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Betriebszeitung

verdi-Info Nr. 3/2014

Betriebszeitung
Info von ver.di Erlangen rh ver.di Info Stadt Erlangen

Info Nr. 3/2014 35. Jahrgang (jetzt ver.di wählen) vom 17. März 2014

Inhalt:

  • Tarifrunde 2014 - 100 Euro plus 3,5 % - Aufwärmen gelungen
  • Rechte und Pflichten im Streik
  • Wählen: BEITRETEN
  • 9.4.. - Betriebsgruppe
  • Höhe der Streikunterstützung
  • Tarifverträge nur für Mitglieder
  • Tandem – Unser Werner und unser OB einen Tag gemeinsam – Pecha Kucha
  • Kurz & knackig (u.a. Bericht Veranstaltung mit Klaus Dörre, Bilderrätsel, Resonanz im Internet, Verwaltungslyrik, anfordern, surfen, Culdur mit einem Theaterbericht, Veranstaltungshinweise)
Mittagspause ck Mittagspause

Gelungenes Aufwärmen

Wir hatten am 10.3. zu ersten ver.di Aktionen im Rahmen der Tarifrunde bei der Stadt Erlangen unter dem Motto langsam „warmmachen“ aufgerufen.

Die Beschäftigten aus den früheren Arbeiterbereichen waren zu einer gemeinsamen Frühstückspause am Parkplatz West und die anderen Beschäftigten zu einer Kundgebung am um 12.10 Uhr am Tor des städtischen Dienstgebäude Schuhstr. 40 eingeladen. Insgesamt kamen über 100 Beschäftigte. Christian Kleefeld und Roland Hornauer informierten, die Sonne schien kräftig und die Stimmung war sehr gut. Ein gelungener Auftakt. Bilder der Frühstücks- und Mittagspausenaktion finden sich unter:

http://erlangen.verdi.de/bilder

Dess vo derer Darifrundn fir uns Stodderer habder ja sicher scho midgräichd. 100,- E +3,5% verlang mer mehr. Vill zu vill sogn die Arbeidgeber, wäi hald jedsmol. Unsere Kassn sin leer songs, a net ganz nei. Mir solln a weng „zurückhaldnder“ sei songs, kenn mer a scho hamm mer a scho zu oft gmachd. Des Johr mo widder was fir uns drin sei, wenn net no lon mir hald den Dreeg amol liegn. Wenn däi Großkobferdn amol a Wochn nix dener, mergds ka Mensch. Wenn die Kehribauern däi Schdrassenkihrer und däi andern Stodder amol a Wochn nix denner, no sichd mehr erschd amol was däi es ganz Johr ärbern

Michael Sölheim

Rechte und Pflichten im Warnstreik oder im Erzwingungsstreik

Der Streik ist ein Grundrecht (Artikel 9 Absatz 3 Grundgesetz) und das rechtmäßige Mittel zur Durchsetzung der Tarifforderung (Bundesarbeitsgericht vom 12. September 1984 – 1 AZR 342/83). Dies gilt für Warnstreiks genauso wie für den Vollstreik. Der Streik ist immer das letzte Mittel, um unsere Forderungen durchzusetzen. Daher ist es gerade dann notwendig, dass möglichst alle zum Streik aufgerufenen Arbeitnehmer/innen sich auch beteiligen.

Jede Kollegin und jeder Kollege – egal, ob gewerkschaftlich organisiert oder nicht – darf an einem (Warn-) Streik teilnehmen. Der Arbeitgeber darf das nicht verhindern. Benachteiligungen wegen der (Warn-)Streikteilnahme sind unwirksam.

Die Teilnahme an einem rechtmäßigen Streik ist keine Verletzung des Arbeitsvertrags. Maßregelungen durch den Arbeitgeber wegen der Teilnahme an einem Streik sind verboten. Der bestreikte Arbeitgeber darf deshalb Streikenden nicht kündigen. Nach Ende des Streiks besteht ein Anspruch auf Weiterbeschäftigung. Während des Streiks ruht das Arbeitsverhältnis. Die Beschäftigten brauchen keine Arbeitsleistungen erbringen. Ein Anspruch auf Arbeitsentgelt besteht für die Dauer des Streiks nicht.

