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verdi-Info Nr. 5/2014

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Info Nr. 5/2014 35. Jahrgang (erstes Janik-Info) vom 6. Mai 2014

Inhalt:

  • 16. 5. Grillfest
  • Tarifrunde 2014
  • Historische 1. Mai Kundgebung
  • Alter – Neuer OB – Neue Stadtratsmehrheit
  • 7.5. – Betriebsgruppe
  • 20 Jahre Rahmenvereinbarung
  • Kurz & knackig (u.a. Neues von Herrn L., Bilderrätsel, Resonanz im Internet, Verwaltungslyrik, Typisch neuer OB und nichts geht mehr, anfordern, surfen I + II, Culdur mit Ausstellungsbericht, Buchbesprechung und Konzertbericht)

Termin: ver.di Grillfest am Freitag, den 16. Mai 2014 ab 15.30 Uhr im Garten der Erba-Villa (die Einladung kann auf der rechten Spalte runtergeladen werden)

wir sind es wert ver.di wir sind es wert

Tarifrunde 2014 - So positiv wie diesmal war das Echo noch nie

Tarifeinigung: 3 Prozent mehr, mindestens aber 90 Euro monatlich, rückwirkend ab 1. März 2014. Durchschnittlich 5,7 Prozent mehr Geld innerhalb von zwei Jahren.

In der Mitgliederbefragung haben bundesweit 87,33 % der ver.di-Mitglieder für die Annahme der Tarifeinigung vom 1.4.2014 gestimmt. Bei der Stadt war die Zustimmungsquote ähnlich hoch. Damit tritt die Einigung in Kraft, vermutlich mit dem Gehalt für Juni wird die Tariferhöhung ausgezahlt.

Dafür haben sich mehr als 300 000 Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen an Warnstreiks beteiligt. Aus Kitas, Sparkassenfilialen, Flughäfen, Nahverkehrsbetrieben und Verwaltungen. So war das Erlanger Theater am 19. März geschlossen, streikten insgesamt rund 400 Kolleginnen und Kollegen in Erlangen am gleichen Tag. Eine Woche später beteiligten sich noch mehr Kolleginnen und Kollegen an der großen Kundgebung am 26.3.2014 auf dem Nürnberger Kornmarkt.

wir sind die Guten ver.di

Warnstreiks mit Erfolg

In der dritten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten von Bund und Kommunen hat ver.di ein Ergebnis erzielt: Rückwirkend zum 1. März dieses Jahres steigen die Gehälter um drei Prozent, mindestens aber um 90 Euro monatlich, und zum 1. März des kommenden Jahres um weitere 2,4 Prozent. Eine Tarifeinigung mit einem Mindestbetrag, der in die Entgelttabellen aufgenommen wird, ist damit zum ersten Mal durchgesetzt worden. Und genau das haben die meisten Beschäftigten gewollt: Der Abschluss sollte gerade den Kolleg/innen mit geringerem Verdienst deutlich mehr Geld bringen. Für mehr Gerechtigkeit. Das ist gelungen.

Die Ausbildungsvergütungen werden zum 1. März dieses und des kommenden Jahres um 40 beziehungsweise 20 Euro erhöht. Ab 2014 haben alle Beschäftigten Anspruch auf 30 Urlaubstage, für die Azubis steigt der Urlaub von 27 auf 28 Tage.

Kornmarkt gut gefüllt rh Kornmarkt gut gefüllt

"Das Ergebnis liegt in der Spitzengruppe der diesjährigen Abschlüsse", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. "Durch den Mindestbetrag profitieren vor allem untere und mittlere Entgeltgruppen von einer überdurchschnittlichen Reallohnsteigerung." Der Mindestbetrag von 90 Euro übertreffe bis in die mittleren Entgeltgruppen die lineare Gehaltserhöhung von drei Prozent. Dadurch summiere sich das Volumen der Lohnerhöhung schon im ersten Jahr auf 3,3 Prozent. Auch das Ziel, den Abstand zwischen dem öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft zu reduzieren, sei erreicht, sagte Frank Bsirske.

endlos IV rh endlos IV

Bund und Gewerkschaften haben sich außerdem darauf verständigt, die Entwicklung befristeter Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst bis September 2015 wissenschaftlich untersuchen und bewerten zu lassen. Damit wird die Grundlage dafür geschaffen, künftig wirksam gegen immer mehr sachgrundlose Befristungen vorzugehen.

