ver.di Info

Betriebszeitung

Betriebszeitung der ver.di Betriebsgruppe Stadt Erlangen

verdi-Info Nr. 11/2017

Betriebszeitung seit über 39 Jahren
Info Kopf rh Betriebszeitung

Info Nr. 11/2017 39. Jahrgang (seit 115 Jahren bei der Stadt aktiv!) vom 12. Dezember 2017

 

Inhalt:

  • Tarifrunde 2018
  • Forderung diskutieren
  • EGO Frist
  • Zusatzversorgung
  • Tariflexikon Soziale Komponente
  • Filosofen
  • 16. Januar Betriebsgruppe
  • Die vertrauensvolle Zusammenarbeit
  • Peter Tuffner – Für uns im Personalrat aktiv
  • Kurz & knackig (Ver.di Servicezentrum, Neues von Herrn L., Preisrätsel, anfordern, surfen 188, Termine 2018, 3 Wünsche frei, Culdur – Weihnachtscd und Pyraser Bericht)

 

Ver.di seit 115 Jahren die gewerkschaftliche Interessenvertretung für die Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung Erlangen!

 

Zweites INFO IM 39. (!) JAHRGANG

 

Liebe Kollegin,

lieber Kollege,

an dieser Stelle steht üblicherweise ein kleiner Rückblick über das vergangene Jahr. Da unsere Arbeit offen und transparent geschieht möchte ich zur Erinnerung nur ein paar Themen erwähnen.

Wir haben uns gegen Altersarmut engagiert, gegen Nazis und Rechte Populisten, gegen Privatisierungen über ÖPP-Modelle und und und. Themen, die auch 2018 unsere Arbeit bestimmen werden. Wir haben über wichtige Punkte wie Arztbesuche in der Arbeitszeit oder die Grenzen des Weisungsrechts informiert. Zur neuen Entgeltordnung fanden monatliche Beratungstermine durch unsere Gewerkschaftssekretäre Christian Kleefeld und Frank Bess. statt. Wer dies für wichtig und unverzichtbar hält, muss Gewerkschaftsmitglied sein oder endlich werden. Ohne unsere Mitglieder könnte der Druck dieses Infos nicht finanziert werden.

Das Klima innerhalb der Stadtverwaltung ist rauer geworden. Ein weiterer Grund sich zu organisieren. Ein paar Beispiele, eine neue Führungskraft bringt durch einsame und nicht nachvollziehbaren Entscheidungen einen ganzen Bereich gegen sich auf, Mobbing Fälle nehmen zu, ebenso die Beschwerden, auch die Formalen, gegen die Vergabe des Leistungsentgelts.

Offen und transparent

Jeder kann sich an unserer Gewerkschaftsarbeit beteiligen. Unsere monatlichen Betriebsgruppensitzungen sind keine Geheimtreffen, sondern offen für alle Interessierte. Wir freuen uns über jede Kollegin und jeden Kollegen der kommt. Die Termine werden im Internet und in dieser Betriebszeitung veröffentlicht. Das ver.di-Info erscheint im 39. Jahr und dürfte damit bundesweit zu den ältesten regelmäßig erscheinenden Betriebszeitungen gehören. 2017 waren es 11 Ausgaben mit insgesamt 88 Seiten, die kontinuierlich informierten.

2018

Die Schwerpunkte für das erste Halbjahr 2018 stehen mit der Tarifrunde und den Neuwahlen bei uns fest. In der Tarifrunde müssen wir durch gemeinsames Engagement Einkommensverbesserungen erreichen. 2018 und 2019 werden alle Funktionen in ver.di durch Wahlen neu vergeben. Die Wahlen für die Stadt Erlangen finden am Dienstag, den 10. April, ab 17.00 Uhr statt. Wir hoffen, dass sich möglichst viele beteiligen.

Gemeinsam

Erfolgreich sind wir nur gemeinsam. Dafür brauchen wir jedes ver.di-Mitglied. Dafür wollen und müssen wir viele noch Nichtmitglieder für uns gewinnen. Gewerkschaften sind das Beste was die Beschäftigten haben. Ohne Gewerkschaft gibt es keine Tarifverträge, wie beispielsweise den Tarifvertrag zur Zusatzversorgung. Ohne Gewerkschaft wären die Beschäftigten auf die Gnade des Arbeitgebers angewiesen. Die Tarifauseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst 2015 hat bewiesen, wie „großzügig“ die Arbeitgeber sind. Deshalb Mitglied werden, alle! Jede und jeder ist herzlich willkommen.

