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Betriebszeitung

letzte Ausgabe vor Silvester

verdi-Info Nr. 11/2015

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Info Nr. 11/2015 37. Jahrgang (letzte Ausgabe vor Silvester) vom 15. Dezember 2015

Inhalt:

  • 2015-2016
  • Tarifrunde 2016
  • 20.1. Betriebgruppe
  • #Sozial- und Erziehungsdienst #aufwerten – Redaktionsverhandlungen abgeschlossen
  • Flüchtlingshilfe
  • Kurz & knackig (ÖPP, Neues von Herrn L, Bilderrätsel, anfordern, surfen 165, Temperaturen, Wetter und Job, Culdur mit 2 Konzertberichte Deep Purple, Emil Bulls)

2015 - 2016

Arsch huh – Zäng ussenander

Wie wöhr et, wemmer selver jet däät,
wemmer die Zäng ens ussenander kräät?
Wenn mir dä Arsch nit huhkrieje,
ess et eines Daachs zo spät.
Dä Schuhß ess fruchtbar noch,
uss dämm die Nazibrut russkroch.
Jetzt jilt et: Arsch huh, Zäng ussenander,
jetz, nit nähxte Woch!

 

Der Titel und der Text des alten BAP Song sind leider aktueller denn je.

Die Würde des Menschen ist unantastbar - 12.12. rh Die Würde des Menschen ist unantastbar - 12.12.

Die Auseinandersetzung mit dem rechten Gesocks und den als Biedermänner daher kommenden Brandstifter von AfD, Pegida und wie immer sie sich bezeichnen, ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Zahllose Brandanschläge auf Flüchtlingsheime, bewusste Falschmeldungen über angebliche Vergewaltigungstaten von Flüchtlingen in den sozialen Medien, Morddrohungen gegen Gewerkschafter wie dem Nürnberger ver.di Sekretär Ulli Schneeweiß zeigen, dass die Grenzen von Recht und Gesetz längst überschritten sind. Es ist deshalb gut und sehr wichtig, dass sich am 12.12. über 500 Menschen auf dem Erlanger Rathausplatz versammelt haben um unter dem Motto „die Menschenwürde ist unantastbar“ ein Zeichen zu setzen.

12.12. - auch lokale Politprominenz war da (Frank Heinze und Werner Lutz) rh 12.12. - auch lokale Politikprominenz war da (Frank Heinze und Werner Lutz)

Widerstand gegen Rechts aus gewerkschaftlicher Sicht besonders wichtig

Es gehört zum Programm der extremen Rechten die Gewerkschaften zu bekämpfen. Nicht die Verhältnisse sind schuld, wie beispielsweise die ungerechte Reichtums Verteilung, sondern Minderheiten wie Ausländer, Flüchtlinge oder Andersgläubige sollen Schuld haben. Es sind schlichte und einfache Parolen, wie die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Die tatsächlichen Ursachen der Arbeitslosigkeit werden dabei überhaupt nicht thematisiert. Überall dort wo die extreme Rechte an der Macht ist, wird versucht die Handlungsmöglichkeiten der Gewerkschaften einzuschränken und Arbeitnehmerrechte zu beschneiden. Dies beweist die Geschichte, aber auch die aktuelle Politik in manchen amerikanischen Bundesstaaten, in denen Vertreter der extremen Tea Party die Mehrheit erreichten. Wir haben deshalb 2015 bewusst als Gewerkschaft versucht dieses Thema immer wieder anzusprechen und wir werden es 2016 weiterhin tun müssen. Wehret den Anfängen!