Gewerkschaft lohnt und rechnet sich. Unsere Aktionen und Streiks im Rahmen der Tarifrunde haben alleine 2014 für alle Beschäftigte mindestens das Dreifache des Mitgliedsbeitrages in Höhe von 1 % erbracht. Deshalb Mitglied werden, damit wir durchsetzungsfähiger werden, es lohnt sich für uns alle!

Filosofen Drei mal drei ist sechs. Ich wollte die „6“ haben, aber die ist schon besetzt.

Maik Franz

 

 

Historische Kundgebung am ersten Mai – erstmals mit drei Oberbürgermeistern

Der Erlanger DGB-Vorsitzende Wolfgang Niclas war sichtbar stolz, dass er am 1.5.2014 im E-Werk Garten bei der Maikundgebung mit Dr. Dietmar Hahlweg, Dr. Siegfried Balleis und Dr. Florian Janik gleich drei Stadtoberhäupter begrüßen durfte.

Erster Auftritt des neuen OB Dr. Janik rh Erster Auftritt des neuen OB Dr. Janik

Die Freude war so groß, dass er Dr. Balleis bei seinem ersten Termin als nicht mehr amtierender OB mit „Dr. Dietmar Balleis“ anredete. Für Floh Janik war das Grußwort bei der Maikundgebung der erste Termin als Oberbürgermeister. Er machte in seinem Grußwort deutlich, wo er in den nächsten Monaten Schwerpunkte setzen möchte. In Richtung Stadtverwaltung sagte er, dass die gewerkschaftliche Forderung nach guter Arbeit auch innerhalb der Stadtverwaltung gilt und er deshalb die prekären Beschäftigungsverhältnisse am Erlanger Theater beseitigen wird.

Dr. Dietmar Hahlweg am 1. Mai 2014 rh Dr. Dietmar Hahlweg am 1. Mai 2014

Die Mairede hielt Christian Beck, Bundesjugendsekretär der IG BAU, gebürtiger Erlanger und Sohn unseres Kollegen Dieter Beck. In einer sehr engagierten und couragierten Rede forderte er u.a. zu mehr Engagement gegen Neonazis auf und ging auch auf die rechte, europafeindliche Partei AfD ein.

Wörtlich nannte er die Afd als „Anfänger Faschisten Depperslaverein“.

Christian Beck
Dr. Balleis und Dr. Janik beim 1. Mai 2014 rh Dr. Balleis und Dr. Janik beim 1. Mai 2014

 

 

 

Danke für die gute Zusammenarbeit

Was Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis in den letzten 18 Jahren alles für die Stadt geleistet hat wurde in den letzten Tagen mehrfach berichtet. Wir wollen dies nicht wiederholen, sondern wünschen an dieser Stelle alles Gute, bedanken uns für die gute und faire Zusammenarbeit und drucken stattdessen noch einmal die Lieblingszeichnung von Dr. Balleis ab. Weiß eigentlich noch jemand, wann wir die Zeichnung zum ersten Mal veröffentlicht haben?