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen ein fröhliches und erholsames Weihnachtsfest und ein gesundes und möglichst friedvolles neues Jahr 2018!

Roland Hornauer

Für die ver.di-Stadtverwaltung

Bild Loriot Frohe Weihnachten

Tarifrunde 2018 bei der Forderungsdiskussion mitmachen

Wir wollen mittels einer Umfrage die Meinung möglichst vieler Kolleginnen und Kollegen bei der Stadt wissen und anschließend  am 16. Januar 2018 ab 17.00 Uhr, im Sitzungsraum beim Personalrat, Nägelsbachstr. 26, II. OG. über unsere Forderung zur Tarifrunde diskutieren und diese beschließen. Wir hatten die Umfrage im letzten Info gestartet und drucken sie noch einmal ab. Nachstehend noch ein Beitrag der über die verschiedenen sozialen Komponenten informiert. Es ist wichtig, dass möglichst viele die nachstehende Umfrage ausfüllen und uns zuleiten (mit der Hauspost an R. Hornauer/PR oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de). Ver.di Mitglieder bekommen die Umfrage auch noch einmal gesondert per Mail zu geschickt.

Umfrage

Tabellenerhöhungen im Gesamtvolumen von 6 Prozent mit einer sozialen Komponente sollte gefordert werden O ja O nein

Stattdessen möchte ich ein Gesamtvolumen von ___ %

Eine einheitliche Erhöhung um den Festbetrag von ___ Euro

Die soziale Komponente sollte wie folgt aussehen

Mindestbetrag von ___ Euro oder

_______________

Überproportionale Erhöhung der Ausbildungsentgelte O ja O nein

Angleichung der Jahressonderzahlung im Tarifgebiet Ost der VKA O ja O nein

Erhöhung des Zusatzurlaubs für Wechselschicht- und Schichtarbeit auf 9 bzw. 6 Tage O ja O nein

Anhebung des Urlaubsanspruchs für Auszubildende und Praktikantinnen und Praktikanten auf 30 Tage O ja O nein

Kostenloses Nahverkehrsticket sollte für ganz Bayern vereinbart werden O ja O nein

Für die Forderung von ver.di habe ich folgende weitere Vorschläge:

 

Absender:

 

                  Vorname               Name      Amt     

O ich möchte mehr Informationen zur anstehenden Tarifrunde

O ich möchte bei der Tarifrunde mitmachen und Veranstaltungen, Aktionen, Streiks mit vorbereiten

O ich möchte ein Gespräch über einen ver.di Beitritt führen

Tarifrunde 2018 - Logo FB 9 ver.di FB 9 Tarifrunde 2018

Tariflexikon: Mindestbetrag? Sockelbetrag? Festbetrag? Einmalzahlung?

Mindestbetrag
Damit ist gemeint, dass eine (lineare) Tariferhöhung mindestens einen bestimmten Euro-Betrag erreichen muss (lineare Tariferhöhung: hier werden die Entgelte um den gleichen prozentualen Satz erhöht). Der Mindestbetrag wird oft mit einer linearen Forderung kombiniert (z. B. 6,5 % bzw. 200 € Mindestbetrag). Sollte sich diese Kombination als Tarifergebnis durchsetzen, greift der Mindestbetrag, solange dieser höher ist als die 6,5 %.

Sockelbetrag
Vorsicht! Der Sockelbetrag wird oft mit dem Mindestbetrag verwechselt. Beim Sockelbetrag handelt es sich um einen festen Betrag, der in gleicher Höhe allen Beschäftigten gezahlt wird. Auch der Sockelbetrag fließt in die Entgelttabelle ein. Sollte es neben dem Sockelbetrag noch zu einer prozentualen Tariferhöhung kommen, wird in der Regel zunächst der Sockelbetrag auf die Tabelle gerechnet und die prozentuale Tariferhöhung auf dem Sockelbetrag aufbauend berechnet. Beispiel: Forderung 50 Euro plus 3 drei Prozent.

Der Sockelbetrag bewirkt eine prozentual stärkere Anhebung der unteren Entgeltgruppen, daher wird er als „soziale Komponente“ bezeichnet.

