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verdi-Info Nr. 2/2015

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Info Nr. 2/2015 36. Jahrgang (noch wird nicht gestreikt) vom 27. Februar 2015

Inhalt:

  • Pro StUB abstimmen
  • Sozial- und Erziehungsdienst aufwerten – Presseerklärungen zum 1. Verhandlungstermin
  • Betriebsgruppe und weitere Termine
  • Bundesfachgruppenkonferenz Allgemeine Kommunalverwaltung
  • Beamtenbesoldungsrunde 2015
  • Kurz & knackig (u.a. attraktiver Betriebssport, Bilderrätsel, Verwaltungslyrik, Neues von Herrn L., Nachlese, Vorbild Dr. Janik?, anfordern, surfen 156, Dialegtbeaufdragdn Nord, Aktic-Card Culdur mit Konzertbericht Django 3000 und Deine Lakeien)

An alle Kolleginnen und Kollegen die im Landkreis Erlangen-Höchstadt wohnen

Bürgerentscheid am Sonntag, 19. April ab 08:00 im Wahllokal nutzen und für die Stadt-Umland-Bahn (StUB) stimmen!

Die Freien Wähler ERH wollen die StUB zu Fall bringen. Aus Beschäftigtensicht ist die StUB eines der wichtigsten Zukunftsprojekte der Stadt Erlangen und des Landkreises. Die Verkehrssituation in Erlangen ist am Limit.

 

allianz pro StUB allianz pro StUB StUB

Zusätzlicher Verkehr kann nicht mehr bewältigt werden. Dies beweisen Staus auf der Autobahn oder Wochen und Monate wo wegen Bauarbeiten einzelne Straßen nicht zur Verfügung stehen. Wir appellieren an alle Landkreisbewohner mittels des Entscheids am 19.4. die weiteren Planungen für die StUB nicht zu beenden. Im folgenden einige Argumente pro StUB (Quellen: Facebookbeitrag des Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker vom 27.11.2014 und Internetseite der Erlanger Piraten)

1. Die StUB nutzt dem gesamten Landkreis. Ebenso existenziell wichtig wie ein ICE-Halt in Erlangen und ebenso wie ein Flughafen in Nürnberg für die Unternehmen und die Bevölkerung im Landkreis ist es auch der Eintritt in eine neue, zusätzliche Verkehrsinfrastruktur wie die StUB.

2. Ein alternatives Bussystem ist – entgegen der Aussagen der Freien Wähler – sehr wohl eingehend geprüft worden. Entweder wissen sie dies tatsächlich nicht, oder ignorieren es bewusst. Es ist aber alles in Gutachten unter www.vgn.de dokumentiert und für jeden nachlesbar.
Man darf auch nicht vergessen, dass jede Lösung, die man anstrebt, ein eigenes, neues Wegesystem benötigt. Selbst ein umfassendes Bussystem wäre darauf angewiesen, sonst stände der Bus ebenso im Stau.

3. Ein Nahverkehrssystem, dass Busse beinhaltet, die mit Erdgas oder Diesel fahren, ist in 30 Jahren vielleicht etwas, was man nur noch aus dem Museum oder dem Geschichtsunterricht kennt, nicht aber aus dem Alltag. Die StUB kann mehr Leute befördern als ein Bus. Sie ist auf der Strecke der jetzigen Linie 30 mittlerweile notwendig, weil die Flut an Fahrgästen anders nicht bewältigt werden kann.

4. Die StUB wäre schneller, aufgrund ihrer Trassierung. Dies wäre vor allem ein Gewinn für Teile des Stadtwestens, die zurzeit große Umwege fahren müssen. Mit der StUB zu fahren, wäre angenehmer als mit dem Bus, weil eine Straßenbahn einfach ein ruhigeres Fahrgefühl hätte als ein Bus, der durch Schlaglöcher fährt oder dergleichen.

5. Die StUB würde mit Fahrzeugen verkehren, die den Fahrgästen einfach sympatischer wären.

6. Die StUB würde im Winter nicht dieselben Probleme wie das Busnetz bekommen – zum Beispiel müssen Busse bei Glatteis langsamer fahren, womit sie zur Verspätung prädestiniert wären. Die Stub müsste das nicht, sie könnte im Winter nach dem gleichen Fahrplan verkehren wie im Sommer, was ein Bus in einem Winter mit viel Schnee und Eis (wie z.B. 2010/2011) praktisch nicht könnte.