Lieblingszeichnung von Dr. Balleis rh-jh Lieblingszeichnung von Dr. Balleis

Sitzungs-Marathon – neue Stadtratsmehrheit

Die letzte Abschiedssitzung des Stadtrates am 30.4.2014 und die erste Sitzung des neugewählten Stadtrates am 5.5.2014 beanspruchten viel Sitzfleisch. Klar, wenn viele Stadträte und ein OB nach 18 Jahren verabschiedet werden muss dies entsprechend gewürdigt werden und jeder hat Verständnis, wenn dies nicht in aller Kürze passiert. OB Dr. Balleis ging in einem 45 minütigen Rückblick auf alle wesentlichen Ereignisse der letzten sechs Jahre ein. Zum Schluss wurde er sehr persönlich und ging auf die immer wieder kursierenden Gerüchte über seine Ehe ein und richtete einen Appell an die Zukunft, „wir müssen gemeinsam daran arbeiten, miteinander achtsamer umzugehen und sich nicht zu verletzen“. Dieser eindrucksvolle und sehr emotionale Appell war der Höhepunkt der Abschlusssitzung und es bleibt zu hoffen, dass viele ihn gehört haben und künftig danach handeln. Anschließend erhielten die Fraktionen und Einzelstadträte das Wort. Teilweise wurde langatmig einzelne Ereignisse wiederholt und Erfolge für sich bzw. die jeweilige Fraktion reklamiert, zum Teil war es nur peinlich. Die häufigen Ankündigungen zu Beginn „sich kurz zu fassen“ wurden leider nie umgesetzt.

Wahlmaterialien rh Wahlmaterialien

Ähnliches passierte bei der Auftaktsitzung des neuen Stadtrates. Klar, dass der neu gewählte OB seine Ziele formuliert und deutlich macht, wo er Schwerpunkte setzen will. Müssen dies aber wirklich alle Fraktionen und Gruppierungen tun. Haben sie nicht in den nächsten Wochen und Monaten genügend Gelegenheiten dies in der täglichen Praxis zu zeigen? Weniger wäre hier ein Gewinn und statt grundsätzliche Ausführungen ohne Bezug zueinander wären inhaltliche Diskussionen über die Ziele und Schwerpunkte des neuen OB besser. Ansonsten verlief die konstituierende Sitzung für die neue Ampelkoalition von SPD, FDP und GL pannenfrei.

Wie abgesprochen wurde Bürgermeisterin Dr. Elske Preuß wiedergewählt und Susanne Lender-Cassens von der GL erstmals zur Bürgermeisterin gewählt. Wir gratulieren der neuen Stadtspitze recht herzlich und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Wird sich was ändern?

Natürlich gilt der Spruch Stadträte kommen und gehen, OB kommen und gehen, die Verwaltung bleibt bestehen. Klar, häufig setzt die Verwaltung gesetzliche Regelungen um und es ist in der Wirkung egal wer OB ist und welche Parteien die Mehrheit im Stadtrat haben. Andererseits will die neue Ampelkoalition Veränderungen erreichen. Zum Punkt Haushalt und Personal heißt es in den formulierten und beschlossenen Eckpunkten der Ampelkoalition wörtlich:

Rathaus Erlangen r h Rathaus Erlangen

„Zur Weiterentwicklung der Stadtverwaltung muss ein neuer Reformprozess unter Beteiligung der Beschäftigten eingeleitet werden, aus dem sich Effizienzsteigerungen und damit auch Einsparungen innerhalb der Kernverwaltung ergeben können. Ein Neustart bei der Budgetierung und Priorisieren aller Aufgaben mit klarer Verantwortung der Führungskräfte sind dabei erfolgversprechende Wege. Neue Aufgaben sind zuerst mit dem bestehenden Personal ggf. durch Wegfall oder Standardreduzierung bei bestehenden Aufgaben zu erfüllen. Die Rekommunalisierung der Gebäudereinigung ist zu prüfen, ggf. auch in neuen Formen.

Folgende Punkte sind in diesem Prozess einzubeziehen: Die erhebliche Aufgabenverdichtung in den letzten Jahren hat zu negativen Auswirkungen auf die Attraktivität der Stadt als Arbeitgeberin und die Gesundheit der Beschäftigten geführt. Projekte im Bereich Personal zu Gesundheitsförderung und demographischem Wandel müssen daher weitergeführt und konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Effizienzsteigerung setzt mehr Weiterbildung, neue Führungskultur (Vorbildfunktion der Stadtspitze) und Beteiligungsmöglichkeiten der Beschäftigten voraus. Die Vereinbarung mit dem Personalrat, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen, werden wir verlängern.“

Gesund alt werden rh Gesund alt werden

Wir freuen uns auf diesen frischen Veränderungswind (neue Führungskultur, Neustart der Budgetierung etc.) und werden die Ampel beim Wort nehmen.

