ver.di Info

Betriebszeitung

verdi-Info Nr. 9/2013

Betriebszeitung
Info von ver.di Erlangen rh ver.di Info Stadt Erlangen

Info Nr. 9/2013 34. Jahrgang (ohne Koalition) vom 27. September 2013

Inhalt:

  1. Kommt „neue“ Entgeltordnung?
  2. Raus aus dem Euro? Raus aus der Troika!
  3. Erlangen zeigt erfolgreich Flagge gegen die NPD
  4. Bessere Arbeitsbedingungen in Kindertagesstätten
  5. 5.11. - Betriebsgruppe
  6. Kurz & knackig (u.a. Landtagswahl, OV-Mitglied wird Bezirksrat,Neues von Herrn L., Kunstpalais, Wahlkampffinanzierung, Verwaltungslyrik, Fehler, Bilderrätsel, Kalender 2014, anfordern, surfen, Culdur mit DVD-Tipp und 2 CD-Tipps)

Kommt „neue“ Entgeltordnung?

Im Internet findet sich unter Wikipedia – TVöD zum Abschnitt Eingruppierung folgende Informationen:

Die Vereinfachung der Eingruppierung war weiteres wesentliches Ziel der Tarifreform. 17.000 verschiedene Eingruppierungsmerkmale wurden als Beweis für ein undurchschaubar gewordenes Vergütungssystem herangezogen. Diese Merkmale sollten deutlich reduziert werden. Allerdings ist es den Tarifparteien bis zum Abschluss im Jahr 2005 nicht gelungen, die neue Entgeltordnung auszuhandeln. Sie sollte bis Ende 2006 verhandelt und zum 1. Januar 2007 angewandt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt galten die Eingruppierungsmerkmale des BAT vorerst weiter. Aufgrund der Streitigkeiten um die Arbeitszeiten zwischen den Gewerkschaften und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) seit November 2006 wurden die Verhandlungen über die neue Eingruppierungsordnung nicht fortgeführt.

Problem

Die alten Eingruppierungsregelungen können jederzeit gekündigt werden. Die Nachwirkung wurde 2005 ausgeschlossen. Damit könnten die Arbeitgeber alle Beschäftigten willkürlich eingruppieren.

Stillstand

Die kommunalen Arbeitgeber verweigern sich seit 2005 ernsthaft über eine neue Entgeltordnung zu verhandeln, eine mögliche Kündigung der alten Eingruppierungsregelungen schwebt als Drohkulisse immer wieder im Raum. Mit den Ländern und mit dem Bund haben sich die Gewerkschaften zwischenzeitlich dagegen auf eine neue Entgeltordnung verständigt.

Bewegung?

Auf Geschäftsstellenebene wurde mit den Arbeitgebern ein sogenanntes Leitplankenpapier erarbeitet. Daraus wurde ein „gemeinsames Papier“ was im Entwurf vorliegt, aber trotz Verhandlungen im Mai und Juli 2013 noch erhebliche Konfliktpunkte enthält und deshalb nach momentanem Stand nicht einigungsfähig ist.

 

Ohne Worte rh Ohne Worte

Inhalte einer möglichen „neuen“ Entgeltordnung (EGO)

Nachdem sich die kommunalen Arbeitgeber hartnäckig verweigern über neue Eingruppierungsregelungen zu verhandeln, versucht ver.di das bisherige Eingruppierungsniveau zu sichern. Die weggefallenen Aufstiege sollen durch Zuordnung zu einer höheren Entgeltgruppe (EG) finanziell kompensiert werden. Dies wurde durch die Überleitungsregelungen 2005 schon für die EG 10 und höher geregelt. Ein Beispiel, Stellenwerte der Vergütungsgruppe VIb BAT, Fallgruppe 1a werden der EG 7 zugeordnet.