Stadt-Umlandbahn in Betrieb am Erlanger Hugo rh Stadt-Umlandbahn in Betrieb am Erlanger Hugo

7. Nur eine StUB-Planung in Ausführungsschärfe kann eine genauere Kostenberechnung ergeben. Genau dies soll der geplante Zweckverband ermitteln. Hat der Vorstoß der Freien Wähler Erfolg kommt es gerade dazu nicht. Ein Bürgerentscheid zum jetzigen Zeitpunkt würde alle guten Abstimmungen zwischen den Kommunen ERH/ER/N stoppen und die Gründung eines Zweckverbands und die Planung, die für die Kostenberechnung zentral wichtig ist, verhindern bzw. verschleppen.

8. Der Eigenanteil von ERH/ER/N am Fahrweg der StUB beträgt 91,56 Mio. EUR. Der Anteil des Landkreises ERH daran beträgt 21,42 Mio. EUR. Davon stellt die Stadt Herzogenaurach als direkten Zuschuss 7,31 Mio. EUR zusätzlich zur Verfügung (verzinst mit 2,2 % p.a.). Der restliche Anteil von 14,11 Mio. EUR wird dem Baufortschritt entsprechend schrittweise vom Landkreis aufgebracht. Zum Vergleich: In das Kreiskrankenhaus Höchstadt werden jetzt ca. 18 Mio. EUR investiert, in ein neues Landratsamt rd. 39 Mio. EUR.

9. Ein Weg zu einer StUB, die eines Tages auch über das jetzt geplante Gebiet hinaus geht, kann zwingend nur über die Schaffung des jetzigen „Kerns“ stattfinden. Dies ist alternativlos, was alle Gutachten und Kosten/Nutzen-Rechnungen der letzten Jahre eindeutig ergeben haben. Wer jemals eine Stadt-Umland-Bahn bis Eckental oder gar bis Höchstadt möchte, muss jetzt die nächsten beiden Schritte „Gründung eines Zweckverbands“ und „Planung“ mitgehen.

10. Selbst wenn man der Meinung ist, dass die Kosten für Investition und Betrieb noch zu hoch sind und Förderquoten noch steigen sollten, spricht im Augenblick nichts gegen die nächsten Schritte zur Gründung eines Zweckverbands und die Planung.

11. Herzogenaurach macht gut 17% der Kreisbevölkerung aus, zahlt aber im Durchschnitt rund ein Drittel der Kreisumlage alleine. Das ist Folge des Prinzips einer Solidargemeinschaft, dass der Stärkere die nicht so Starken unterstützt. Und es ist gut so! Dies darf nicht in Frage gestellt werden! Nicht von finanzstärkeren, aber auch nicht von finanzschwächeren Kommunen. Andererseits wird es auf den Kopf gestellt, wenn wenige schwächere die Finanzstärke anderer dauernd und gerne in Anspruch nehmen, und dann auch noch die weitere Entwicklung des starken Partners schwächen wollen, wovon der gesamte Landkreis dauerhaft profitiert. Der jetzige Versuch der Verhinderung der StUB-Planung ist bereits dies, nämlich der Versuch der Schwächung des finanzstärkeren und damit aber des Landkreises ERH in seiner Gänze!

Filosofen Das Spiel der Engländer war mit Sicherheit zu langsam, was mit Sicherheit am Tempo gelegen hat.

Kalle Riedle
Aufwerten Jetzt! ver.di Aufwerten Jetzt!

Aufwertung Sozial- und Erziehungsdienst

Kurz vor Redaktionsschluss fanden am 25.2.2015 die ersten Tarifverhandlungen statt. Wie weit die jeweiligen Positionen auseinanderliegen zeigen die Presseerklärungen von ver.di und des Arbeitgeberverbandes. Wir dokumentieren beide. Für die nächsten Verhandlungsrunden sind Aktionen angesagt.