Ein entscheidender Punkt wird sein, ob diese Dinge mit den Beschäftigten im Dialog und ergebnisoffen angegangen werden oder ob die neue Mehrheit die Ergebnisse schon genau kennt und diese von den Beschäftigten 1:1 umgesetzt werden müssen. Die von der Ampel beschlossene Vorlage „Geschäftsverteilung der Stadt Erlangen“ ist eher ein Beispiel für Letzteres, denn sehr detailliert werden Organisationsveränderungen vorgegeben. Häufig nach dem aus der Vergangenheit bekannten Prinzip Organisation nach den Häuptlingen (für „Führungskräfte“ werden passende Bereiche gebastelt).

MITMACHEN

7. Mail ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2014 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 7. Mai, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Thema ist die Tarifrunde 2014, die Vorbereitung des Grillfestes und die Nachbetrachtung der Mitgliederversammlung.

Termine - Veranstaltungen

1. Weltkrieg

Am 7. Mai kommt auf Einladung des Erlanger Bündnis für den Frieden der Historiker Prof. Dr. Kurt Pätzold zu einer Veranstaltung, um den 1. Weltkrieg, Kriegsursachen und Kriegsziele darzustellen. Ort ist um 18:30 Uhr, der Frankenhof - Raum 20

Ver.di-Veranstaltungen

Vortrag zur aktuellen Lage in der Ukraine von Prof. Dr. Diether Götz – ehem. Prof. für Slawistik an der Uni Würzburg und Mitglied im Partnerschaftsverein Nürnberg – Charkiw und anschließendes Gespräch.

Am Montag, 02. Juni 2014 um 18:00 Uhr, im Gewerkschaftshaus Nürnberg, k.i.b.s, Erdgeschoss.

Arbeitsrecht aktuell

Zu dem bisweilen sehr angstbesetzten Thema „Abmahnungen u. Kündigungen“ wird uns Irena Schauer in unserer Reihe Arbeitsrecht aktuell am Mittwoch, 04. Juni 2014, ab 18 Uhr im Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG zeigen, wie sich „zur Wehr“ gesetzt werden kann und u. a. aktuelle Rechtsprechung des BAG zum Thema darstellen.

ÖTV Logo oetv ÖTV

20 Jahre Rahmenvereinbarung mit der Stadt Erlangen

Am 20.10.1993 hat eine ÖTV (die Gewerkschaft ÖTV war eine Gründungsorganisation von ver.di) Versammlung nach längerer Diskussion beschlossen, der Stadt anzubieten, konstruktiv bei der Verwaltungsreform mitzuarbeiten, wenn im Gegenzug die Stadt vertraglich betriebsbedingte Kündigungen und Rückgruppierungen ausschließt. Zu dieser Zeit fanden etliche Privatisierungsdiskussionen statt, flächendeckend wollte die Stadt eine Metaplan-Aktion durchführen, erste Budgetierungsansätze wurden praktiziert. Die CSU beantragte zu den Haushaltsberatungen eine Personalkostenkürzung um 3,3 Mio. DM, dies entsprach einem Volumen von über 60 Stellen. Es war also eine wilde und bewegte Zeit innerhalb der Stadt. Dieses ÖTV Angebot wurde von Seiten der Stadt zunächst sehr verhalten aufgenommen. Erst als in Nürnberg eine vergleichbare Vereinbarung abgeschlossen wurde, war der damalige OB Dr. Hahlweg und Personalreferent Dr. Schwarzenbach zu Gesprächen bereit. Parallel fanden etliche Gewerkschaftsversammlungen zu diesem Thema und nicht wenige Gespräche mit Stadtratsfraktionen und Einzelstadträte statt. Im April 1994 war die Vereinbarung Gegenstand der Stadtratsberatungen. Insbesondere die CSU tat sich damals schwer eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft abzuschließen, sie wollte nur eine Regelung mit dem Personalrat. Am 27.4.1994 beschloss der Stadtrat mit 24 zu 21 Stimmen die Vereinbarung mit dem Personalrat und den Gewerkschaften abzuschließen. Letzteres war aus ÖTV Sicht deshalb besonders wichtig, denn nur eine Vereinbarung mit den Gewerkschaften sichert einen rechtsverbindlichen und haltbaren Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Nach dem Personalvertretungsgesetz ist strittig ob Personalräte solche Vereinbarungen schließen dürfen. Am 16.5.1994 kam es schließlich zur Unterschrift unter der Rahmenvereinbarung. In den nächsten Infos werden wir noch auf die Bedeutung der geschlossenen Vereinbarung eingehen.