EG 9 wird aufgeteilt

Je nach früherem BAT-Stellenwert gibt es in der EG 9 unterschiedliche Stufenzuordnungen. Dies führt in der Praxis immer wieder zu Diskussionen. Künftig werden die früheren Vc/Vb-Stellenwerte einer neuen EG 9a zugeordnet, Vb/IVb-Stellenwerte der EG 9b und IVb BAT Fallgruppe 1a der EG 9c. Die Tabellenwerte der EG 9a und EG 9b entsprechen den bisherigen Werten (bei der EG 9a gibt es im Verlauf einen minimalen Zugewinn). Die Tabellenwerte der EG 9c liegen zwischen der EG 9 und EG 10.

Keine neuen Merkmale

Die bisherigen Eingruppierungsmerkmale wie „gründliche Fachkenntnisse“ oder „selbstständige Leistungen“ bleiben, damit bleiben auch die durch Arbeitsgerichtsurteile vorgegebenen Auslegungsmöglichkeiten.

Struktur der EGO

Wie bisher gibt es spezielle und allgemeine Eingruppierungsregelungen und wie bisher gehen die speziellen Regelungen vor.

Frühere Arbeiterbereich

Auch in Zukunft werden diese Eingruppierungsregelungen nicht bundesweit sondern auf Länderebene vereinbart. Dies bedeutet, die entsprechenden Regelungen wie das Lohngruppenverzeichnis für die Gemeindearbeiter in Bayern gelten weiter.

Ausbildungs- und Prüfungspflicht

Die bisherige Regelung ab der EG 5 in den allgemeinen Eingruppierungsregelungen bleibt bestehen, davon befreit ist man nicht mehr ab dem 40. Lebensjahr, sondern nach zwanzigjähriger Berufserfahrung im öffentlichen Dienst oder bei vergleichbaren Arbeitgebern.

Streichen

Etliche Eingruppierungsmerkmale werden gestrichen wie z.B. „Dorfhelfer“ oder Geldzähler“, weil sie nicht mehr benötigt werden bzw. durch die allgemeinen Merkmale aufgefangen werden.

Verhandeln

Es besteht Einigkeit, dass bei einigen Eingruppierungsregelungen dringender Verhandlungsbedarf besteht, wie bei Datenverarbeitung, Meister, Techniker, Ingenieure oder Sozial- und Erziehungsdienst. Verhandlungen werden aber erst aufgenommen, wenn die neue EGO steht.

Gesehen im Frankenhof rh Gesehen im Frankenhof

Differenzen

Folgende wichtige Punkte stehen einer Einigung entgegen:

  • Definition der „sonstigen Beschäftigten“ (wie werden Beschäftigte eingruppiert, die nicht die formale Qualifikation haben)
  • Außerkraftsetzung der Eingruppierungsautomatik für so genannte Personalentwicklungsmaßnahmen (mit dieser Begründung wollen die Arbeitgeber niedriger eingruppieren)
  • Einführung eines weiteren Tätigkeitsmerkmals in der EG 3 für Beschäftigte mit Tätigkeiten der EG 2, die die Körperkräfte außerordentlich beanspruchen oder mit besonderer Verantwortung verbunden sind, im bisherigen Arbeiterinnen-/Arbeiter-Bereich
  • Rechtsstandssicherung bei Inkrafttreten der Entgeltordnung, die Arbeitgeber sind bislang nicht bereit, eine Besitzstandssicherung zu vereinbaren. Sie möchten nach der neuen EGO herabgruppieren.

Fazit

Nachdem diese „Differenzen“ keine Peanuts sind und die Arbeitgeber beharren die bisherigen Eingruppierungsregelungen in diesen Punkten zu verschlechtern, ist offen, ob und wann die EGO kommt. Das Verhalten der Arbeitgeber ist skandalös, die Eingruppierungsregelungen müssten dringend und grundlegend überarbeitet werden. Schon um neue Anforderungen und Belastungen zu berücksichtigen. Die zunehmende Schwierigkeit qualifiziertes Personal zu gewinnen zeigt dies überdeutlich. Die Arbeitgeber wollen in derartigen Fällen mit unverbindlichen Zulagen, wenn sie in Konkurrenz zur Industrie stehen, statt mit verbindlichen Eingruppierungen operieren. Wir Beschäftigte haben nur eine Möglichkeit, uns zu organisieren und gemeinsam mit gewerkschaftlichen Mitteln die Arbeitgeber zur Vernunft zwingen. Die erste Möglichkeit dazu gibt es in der kommenden Tarifrunde.