Festbetrag
Der Festbetrag ist ein Betrag, der „allein“ gefordert wird, sich aber genauso wie der Sockelbetrag auswirkt. Der Festbetrag ist ebenfalls ein einheitlicher Euro-Betrag, der in die Entgelttabelle eingerechnet wird. Der Festbetrag ist eine Tariferhöhung in Form eines einheitlichen Euro-Betrages, der in die Entgelttabellen eingeht. Er bewirkt, dass die unteren Entgeltgruppen prozentual relativ stark und die oberen Entgeltgruppen relativ gering angehoben werden ("soziale Komponente").

Einmalzahlung
Oft wird statt des Mindest-, Sockel- oder Festbetrages eine Einmalzahlung neben der prozentualen Tariferhöhung vereinbart. Einmalzahlungen führen nicht zu einer dauerhaften Steigerung der tariflichen Entgelte. Sie werden oft als Ausgleich für eine längere Laufzeit des Tarifabschlusses vereinbart oder weil der Tarifvertrag bereits abgelaufen ist, der Abschluss tatsächlich aber erst einige Monate später erfolgt und nicht rückwirkend gilt.

Wordle zum Thema Beratung ver.di Beratung

Entgeltordnung (EGO) – Frist bis 31.12.2017

Infolge der neuen EGO wird nur auf Antrag höhergruppiert.  Ein solcher Antrag auf Höhergruppierung aufgrund der neuen Entgeltordnung kann nur bis zum 31. Dezember 2017 (Achtung: AUSSCHLUSSFRIST!) gestellt werden. Der Antrag auf Höhergruppierung wirkt dabei auf den 1. Januar 2017 zurück. Ein Höhergruppierungsantrag sollte immer dann gestellt werden, wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass die/der Beschäftigte die Anforderungen einer höheren Entgeltgruppe erfüllt und  durch eine Höhergruppierung für sie/ihn keine finanziellen Nachteile entstehen. ver.di-Mitglieder können sich vor Ort in den ver.di-Bezirken informieren und beraten lassen.

 

Tarifinfo Zusatzversorgung

Nach einem Bundesgerichtshofurteil musste in Tarifverhandlungen die Neuberechnung der Startgutschriften für die rentenfernen Jahrgänge neu geregelt werden. Ein Tarifflugblatt informiert über die Einigung. Die Startgutschriften werden automatisch neu berechnet. Für die „Startgutschriften“ bedeutet die Einigung, dass diese automatisch nach-berechnet werden. ver.di erwartet, dass jede ca. zweite Nachberechnung zu einer Erhöhung der in Rede stehenden Start-gutschrift führen wird. Das Tarifinfo kann bei uns angefordert werden.

Ich will jetzt nicht noch Feuer ins Öl giessen.

Friedel Rausch

Impressum:
V.i.S.d.P.: C. Kleefeld, ver.di-Fachbereich Gemeinden, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg, Tel. 091123557107, Auflage 875 Stück, Redaktionsschluss, 13.11.2017. Die Kosten für den Druck wurden durch ver.di-Beiträge finanziert. Vielen Dank an alle ver.di-Mitglieder in der Stadtverwaltung. Nachdruck nur mit Genehmigung! Kontakt: roland.hornauer@stadt.erlangen.de

 

2017 wechselnde Tage!

MITMACHEN

16. Januar 2018 ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2017 jeweils ab 17.00 Uhr, abwechselnd Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Dienstag 16. Januar, 17.00 Uhr, im Sitzungsraum beim Personalrat, Nägelsbachstr. 26, II. OG. Das Treffen ist gleichzeitig die Versammlung zur Forderungsdiskussion für die Tarifrunde 2018.

Jubel Hands up Freude Gemeinsam stark Alexas Fotos, pixabay.com Jubel Hands up Freude Gemeinsam stark

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit

Immer wieder, wenn das Handeln von Personalräten nicht „passt“, werfen Arbeitgeber ihren Personalräten vor, sie verletzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auch in Erlangen ist dies immer mal wieder von der Stadtspitze und/oder dem Personalamt zu hören, deshalb die Frage:

Was ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit?

Dazu gibt einen Paragraphen, das ist doch schon mal sehr gut, zum nachzulesen Bayerisches Personalvertretungsgesetz (BayPVG) Artikel 2.Der Artikel im Wortlaut: Art. 2. (1) Dienststelle und Personalvertretung arbeiten im Rahmen der Gesetze und Tarifverträge vertrauensvoll und im Zusammenwirken mit den in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen zum Wohl der Beschäftigten und zur Erfüllung der dienstlichen Aufgaben zusammen.