Werner Lutz ad Werner Lutz

Neues von Herrn L.

Neues von Hartz IV

Der Anteil der Langzeitarbeitslosen sinkt. Das stimmt: sie heißen jetzt im Jargon der Fallmanager nur noch „Schleifendreher“, „Statistik-Aussetzer“, „Umschuldos“ und „Qualifizierungskurs-Pausierer“.

Presseberichtigung

Berlin: Der Mindestlohn wurde vom Bundeskabinett nicht - wie gestern irrtümlich berichtigt - GEbilligt, sondern VERbilligt.

Neue Rentenformel

In der Auseinandersetzung um das künftige Rentenalter wurde heute vom Bundestag ein tragfähiger Kompromiss erzielt: Künftig kann jeder mit 63 Jahren gehen, aber die Rente wird erst ab 67 Jahren bezahlt.

Aktualisierung

Berlin: Die Rechtschreibkommission teilt nach ihrer Jahreshauptversammlung mit, dass das Wort „Verteilungsgerechtigkeit“ mit sofortiger Wirkung aus dem deutschen Sprachschatz gestrichen wird. Als Begründung dafür wird angegeben, dass dieser Begriff spätestens mit dem Inkrafttreten des neuen Freihandelsabkommens völlig illusionär und geschichtlich überholt ist.

Janik rh Pecha Kucha Janik

Typisch, kaum ist Janik OB geht nichts mehr

Es ist nicht bekannt wie viele städtische Verwaltungsmitarbeiter sich am 2.5.2014 fröhlich oder ängstlich auf dem Weg zur Arbeit machten. Es war schließlich der erste Arbeitstag des neugewählten Oberbürgermeister Dr. Janik. Auf alle Beschäftigte mit PC-Anschluss, dies sind ja inzwischen sehr sehr viele, wartete jedenfalls eine Überraschung. Die PCs starteten zwar, doch nach dem Einloggen und Erscheinen des Startbildschirms konnten zwar Programme aufgerufen werden aber der Zugriff auf alle gespeicherten Daten wurde verweigert. Damit war der PC nur als Leuchtquelle zu gebrauchen und ein Arbeiten war an vielen Stellen unmöglich. Nach dem Tag der Arbeit wurde eindrucksvoll gezeigt, wie abhängig wir inzwischen vom PC sind. Gut das wir die Anstalt haben, mögen sich einige gedacht haben, Kummerbit wurde ja gerade geschaffen, um die Datensicherheit zu vermeiden und PC-Ausfälle zu verhindern.

Wie gewohnt die städtische Informationspolitik, sie fand nämlich nicht statt. So musste jeder einzeln Ursachenforschung betreiben, die Hotline von Kummerbit gab überlastet keine Antwort und selbstverständlich unterblieb eine flächendeckende Information mittels Telefon an alle Bereiche oder gar durch eine Lautsprecherdurchsage. Ebenso wenig wurde um 10.30 Uhr informiert, dass die PCs wieder gehen. Warum auch, ist doch ein schönes Gefühl wenn noch Stunden später viele Beschäftigte im Glauben blieben ihr PC geht nicht.