Weitere beherrschende Themen unserer Arbeit waren:

  • Die Auseinandersetzung um eine Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst
  • Das Engagement gegen die Freihandelsabkommen TTIP, CETA etc. mit eindrucksvollen Demonstrationen in Erlangen (18.4.) und Berlin (10.10.)
  • Die ver.di internen Neuwahlen aller Gremien, wir sind inzwischen gut auf überörtlicher Ebene bis hin zur Bundesebene vertreten
  • Die Verbesserung der städtischen Arbeitsbedingungen. Wir haben beispielsweise die extreme Hitze an etlichen Arbeitsplätzen in diesen Sommer angesprochen und ausführlich über das Instrument Überlastungsanzeigen informiert.
Die Würde des Menschen ist unantastbar - muss für alle gelten, doofes Plakat von Stadtrat Pöhlmann rh 12.12. - Die Würde des Menschen ist unantastbar - muss für alle gelten, doofes Plakat vom Stadtrat Pöhlmann

Offen und transparent

Jeder kann sich an unserer Gewerkschaftsarbeit beteiligen. Unsere monatlichen Betriebsgruppensitzungen sind keine Geheimtreffen, sondern offen für alle Interessierte. Die Termine werden im Internet und in dieser Betriebszeitung veröffentlicht. Das ver.di-Info erscheint im 37. Jahr und dürfte damit bundesweit zu den ältesten regelmäßig erscheinenden Betriebszeitungen gehören. 2015 waren es 11 Ausgaben mit insgesamt 88 Seiten, die kontinuierlich informierten.

2016

Die Schwerpunkte für das erste Halbjahr 2016 stehen mit der Tarifrunde und den Personalratswahlen fest. In der Tarifrunde müssen wir durch gemeinsames Engagement Verschlechterungen bei der Altersversorgung verhindern und Einkommensverbesserungen erreichen. Bei den Personalratswahlen geht es darum eine engagierte und möglichst erfolgreiche Interessensvertretung für die Zeit bis 2021 zu bestimmen.

12.12. - OB Dr. Janik und Frank Riegler rh 12.12. - OB Dr. Janik und Frank Riegler

Gemeinsam

Erfolgreich sind wir nur gemeinsam. Dafür brauchen wir jedes ver.di-Mitglied. Dafür wollen und müssen wir viele noch Nichtmitglieder für uns gewinnen. Gewerkschaften sind das Beste was die Beschäftigten haben. Ohne Gewerkschaft gibt es keine Tarifverträge, wie beispielsweise den Tarifvertrag zur Zusatzversorgung. Ohne Gewerkschaft wären die Beschäftigten auf die Gnade des Arbeitgebers angewiesen. Die Tarifauseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst hat bewiesen, wie „großzügig“ die Arbeitgeber sind. Deshalb Mitglied werden, alle! Jede und jeder ist herzlich willkommen.

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen ein fröhliches und erholsames Weihnachtsfest und ein gesundes und möglichst friedvolles neues Jahr 2016!

Roland Hornauer

Für die ver.di-Stadtverwaltung

wir sind es wert ver.di wir sind es wert

Tarifrunde 2016

Entgelttabellen gekündigt – Tarifrunde 2016 beginnt, ver.di-Mitglieder zur Forderungsdiskussion aufgerufen!

Die ver.di-Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst (BTK öD) hat am 19. November 2015 beschlossen, die Entgelttabellen zum TVöD, zum TV-V und zu den Tarifverträgen für Auszubildende und für Praktikantinnen und Praktikanten zu kündigen. Gemeinsam wollen wir für die ver.di-Mitglieder im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen Entgeltsteigerungen ab dem 1. März 2016 erreichen.

Wie ist die Ausgangslage?

- In 2016 ist mit einem stabilen Wirtschaftswachstum und weiterem Produktivitätsfortschritt zu rechnen, es wird ein Preisanstieg von wieder mehr als 1 Prozent erwartet. Hieraus errech-net sich der sogenannte verteilungsneutrale Spielraum von bis zu 3,5 Prozent. Zusammen mit einem nach wie vor bestehenden Nachholbedarf ergibt sich eine Orientierungshöhe von 5,5 % bei 12 Monate Laufzeit.

- Die Steuereinnahmen steigen weiter. Gleichwohl ist die Haushaltssituation der Kommunen unterschiedlich.