Wichtig bei der gesetzlichen Regelung ist, die vertrauensvolle Zusammenarbeit hat zum Wohle der Beschäftigten zu erfolgen.

Natürlich stellt sich die Frage, wer ist schuld? Ein Personalrat der entgegen den Vorstellungen des Dienststellenleiters engagiert und couragiert die Interessen der Beschäftigten vertritt, erfüllt seine gesetzlichen Aufgaben und kann damit keinesfalls die vertrauensvolle Zusammenarbeit verletzen. Schuldzuweisungen bringen in der Regel nichts und alte Kamellen aufwärmen bekanntlich noch weniger.

Deswegen Gedanken und was ich gefunden habe zu Vertrauensvoll und Zusammenarbeit.

Martin Hartmann (Philosoph) versucht zu unterscheiden zwischen Vertrauen und „Sich auf etwas Verlassen“. Alle wollen unser Vertrauen: die Politiker, die Banken, die Parteien. Dabei muss ich meiner Bank zum Beispiel gar nicht in einem umfassenden Sinne vertrauen. Ich muss mich darauf verlassen können, dass sie mit meinem Geld ordentlich umgeht. Zum Vertrauen gehört auch, dass wir eine Alternative haben.

Und in einem Interview zwischen Bruno Jonas und dem Philosophen Josef Früchtl:

Vertrauen wird verlangt im Großen und beginnt im Kleinen, in der Begegnung zweier Menschen. Über das Wechselspiel von Vertrauen und Liebe.

Vertrauen

Bruno Jonas: "Ich glaub ich bin ein großer Skeptiker. Ich wart' eher ab und bin eher misstrauisch. Ich glaub auch das Misstrauen ist - zumindest wenn man es auf die Politik bezieht - zunächst die bessere Basis als Vertrauen."

Der Kabarettist Bruno Jonas arbeitet sich gern an hintersinnigen Themen ab. So auch an dem Umstand, dass es einem überall entgegen tönt: 'Vertrau uns, wir haben die Lösung, wir wissen was gut und richtig ist.'

"Ob's jetzt die Politiker sind, die ständig Vertrauen einfordern für ihre Politik. Ob's Europa als Idee ist, der wir vertrauen sollen. Ob's der große Gedanke der Solidarität ist, gerade im Hinblick auf die Flüchtlinge. Und Frau Merkel sagt: 'Wir schaffen das'. Auch das ist ein Satz, der nichts anderes einfordert wie Vertrauen in die Politik und in uns, die wir dann dieses 'Wir schaffen das schon' zu leisten haben."

Vertrauen wird verlangt im Großen und beginnt im Kleinen, in der Begegnung zweier Menschen. Über das Wechselspiel von Vertrauen und Liebe sprach Bruno Jonas jüngst in der Katholischen Akademie Bayern mit dem Philosophen Josef Früchtl.

Jonas: "Ich muss mich notfalls, wenn ich verliebt bin, blind einlassen auf den anderen. Wenn ich's nicht tue, bleibe ich noch weiter draußen, als ich's ohnehin schon bin."

Früchtl: "Ja."

Jonas: "Ich muss mich in dieses Gefühl vertrauensvoll begeben, um überhaupt das erleben zu können."

Früchtl: "Vertrauensvoll heißt aber immer, du wirst nie den Zweifel los, dass du dich irren könntest, dass du enttäuscht werden könntest."

Manche der Enttäuschten wenden sich nach innen, werden chronisch misstrauisch. Gleich ob ihre Erfahrungen aus einer intimen Zweierbeziehung herrühren - oder aus größeren Kontexten wie Politik und Wirtschaft. In einer zunehmend unübersichtlichen Welt vertrauen sie nur noch sich selbst. Dieser Maxime allerdings widersprechen etliche Philosophen der vergangenen 200 Jahre - Denker wie Kant, Wittgenstein oder Heidegger, sagt Josef Früchtl. Ihr Modell ist vielmehr ein Verhältnis zum Anderen, das den Blick nach innen und nach außen richtet, erläutert der Professor für Philosophie der Kunst und Kultur an der Universität Amsterdam:

"Das ganze 20. Jahrhundert ist ein einziges Plädoyer für eine geteilte Perspektive auf die Welt. Die Ich-Perspektive auf die Welt war über einige Jahrhunderte recht fruchtbar. Aber sie führt dann doch letztlich in eine Sackgasse."