 

EUROKOLUMNE

Raus aus dem Euro? Raus aus der Troika!

Wirklich raus aus dem Euro will außerhalb von Deutschland, wo die neugegründete Alternative für Deutschland für eine Auflösung des Währungsgebiets wirbt, eigentlich niemand. Kein Krisenland, keine Partei, abgesehen von einzelnen Gruppierungen. Nicht einmal Syriza, der das immer wieder nachgesagt wird. Tatsächlich hatte die griechische Linkspartei für den Fall eines Wahlsiegs lediglich in Aussicht gestellt, die Austeritätspolitik aufzukündigen. Auch die sich so solide fühlenden Nordeuroländer wissen sehr wohl, was bei einer Auflösung der Eurozone auf dem Spiel steht.   

Die Frage ist nicht, ob eine Aufwertung der Deutschmark oder eines Nordeuro schädlich wäre, sondern nur, wie stark sie ausfallen würde. 30 Prozent? 50 Prozent? All die schöne Wettbewerbsfähigkeit wäre jedenfalls mit einem Schlag dahin. In den Krisenländern weiß die Bevölkerung ebenfalls sehr genau, dass ein Austritt aus der Eurozone allein die Schuldenberge nicht verschwinden lassen würde. Auch Drachme, Escudo oder Pesete schützen nicht vor Angriffen aus den Finanzmärkten.

Einer muss die  Nerven verlieren

Die Eurozone hat sich in eine scheinbar ausweglose Situation manövriert. Die Menschen in den Krisenländern ächzen unter den Folgen der Kürzungspolitik, das versprochene Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Obwohl Haushaltsdefizite sinken, steigen die Schuldenquoten wegen der gleichzeitig schrumpfenden Wirtschaftsleistung weiter. Die Erfolglosigkeit veranlasst VertreterInnen von Politik und Medien, lauthals die angeblich mangelnde Umsetzung zugesagter Maßnahmen anzuprangern und noch schärfere Kürzungen einzufordern. Das wiederum lässt - im besten Fall - Defizite weiter sinken, Ökonomien aber den Bach runtergehen und Arbeitslosigkeit sowie Schuldenquoten in schwindelnde Höhen steigen. Früher oder später muss eine Seite in dieser verfahrenen Situation die Nerven verlieren.

Die Renten sind sicher verdi Renten

Tatsächlich könnte es jetzt Bewegung geben: Der Internationale Währungsfonds, der über die Troika mit im Spiel ist, scheint den selbst mit ausgelösten Teufelskreis erkannt zu haben. IWF-Chefin Christine Lagarde fordert einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland. Die Reaktion fällt bei manchen erwartungsgemäß allergisch aus: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält überhaupt nichts davon, die Kanzlerin posaunt, ein Schuldenschnitt verschrecke die Investoren. Den IWF am liebsten gleich aus der Troika hinauskomplimentieren will EU-Kommissarin Viviane Reding. Wenn jemand in diesen Tagen von "Exit-Option" spricht, könnte also nicht "raus aus dem Euro", sondern "raus aus der Troika" gemeint sein.

Ohne hier nach der Sinnhaftigkeit eines Schuldenschnitts zu fragen, steht hinter dieser Forderung allerdings kein plötzlicher Sinneswandel von Lagarde. Sie ist die konsequente Fortsetzung der IWF-Politik. Seine Warnungen wollte der Rest der Troika bloß nicht hören. Eine IWF-Studie hatte vor einigen Monaten ergeben, dass die negative Auswirkungen von Kürzungspolitik auf die wirtschaftliche Entwicklung bisher regelmäßig unterschätzt wurden. In weiteren Studien räumten die Experten ein, dass man die Wirkung der bisherigen Hilfsprogramme optimistisch überschätzt habe. Und genau das bestätigt sich laut IWF nun in Griechenland.