- In dieser Tarifrunde ist über die Inkraftsetzung der Entgeltordnung (EGO) für den kommunalen Bereich zu entscheiden. Mit der neuen EGO geht es darum für die früheren Angestelltentätigkeiten in der EG 4 bis EG 9 einen Ausgleich für die weggefallenen Aufstiege zu erreichen.  

- Die kommunalen Arbeitgeber wollen die Leistungen der Zusatzversorgung kürzen und somit die zukünftigen Betriebsrentenansprüche verschlechtern.

- Die Regelungen zur Altersteilzeitarbeit und zur Übernahme der Auszubildenden laufen aus.

Was wollen wir?

Wir werden in der Tarifrunde 2016 für mehr Geld für die Beschäftigten bei Bund und kommunalen Arbeitgebern kämpfen und gegen Verschlechterungen der Zusatzversorgung.

Jetzt die Forderung diskutieren!

Angesichts der komplexen Ausgangssituation ist es nach Auffassung der BTK öD wichtig, die Forderungsdiskussion zu konzentrieren.

Nicht einen großen Blumenstrauß aus allem Wünschenswerten zu binden, sondern das für alle gemeinsam Wichtige herauszufinden, ist jetzt die Aufgabe in den Veranstaltungen zur Mitgliederdiskussion. Für diese Forderung die Mobilisierungs- und Arbeitskampffähigkeit herzustellen, ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Tarifrunde 2016 im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen.

Was muss jetzt getan werden?

Die ver.di-Mitglieder in den Betrieben und Verwaltungen, in den ver.di-Bezirken diskutieren über die Forderungen für die Tarifrunde 2016 und beschließen Empfehlungen an die Mitglieder der Tarifkommission. Die BTK öD wird in ihrer Sitzung am 18. Februar 2016 die Empfehlungen zusammenfassen, diskutieren und die gemeinsamen Forderungen für die Tarifrunde 2016 entwickeln und beschließen.

Kornmarkt rh noch ist der Demozug vom Prinzregentenufer noch nicht vollständig eingetroffen

Forderungsdiskussion bei der Stadt

Wir wollen in der Sitzung der Betriebsgruppe am 20.1.2016 um 17.00 Uhr im Konferenzraum, I. OG im Rathaus die Forderung diskutieren. Hierzu bitten wir um Vorschläge per Mail. In ver.di wird derzeit eine Schwerpunktsetzung diskutiert. Oberste Priorität haben in dieser Reihenfolge die Gehaltserhöhungen, die Verhinderung der Zusatzversorgungsverschlechterungen und die Vereinbarung der EGO. Es wird derzeit auch diskutiert ob eine Forderung nach einer sozialen Komponente zusätzlich zu den drei Prioritäten Aussicht auf Erfolg hat. Wenn eingeschätzt wird, dass eine soziale Komponente nicht zusätzlich durchgesetzt werden kann, macht es wenig Sinn sie zu fordern.   

Was auch immer in der Tarifrunde 2016 bei Bund und Kommunen von uns gefordert wird, erfolgreich sind wir nur, wenn alle ver.di-Mitglieder für die Durchsetzung der Forderung kämpfen!

Jetzt ver.di-Mitglied werden - die Gelegenheit nutzen! Einmischen in die Diskussion über die Forderungen und sich an deren Durchsetzung beteiligen!

Gemeinsam sind wir stark!

MITMACHEN

Termine 2016 - ver.di Betriebsgruppe, Grillfest

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2015 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Die erste Sitzung ist am Mittwoch, 20.1.2016 ab 17.00 Uhr, im Konferenzraum im I.OG im Rathaus. Thema ist die Tarifrunde 2016, was soll ver.di fordern.  Die geplanten weiteren Termine 2016 sind 17.02., 9.03., 13.04., 11.05., 1.06., 20.07., 21.09., 12.10., 16.11., 7.12.. Das Grillfest ist für Freitag, 10. Juni 2016 geplant.

 

Filosofen Berkant Öktan ist erst siebzehn. Wenn er Glück hat, wird er nächsten Monat achtzehn.