 

Ver.di: Der Auftakt der Tarifverhandlungen zur Aufwertung der Sozial- und Er-ziehungsberufe ist heute in Hannover ohne Ergebnis geblieben. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale, die für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würden. „Die Anforderungen an die Beschäftigten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Sie leisten die Arbeit pädagogischer Fachkräfte und müssen auch entsprechend bezahlt werden“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske.

Die Arbeitgeber betonten zwar in den Verhandlungen ebenfalls die gesellschaftliche Bedeutung der Sozial- und Erziehungsberufe, sehen aber keine Notwendigkeit zur besseren finanziellen Bewertung dieser Tätigkeiten.

Nach Auffassung von ver.di ist eine deutliche Aufwertung und die damit verbundene Einkommensverbesserung aber auch nötig, weil vielen der Beschäftigten – davon weit überwiegend Frauen – nur Teilzeitverträge angeboten werden. Insgesamt haben bundesweit nur 40 Prozent der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst eine Vollzeitstelle, im Osten sogar nur 25 Prozent. „Das ist der Zwang zum Zweitjob“, betonte Bsirske.

Zum kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst gehören unter anderem Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung, Kinderpflegerinnen sowie Heilpädagogen. ver.di bekräftigt die Forderungen nach einer nachhaltigen Aufwertung von Berufen im Sozial- und Erziehungsdienst. Die Arbeit mit und für Menschen habe endlich mehr Anerkennung verdient. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern.

warten auf die Demo vom Bauhof sk warten auf die Demo vom Bauhof

Vereinigung der kommunalen Arbeitgebervrbände: Forderungen unrealistisch, Arbeitgeber aber weiter gesprächsbereit / Nächster Verhandlungstermin am 23. März 2015

Hannover. Zum Auftakt der heutigen Tarifverhandlungen in Hannover haben die Arbeitgeber die Bedeutung und die Qualität der Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gewürdigt.

„Die Wertschätzung für diese Berufsgruppe zeigt sich bereits im jetzigen Tarifrecht“, so VKA-Geschäftsführer Hartmut Matiaske. „Erzieherinnen und Erzieher erhalten nach dem TVöD hö-here Gehälter als andere Berufsgruppen im öffentlichen Dienst mit vergleichbarer Ausbildung.“ 2009 haben die Tarifparteien eine gesonderte Gehaltstabelle für den Sozial- und Erziehungs-dienst vereinbart. Das Tabellenentgelt in der am häufigsten besetzten Entgeltgruppe – Erzieherinnen und Erzieher (EG S 6, Stufe 6) – ist seit 2009 um 33 Prozent auf ein Monatsgehalt von 3.289 Euro ab März 2015 gestiegen. Nach den Forderungen der Gewerkschaften sollen es künftig knapp 4.000 Euro sein.

„Die Forderungen halten wir für vollkommen unrealistisch“, so Matiaske. „Wir sind aber weiter gesprächsbereit.“

In den Verhandlungen geht es nicht um die Gehaltstabelle, sondern um die Eingruppierung – also die Zuordnung von Tätigkeiten zu Entgeltgruppen. Arbeitgeber und Gewerkschaften ver-handeln derzeit das Eingruppierungsrecht für alle rund zwei Millionen Beschäftigten der Kommunen, für die der Tarifvertrag TVöD gilt.

Die nächsten Verhandlungen finden am 23. März 2015 (Münster) und am 9. April 2015 (Ort noch offen) statt.

MITMACHEN

11. März ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2015 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 11. März, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40.

 

Ver.di Veranstaltungen – Termine

„Neues aus dem Arbeits- und Sozialrecht“ am Mittwoch, 11. März 2015, ab 18 Uhr, Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG.

Zeit zu leben – Zeit zu arbeiten, Zeit – dass sich was dreht… am Donnerstag, 12. März 2015, um 18 Uhr, Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG.