Um einen reibungslosen, und vor allem ordnungsgemäßen und erfolgreichen Ablauf des Streiks zu gewährleisten, müssen sich alle Kolleginnen und Kollegen an die Anweisungen der Streikleitung halten. Wirksamkeit und Erfolg des Streiks hängen vom Handeln aller Streikenden ab.

Auch Auszubildende dürfen streiken!

Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts dürfen auch Auszubildende für sie betreffende Tarifforderungen streiken (Bundesarbeitsgericht vom 30. August 1984 – 1 AZR 765/93). Sie können daher auch an einer Urabstimmung und am Streik  teilnehmen.

Nicht unter Druck setzen lassen - Streikbrucharbeit verweigern!

Niemand ist zum Streikbruch oder direkter Streikarbeit verpflichtet. Diese Arbeit kann nach ständiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts verweigert werden. Die Ablehnung direkter Streikarbeit ist keine unberechtigte Arbeitsverweigerung. Sie führt nicht zum Verlust des Arbeitsentgeltanspruchs – zumindest nicht, wenn die eigentlich geschuldete Arbeitsleistung trotz des Streiks erbracht werden kann (Urteil vom 10. September 1985 – 1 AZR 262/84).

Streikbrecher/innen dürfen nicht bevorzugt werden. Das bedeutet: Jede auf dem Streikbruch beruhende Vergünstigung für Streikbrecher/innen durch den Arbeitgeber steht auch den streikenden Beschäftigten zu.

Aussperrung

Während des Arbeitskampfs kann es dazu kommen, dass der Arbeitgeber aussperrt. Dabei darf er nicht zwischen Streikenden und Streikbrecher/innen unterscheiden. Aber auch dann haben die ver.di-Mitglieder Anspruch auf Streikunterstützung.

Pause rh Frühstückspause am 10.3.2014

Überstunden

Überstundenanordnungen wegen der Teilnahme am Streik sind rechtswidrig und unwirksam. Eine Verpflichtung zur Nacharbeit der durch den Streik ausgefallenen Arbeitsstunden besteht nicht. Insoweit erforderliche Mehrarbeit bedarf im Übrigen der vorherigen Zustimmung des Personalrats.

Notdienst

In Arbeitskämpfen darf die Geschäftsleitung nicht so genannte „Notdienstarbeiten" einseitig organisieren und einzelne Beschäftigte hierauf verpflichten. Die Regelung eines arbeitskampfbedingten Notdienstes ist zumindest zunächst gemeinsame Aufgabe des Arbeitgebers und der Streik führenden Gewerkschaft. Notdienstarbeiten dürfen im Übrigen nur zur Erhaltung der Substanz des Eigentums, nicht jedoch zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs verlangt werden (Bundesarbeitsgericht vom 30. März 1982 – 1 AZR 265/80). Notdienstvereinbarungen sind nur mit der ver.di-Streikleitung zulässig.

Urabstimmung

An einer Urabstimmung, zu der ver.di aufgerufen hat, dürfen nur Gewerkschaftsmitglieder teilnehmen. Unorganisierte Beschäftigte können daher über Streikmaßnahmen nicht mit(be)stimmen.

Beteiligung am Arbeitskampf

Bei der Urabstimmung müssen mindestens 75 Prozent der Mitglieder für den Arbeitskampf stimmen. Ein Streik kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn sich alle Gewerkschaftsmitglieder beteiligen.

Ausstempeln und Abmelden

Oft behaupten Arbeitgeber, Arbeitnehmer seien vor Beteiligung an einem gewerkschaftlichen (Warn)Streik verpflichtet, sich beim Vorgesetzten abzumelden, durch Eintragung in eine Liste ihre Streikbeteiligung zu dokumentieren oder elektronische Zeiterfassungsgeräte zu bedienen.

Derartige Pflichten bestehen nicht!