Es sei unmöglich, in einer Gesellschaft zu leben, die prinzipiell auf Misstrauen setzt.

"Diese Gruppe würde zerfallen in einen atomistischen Haufen von egozentrischen, sich selbst verteidigende, also andere tötende Personen. Zusammenleben heißt Regeln zu finden, die uns dieses Zusammenleben organisieren lassen. Und die Basisregel dieses Zusammenlebens heißt Vertrauen."

Worauf aber lässt sich Vertrauen aufbauen? Erstens mit Hilfe von Gesetzen, die der Staat durchsetzt. Zweitens durch alltägliches Handeln und Interagieren, sagt Josef Früchtl. Ein wichtiges Fundament sei die Erziehung, die Prägung von frühester Kindheit an.

"Wir kommen auf die Welt und sind vollkommen hilflose, kleine Lebewesen. Jetzt werden wir hineingeschleust in diesen Kontext, in dem wir Regeln erlernen, in dem wir mündige Personen werden sollen. Und wie werden wir das? Indem wir Vertrauen aufbauen in die uns umgebenden Personen, und später höherstufig in die Institutionen, mit denen wir zu tun haben. In die Lebensform, in die wir eingebettet sind."

Je größer und heterogener der Kontext, je unbekannter das Terrain, desto schwieriger tun sich viele damit zu vertrauen - und zwar auf unterschiedlichen Feldern: So entstammt die Kritik an der Globalisierung häufig einer diffusen Unsicherheit. Andere wollen nicht mit Fremden konfrontiert werden oder lehnen Formen des Zusammenlebens ab, die von der verbreiteten Norm abweichen.

Hilft es also, Grenzen zu ziehen und sich ins vermeintlich sichere Umfeld zurückzuziehen?

Nein, sagt der Philosoph, das sei ein Trugschluss. Vertrauensmissbrauch gibt es sowohl unter Fremden als auch unter Bekannten. Josef Früchtl:

"Wenn wieder einmal ein schauerliches Verbrechen passiert, dann hat man die berühmte Situation, dass die Reporter die Nachbarn fragen, die erstaunt sind und sagen: 'Er war doch immer so ein netter Mann, er hat uns immer gegrüßt, und jetzt hat er zehn Menschen umgebracht, das ist doch unfassbar.' Vertrauen ist ebenso fundamental wie unsicher. Das gilt für die eigene Gruppe genauso wie für eine Gruppe von Menschen, die ich nicht kenne."

Vertrauen als Kitt für die Gesellschaft - bei aller Ernsthaftigkeit der philosophisch-kabarettistischen Debatte: Bruno Jonas spielt durchaus mit dem Vertrauen seines Publikums. Als versierter Gesellschaftskritiker genießt er einen Vertrauensvorschuss. Den der Kabarettist, wie es sich gehört, vergnüglich ausnutzt:

"Das Publikum kann sich bei mir immer drauf verlassen, dass ich manches sage, was ich anders meine. Politiker sagen oft was und sagen hinterher, ich hab's anders gemeint. Ich sag vorher: 'Leute, ich meins anders.'"

Vertrauen ist die Basis für wertschätzende und erfolgreiche Zusammenarbeit. Wer traut nun wem nicht?

Vertrauen ist die Basis des Vertrauensvorschusses. War die Basis vorher bereits nicht vorhanden, dann gibt es keinen.

Gibt es keinen Vertrauensvorschuss, dann wird nicht frühzeitig beteiligt und die Beteiligung ist eine lediglich Formale.

Häufig hört man, die vertrauensvolle Zusammenarbeit ist verspielt, wer hat sie verspielt?

Wie möchte es der Arbeitgeber? Wie sollen die Details der Zusammenarbeit aussehen?

Geht es um Macht oder um das Vertrauen?

Ein kollektives Miteinander, die Interessen der Beschäftigten mit einbinden, gegenseitige Wertschätzung ist gefragt. Aber, wenn es nicht, siehe oben gelebt wird, was kommt dann am Ende heraus?

Silvia Beyer

Unser Peter Tuffner rh Unser Peter Tuffner

Für uns im Personalrat aktiv (XII)

Wie angekündigt stellen wir in jeder Infoausgabe unsere Personalräte vor. Dieses Mal ist Peter Tuffner vom Gebäudemanagement dran. Peter ist seit 2011 Arbeitnehmervertreter im Stammpersonalrat und telefonisch unter der Nummer 0160 90668275 erreichbar.