Einfach mal die  Allianzen ändern

Die Botschaft des IWF ist klar: Die Krisenländer weiter totzusparen, bringt nichts, und alleine können sie es nicht schaffen. Verkehrte Welt für alle, die den IWF in den letzten Jahrzehnten als Totengräber für Länder des globalen Südens in wirtschaftlicher Not kennengelernt haben. Aber eine gewisse Lernfähigkeit sollte niemandem abgesprochen werden, auch keiner Institution. Und wenn es die beim IWF tatsächlich gibt, wäre es am aussichtsreichsten, wenn er sich mit den Krisenländern zusammentäte und sie gemeinsam eine klare Ansage gegenüber den Nordeuroländern machten: Schluss jetzt mit der ökonomischen Voodoopolitik, sonst lassen wir die Eurozone platzen. Davor haben Letztere nämlich mindestens so viel Furcht wie Erstere. Wenn dieser Schachzug erfolgreich wäre, hätte die Eurozone noch eine gute Chance.

VON SABINE REINER (Leiterin des Bereiches Wirtschaftspolitik beim Bundesvorstand der Gewerkschaft Ver.di)

 

WIRRKÖPFE

Erlangen zeigt erfolgreich Flagge gegen die NPD

Kurzfristig hatte die rechtsextreme NPD für Montag den 9. September in Erlangen eine Kundgebung von 11.00 bis 15.00 Uhr angemeldet. Nach dem Versammlungsrecht hat die Stadt kaum eine Möglichkeit dies zu verhindern.

Wenige auswärtige Nazis auf Tour rh Nazis in Erlangen  – Wenige auswärtige Nazis auf Tour

Die Aktion Courage e.V. (fordert und fördert die gesellschaftliche Teilhabe und politische Mitbestimmung von Menschen nichtdeutscher Herkunft), unter Federführung unseres Kollegen Frank Riegler, hat sehr schnell gehandelt. Am 6.9. wurde so bei einem Vorbereitungstreffen eine parteiübergreifende Gegenkundgebung organisiert. So standen 400 Gegendemonstranten sage und schreibe 13! auswärtigen Rechtsradikalen gegenüber. Sie verhinderten lautstark, dass die menschenverachtenden Parolen trotz massiver Lautsprecherboxen zu hören waren.

Erfolgreiche Aktion gegen die Nazis in Erlangen rh NPD-Gegendemo  – Erfolgreiche Aktion gegen die Nazis in Erlangen

Zu dieser sehr erfolgreichen und friedlichen Aktion hat insbesondere beigetragen, dass alle demokratischen im Stadtrat vertretenen Parteien von CSU, SPD, Grüne, FDP, ÖDP, Linke, FWG und Piraten, neben den Kirchen, Glaubensgemeinschaften und Gewerkschaften aktiv mobilisiert haben. Dieses gemeinsame Handeln aller Demokraten, sichtbar auch daran, dass der Oberbürgermeister und die Bürgermeisterinnen an der Gegenkundgebung teilnahmen, ist sehr erfreulich. Ein Blick in die Nachbarstädte zeigt, dass diese gute Erlanger Praxis leider nicht überall der Regelfall ist.

 

Bessere Arbeitsbedingungen in Kindertagesstätten, Tagesheimen und Heilpädagogischen Tagesstätten jetzt!

ver.di will endlich bessere Arbeitsbedingungen in Kindertagesstätten, Tagesheimen und Heilpädagogischen Tagesstätten erreichen. Deshalb hat ver.di den Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Erste Gespräche fanden bereits statt. In den nächsten Wochen will ver.di mobilisieren, um Druck durch die betroffenen Beschäftigten aufzubauen.

Was soll tariflich geregelt werden?

* Verfügungszeit

Je Stunde Arbeitszeit entfallen 45 Minuten auf pädagogische Arbeit am Kind bzw. am Jugendlichen und 15 Minuten auf pädagogische Verfügungszeit.

Zusätzlichen Tätigkeiten (wie z.B. Zusammenarbeit mit Schulen und Einrichtungen, Teamsitzungen) sind extra auszuweisen und keine Verfügungszeit.