Die Verpflichtung zur schriftlichen oder ausdrücklichen mündlichen Abmeldung beim Vorgesetzten ist mit der Ausübung des Streikrechts aus Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz nicht vereinbar. Auch die Eintragung in Listen stellt eine Behinderung des Streikrechts dar. Arbeitnehmer sind nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber gegenüber ihre Streikbeteiligung von Streikbeginn anzukündigen, sie können ihre Absicht zu streiken auch verschweigen. Während und nach dem Streik bleibt es dem Arbeitgeber unbenommen, die Abwesenheitszeiten streikender Arbeitnehmer zu Abrechungszwecken zu kontrollieren und zu erfassen. Eine Verpflichtung zur Mitwirkung streikender ArbeitnehmerInnen besteht in diesem Zusammenhang nicht. Wer sich am Streik beteiligt hat für diese Zeit gegen den Arbeitgeber keinen Entgeltanspruch. Es darf nicht zusätzlich auch noch ein Arbeitszeitkonto oder Zeitguthaben negativ belastet werden. Dies wäre ein doppelter Abzug.

 

Wer hilft, wenn dennoch Probleme auftreten?

Viele Führungskräfte der Stadt verfügen über soziale Kompetenz und können intelligent und souverän auch mit Konflikten umgehen. Dennoch gibt es leider auch immer wieder Führungskräfte, die damit überfordert sind. In diesem Falle einfach Ruhe bewahren, also nicht erschrecken oder auf unnötige Diskussionen einlassen. Im Konfliktfall einfach die Streikleitung von ver.di einschalten bzw. fragen. Die Kolleginnen und Kollegen von ver.di wissen, was zu tun ist. Darüber hinaus hilft auch der Personalrat. Der Personalrat hat die Aufgabe zu überwachen, dass geltende Gesetze eingehalten werden. Und das gilt natürlich auch im Streik.

Von hinten ck Von hinten

Schnell Mitglied werden – rechnet sich

Mitglieder von ver.di bekommen bei längeren Warnstreiks und im Streik Streikunterstützung.

Neu eingetretene Mitglieder erhalten Streikunterstützung, wenn für den vorangegangenen Beitragsmonat eine satzungsgemäße Beitragszahlung erfolgt. Dies bedeutet, dass für den Monat Februar bereits eine Beitragszahlung erfolgen muss, um Streikgeld zu erhalten! Wer jetzt beitritt muss deshalb den 1. Februar als Beitrittsbeginn angeben!

Wie hoch ist die Streikunterstützung?

Die Höhe der Streikunterstützung richtet sich nach dem Mitgliedsbeitrag und nach der Zahl der streikbedingt ausgefallenen Arbeitsstunden, für die keine Arbeitsvergütung gezahlt wird.

Entscheidend ist der Mitgliedsbeitrag der letzten drei Monate vor dem Streik. Bei Mitgliedern, die erst in diesem Zeitraum eingetreten sind, wird der aktuelle Beitragsmonat zugrunde gelegt. Das gleiche gilt, wenn ein ver.di-Mitglied erst vor dem Streik in ein Arbeitsverhältnis übernommen wurde (z. B. ehemalige Auszubildende) oder wenn das Arbeitsverhältnis bis kurz vor dem Streik ruhte (z. B. Krankengeld- oder Elterngeldbezieher/innen).

Die Streikunterstützung berechnet sich nach der Zahl der am Streiktag individuell ausgefallenen Arbeitsstunden. Wird am Streiktag noch gearbeitet – etwa vor oder nach einem Warnstreik – vermindert sich die Höhe der Streikunterstützung entsprechend.

Fällt die individuelle Arbeitszeit vollständig aus, beträgt die Höhe der Streikunterstützung grundsätzlich

das 2,5-fache des Mitgliedsbeitrages, wenn die Mitgliedschaft in ver.di länger als zwölf Monate besteht bzw.

das 2,2-fache des Mitgliedsbeitrages bei kürzerer Dauer der Mitgliedschaft.

Für jedes kindergeldberechtigte Kind wird zusätzlich ein Betrag von 2,50 Euro pro Streiktag gezahlt.

Das gilt auch für Teilzeitbeschäftigte. Den genauen Betrag können sich ver.di-Mitglieder mittels eines Streikgeldrechners im Internet im ver.di Mitgliedernetz ausrechnen lassen.