Franz Beckenbauer

Sozial- und Erziehungsdienst

11.12.2015 - Redaktionsverhandlungen abgeschlossen! – Tarifvertrag tritt in Kraft!

Nun sind die Redaktionsverhandlungen endgültig abgeschlossen und das am 30. September 2015 getroffene Verhandlungsergebnis, welches bei der Urabstimmung mit 57,2% angenommen wurde, kann nun umgesetzt werden. Um die korrekte Umsetzung des Ergebnisses begleiten und den richtigen Zeitpunkt für die Antragsstellung zur Höhergruppierung (Leitungen) oder den Übergang bei eigenem Wahlrecht aus der E Tabelle TVöD in die S Tabelle SuE prüfen zu können, wollen wir 2016 Beratungstermine anbieten.

Aufwerten Jetzt! ver.di Aufwerten Jetzt!

Die Umsetzung ist in den meisten Fällen, siehe die letzten Veröffentlichungen, recht einfach. Nachdem keine neuen Tätigkeitsmerkmale vereinbart wurden, muss keine Stelle neu bewertet werden. Für die meisten Beschäftigtengruppen wurden neue Tabellenwerte vereinbart. Entscheidend für die Zuordnung der neuen Werte ist die konkrete Eingruppierung zum Stichtag 1.7.2015. Wir gehen davon aus, dass die Stadt das Tarifergebnis im Januar 2016 umsetzen wird und damit die Nachzahlungen mit dem Februargehalt erfolgen. Nur zur Erinnerung, Anspruch auf dieses Tarifergebnis haben nur Gewerkschaftsmitglieder!  

WICHTIG! Bitte beachtet WICHTIG!

Für Beschäftigte, die spätestens mit Ablauf des 30. September 2015 aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden sind, gilt dieses Tarifergebnis nur, wenn sie dies bis 31. Dezember 2015 schriftlich beantragen. Für Beschäftigte, die spätestens mit Ablauf des 30. September 2015 aufgrund eigenen Verschuldens (z.B. berechtigte Kündigung durch den Arbeitgeber) ausgeschieden sind, gilt dieses Tarifergebnis nicht.

 

Flüchtlingshilfe

Ver.di Journal EXTRA

Flüchtlingshilfe braucht mehr Geld, sonst sind die Aufgaben nicht zu schultern Bund, Länder und Kommunen müssen die Arbeitsbedingungen der Menschen verbessern, die in der Flüchtlingshilfe arbeiten. Viele von ihnen sind seit Monaten mit ihrer Arbeit am Limit. Derzeit ist nicht absehbar, wann die Zahl der Menschen, die aus Not ihre Heimat verlassen haben und in Deutschland auf Hilfe hoffen, abnehmen wird. Hervorzuheben ist das große Engagement der Beschäftigten und der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe.

Willkommen! ver.di MÜ Willkommen!

Engagement
ist gut, maßlose Arbeit darf aber keine Selbstverständlichkeit sein. ver.di fordert deshalb die staatlichen Institutionen auf, schnell leistungsfähige Strukturen zu schaffen, die der Situation in der Flüchtlingshilfe gerecht werden. Dass die Aufnahme und die Unterbringung der Flüchtlinge bisher gut funktioniert hat, ist dem Einsatz der Beschäftigten in den betroffenen Ämtern, Behörden und Einrichtungen geschuldet. Funktionierende Verwaltungsstrukturen halfen dabei, dass die Menschen, die Hilfe benötigen, nicht auf den Bahnsteigen bleiben mussten. Und nicht zu vergessen: die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die immer damit anfassten, wo sie gebraucht wurden. Unermüdliches Engagement machte bisher möglich, die Flüchtlingsarbeit weitestgehend gut zu organisieren. Mehr dazu steht im Journal EXTRA, das unter www.gemeinden.verdi.de runtergeladen werden kann, zu finden unten links auf der Internetseite.