Foyer im Detail rh Details (IV)

* Leitungsstunden

Für Leitungsaufgaben ist für jeweils 75 gewichtete Buchungsstunden (Buchungsstunden mal Gewichtungsfaktor gemäß Art. 21 Abs. 5 BayKiBiG) in der Woche eine Stunde für Leitungsaufgaben auszuweisen.

In Heilpädagogischen Tagesstätten sind anteilig bis zu 0,33 Stellen pro Gruppe für die 1. bis 3. Gruppe, ab 4 Gruppen anteilig 0,2 Stellen vorzuhalten.

* Fortbildung

Die Beschäftigten haben einen individuellen Anspruch auf 10 Tage pro Kalenderjahr für die Qualifizierung.

* Alters- und alternsgerechtes Arbeiten

Für je 5 Jahre Tätigkeit im Geltungsbereich des TV SuE wird die Wochenarbeitszeit ab dem 55. Lebensjahr je eine Stunde als Zeit ohne Arbeitsleistung angerechnet.

Für die Verhandlungen hat eine Verhandlungskommission mit Vertreterinnen und Vertretern aus ganz Bayern gebildet. Dieser Tarifvertrag wird Auswirkungen auf die Beschäftigten bei allen Trägern in Bayern haben. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Kolleginnen und Kollegen diese Forderungen aktiv unterstützen.

Tariffragen sind Machtfragen, deshalb ver.di-Mitglied werden und MITMACHEN!

 

MITMACHEN

5. November ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2013 an wechselnden Wochentagen jeweils ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Dienstag 5. November, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Themen am 5.11. sind mögliche Forderungen, Positionen zur anstehenden Kommunalwahl, die kommende Tarifrunde 2014 und wenn es einen neuen Sachstand gibt die Entgeltordnung.

 

LANDTAGSWAHL

Tatsächliche Stimmanteile

Vergleicht man die Landtagswahlergebnisse vom 15.9.2013 mit der gesamten Wahlbevölkerung, dann gibt es erstaunliche Ergebnisse. Trotz der gestiegenen Wahlbeteiligung vertreten die vier im Landtag gewählten Parteien lediglich 54 % der Wahlberechtigten. Von allen Wahlberechtigten haben 29,9 % die CSU, 13 % die SPD, 5,6 % die Freien Wähler und 5,4 % die Grünen gewählt (Quelle: Horst Kahrs, Die Wahl zum 17. Bayerischen Landtag am 15. September 2013 – Wahlnachtbericht).

Wolfgang Beigel wb Fescher neuer Bezirksrat Wolfgang Beigel

WAHLEN

Ortsvereinsmitglied im Bezirkstag

Wir hatten im letzten Info berichtet, dass unter anderem das Erlanger ver.di Ortsvereinsmitglied Wolfgang Beigel für den Bezirkstag kandidiert. Er hat es tatsächlich geschafft und über die SPD-Liste ein Mandat erobert. Herzlichen Glückwunsch von uns oder lieber gute Besserung Wolfgang.

 

Neues von Herrn L.

Die Würde des Menschen…

ist schon lange nicht mehr unantastbar. Darum reduziert sie sich in letzter Zeit nur noch auf die Forderung nach dem Grundrecht auf ein Girokonto, von dem man die Miete abbuchen kann.

Und das belastbar ist (zumindest manchmal).

Glücksziehung

Die Entscheidung des Oberlandesgerichts München, zum NSU-Prozess die Presseplätze zu verlosen, kann wohl großzügig auch auf andere Personengruppen beim Gerichtsverfahren angewendet werden. Vor allem bestehen sicher keine Bedenken, wenn aus dem Kreis der Agenten des Verfassungsschutzes die Angeklagten per Zufallsgenerator gezogen werden. - Da trifft es bestimmt keine Falschen.

Fracking

Die von der bundesweiten Sprachverschönerungskommission in Auftrag gegebene Suche nach einem deutschen Begriff für „Fracking“ ist noch nicht erfolgreich gewesen. Die einzige eingereichte Einsendung, „die Erde ausquetschen, bis kein Tropfen mehr übrig bleibt für den Profit“ wurde einstimmig abgelehnt. - Er ist zu wahr und dauert zu lang.