Die Streikunterstützung ist keine Vergütungsersatzleistung

Die Streikunterstützung ist eine solidarische Leistung der ver.di für streikende Mitglieder, damit diese einen längeren Streik trotz der Einbußen beim Arbeitseinkommen durchstehen können. Sie gleicht den Nettoverdienstausfall nur teilweise aus.  Sie ist unter diesen Voraussetzungen steuer- und sozialversicherungsfrei.

ver.di wählen - vor der Stichwahl ver.di Mittelfranken ver.di wählen - vor der Stichwahl!

Tarifverträge gelten nur für Gewerkschaftsmitglieder

Eigentlich ist es eine klare Sache, die Gewerkschaft schließt für ihre Mitglieder Tarifverträge mit den Arbeitgebern. Diese Tarifverträge sind rechtlich normale Verträge. Auf diese Verträge können sich nur Gewerkschaftsmitglieder berufen. Nichtgewerkschaftsmitglieder haben keinen Anspruch auf tarifliche Leistungen. Wer vor Gericht tarifliche Leistungen einklagen will, muss nachweisen, dass der Tarifvertrag für ihn gilt. In Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichtes zum Beispiel bei Eingruppierungsklagen heißt es wortwörtlich, „Aufgrund beiderseitiger Tarifgebundenheit gelten für das Arbeitsverhältnis die Tarifverträge für den öffentlichen Dienst im Bereich der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA)“:

 

Resonanz im Internet

Wir bekommen wöchentlich eine Auswertung wie unsere Internetseiten (www.erlangen.verdi.de) genutzt werden. In der Woche vom 3. bis 9. März 2014 konnten wir keinen einzigen Besucher in der Zeit zwischen 22.00 und 23.00 Uhr verzeichnen. Da müssen wir ganz schön an unserem Internetauftritt arbeiten. Das Ergebnis siehe „surfen“.

Filosofen Ich war schon fünf Mal Tor des Monats.

Klaus Fischer

MITMACHEN

9. April ver.di Betriebsgruppe trifft sich – wichtiger Termin - Mitgliederversammlung

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2014 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 9. April, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Thema ist die Tarifrunde 2014. Weiterhin ist das Treffen eine Mitgliederversammlung des Fachbereichs Gemeinden. In der Versammlung werden unsere Vorschläge und Delegierte für die anstehenden Neuwahlen der ver.di Gremien und Vorstände bestimmt. Wer die künftige Arbeit beeinflussen möchte hat die Möglichkeit in der Versammlung Anträge zu stellen.

Werner Lutz rh Künftiger Politiker Werner Lutz

7. Februar 2014 - Ein Tag mit dem Kollegen Oberbürgermeister oder unser Werner in großen Fussstapfen

Mit Blick auf mein näher rückendes Rentenalter kommt mir manchmal der Gedanke, ob ich später nicht noch ein wenig in die Politik gehe. Da unsere Bundeskanzlerin der gleiche Geburtsjahrgang ist wie ich, und sie bestimmt noch zwei Legislaturperioden weitermacht, bleibt für mich nur noch übrig, Bundespräsident zu werden. - Um mich hierfür zu qualifizieren, nahm ich kürzlich ein nettes Angebot unseres Oberbürgermeisters an, bei ihm einen Tag lang hospitieren zu dürfen.

Als es ernst wurde mit dem Termin, bereitete ich mich tagelang darauf vor. Ich studierte akribisch 57 Folgen der Kultsendung „Willi will’s wissen“, und überlegte, ob ich an dem Tag einen Grubenhelm, eine Mitra oder eine Kochmütze aufsetzen soll

Freitag 11 Uhr: Es beginnt mit einem einstündigen Jour fix im OB-Besprechungszimmer. Ein kleiner Teilnehmerkreis diskutiert zum Thema Gesundheit und spannt den Bogen von strategischen Überlegungen bis hin zu konkreten Projektplanungen. Es geht u.a. um eine Konferenz, die nächste Woche stattfindet, und um andere Projekte des Medical Valley. Die Sitzung wird locker, aber ergebnisorientiert geführt, zwischendurch unterbricht Dr. Balleis öfters, um mir Zusammenhänge zu erklären. Auch ich bringe mich gegen Ende der Sitzung kurz in die Diskussion ein. Das wichtige Thema Prävention, das im Raum steht, knüpft direkt an die verschiedenen Gesundheitsprojekte an, die der Personalrat bei der Stadt Erlangen unterstützt.