Hinsichtlich der Ursache des PC-Ausfalls war schon um 9:13 Uhr auf Facebook zu lesen, „Ich vermute, dass sich Florian Janik heute mit seinem neuen OB Passwort mit ganz vielen Rechten erstmals eingeloggt hat und dabei das System zerschossen hat, weil das Fingerprint Sicherheitssystem noch auf Siggi B. geeicht war. Trost: Meinereiner ist heute auch nicht vorhanden im Stadtsystem.“

Über Facebook kam um 11.34 Uhr auch die Info „Seit 11 Uhr gibt es nicht nur Roland H. wieder im städtischen Netz, sondern alle Stadtmitarbeiter können auch wieder arbeiten. Danke an Florian Janik, dass er das mit dem Fingerprintsystem so schnell in Ordnung gebracht hat.“

Ach ja, die erste Mail unseres neuen Chefs und Oberbürgermeister kam somit nicht gleich früh an, sondern wurde „erst“ um 13:48 Uhr am 2.5.2014 verschickt. Zu dieser Zeit wussten aber viele noch gar nicht, dass die PCs wieder gehen.

Damit aber nicht genug, im Dienstgebäude Schuhstr. 40 wurde die Schließanlage kurz vor 14.00 Uhr aktiviert und der Haupteingang war nicht mehr benutzbar. Wenn dies als Akt der Freundlichkeit gegenüber den Beschäftigten geplant war, dann ging dies voll daneben. Schließlich wollen wir am Freitag zu dieser Zeit nur noch raus und nicht rein!

Resonanz im Internet

Wir bekommen wöchentlich eine Auswertung wie unsere Internetseiten (www.erlangen.verdi.de) genutzt werden. In der Woche vom 7. bis 13.4.2014 verzeichneten wir Besuche u.a. aus:

  • Cana Verde, Minas Gerais, Brasilien
  • Rio De Janeiro, Rio de Janeiro, Brasilien
  • Riyadh, Ar Riyad, Saudi Arabien
  • Santarcangelo, Emilia-Romagna, Italien und
  • Schwabach, Bayern, Deutschland.

Wir sind also richtig international verbreitet, unsere Marke „ver.di Info“ ist weltweit positioniert.

Rätsel rh Rätsel

Auflösung und neues Rätsel

Letztes Mal fragten wir, wo steht das Haus? Zugegeben es war kein einfaches Rätsel, aber gar keine richtige Lösung enttäuscht uns schon. Das Haus steht in Weipoldshausen. Weipoldshausen ist bekanntlich ein Gemeindeteil von Üchtelhausen in Unterfranken. Das auf 313 Höhenmetern liegende Dorf wurde erstmals im Jahre 1313 urkundlich erwähnt. Topografisch liegt der Ort in einem Tal, umfasst von Feldern und großen Waldflächen.  Das neue Rätsel ist deshalb wieder einfacher. Wo wurde diese sehr konstruktive Lösung gegen die berüchtigten Fahrrad-Wildparker in Erlangen installiert?

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 6/2014 - Die Guten verhandeln gut

Über 300.000 Beschäftigte haben in Warnstreiks kräftig Druck für einen guten Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst gemacht. Das ist nicht nur gut die öffentlich Beschäftigten, sondern für die ganze Wirtschaft.

  • Ikea-Steuertricks

In einem 30-seitigen Dossier werden von attac die IKEA-Steuertricks dokumentiert.

  • WM Planer

Zur anstehenden Fußball Weltmeisterschaft (das erste Spiel ist am 12.6.2014) hat ver.di einen richtig bunten WM Planer herausgegeben.

  • Setlist vom 16.5.2014

Unsere Grillfestband „Pickup Project“ spielt dieses Jahr zum 10. Mal beim Grillfest. Ihr erster Song wird „Waterloo Sunset“ sein, gefolgt von „Free Electric Band“. Wer sich auf alle Lieder vorbereiten möchte kann die Setlist anfordern. Es gilt aber die am 16.5. gespielte Musik!

maiplakette rh Plakette 2014

Letzte Chance Maiplaketten

Wir bieten eine Sonderdienstleistung an, gegen Zusendung von 1 Euro können wir noch einzelne Maiplaketten zusenden. Diese deutschlandweit einmalige Gelegenheit, in vielen Orten ist der Plakettenverkauf beendet, gilt solange wir noch Restplaketten haben.