Über Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, eine angemessene Work-Life-Balance usw. wollen wir informieren und mit Euch diskutieren mit der Referentin Sybille Stamm, em. ver.di Landesbezirksleiterin Baden-Württemberg

„Von der Geburtsstunde der Gewerkschaften bis zum 1. Weltkrieg“ am Samstag, 21. März 2015, von 10 bis 16 Uhr, im Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG, mit Wolfgang Veiglhuber, DGB-Bildungswerk Bayern, Ingrid Pälloth, ver.di Bezirk Mittelfranken

AKV Klammer AKV AKV Klammer

Organisationswahlen Bundesfachgruppenkonferenz Allgemeine Kommunalverwaltung (AKV)

Am 23. und 24.2.2015 fand die bundesweite Konferenz der Fachgruppe Allgemeine Kommunalverwaltung statt. Die Fachgruppe ist mit über 150.000 Mitgliedern im Gemeindebereich die mit Abstand größte Fachgruppe. Weitere Fachgruppen sind in ver.di die Feuerwehr, Schulen, Gartenbau und Friedhöfe und Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe. Die Fachgruppen sind insbesondere für die berufsfachliche und inhaltliche berufsbezogene Arbeit zuständig. Nach der ver.di Satzung nehmen sie „die Aufgaben der fachbezogenen mitglieder- und betriebsnahen Interessenvertretung wahr“. Die 150.000 Mitglieder der Fachgruppe AKV wurden bei der Konferenz in Berlin von 90 Delegierten, davon 48 gemäß der verbindlichen ver.di Frauenquote, vertreten.

Tätigkeitsbericht

Im Tätigkeitsbericht wurde deutlich, wie die berufsfachliche Arbeit organisiert ist. Ziel ist, einen regelmäßigen Informationsaustausch und eine Vernetzung der unterschiedlichsten Berufsgruppen zu erreichen. In Arbeitsgruppen wurden bundesweit folgende inhaltliche Themen bearbeitet: eAkte, Personalentwicklung, Tariffragen, Entgeltordnung und die berufliche Bildung. Dazu kommen berufsgruppenbezogene Arbeitsgruppen für die Reinigungsdienste, Bäderbeschäftigte, Ordnungsdienste, Straßendienste und Standesamt. Über etliche Berufsfachtagungen wurde eine bundesweite Vernetzung erreicht.

Allgemeine Kommunalverwaltung AKV Allgemeine Kommunalverwaltung

Gebäudereinigung

Die Sprecherin der AG Reinigungsdienste Beatrix Kube berichtete, dass etliche Kommunen die privatisierten Reinigungsdienste wieder rekommunalisieren. Wenn die fachgerechte Reinigung und die Qualität eine Rolle spielt, gewinnen kommunale Reinigungskräfte jeden Vergleich mit privaten Anbietern. Die Themen Hygiene, Werterhaltung und Nachhaltigkeit sind weitere starke Argumente für kommunale Reinigungskräfte.

Perspektiven der Gewerkschaftsarbeit in kommunalen Verwaltungen

Zu diesem sperrigen Titel referierte Prof. Dr. Klaus Dörre von der Friedrich Schiller Universität Jena. Er zeigte auf, dass die Gewerkschaften zurzeit wieder Rückenwind haben, dies aber kein Selbstläufer ist. Sondern die Gewerkschaften müssen ihre Möglichkeiten intelligent nutzen. Seit den 70er Jahren „findet eine Landnahme des Sozialen statt“. In diesem Zusammenhang wurden und werden viele kommunale Dienste als Geschäftsfelder entdeckt und es läuft eine ständige Privatisierungsdiskussion. Parallel hat die Ungleichheit massiv zugenommen.

Prof. Dr. und Kollege Klaus Dörre rh Prof. Dr. und Kollege Klaus Dörre

Die Reichen werden immer reicher und schaffen mit ihrer Lobbymacht, dass sich selbst nach den letzten Finanzkrisen an der starken Umverteilung von unten nach oben nichts ändert. Dieser immense Reichtum einiger weniger ist auch Ursache für die Wirtschaftskrisen. Schließlich wird für das Geldvermögen Anlagemöglichkeiten und zwar meist hochspekulative gesucht. Der Reichtumsanstieg einerseits hat auf der anderen Seite die starke Ausweitung prekärer, ungesicherter Beschäftigungsverhältnisse und massive Einnahmeverluste der öffentlichen Kassen zur Folge. So wird die Bereitstellung qualitativ guter, gut funktionierender kommunaler Dienste immer schwerer. Dies gefährdet die Demokratie. Gewerkschaftlich gilt es die Organisationsmacht und Konfliktfähigkeit zu stärken. Die Punkte Mitgliederorientierung, Mitgliederbeteiligung, Ausbau der Konfliktfähigkeit, Abbau und Beseitigung prekärer Arbeit, Einsatz für gute kommunale Dienste im Pflege- und Erziehungsbereich sind dabei entscheidend. Gerade für den Pflege- und Erziehungsbereich muss es gesellschaftlich gelingen, dass die hohen Exportüberschüsse in diese Bereiche umverteilt werden. Für die Zukunft ist eine andere Steuerpolitik, die die Einnahmen der Kommunen deutlich stärkt und verbessert, überfällig. In der Diskussion ging Dörre auf die anstehende Auseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst ein. Die schlechten Arbeitsbedingungen verletzt das Berufsethos der Erzieherinnen. Schlechte Arbeitsbedingungen werden so zu einer gewerkschaftlichen Machtressource. Er hofft, dass eine erfolgreiche Aufwertung ein generelles Aufbruch Signal für andere unterbewertete Frauenberufe wird.