1. Seit wann bist Du bei der Stadt Erlangen beschäftigt, und in welchem Bereich arbeitest Du?

Seit September 2009, ich arbeite im Gebäudemanagement und ich bin Hausverwalter in der Adalbert-Stifter-Schule.

2. Welche Ausbildung hast Du? – Hast Du bei der Stadt Erlangen gelernt?

Ich habe eine Ausbildung als Stukkateur.

3. Was hat Dich bewegt, für den Personalrat zu kandidieren?

Ich war bereits früher Betriebsratsvorsitzender bei der EKM (Erlanger Kongressmanagement). Dieser Betrieb hatte zu Hochzeiten ca. 70 Beschäftigte. In den Jahren vor 2009 begann die Auflösung des Betriebes, am Ende waren wir nur noch ca. 15 Kolleginnen und Kollegen. 2009 wurde der Betrieb endgültig aufgelöst. Ich habe in all den Jahren erfahren, wie wichtig ein Betriebsrat für die Interessen der Kolleginnen und Kollegen ist.

4. Hast Du damit gerechnet, daß Du gewählt wirst? Wie haben Deine KollegInnen reagiert?

Ja, eigentlich schon. Ich war ja bereits in der letzten Wahlperiode schon dabei. Die KollegInnen haben positiv reagiert.

5. Welche Kritikpunkte gibt es von Dir, wo sich für Beschäftigte bei der Stadtverwaltung dringend etwas ändern müßte?

Es dauert oft ziemlich lange, bis Interessen der Beschäftigten realisiert werden. Im Augenblick haben wir Hausmeister das große Interesse, daß endlich die Regelung zur Beflaggung an städt. Gebäuden geändert wird.

6. Was nervt Dich bei Deiner Arbeit manchmal?

Mich stört, daß die Kompetenzen der Hausverwalter immer mehr beschnitten werden und daß das Vertrauensverhältnis zwischen dem Arbeitgeber Stadt Erlangen und den Hausverwaltern nach wie vor angespannt ist. Zum Beispiel gibt es Anordnungen, daß sich Hausverwalter ständig bei Vorgesetzten an – oder abmelden müssen. Es ist eine m.E. überflüssige Kontrollfunktion, die die Arbeit der Kollegen stark beeinträchtigt. Kollegen empfinden wegen solcher Vorgehensweisen oft permanenten psychischen Druck.

7. Machst Du Sport? – Hast Du Hobbys? – Wenn ja welche?

Ich fahre Mountainbike, gehe ins Fitness-Studio. Mein Hobby ist mein Wohnmobil und in Urlaub fahren mit meiner Frau.

8. Warum bist Du ver.di-Mitglied geworden?

Ich war schon in meiner Lehrzeit in der Gewerkschaft, in der Bau-Gewerkschaft, später in der Zeit der EKM war ich in der NGG, später bei ver.di.

9. Wie könnte das ver.di-Info verbessert werden? Was fehlt?

Keine Ahnung.

Werner Lutz ad Werner Lutz

Neues von Werner

Heimat

Solange von ihr in Deutschland nur gesprochen wird, ist meistens alles in Ordnung. - Aber spätestens wenn ihre Werte plötzlich bei Auslandseinsätzen verteidigt werden, sind es auf einmal die der Deutschen Banken und des Deutschen Aktienkapitals.

Twitter

Der Kurzbotschaftendienst Twitter hat zugunsten des US-Präsidenten unlängst seine Textlänge auf 280 Zeichen erhöht. -Seitdem schreibt Trump alles doppelt. Sein Wortschatz ist nämlich nicht so groß.

Entwarnung

Bürger, die wegen einer fehlenden Bundesregierung zurzeit Angst vor einer Staatskrise haben, können beruhigt sein. - Erstens hat die vorherige Regierung auch nicht regiert, und zweitens kommt eine Staatskrise immer erst dann, wenn es wieder eine Regierung gibt.

Katalsysator

Früher konnte man immer nur ohne Arbeit arm werden. – Heute kann es sogar mit drei Jobs noch schneller gehen.

 

Drei Wünsche frei

Roland Hornauer wurde von der Redaktion BayernUp2Date gefragt, wenn eine gute Fee dir als Personalrat drei Wünsche gewährte: Was würdest du spontan antworten?

Die Antwort: Als PR einen Arbeitgeber, der die Macht mit mir teilt, eine solidarische Belegschaft, die komplett organisiert ist und nur Arbeitstage bei denen ich das erledigen kann, was ich mir früh vorgenommen habe.