Freitag 14 Uhr: Nach zwei Stunden Pause (der OB hat dazwischen ein Arbeitsessen mit Vertretern der Sparkasse) geht es weiter zur Uni, Hörsaal Ulmenweg 18. Ein internationales Symposium wird eröffnet: „Medizinische Innovationen und Technik in Anästhesiologie und Intensivmedizin“. Für mich sind Hörsäle ungewohnt, auch Begrüßungsformeln wie „Eure Magnifizenz…“. – Vorher stellt mich der Oberbürgermeister kurz dem Dekan der Universität vor. Es gibt einige Grußworte, auch das vom OB, danach den ersten wissenschaftlichen Beitrag von Prof. Reinhardt. Der Vortrag ist trotz der wissenschaftlichen Sprache für mich verständlich, im Kern geht es um die notwendige Weiterentwicklung von Netzwerkstrukturen und Netzwerkqualität in der medizinischen Forschung.

Siegi Balleis rh OB mit Krapfen

Wir verlassen kurz nach dem Beitrag die Konferenz und fahren ins Rathaus zurück. Eine halbe Stunde Pause bis zum nächsten Termin, Dr. Balleis will kurz seine Mails durchsehen…

Bevor es weitergeht, habe ich Gelegenheit, mit dem Chauffeur des OB zu sprechen. Ich kenne ihn seit Frühjahr letzten Jahres, als wir gemeinsam mit einer städtischen Delegation in Cumiana waren. Er erzählt mir, dass der Oberbürgermeister nicht selten spontan mit dem Bus fährt oder zu Fuß geht – und ihm früher wie geplant in den Feierabend entlässt. - Wie um das zu bestätigen, teilt der OB, nachdem er in den Wagen gestiegen ist, mit, dass nach Erreichen des nächsten Zielortes für den Chauffeur Dienstende ist, statt wie ursprünglich vorgesehen erst am Abend.

Freitag 16 Uhr: Wahlkampfveranstaltung des Seniorenbeirates Erlangen im Dreycedern. Alle acht OB-Kandidatinnen und OB-Kandidaten sind erschienen. Es gibt eine lebhafte, gut vorbereitete Podiumsdiskussion. Gegen Ende der Veranstaltung wird von einer Seniorin aus dem Publikum das Problem verschlossener Toiletten im Rathaus angesprochen. In den Stockwerken mit starkem Publikumsverkehr sind die Toiletten abgesperrt und nur den Beschäftigten zugänglich. Die Besucherinnen und Besucher werden durch ein Hinweisschild auf die Toilette im Erdgeschoß verwiesen.

Die Seniorin fordert alle Kandidaten auf, den Toilettenbesuch in allen Etagen auch für Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen.

Mir stellt sich als weitergehende Frage, ob generell das Verschließen von Toiletten zur alleinigen Nutzung von Beschäftigten noch zeitgemäß ist?

Freitag, 17.15 Uhr: Der Oberbürgermeister und ich laufen zügig die Schiffstraße entlang zum Schloß. In der Aula im zweiten Stock findet dort seit etwa 1 Stunde eine Promotionsfeier der FAU statt. Ein beeindruckendes Erlebnis. Vorstellung und Auszeichnung von Doktorarbeiten, Überreichung von Urkunden, ein festlich gekleidetes Publikum, das aus jungen Doktorinnen und Doktoren besteht, ihren Doktorvätern und Doktormüttern, ihren leiblichen Vätern und Müttern, und – wie in der Nähe von mir – ihren kleinen Kindern, die müde und erschöpft sind und sich natürlich langweilen. Die verspätete Ankunft des OB wird erwähnt und mit Applaus honoriert.

Freitag, 19 Uhr: Letzter Programmpunkt für heute: Grußwort und Teilnahme an der offiziellen Feier zum 65. Geburtstag des Kulturreferenten Dr. Rossmeisl im alten Rathaus.