Spareinlagen

Berlin: Die Regierung bekräftigt auch heute wieder mit Entschlossenheit, dass die Spareinlagen der Bundesbürger sicher sind. Allerdings wurde die Auszahlung der Spareinlagen der Praxis halber an das Rentenalter gekoppelt – die Auszahlung erfolgt also erst nach Vollendung des 69. Lebensjahres, zusammen mit dem persönlich eingesammelten Flaschenpfand.

Keller des Kunstpalais Erlangen rh Ambiente  – Keller des Kunstpalais Erlangen

AMBIENTE

Kunstpalais

Das Kunstpalais am Marktplatz verfügt nach der Sanierung des Stutterheimschen Palais über schöne Ausstellungsräume. Besonders gelungen ist der Keller. Hier gehen die präsentierten Kunstwerke zusammen mit dem bröckelnden Putz eine wunderbar herrliche Symbiose ein. Zu bewundern im Rahmen der aktuellen Ausstellung mit dem passenden Titel „Walking Beside Time“, die Werke von Kirstine Roepstorff präsentiert.

 

CLEVER

Wahlkampffinanzierung

Die Direktkandidatin der SPD für den Bundestag Martina Stamm-Fibich hatte eine gute Idee um ihren Wahlkampf zu finanzieren. Sie veröffentlichte auf ihren Wahlplakaten Kleinanzeigen, beim nachstehenden Beispiel werden ökologisch korrekt zwei Fahrräder angeboten.

Gesehen in Alterlangen rh Wahlkampffinanzierung  – Gesehen in Alterlangen

VERWALTUNGSLYRIK

Verhunzt

So ein Mist, gerade im ersten Beitrag der Reihe Verwaltungslyrik ist uns ein Fehler passiert. Schlimm, schlimm, weiß doch jeder das Poeten extrem sensibel sind, gerade im Hinblick auf ihre kreativen Meisterleistungen. So erklären sich die nachstehenden Zeilen des Poeten an uns:

wenn ihr schon zitiert, dann aber richtig: es handelt sich im Text über die EQUS-Zertifizierung natürlich um eine "unabhängige", keine "unabgängige" Stelle.

Und weils so schön ist, hier die Übersetzung in hoffentlich verständliches Normaldeutsch: Ein Managementsystem kann nur durch einen unabhängigen Externen zertifiziert werden, der dafür auch eine Zulassung braucht.

 

FÜR FEINSCHMECKER

Verwaltungslyrik (II)

Die Freunde der gepflegten Verwaltungslyrik haben lange Warten müssen. Jetzt endlich hat die Stadt Erlangen einen weiteren Bericht zur Verwaltungsmodernisierung veröffentlicht, er umfasst die Jahre 2008-2012. Er enthält wieder feinste Verwaltungslyrik auf hohem Abstraktionsniveau bei gleichzeitiger sehr geringer Nachvollziehbarkeit. Wir erlauben uns deshalb in loser Folge Beispiele zu veröffentlichen.

„In einem eigenen Leitbild hat sich das eGovernment-Center zu den Leitgedanken Kompetenz, Innovation, Dienstleistung und Teamgeist konkrete Leitsätze erarbeitet,…“.

 

FREUD

Natürlich beim REP-Plakat

Da haben wir doch tatsächlich beim Bilduntertitel ein „r“ vergessen. Natürlich ist „integiert“ falsch und es muss richtig heißen „integriert“.

 

NICHTS NEUES

Keine neue Ausbildung

Im Beitrag über die neuen Nachwuchskräfte hatten wir geschrieben, dass die Stadt erstmals Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik ausbildet, dies ist natürlich falsch, wie uns der EB 77 hin wies. „Landmaschinenmechaniker bilden wir seit Jahren aus, nicht jetzt das erste Mal. Begonnen hat damit der Grünbereich vor ca. 10 Jahren, seit 1.5.2009 ist die Kleingerätewerkstatt des Grünbereichs mit der Kfz-Werkstatt fusioniert und bei EB 771 angesiedelt.“

 

KOMISCH

Ein Schwimmer, der nur so tut, als könne er schwimmen, ist ein Nichtschwimmer. Ein Abteilungsleiter dagegen, der nur so tut, als könne er seine Abteilung leiten, bleibt Abteilungsleiter. So lange, bis er Amtsleiter wird.