Fakten gegen rechte Hetze (Teil 1)

„Flüchtlinge bekommen so viel Geld, deshalb haben sie auch die neuesten Handys.“

Flüchtlinge bekommen weniger Geld als bei Hartz IV, also weniger als das Existenzminimum. In einer Erstaufnahmeeinrichtung in den ersten Monaten bekamen sie bis vor kurzem ein sogenanntes Taschengeld von 143 Euro im Monat. Vielerorts ist aber sogar das nun abgeschafft, statt Bargeld gibt es nur noch Sachleistungen oder Gutscheine. Nach der Erstaufnahme bis zum 15. Monat des Aufenthalts erhalten Flüchtlinge mit 287 Euro immer noch deutlich geringere Leistungen als bei Hartz IV mit derzeit monatlich 399 Euro plus Sonderbedarfe. Klar, beide Leistungen sind zu gering und gehören angehoben. Asylsuchende dürfen nicht gegen diejenigen, die Hartz IV beziehen oder zu einem Niedriglohn arbeiten müssen, ausgespielt werden. Das gilt für alle Menschen: Wie das Bundesverfassungsgericht schon einmal entschieden hat, dürfen Flüchtlinge nicht schlechter gestellt werden. Dass manche Flüchtlinge ein internetfähiges (meist billiges) Handy besitzen, liegt nicht an den Leistungen, die sie in Deutschland erhalten. Im Gegenteil: Viele haben es von Anfang an dabei. Es ist meist das einzige, was sie bei sich tragen: Notwendig, um auf der Flucht zu kommunizieren, um den Kontakt zur Familie zu halten. Notwendig als Hilfsmittel, um sich einigermaßen im Zufluchtsland zurechtzufinden.

Willkommen ub Willkommen

ÖPP – Dobrindts neue Generation

DGB, Bundesvorstand Abteilung Wirtschaftspolitik

Deutschland braucht mehr Investitionen in die marode öffentliche Infrastruktur. Vor allem bei den Verkehrswegen gibt es einen erheblichen Investitionsstau. 7,2 Milliarden Euro müssten jährlich zusätzlich investiert werden. Die einfachste Lösung: mehr Geld aus der Mineralölsteuer. Das wäre gerecht, ökologisch und unbürokratisch – wer viel fährt und Sprit verbraucht, zahlt mehr. Aber die Minister Schäuble und Dobrindt hängen an ihren Prestigeprojekten „Schwarze Null“ und Pkw-Maut – und wollen stattdessen private Investoren über öffentlich-private Kooperationen (ÖPP) ins Boot holen.

Nun hat der Bundesrechnungshof jüngst belegt, dass die letzten ÖPP-Projekte Mehrkosten in Milliardenhöhe verursachten. Sie sind weder innovativ noch effizient, sondern unwirtschaftlich – zumal angesichts eines Zinsniveaus von 0,2 % für 10jährige Bundesanleihen.

Konkurrenz belebt das Geschäft, dachte sich die Versicherungswirtschaft und klagte Wirtschaftsminister Gabriel ihr Leid über fehlende sichere Anlagemöglichkeiten. Dieser ließ die Kommission „Stärkung von Investitionen in Deutschland“ Vorschläge erarbeiten. Der DGB und die beteiligten Gewerkschaften kritisierten das Festhalten an ÖPP und die vollständige Finanzierung des Fernstraßennetzes aus Nutzerentgelten, also über eine Maut für alle. Öffentliche Infrastruktur muss vorrangig aus Steuermitteln finanziert werden – u.a. mit einem steuerpolitischen Kurswechsel bei der Privilegierung von Vermögen und Erbschaften. Zudem müssen alle Haushaltsreserven für Investitionen genutzt werden. Aus Gewerkschaftssicht geht es dabei nicht nur um unerwartete Haushaltsüberschüsse. Der Verschuldungsspielraum der Schuldenbremse muss ausgeschöpft werden, bevor teures privates Geld eingeholt wird (siehe Abbildung). Die Kreditfinanzierung von langfristigen Investitionen, die vor allem zukünftigen Generationen zu Gute kommen, darf nicht länger tabuisiert werden. Im Gegenteil: Es ist Aufgabe des Staates, seinen Bürgern die öffentliche Infrastruktur zur Verfügung zu stellen – und zwar so günstig und hochwertig wie möglich. Hingegen gehört es nicht zu seinen Kernaufgaben, die Geschäftsmodelle von Banken und Versicherungen abzusichern.