Ein Delegierter aus Franken rh Ein Delegierter aus Franken

Aktuelle Tarifpolitik

Hierzu sprach das ver.di Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp. Er ist zuversichtlich, dass 2016 bei den Kommunen endlich eine Entgeltordnung kommt. Für ihn ist der Sozial- und Erziehungsbereich der Versuch deutliche Verbesserungen im Flächentarifvertrag zu erreichen. Dafür müssen Bund und Länder den Kommunen und freien Trägern mehr Mittel zur Verfügung stellen. Statt einseitiger Arbeitsmarktzulagen nach Arbeitgebergusto will ver.di über Eingruppierungstarifverträge die Lohndifferenzierungen gestalten. Zu den aktuellen Überlegungen öffentliche Investitionen durch Private finanzieren zu lassen (PPP- bzw. ÖPP- Projekte) sagte er wörtlich, „Bekloppte gibt es immer“ und verwies darauf, wie viele Gelder durch solche Projekte in den Sand gesetzt wurden. Klaus Dörre ergänzte, dass es angesichts historisch niedriger Kreditzinsen überhaupt keinen Grund gibt, hier weitere teuer zu bezahlende Anlagefelder für private Vermögen zu schaffen.

Anträge

Zum Schluss wurde über Anträge künftige Themen, Schwerpunkte und tarifliche Forderungen festgelegt.

 

Tarifrunde Länder und Beamtenbesoldungsrunde

Auch hier kommen die Verhandlungen kaum voran. Die Arbeitgebervertreter fordern von ver.di von den Forderungen (u.a. plus 5,5 % Lohn- und Gehalt) „deutlich abzurüsten“. Auch hier sind die Betroffenen gefordert für ihre Interessen einzutreten. Für 13.3.2015 sind eventuell Aktionen in Erlangen geplant.

 

Betriebssport rh Betriebssport

So attraktiv kann Betriebssport sein

Andere Arbeitgeber sind da viel weiter als die Stadt Erlangen. Diese hat zwar einen Raum für Bewegung angemietet und „feierlich“ eingeweiht, wir berichteten im letzten Info, aber von Beschäftigten so richtig genutzt wird er bisher nicht. Dies liegt natürlich an den Angeboten, wer sucht schon gern im Beisein der Kolleginnen und Kollegen seine Körpermitte oder den Bauchnabel? Andere Arbeitgeber sind da deutlich besser, wie das Foto mit dem Angebot der Stadtwerke Nürnberg beweist. Bei so einem Angebot würden sogar unsere Personalräte am Betriebssport teilnehmen!

Neues von Herrn L.

Unwort

Wahr ist, daß mit der Wahl des Begriffes „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres der Eindruck entsteht, daß es in Deutschland keine Lügen der Presse gibt. – Das ist unwahr.

Sammelleidenschaften

Die CSU macht sich dafür stark, in Deutschland wieder die Vorratsdatenspeicherung

einzuführen. Das ist völlig überflüssig, sowohl Kosten als auch Aufwand dafür können eingespart werden. Der NSA speichert bekanntlich deutsche Datenvorräte schon viel länger, wie es das Wort Vorratsdatenspeicherung gibt.

Nachlese

Zum Beitrag „Ein Schwimmer sucht den Mittelpunkt“ erhielten wir einige positive Reaktionen. Eine möchten wir exemplarisch hier veröffentlichen.