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Beamtenbesoldung: Gleich ist nicht gleich

‎Von Berlin bis Bayern, von Mecklenburg-Vorpommern bis Rheinland-Pfalz – Beamtinnen und Beamte leisten als Lehrerinnen, Polizisten oder Straßenmeisterinnen überall den gleichen Dienst. Doch die Bezahlung ist von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Wie weit die Einkommen je nach Dienstherr auseinanderklaffen, zeigt der DGB-Besoldungsreport.

http://www.dgb.de/-/zxw

In der Besoldungsgruppe A 9 beträgt die Jahresbruttobesoldung 2014 in Berlin 34.784,97 Euro und in Bayern 39.633,89 Euro. Der Unterschied beläuft sich auf 4.848,92 Euro, das sind monatlich über 400 Euro!

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Die Vereinbarung zwischen SPD, Grüne Liste und FDP zur Zusammenarbeit im Erlanger Stadtrat kann im Internet unter folgender Adresse abgerufen werden:

http://spd-erlangen.de/blog/grosse-mehrheit-fuer-die-ampel/

Affekte Meiro Koizumis rh Affekte Meiro Koizumis

Culdur

„Affekte“ – die gesellschaftspolitischen Wirkungen von Emotionen - interessante Ausstellung im Kunstpalais

Öffentlich gezeigte Emotionen sind wichtig um gesellschaftliche Veränderungen zu erreichen. Dies zeigen die aktuellen wütenden Auseinandersetzungen in der Ukraine oder die türkischen Proteste gegen das Erdogan Regime. Es betrifft uns aber auch als Gewerkschaft, wenn man beispielsweise an Streikaktionen denkt. Die Bilder von kampfbereiten Belegschaften entfalten gesellschaftliche Wirkungen. In der aktuellen Ausstellung im Kunstpalais am Marktplatz wird dies durch 11 hochkarätige Künstler gezeigt. Verzweiflung, Aufbegehren. Wut, Trauer, Gewalt sind die Themen der Künstler. Mit Ausnahme einer Fotoserie sind es ausschließlich Videoarbeiten. Eigentlich schade, denn gerade „Affekte“ bieten sich an, durch die unterschiedlichsten künstlerischen Medien dargestellt zu werden.

Affekte Bill Viola rh Affekte Bill Viola

Damit würden auch die Räume des Kunstpalais besser genutzt und auch zur Geltung kommen. Halil Altindere (Türkei) zeigt in seinen Videoszenen junge Männer die sich in der Istanbuler Altstadt (die Gegend innerhalb der alten Stadtmauer, nicht das touristische Zentrum) gegen den Abriss der alten Häuser und damit die Gentrifizierung (Strukturwandel um den Zuzug wohlhabender Menschen zu fördern) gewaltsam auflehnen. Meiro Koizumis „Portrait of a Young Samurai“ zeigt eine sehr beeindruckende Abschiedsrede, dargestellt von einen Schauspieler vor dem Selbstmord. Eher spielerisch oder albern ist das digitale Steinewerfen gegen Hass-Seiten im Internet von Tomoya Watanabe. Die Ausstellungen ist bis 8. Juni 2014, Di.–So. 10–18 Uhr besuchbar.