Egal, die Union will Fakten schaffen. Eilig rollen Dob­­rindt und Schäuble ihren roten Teppich für eine „neue Generation Öffentlich-Privater Partnerschaften“ aus: 14 Milliarden Euro sollen für zehn ÖPP-Projekte bzw. 600 km Autobahn bereitgestellt werden. Finanzinvestoren können Bau- und Betreiberunternehmen einbinden – oder auch umgekehrt. Wie eine Bundesverkehrsinfrastrukturgesellschaft, von der Kommission vorgeschlagen, konzipiert sein muss, bleibt unbeantwortet. Aus DGB-Sicht muss sie zu 100 % in Bundesbesitz sein, auch weil es sonst Zielkonflikte gibt: wenn die Versicherungen Anteile erwerben können, sitzen sie auf beiden Seiten des Tisches: Als Miteigentümer sind sie an niedrigen Zinsen, als Finanziers an hoher Rendite interessiert.

Die Gewerkschaften werden nicht akzeptieren, dass Steuergelder und Mautgebühren für sichere Renditen an Versicherungen, die gerade Rekorddividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben, durchreicht werden

Werner Lutz wl Herr L.

Neues von Herrn L.

Nächste Asylgesetzänderung

Nach Auffassung der bayerischen CSU reicht die Einführung von Transitzonen für Flüchtlinge doch nicht aus. - Die Asylanträge sollen künftig schon geprüft werden, ehe die Flüchtlinge daran denken, Flüchtlinge zu werden.

Erster deutscher Fußball-Fan-Brief:

Sehr geehrter Franz Beckenbauer,

mit großer Sorge um Sie verfolgen die deutschen Fußballfans in diesen Tagen die Aufdeckung der Bestechungsaffäre des Deutschen Fußballbundes. Ich bin völlig entsetzt darüber, daß so etwas überhaupt an die Öffentlichkeit gelangen muß! Schließlich geht es doch keinen etwas an, wie Deutschland seine Fußball-Weltmeisterschaften durch Schmiergeldzahlungen gewonnen hat. Allein die Diskretion und der Anstand jedes Fußballfans verbieten es schließlich auch, Sie danach zu fragen, was Sie als Trainer für den Sieg der deutschen Weltmeisterschaft 1990 bezahlt haben. Ja, es sind schlimme Zeiten, die wir als treue Anhänger des deutschen Fußballs jetzt durchmachen. Zuerst gab es diese fürchterlich ungerechte Verurteilung unseres hochgeschätzten Fußballhelden Ulli Hoeneß als Steuerbetrüger, die wir zutiefst bedauern. Auch hier wollen wir gar nicht darüber spekulieren, wieviel Geld vom Deutschen Fußballbund an die Gerichte gezahlt worden ist, damit der Ulli nicht noch länger eingesperrt bleibt. Das interessiert uns aus ethischen Gründen nicht. Aber jetzt bangen wir natürlich vor allem um Sie als Kaiser des deutschen Fußballs. Wir versichern Ihnen, wir werden alles daran setzen, daß Sie nicht hinter Gittern landen. Unter uns: falls Sie irgendwie ein Alibi brauchen oder einen Zeugen, bin ich jederzeit für Sie da und stehe zu Ihrer Verfügung. Sie brauchen sich nichts dabei zu denken: Wir Fußballfans stehen voll hinter Ihnen und haben schon immer alles gewußt. Schließlich wäre der deutsche Fußball nicht so weit gekommen ohne Korruption. Der Bayerische Himmel mit seiner heiligen Dreieinigkeit aus Schmiergeld, Filz

und Steuerbetrug soll Sie beschützen!