Den Artikel "Ein Schwimmer sucht den Mittelpunkt" finde ich außerordentlich gelungen. Besonders die unterwürfige Art, in der die Autorinnen die Rolle ihres Vorsitzenden beschreiben, ist zu loben.

"Ob er wollte oder nicht, der Gruppendruck war immens und Roland Hornauer machte erstmals in seinen beschaulichen Leben YOGA-, PILATES- und TAI CHI-Übungen mit. Rolands Finger kreiste umher, er suchte seinen Nabel. Der Mittelpunkt wurde für die Aktivierung des Powerhauses gebraucht. Eigentlich ist so ein Nabel nicht schwer zu finden, bei so manchen Bauchumfang, dachte ich mir." In Ungarn hätte dieser Text nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

Vorbildlich
Urlaub des Oberbürgermeisters Dr. Janik

Am 10.2.2015 gab es wieder das beliebte Mail an alle Kolleginnen und Kollegen mit dem folgenden Inhalt: „Liebe Kolleginnen und Kollegen, Oberbürgermeister Dr. Janik befindet sich im Urlaub vom 19.02.2015 – 22.02.2015! Seine Vertretung übernimmt in dieser Zeit Bürgermeisterin Frau Lender-Cassens.“ Oberbürgermeister Dr. Janik setzt damit den schönen Brauch seines Vorgängers fort alle über seinen Urlaub zu informieren. Was neu ist, Dr. Janik nimmt vier Tage Urlaub für den Zeitraum Donnerstag bis Sonntag. Hoffentlich gilt diese Neuerung nur für ihn! Wer noch wissen möchte wo unser OB seinen Sonntagsurlaub verbringt muss sich nur mit ihm bei Facebook befreunden. Ob er aber noch Freundschaftsanfragen städtischer Beschäftigter annimmt, wissen wir aktuell nicht.

Original Sack Reis rh Original Sack Reis

Auflösung und neues Rätsel

Wir fragten, wo befindet sich die Sammelstelle für defekte Uhren in der Stadtverwaltung und erhielten aus dem Bildungsbüro – woher sonst? – folgende Antwort.

„Die Sammelstelle für defekte Uhren befindet sich bei uns im Museumswinkel im 1. Stock im Technikraum/ Referat für Bildung, Kultur und Jugend. Meine Kollegin hat dort die alten Uhren gesammelt, nachdem offenbar ein relativ zeitgleiches Uhrensterben eingesetzt hat. Sie ist es übrigens auch, die die Vögel aus der Nachbarschaft mit Futter versorgt und das mit großer Hingabe! Für mich ist es allerdings ein Rätsel, wer wann dieses Bild gemacht hat… Die Spiegelung in der einen Uhr erweist sich als wenig hilfreich.“

Natürlich haben wir geantwortet:

„Liebe Kollegin,

da sind Sie kaum im Museumswinkel und lösen gleich das Rätsel. Der Preis ist unterwegs. Das Foto hat uns eine Kollegin zugeleitet, die das Lager eher zufällig gefunden hat. Uns war schon seit Längerem klar, dass im Ref. IV, Kultur, Jugend und Freizeit hieß es früher, die Uhren anders gehen. Dass die Uhren dabei kaputt gehen, war uns aber neu.“

Damit es nicht so einfach wird, fragen wir  dieses Mal, wo ist der abgebildete Sack Reis denn umgefallen? Wir wollen die Stadt wissen, jede richtige Einsendung wird mit einen edlen schwarzen ver.di Bleistift honoriert, wer sogar die Straße weiß bekommt einen ver.di USB-Stick.

 

FÜR FEINSCHMECKER

Verwaltungslyrik (XI)

Wir erhielten Hinweise, dass nicht nur bei der Stadt Erlangen die Freunde der gepflegten Verwaltungslyrik bedient werden, sondern auch außerhalb dieser hochgeistigen Verwaltung Unverständliches formuliert und veröffentlicht wird. Gerade ver.di zeichnet sich durch eine Vielzahl solcher Beispiele aus. Wir erweitern deshalb diese Rubrik um nichtstädtische Beispiele. Deshalb zitieren wir in diesem Info aus dem neugeschaffenen Newsletter für Ehrenamtliche Kolleginnen und Kollegen des ver.di-Landesbezirks Bayern, Ausgabe 01/2015. Dort steht gleich zu Beginn:

„Die Projektgesamtkoordination hat in ihrer Sitzung am 10. Februar 2015 entschieden, den Pilotstart für beide Landesbezirke zu verschieben.