Fazit: Die Eindrücke und Erfahrungen des Tages mit dem OB möchte ich nicht missen. Mir haben sich an diesem Tag Türen geöffnet, die mir sonst verschlossen bleiben. Und: Ich würde mir wünschen, dass bald nicht nur die Toilettentüren im Rathaus für alle offen stehen, sondern sich im Sinn unseres Stadtmottos „Offen aus Tradition“ auch andere gesellschaftliche und städtische Räume öffnen für Begegnung und Erfahrungsaustausch, für Neugier auf fremde Kulturen, für Mitgestaltung und Mitbestimmung. Offenheit erlangen halt.

Werner Lutz

Spruch zur Kommunalwahl „Sie können mich an meinen Worten messen, nicht an meinen Taten“.

Dr. Siegfried Balleis am 9.3.2014 im E-Werk beim Diskussionsabend der OB-Kandidaten („Die glorreichen Sieben“) zum Abschluss seines Pecha Kucha
Balleis rh Pecha Cucha Balleis

Wikipedia

Pecha Kucha

Pecha Kucha (sprich: petscha-kutscha, IPA: pet͡ɕa ku͍̥t͡ɕa, jap. Schreibweise ぺちゃくちゃ (Hiragana) bzw. seltener ペチャクチャ (Katakana), Bedeutung „wirres Geplauder, Stimmengewirr“), auch: Petscha-Kutscha, ist eine Vortragstechnik, bei der zu einem mündlichen Vortrag passende Bilder (Folien) an eine Wand projiziert werden. Die Anzahl der Bilder ist dabei mit 20 Stück ebenso vorgegeben wie die 20-sekündige Dauer der Projektionszeit je Bild.

SPD-Kandidat Florian Janik bei seiner Pecha Kucha. Er kam mit dieser Vortragsart von allen Kandidaten am Besten zu recht.

Janik rh Pecha Kucha Janik

Bericht

Die öffentliche Arbeitsmarktkonferenz des DGB Erlangen mit Prof. Klaus Dörre (Friedrich Schiller Universität Jena) am Donnerstag, 27.2.2014 war äußerst interessant. Dörre zeigte auf, dass ein Großteil des deutschen Beschäftigungswunder dem massiven Anwachsen der prekären Beschäftigung geschuldet ist. Gerade durch die Arbeitsmarktgesetze von Rot-Grün (Hartz IV) wurde die Ausbreitung des Niedriglohnsektors stark gefördert. Er widerlegte mit konkreten Zahlen die damaligen Argumente für die Änderungen. Bei der Leiharbeit z.B. wollte Rot-Grün erreichen, dass die Leiharbeit zum Sprungbrett in die reguläre Beschäftigung wird. Tatsächlich werden nur 9 % der Leiharbeiter in eine reguläre Beschäftigung übernommen. Die sogenannten Minijobs ersetzten reguläre Beschäftigung.

Dörre rh Professor Klaus Dörre

Die Betroffenen Hartz IV-Empfänger werden je länger sie diese Leistung beziehen, immer stärker gesellschaftlich ausgegrenzt und stigmatisiert. Sie sind deshalb ein abschreckendes Beispiel für die Beschäftigten und üben damit disziplinären Druck auf die reguläre Beschäftigung aus. Durch den Druck auf Hartz IV Empfänger jede Arbeit annehmen zu müssen, verlieren diese an Motivation selber aktiv zu werden. Als Lösung aus diesem Irrweg nannte Dörre, dass die Arbeitsmarktgesetze deutlich korrigiert werden müssen. Ein wichtiger Schritt ist deshalb die Einführung des Mindestlohnes. Weiterhin muss der Sektor der menschennahen Dienstleistungen (Pflege) steuerfinanziert deutlich ausgebaut werden und intelligent die Arbeitszeit verkürzt werden unter dem Motto „kürze Vollzeit für Alle“:

 Auflösung und neues Rätsel

Letztes Mal fragten wir, wo war die moderne Kunstinstallation bzw. Skulptur 2013 in Erlangen zu sehen? Wie immer warteten auf jede richtige Lösung Preise.