 

2018 vagabundierende Sitzungstermine

Wir laden 2018 wieder abwechselnd für Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag ein und hoffen, dass damit mehr Kolleginnen und Kollegen kommen können. Die geplanten Termine 2018 sind:  Di. 16.01., Mi. 07.02., Do. 01.03., Di. 10.04., Mi. 16.05., Do. 14.06., Di. 17.07., Do. 20.09., Di 16.10., Di. 08.11. und Mi. 12.12..

 

 

Servicezentrum für Mitgliederangelegenheiten – Fehler im letzten Info.

Im letzten Info ist uns ein Fehler unterlaufen, in der Mailadresse des Servicezentrums von ver.di haben wir in service das „i“ verschluckt. Danke für den Hinweis Christian Kleefeld, der damit gleichzeitig den Preis für den aufmerksamsten Leser erhält!

Ver.di hat für Fragen um die Mitgliedschaft wie Änderungen (u.a. Adressänderung, Arbeitgeberwechsel); Beitragsquittung oder Beitragsänderung ein Servicezentrum eingerichtet. Dieses ist telefonisch unter der 0911/23 557 0 erreichbar, per Mail service.bayern@verdi.de.

 

Damals…

…vor 25 Jahren wurde am 1. Dezember 1992 der „Short Message Service“ (SMS) eingeführt.

 

Kalender 2018

Wir haben nur noch einige Aufstellkalender für die Schreibtische, 3-Monats-Wandplaner, Wandplaner in A 0 und einige wenige Planer für den Sozial- und Erziehungsdienst. Die Beamtenkalender sind eingetroffen und warten auf AbnehmerInnen..

Rätsel 11/2017 rh Rätsel 11/2017

Neues Rätsel – Auflösung

Die schöne Gaststätte Bauhof scheint in städtischen Kreisen sehr bekannt zu sein. Sie ist wie sehr viele wussten in Cadolzburg zu finden. Uns hat die Rekordbeteiligung gefallen und gerne haben wir Süßes verschickt. Wir erhielten sogar die Information dass die Famile Herz früher den Bauhof betrieben hat. Eine Wirtschaft mit Herz also. Beim aktuellen Rätsel wollen wir wissen, wo steht dieses hässliche Rathaus?

 

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Doris Blacha, Dietmar Radde oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Wirtschaftspolitik aktuell 21 / 2017 – Reiche first! 

    Jamaika ist gescheitert. Die FPD beendete den schwarz-grün-gelben Verhandlungspoker, da sie ihre Forderungen zur steuerpolitischen Reichtumspflege nicht durchsetzen konnte. Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags wäre ein Geschenk für die Reichen, das Geld für dringend notwendige Zukunftsinvestitionen würde dann fehlen.

  • Ergebnis der Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen (15.11.2017)
    Wer die „Ergebnisse“ liest, kann nachvollziehen, warum Jamaika gescheitert ist. Bei wichtigen Fragen gab es mehr Dissens als Konsens.

 

Surfen 188

Bei der letzten Ausstellungseröffnung im Kunstpalais (Greatest Hits) hat das Ehepaar Janik den Song Westerland geträllert. Natürlich gibt es in der digitalen Welt den Videobeweis:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1555540587844528&id=100001658068418&hc_location=ufi

Wer aufmerksam hört erkennt, dass Frau Janik eine tolle Stimme hat, während unser OB lediglich beim Refrain Berch Niveau erreicht.

 

Kunst mit Satzzeichen (X)

Awfwfhwfohvnfjfu2ui09gf8üze7efgwfcwdegieöäq3oßi3eehfuuuQBQ!FJOHUQGJEGRQ=§?$%%ei040z1zu0Asfwfwfhwfohvn2ui09gf8üze7efgwfcwdegieöäq3oßi3eehfuuuQBQ!FJOHUQGJEGRQ=§?$%%ei040z1zu09hkjkeijz2khkhoüozhkprz6knoßzkozijfäwäüe

(Chaos)

 

Böse Welt

Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hat am 5.8.2016 entschieden, dass eine Dienstanweisung mit der die Entfernung eines privaten Sofas und eines Laufbandes aus dem Dienstzimmer einer Beamtin angeordnet wurde, rechtmäßig ist.