Aus diesen Gründen hat die Projektgesamtkoordination in ihrer Sitzung am 10. Februar 2015 entschieden, den Pilotstart für beide Landesbezirke zu verschieben.

Beide Pilotlandesbezirke sollen erst im Herbst mit der Pilotierung des 3-stufigen Beratungsmodells starten. Die genauen Termine werden noch festgelegt.“

Versteht jemand was der Autor den Gewerkschaftsmitgliedern sagen will? Ver.di zeichnet sich aus bei internen Projekten sonst ungebräuchliche Formulierungen zu verwenden. Die direkt am Projekt Beteiligten unterstreichen mit dieser ungewöhnlichen Sprache ihre Wichtigkeit und Bedeutung. Sie übersehen aber, dass diese Sprache damit alle nicht direkt in das Projektgeschehen einbezogene Mitglieder ausschließt. Schön doof, oder wie das weitere Beispiel aus dem Newsletter zeigt.

„Der Evaluationsprozess wird mittels verschiedener Methoden durchgeführt, die immer jeweils rechtzeitig vorher angekündigt werden.“

Wer weitere Beispiele selber finden möchte kann den Newsletter bei uns anfordern.

 

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DGB-Broschüren zum Mindestlohn

1. Mindestlöhne umsetzen und Kontrollen verstärken

Mit Vorschlägen für notwendige Gesetzesänderungen und für verbesserte Kontrollen - von der Arbeitszeiterfassung bis zur Zusammenarbeit der Behörden. Download unter: www.dgb.de/-/eEy

2. Rechtsbroschüre zum Mindestlohngesetz

Die Broschüre enthält den kompletten Text des Mindestlohngesetzes und behandelt in vier Kapiteln: den Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn, die Zahlung des Mindestlohns, die Melde- und Dokumentationspflichten des Arbeitgebers, Ausnahmen und Sonderregelungen. Download unter: www.dgb.de/-/eBU

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 3/2015 - Mindestlohn-Schwarzarbeit?

Dass der Mindestlohn zu mehr Schwarzarbeit führen soll, ist genauso aus der Luft gegriffen wie die Katastrophenwarnungen vor mehr Arbeitslosen. Höhere Löhne und bessere Kontrollen durch den Mindestlohn sind der beste Weg Schwarzarbeit zu verhindern.

  • ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 4/2015 - Armutsquote auf Rekordstand

Nie war das Risiko arm zu sein so hoch wie heute – und das trotz gesunkener Arbeitslosigkeit. Die Politik muss endlich handeln und Armut und zunehmende Ungleichheit gezielt bekämpfen.

Unser Dialegtbeaufdragdn Nord rv Unser Dialegtbeaufdragdn Nord

Neues vom Dialegtbeaufdragdn Nord

Kannst di dreihn, as du wist, dien Mors blifft immer achtern!

ANGEBOT

Aktiv-Card für aktive ver.di-Mitglieder

Wir haben von der Stadt einige "Aktiv-Cards für Ehrenamtliche" erhalten. 50% Ermäßigung gibt es damit auf alle Vorstellungen des Erlanger Theaterensembles (außer Vorstellungen zu Silvester), GVE-Konzerte, die Büchereiausleihgebühren, Museumsbesuche, Erste-Hilfe-Kurse des ASB und die Events des Kulturamtes Comicsalon, Figurentheater und Poetenfest. Mit der Card können zusätzlich die Erlanger Bäder zum ermäßigten Preis in Höhe von 1,50 Euro besucht werden, die Ausstellungen des Kunstpalais für 2 Euro (dafür wird man dort nicht naß). Wir wollen, dass möglichst viele unserer Aktiven in den Genuss kommen, deshalb sollte die Aktiv-Card mindestens 24 Stunden vorher vorbestellt und möglichst rasch zurückgegeben werden. Vorbestellungen sind unter der Tel.Nr. 86 2714 möglich.

