sie getötet haben wollen. Zunächst erscheint dies als lustiger und simpler Gag, als die ersten drei potentiellen Opfer im Netz veröffentlicht werden und ein Online-Voting anläuft, welcher Vorschlag ausgewählt werden soll.

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Schließlich wird der Gag blutige Realität. Ein Rechtsanwalt wird tot, in einer großen Blutlache liegend, aufgefunden. Man hat ihm blutverdünnende Mittel verabreicht und dann Glasscherben essen lassen. Daniel Buchholz vom Hamburger Landeskriminalamt wird mit diesem Fall betraut und trifft  am Tatort erstmals seine neue Kollegin Nina Salomon. Beide sind sehr unterschiedlich gestrickt und haben anfangs ein Verhältnis wie Hund und Katze. Sie kommen dem Forum auf die Spur, wo der Mord am Rechtsanwalt als Video abgerufen werden kann. Als die nächsten Vorschläge auf Morituri zur Abstimmung gestellt werden, beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit. Aus folgenden anonymen Vorschlägen soll das nächste Opfer bestimmt werden, einen Arzt der Fehler auf Kollegen schiebt und Privatpatienten abkassiert, einen Hundehalter der die Nachbarschaft vollkacken lässt, einer Ehefrau die ihren Mann mit dem Bruder betrügt und einen fremdenfeindlichen Brandstifter. Während der laufenden Abstimmung ist das Forum schließlich frei im Internet zugänglich und immer mehr Menschen beteiligen sich am Voting. Alle Versuche, die Internetseite lahm zu legen scheitern. Als schließlich die über Stunden dauernde Ermordung des Arztes, er hängt kopfunter an einen Kran und muss sich mit seiner Muskelkraft aus der Elbe herausstemmen, im Netz gezeigt wird, explodieren die Zugriffszahlen von 455.000 auf über 2 Millionen. Anonym ist ein Krimi der die Missbrauchs Möglichkeiten der Social Media zeigt und gleichzeitig unserer sensationsgierigen Gesellschaft den Spiegel vor hält. Wer sieht wie viele Gaffer bei Unfällen sofort ihr Smartphone zücken und die Aufnahmen dann gleich online stellen, merkt schnell wie realistisch die fiktive Geschichte ist. Angesichts des häufigen Shitstorms über Kleinigkeiten ist es auch nicht weit hergeholt, dass beispielsweise ein arroganter Arbeitskollege oder ein 11 jähriges Mädchen, welches eine Katze ertränkt hat, zur Ermordung vorgeschlagen werden. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Nina Salomon und Daniel Buchholz erzählt. Dies sorgt für einen sehr abwechslungsreichen Schreibstil, es liest sich leicht. Meine Vermutung, die Autorin schrieb den Kommisarteil und der Autor die weibliche Sicht. Zusätzlich wird ab und an aus Sicht des zynischen Täters erzählt. Die Geschichte wird immer spannender und ist zum Schluss mit einigen Überraschungen gespickt. Es bleibt zu hoffen, dass das Autorenduo weitere spannende Geschichten vom gegensätzlichen Duo Nina, der impulsiven und spontan handelnden Kommisarin und von Daniel, den korrekten auf gutes Aussehen bedachten Beamten schreibt.

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