Eläkeläiset rh Eläkeläiset I

CULDUR - Konzertbericht

ELÄKELÄISET

11.04.2014 ERLANGEN – E-WERK-CLUBBÜHNE

Es war ein ziemlich glückliches Timing, dass der E-Werk Besuch von Eläkeläiset im April 2014, seit 2011 kommen sie jährlich in diesen Monat nach Erlangen, genau auf den Beginn der Osterferien fiel. So war die Clubbühne prall gefüllt. Von Jahr zu Jahr vergrößert sich offensichtlich die Zahl der Humppa-Fans. Die fünf Finnen legten pünktlich mit viel Spielfreude los. Auffällig, sie konsumieren deutlich weniger Alkohol während des Konzertes. Kristian Voutilainen an der Schießbude hatte gar 6 Mineralwasserflaschen als Getränkevorrat neben sich aufgebaut. Vermutlich deswegen war es über die 105 Minuten hinweg ein sehr schwungvolles Konzert. Wie immer coverten sie quer durch alle Musikstile zahlreiche Songs. Launig wurden alle Songs brav angesagt. Leider war immer nur der erste Teil der Ansage, häufig Englisch-Deutsch gemischt, verständlich, wie "Let`s go back to strahlende Lieders". Im Gegensatz zu den dann folgenden Songtitel, die jeweils schnell auf Finnisch genuschelt wurden. So musste wie immer gerätselt werden welcher Originalsong die Grundlage für beispielsweise "Humppa veresa", war.

Eläkeläiset rh Eläkeläiset II

Die Ratefüchse blieben aber in der Minderheit, die Masse tanzte lieber begeistert zu den schmissigen Polkas. Dazwischen mussten immer wieder auf Aufforderung der Band „Hands up“ und manchmal „Hände hoch“ diese gereckt werden. Gegen Ende kam es sogar zu Stagediving und ein schwarzer BH flog auf die Bühne. Dieser zierte als krönenden Abschluss den ansonsten nackten Oberkörper von Gitarristen Petteri Halonen bei den drei, mit Humpparufen vom Publikum sehnsüchtig herbeigerufenen Zugaben. Einziger Kritikpunkt, mein Lieblingssong „Hump“ das Van Halen Cover „Jump“ fehlte auf der Setlist.

CULDUR - Literatur

MEHR ZEIT MIT HORST

INGEBORG SELTMANN

ROMAN

ROWOHLT VERLAG, 303 SEITEN; ISBN 978-3-499-90607-7

Mehr Zeit mit Horst ist ein leicht zu lesendes Buch. Die Geschichten sind witzig, leicht ironisch und mit einer Brise schwarzen Humor formuliert. Wer die Kolumne „Heldin des Alltags“ von Anette Röckl in der Samstagsausgabe der Nürnberger Nachrichten mag, wird das Buch verschlingen.

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Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der bald 60 werdenden Buchhändlerin Gaby König. Ihr Mann ist Lehrer und geht in 190 Tagen mit Beginn der Sommerferien in Pension. Beide planen den kommenden Lebensabschnitt. Leider jeweils sehr unterschiedlich. Die Familienidylle auch mit ihren drei erwachsenen Kindern ist schnell vorbei. Was fängt man gemeinsam an, wenn Mann und Frau länger als im Urlaub zusammen sind? Das gewohnte Leben mit Kindern, Freundinnen und Freunde muss umgestaltet werden und auch noch mit fast 60 warten Herausforderungen im Job als Buchhändlerin. Dazu kommen eheliche, unterstützt durch blaue Pillen für Horst und außereheliche sexuelle Abenteuer und Erlebnisse. „Mehr Zeit mit Horst“ handelt von den typischen Beziehungsproblemen der gut abgesicherten, finanziell unabhängigen Mittelschicht. In vielen Episoden können jüngere Leser sicherlich die eigenen Eltern oder Großeltern erkennen. Allerdings bleibt das Buch auch an der Oberfläche, tiefer gehende Probleme bleiben ausgeblendet und der Leser hat immer das Gefühl, es wendet sich alles wieder zum Guten. Die Autorin Ingeborg Seltmann ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, vermutlich hat sie auch einige persönliche Erlebnisse verarbeitet. Sie ist seit vielen Jahren als Museumspädagogin im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg beschäftigt. Ingeborg Seltmann hat unter dem Pseudonym Ines Schäfer mehrere Erlanger Stadtkrimis verfasst.

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