CULDUR - DJANGO 3000

4.2.2015, HIRSCH, NÜRNBERG

Nachdem die vier Chiemgauer zuletzt am 30.12.2013 den Hirsch gewaltig aufheizten ist es naheliegend den Vergleich zu ziehen. 2015 war der Hirsch noch voller, das nächste Mal geht es wohl in einen größeren Saal.

Django 3000 rh Django 3000

Das Outfit der Band hat sich stark verändert, Frontmann Kamil Müller schaut ohne zurückgegelte, ganz kurz geschnittenen Haaren und ohne Schnauzer kaum mehr schräg aus. Michael Unfried Fenzl am Kontrabass turnt nicht mehr ganz so wild auf seinem Gerät herum. Musikalisch klingt die fetzige Mucke deutlich ausgereifter und perfekter, dies gilt insbesondere für ihren bekanntesten Song „Heidi“. Trotz arktischer Außentemperaturen kochte der Hirsch ab den ersten Song und die Meute tanzte und hüpfte bis zur Erschöpfung. Der wilde Alpenrock bzw. die Heavy Metal Polka mit deutlicher Balkanprise ist absolut partytauglich. Highlights waren für mich „Django, Django“, „I wui Hoam“ und „Da Wuide & da Deife“. Auffällig, dass die Songs der neuen Scheibe „Bonaparty“ wie das Titelstück oder „Hey Romale“ nahtlos zu den alten Stücken passen. Nicht so positiv formuliert, Django 3000 treten musikalisch auf der Stelle und gerade bei einen Konzert wird es nach über einer Stunde etwas eintönig. Wohl um dies zu vermeiden werden immer wieder Solos in das Programm eingebaut. Nebeneffekt, Teile der Band bekommen so ihre Kurzpausen. Sehr schön war da beispielsweise das Duett von Schlagzeug und Kontrabass oder der Schlagzeuger an den Suppenlöffeln. Wie beim letzten Male waren dank des starken Dialekts die deutschen Texte unverständlich. Wer die Songs in Ruhe nachliest, stellt aber schnell fest, dass deshalb niemand im Hirsch wichtige Inhalte verpasst hat. Als Vorband spielten die jungen Münchner „Impala Ray“ einen schön unterhaltsamen und schrägen Folkrock mit Mädels an der Tuba und dem Hackbrett.

 

DEINE LAKEIEN

19.2.2015, LÖWENSAAL NÜRNBERG

Klar wenn die alten Gothic Freaks rufen versammelt sich die schwarze Szene. Seit 1985 gibt es Deine Lakaien. Sie bestehen aus dem Sänger Alexander Veljanov, auffällig durch seine „hinbetonierte“ Brikettfrisur und dem Komponisten und Multiinstrumentalisten Ernst Horn.

Deine Lakeien rh Deine Lakeien

Live wurden sie ergänzt um einen Schlagzeuger und Gitarristen. Eine kluge Entscheidung, da insbesondere durch den manchmal sehr rockig agierenden Schlagzeuger die sonst mehr ruhigen und getragenen Songs deutlich mehr Schwung erhielten. Highlight des Konzerts war der Song „Fighting the Green“. Genial unterstützt durch die Lightshow. Der Song lebte vom Wechselspiel ruhiger Passagen, die Bühne war dazu in grünes Licht getaucht und heftigst rockender Momente, dazu gab es jeweils weiße Lichtblitze. In den Momenten, in denen der Song an Fahrt aufnahm wechselte das Bühnenlicht von grünem zu immer mehr weißem Licht. Mittels der sehr guten Lightshow erhielten alle Songs einen eigenen Charakter. Neben den rockigen Nummern wurden auch etliche Songs im typischen Deine Lakaien Stil, dunkler, düsterer Dark Wave, geprägt durch die sehr kräftige, tiefe Stimme Veljanovs, gespielt. Diese Songs hätten auch viel besser zu dem ursprünglichen Konzerttermin mitten im tiefsten Herbst im November 2014 gepasst. Jetzt im erhofften Vorfrühling beim Ersatztermin hätten Deine Lakeien ruhig ihre Setlist anpassen können. Aber darf man sowas von der schwarzen Szene verlangen?

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