 

Deutsch            Boarisch        Frängisch

Der Pullover  da Bulowa  der Bulloower

Cheap Trick Christmas universal Cheap Trick Christmas

CULDUR

CHEAP TRICK

CHRISTMAS CHRISTMAS

UNIVERSAL / UNIVERSAL

Cheap Trick gibt es seit 1973. Die Amerikaner hatten ihre größten Erfolge Ende der 70er und in den 80er Jahren. Ihre Mega-Hits „I Want You to Want Me“ oder „The Flame“ aus dieser Zeit dudeln noch heute ständig aus dem Radio. Nach einigen ruhigeren Jahren sprühen sie seit 2016 nahezu vor Aktivitäten. „Christmas Christmas“ ist ihre 3. Veröffentlichung in nicht ganz 2 Jahren. Wie der Titel sagt haben sie insgesamt 12 Weihnachtslieder aufgenommen. Neben drei neuen Cheap Trick-Songs haben sie 9 Weihnachtsrockstücke u.a. von Slade, The Ramones, Chuck Berry und The Kinks gecovert. Musikalisch geht die Spanne von Rock, über Bombastrock im Stil von Queen, Rock and Roll, Punk, Glam, Blues bis hin zu Metal. Anfangs ist die CD gut anzuhören, auf Dauer nervt das häufig sehr bekannt klingende Weihnachtsgedudel. Weniger Songs wären da viel besser gewesen.

 

PYRASER CLASSIC ROCK NIGHT MIT DORO, GOTTHARD, KISSIN` DYNAMITE; FREEDOM CALL U.A.

29.7.2017, BRAUEREIGUTSHOF PYRAS

Zuerst die schlechte Nachricht, im Vergleich zum letzten Jahr ist die Halbe 20 % und die nichtalkoholischen 0,5 Liter Getränke sind gar um 25 % teurer geworden. Trotzdem sind die Preise mit 3,00 bzw. mit 2,50 Euro im Festivalvergleich unschlagbar günstig. Dass auch sonst alles für die Hartwurstveteranen passt, wie kostenloses Parken und Campen, riesiger Biergarten mit vielen Sitzplätzen, günstige und gute Speisen und und und hat sich herum gesprochen und erstmals war die Pyraser Classic Rock im Vorfeld restlos ausverkauft.

Doro rh Doro

Natürlich lag dies auch an den Bands, allen voran an unserer Heavy Metal Queen Mum Doro. Seit 34 Jahren steht sie auf der Bühne und sie gibt nach wie vor alles um ihre Fans gut zu unterhalten. Mit vollen Körpereinsatz, toller Ausstrahlung, geballter Energie, viel Gestik und Headbangen gelingt es ihr ab den ersten Tönen die Menge mit zu nehmen. Zusammen mit sehr guten Begleitmusikern und einer Setlist, die mit „Raise Your Fist“ beginnt und mit „All we Are“ den regulären Set beendet, um bei den fünf Zugabe mit den abschließenden „True as Steel“ und „Warlock“ noch mal eine Steigerung hin zu bekommen, war es der Highlight des Festivals. Da ist es eigentlich unverständlich, dass Doro in den Minuten vor ihren Auftritt wie ein nervöses Rennpferd am Bühnenrand hin und her tippelt. Danach kamen die Schweizer Gotthard. Ein undankbarer Auftritt nach Doro, sie mühten sich redlich, begannen mit „Silver“, dem Titelsstück der aktuellen CD und spielten als 3. Song „Hush“ ein wunderbares Deep Purple-Cover, doch danach flachte die Stimmung etwas ab. Mit „All we Are“ als 2. Zugabe wurde schließlich noch Doro die Referenz erwiesen. Vom Spannungsbogen wäre aber die umgedrehte Reihenfolge erst Gotthard und dann Doro besser gewesen. Vor Doro spielten Kissin`Dynamite schon zum vierten Mal in Pyras auf. Die Fünf feminin geschminkten aus Burladingen und Münsingen unterhielten mit ihren Richtung Glam Rock gehenden Metal gut, übertrieben es aber ab und an mit dem Posen. Davor legten die Nürnberger Freedom Call einen schwungvollen und satten Auftritt hin. Sänger und Gitarrist Chris Bay erwies sich dabei als richtige Rampensau. Kein Wunder bei einer fast 20 jährigen Bühnenerfahrung. Das Pyraser war wieder einmal ein rundum gelungenes Festival, bleibt nur zu hoffen, dass 2018 nicht wieder die Getränkepreise angehoben werden.

Gotthard rh Gotthard

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