Schuh hs Rätselhafter Schuh

Mitarbeiter vom Kunstpalais durften nicht teilnehmen, dies wurde von den Betroffenen heftigst kritisiert. Trotzdem gingen einige richtige Lösungen ein. Die tolle Kunstinstallation war natürlich eine schräge Lampe und wurde in den Sommermonaten sehr erfolgreich in Alterlangen beim Schulzentrum West gezeigt.

Das neue Rätsel ist ein Bildausschnitt aus den Erlanger Nachrichten vom 11.3.2014 und wir wollen wissen, wessen Schuhe wurden abgebildet?

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 3/2014 - Ausbeutungs-Freiheit

Die Zeitungsverleger sehen die Pressefreiheit in Gefahr. Und warum? Ausspähaffären? Drangsalierung von Journalisten? Nein: Es ist der Mindestlohn!

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 4/2014 - Erholung der Löhne ade?

Laut einer aktuellen Meldung des Statistischen Bundesamtes hat sich der Aufwärtstrend bei den Reallöhnen im letzten Jahr nicht weiter fortgesetzt. Umso wichtiger sind jetzt klare Lohnsignale – nicht zuletzt im Öffentlichen Dienst.

  • Endlich erhältlich

Die aktuelle Mai Plakette 2014 kann zum unveränderten (!) Preis von 1 Euro erworben werden. Entweder 1 Euro mit der Hauspost einsenden, einen Plakettenverkäufer vor Ort abkaufen oder vorbei kommen.

 

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Damit unsere Seiten im weltweiten Netz besser ausgelastet sind haben wir eine Seite „Tarifrunde 2014“ erstellt. Siehe: http://erlangen.verdi.de/bg-stadt/tarifrunde-2014

Theater Jochen Quast Jeder stirbt für sich allein  – v.l.: Hermann Große-Berg, Marion Bordat, Adelheid Bräu, Werner Galas, Violetta Zupančič, Christian Wincierz

Veranstaltungen von ver.di-Mittelfranken

Reihe Arbeitsrecht aktuell

„Bis zur Rente befristet?“ am

Mittwoch, 02. April 2014 ab 18 Uhr

im Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG

Argumentationstraining gegen RECHTS

Wer will schon im Alltag hilflos rechten Parolen gegenüberstehen?!? Rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen still ertragen? Um für solche Situationen zukünftig gewappnet zu sein, bieten wir ein

Argumentationstraining gegen Rechts an

am Samstag, den 05. April 2014 von 10:00 bis 16:00 Uhr

Gewerkschaftshaus Nürnberg, 7. OG, Raum „Burgblick“

Durch den Workshop führen:

Birgit Mair, Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e. V.

Wolfgang Veiglhuber, DGB-Bildungswerk München

Ulli Schneeweiß, stv. Geschäftsführer ver.di Mfr.

Anmeldung bitte an nicole.adelmann@verdi.de

 

FÜR FEINSCHMECKER

Verwaltungslyrik (VIII)

Die Freunde der gepflegten Verwaltungslyrik haben lange Warten müssen. Jetzt endlich hat die Stadt Erlangen einen weiteren Bericht zur Verwaltungsmodernisierung veröffentlicht, er umfasst die Jahre 2008-2012. Er enthält wieder feinste Verwaltungslyrik auf hohem Abstraktionsniveau bei gleichzeitiger sehr geringer Nachvollziehbarkeit. Wir erlauben uns deshalb in loser Folge Beispiele zu veröffentlichen. Wegen etlicher Nachfragen, die Serie ist kein Fake, sondern die Zitate wurden wirklich so veröffentlicht.

Der Folder enthält Informationen zu Hospitationen, Besuchsprogrammen, Mentoring und anderen Formen des persönlichen Austausches… .

 

So ist es Recht

Überwachung per Handy oder Peilsender verboten

Arbeitgeber, die sich heimlich und ohne Wissen des Beschäftigten dessen Standortdaten verschaffen, machen sich strafbar. Der Bundesgerichtshof bestätigte ein Urteil des Landgerichts Mannheim, das Detektive zu Freiheitsstrafen verurteilte, die im Auftrag eines Arbeitgebers einen Mitarbeiter per Peilsender beschatteten (Az. 1 StR 32/13).