 

Filosofen

Körperlich haben wir keine Probleme – physisch müssen wir was tun.

Egon Cordes

 

GELÖST

Bilderrätsel

Letztes Mal nahmen wir ein Motiv außerhalb Erlangens und erhielten nur eine richtige Lösung von unseren Dietmar Radde. Er schrieb uns, „das Bild kam mir irgendwie bekannt vor. Nachdem meine Schwester bei Sonthofen wohnt, ist ein Teil der dortigen Rathausfassade zu sehen. Ich kann mir daher auch denken, wer das Foto gemacht hat.“ Dazu schickte er uns vorbildlich einen Link der zum vollständigen Bild des Rathauses von Sonthofen führt:

http://www.panoramio.com/photo/50479533

 

NEUES

Bilderrätsel

Bilderrätsel rh Bilderrätsel

Wo wurde das nebenstehende Bild aufgenommen? Die ersten drei richtigen Lösungen erhalten eine ver.di Kaffeetasse.

 

2014

Ungewöhnlich früh

Das gab es noch nie, dass die ver.di-Taschenkalender für 2014 schon Mitte September bei uns angekommen sind. Wir verschicken sie in den nächsten Tagen an alle ver.di-Mitglieder bei der Stadt. Wer keinen bekommen hat, aber ver.di-Mitglied ist möge sich bitte umgehend bei uns melden, damit wir unsere Mitgliederliste korrigieren können. Gilt im umgekehrten Fall natürlich auch. Die Mitglieder erhalten natürlich auch den Hinweis, welche weiteren Kalender und Artikel bei uns angefordert werden können. Die allgemeine Ausschreibung der Kalenderreste ergeht wie immer erst später.

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 14/2013 - Raabs Schuldenrechnung

Im TV-Duell von Merkel und Steinbrück am Wochenende schlug der Moderator Stefan Raab vor, der Staat solle sofort anfangen, seine Schulden zurückzuzahlen. Jeden Monat eine Milliarde Euro. Auf den ersten Blick eine gute Idee. Viele Probleme würden dadurch aber erst entstehen…

  • ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 15/2013 - Sozial- statt Sparstaat

Deutschland geht es prima? 35 Milliarden Euro fehlen jedes Jahr allein um die dringendsten sozialpolitischen Bedarfe zu decken. Noch größer ist der Rückstand im Vergleich mit den skandinavischen Ländern. Finanzierbar ist das: durch Umfairteilen – Reichtum besteuern!

 ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 17/2013 - Gute Rente für alle!

450.000 Euro im Jahr legen Dax-Unternehmen für die Rente ihrer Vorstandsmitglieder zurück – pro Person! Die gesetzliche Rente dagegen wurde immer weiter verschlechtert. Doch auch in Zukunft ist genug für alle da! Wir brauchen dazu gerechte Verteilung, gute Löhne und eine gute gesetzliche Rente.

 

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Neue CD von Werner Lutz - Das Vorletzte XXL...

Infos über das Album gibt es unter

www.einheiztext.de

Arbeitsbedingungen wie vor 500 Jahren Werner Lutz Wie vor 500 Jahren

CULDUR

DVD-TIPP

ROCKPALASTKONZERTE

MOLLY HATCHET

LIVE AT ROCKPALAST

Schon wieder wird ein legendäres Rockpalastkonzert veröffentlich. Dieses Mal ist es der Auftritt der Southernrock Legende Molly Hatchet. Am 23. Juni 1996 spielten sie für den WDR auf der Open-Air-Bühne der Loreley. Der Auftritt ist bemerkenswert, weil sich die 1975 gegründete Band eine Auszeit von 1991 bis 1996 nahm, den Frontmann kurz zuvor krankheitsbedingt wechseln musste und deshalb niemand wusste, wie sich die Band auf der Loreley präsentieren wird. Es wurde ein überragendes Konzert. Der neue Sänger Phil McCormack ließ seinen Vorgänger Danny Joe Brown mit seiner typischen, leicht heiseren Rockstimme schnell vergessen.