Theater Jochen Quast Jeder stirbt für sich allein (II)  – v.l.: Johann Voss, Christian Wincierz

CULDUR - DEADER

JEDER STIRBT FÜR SICH ALLEIN

VON JENS GROSS NACH HANS FALLADA

ERLANGEN, MARKGRAFENTHEATER, 13.3.2014

REGIE … Katja Ott | BÜHNE … Bernard Siegl | KOSTÜME … Ulrike Schlemm |

DRAMATURGIE … Maren Friedrich | MIT … Marion Bordat, Adelheid Bräu, Werner

Galas, Hermann Große-Berg, Anika Herbst, Robert Naumann, Patrick Nellessen, Daniel

Seniuk, Johann Voss, Christian Wincierz, Benedikt Zimmermann, Janina Zschernig,

Violetta Zupančič

Weitere VORSTELLUNGEN: 02.04., 03.04., 10.04., 11.04., 06.07., 07.07.2014.

Der Roman „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada ist ein Wälzer von 656 Seiten. Er beschreibt das Schicksal der stillen Eheleute Otto und Anna Quangel, typische "kleine Leute", die in Berlin der beginnenden Vierziger Jahre nach einem herben Schicksalsschlag, per Feldpostbrief erhalten sie die Nachricht, dass ihr Sohn gefallen ist, ihre ganz eigene Variante von Widerstand gegen das Nazi-Regime entwickeln: sie hinterlassen gefährliche Botschaften auf Postkarten, die sie nach und nach in der Stadt verteilen. Diesen Roman auf den Theaterbrettern umzusetzen ist ganz schön ambitioniert. Wohl genau das Richtige hat sich vermutlich die Erlanger Indentantin Katja Ott gedacht und das Stück für ihre Indentanzregie ausgewählt. So steht auch das gesamte Erlanger Ensemble mit Ausnahme der Erlanger Theaterlegende Winfried Wittkopp, ist er in Ungnade gefallen, verstärkt um drei Gastschauspieler und ein Kinderstatist in wechselnden Rollen auf der Bühne. Wohl Rekord für eine Erlanger Eigenproduktion, 13 Schauspieler verkörpern 24 Figuren in 46 Szenen. Die Bühne ist mit zwei Podesten minimalistisch bestückt, dafür wird die komplette Fläche genutzt. Das bekannte Barocktheater im Zuschauerraum wurde mittels weißen Stoff komplett abgedeckt, wohl um nicht vom Schauspiel abzulenken.

Theater Jochen Quast Jeder stirbt für sich allein (III)  – v.l.: Hermann Große-Berg, Marion Bordat

Auf der Bühne werden die einzelnen Charaktere des Romans, die kleinen Leute, Juden, Denunzianten, Gelegenheitsdiebe, linientreue Nazis, Richter, Offiziere, Briefträger, Kommissar, Polizisten etc. sehr pointiert, häufig reduziert auf die Sprache, dargestellt. Teilweise entsteht der Eindruck eines bewegten Hörbuchs des Romans. Immer wieder lockern technische Effekte auf. Die kritischen Texte der Postkarten werden auf dem Bühnenhintergrund projeziert. Bei einem Selbstmord knallt es sehr laut und im Hintergrund, der immer wieder als Leinwand auch für Filmeinspielungen genutzt wird, ist ein roter Blutfleck zu sehen. Immer wieder ist eine sphärische, öfters mechanische Musik zu hören. In einer Szene wird es mit einen eher Industrialsong laut. Erstaunlicherweise ist das Theater nicht voll, obwohl die Mittellogen verhängt wurden. Insgesamt ist das mit Pause über drei Stunden dauernde Stück zu lang. Weniger Figuren und Szenen wären da mehr gewesen. Zum  Schluss gelingt es einem immer weniger die Texte bewusst zu verfolgen. Zeichen dafür ist auch der Umstand, dass nach der Pause einige Plätze leer blieben.

ver.di-Info