Molly Hatchet rh DVD-Tipp

Obwohl sichtlich körperlich gealtert, trieben sich die beiden Gitarristen, allen voran Bobby Ingram, zu atemberaubenden Duellen und Solis an. Im Vergleich zu heutigen Bands wurde wenig gepost. Wenn die beiden Gitarren und der Bass gleichzeitig parallel geschwenkt wurden, waren dies seltene optische Höhepunkte. Die beiden Backgroundsängerinnen agierten dezent im Hintergrund. Damit war einzig und allein der satt gespielte Hardrock der Mittelpunkt des Konzertes. Die Band stimmte neben einer schönen Coverversion des Klassikers „It`s All Over Now“ natürlich eine Reihe ihrer Klassiker wie „Fall Of The Peacemakers“ oder „Down From The Mountain“ an. Bei den beiden längeren Zugaben „The Journey“ und „Flirtin` With Desaster“ wird noch einmal alles aus den Gitarren herausgeholt und Southernrock vom Feinsten endet nach viel zu kurzen 71 Minuten.

CD-TIPP

NEW MODEL ARMY

BETWEEN DOG AND WOLF

Der Scheibentitel ist ein mittelalterlicher französischer Ausdruck für die Abenddämmerung und beschreibt recht passend die zwiespältige Stimmung zwischen Tag und Nacht oder auf die Musik bezogen zwischen dunkel, düster und freudig rockend. Die 14 Songs verkörpern diese sehr unterschiedlichen Stimmungen.

New Model Army rh CD-Tipp

Schon der erste, sehr puristische Song „Horsemen“ bei dem hörbares Pferdegetrampel mit sphärischen Tönen einen intensiven und dunklen Gesang begleitet, macht deutlich die Briten gehen neue musikalische Wege. „Tomorrow Came“ sprüht vor Optimismus, während ein sehr trauriges „Ghosts“ die CD schließt. Man könnte auch sagen NMA goes Gothic. Die Songs sind insgesamt zurückhaltender, nicht so dynamisch, weniger rockig wie gewohnt. Selbst der Titelsong der an die früheren treibenden Kracher erinnert, wird immer wieder von ruhigeren Passagen unterbrochen. Es ist ein gutes Zeichen und hoffentlich sehen es die NMA-Fans es auch so, wenn eine Band im 33. Jahr es wagt, mit ihrem 12. Studioalbum musikalisch neue Wege zu gehen.

CD-TIPP

WERNER LUTZ

„Das Vorletzte – XXL“

Willkommen im 21. Jahrhundert? Schon jede Statistik über Kinderarmut stellt die politische und moralische Verkommenheit der Mächtigen in ein grelles Licht.

Werner Lutz wl Herr L.

Und da sind noch die Steuerbetrüger, die ungebremste Zockerei im globalen Casino, Kriege und wachsender Terror, unfassbare Barbarei gegenüber Flüchtlingen, die man vorsätzlich im Mittelmeer ertrinken lässt. Die herrschenden Zustände und der Zorn darüber liefern wieder Material für viele Lieder von Werner. Wer ihn kennt, weiß, dass er nicht zu den Sorglos-Sängern gehört oder zu den Vertretern einer Party- und Spaß-Unkultur, sondern zur traditionellen Zunft der linken politischen Liedermacher oder Singer-Song-Writer. Er spielt und tritt immer noch am liebsten dort auf, wo politisch etwas in Bewegung ist: Bei Montagsdemos (die es nur noch spärlich gibt), bei Betriebsbesetzungen, bei der Verteidigung von Arbeitsplätzen, immer wieder bei Streiks, Demos gegen Nazis, Ostermärschen und anderen Anti-Kriegs-Kundgebungen…Die CD (Gesamtspiellänge 77 Minuten) kann über uns bestellt werden und kostet 12 Euro.

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