Mit solidarischen Grüßen

Ihr Alfons „Fonse“ Mitterleger

Fanclub Beckenbauer und Co.

Dingsda

Rentenerhöhung

„…das ist so ein Ding, wo, wenn es mal mein Opa kriegt, ich sechs Pfandflaschen am Tag weniger mit ihm sammeln muß und er dann für sechs Pfandflaschen täglich mehr Zeit hat, mit mir auf den Spielplatz zu gehen…“

 

Auflösung und neues Rätsel

Die Mangrovenwälder sind in Erlangen offensichtlich bekannt, denn wir erhielten etliche richtige Lösungen wie die nachstehende, „es sind die Seelöcher / der Biberlebensraum am Steinforstgraben vom Radweg südwestlich des DJK Geländes aus fotografiert“. Allerdings tippten nicht wenige falsch, besonders häufig wurde der Dechsendorfer Weiher erwähnt, wie die folgende Antwort, „der, zumindest, nach in Mittelfranken erfreulicherweise eher seltenen Regenfällen, ausgesprochen echt wirkende Mangrovenurwald befindet sich zwischen der  Straße nach Dechsendorf und dem „Heusteg“, auf Höhe desselben. Für Biker, auch mit Stollenbereifung und Spikes, ein doch mehr ungünstiges Terrain.“ Beim neuen Rätsel wollen wir wissen in welcher Stadt haben sich die beiden Brüder fotografieren lassen. Facebook-Freunde der Brüder dürfen nicht mitmachen.

Rätsel rh Rätsel

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Ver.di Wirtschaftspolitische Informationen Nr. 4/2015 - Flüchtlinge solidarisch aufnehmen

Die große Zahl der Flüchtlinge, die zu uns kommen, sind eine große Herausforderung, insbesondere für viele Kommunen. Aufnahme und Integration erfordern eine aktive Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, dann bieten sich mittelfristig Chancen und Vorteile für alle. Soziale Standards dürfen nicht unterlaufen und die Kosten müssen sozial gerecht finanziert werden. Zu diesem Thema ist eine neue Ausgabe der Wirtschaftpolitik Informationen erschienen.

  • Ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 18/2015 - EU: Steueroase für Konzerne

Nicht ferne Inseln, sondern EU-Staaten sind die wichtigsten Steueroasen für hierzulande aktive internationale Konzerne. Trotz Milliardengewinnen zahlen sie kaum Steuern. Ver.di fordert wirksame Maßnahmen gegen Steuervermeidung internationaler Konzerne und EU-weite Mindeststeuersätze für Unternehmen.

 

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Report 2015 des DGB-Index Gute Arbeit. Auf 24 Seiten werden zentrale Befunde der bundesweit repräsentativen Beschäftigtenbefragung vorgestellt. Themenschwerpunkt in diesem Jahr sind die Ursachen von Arbeitshetze und Zeitdruck.

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten geben an, sehr häufig oder oft gehetzt zu arbeiten. Das Arbeiten unter Zeitdruck bleibt auch 2015 einer der wichtigsten arbeitsbedingten psychischen Belastungsfaktoren. Die drei häufigsten von den Beschäftigten genannten Ursachen sind Multitasking, eine zu knappe Personalbemessung sowie ungeplante Zusatzaufgaben. Ein weiterer schwerwiegender Befund: Ein Drittel aller Befragten gibt an, Erholungspausen sehr häufig oder oft zu verkürzen oder ganz ausfallen zu lassen. Dies ist besonders häufig bei Beschäftigten mit sehr hoher Arbeitsintensität der Fall. In einem Supplement zum Report werden die zentralen Befunde für die einzelnen Branchen aufgeführt.

Der Report des DGB-Index Gute Arbeit 2015 sowie das Supplement können hier heruntergeladen werden: www.dgb-index-gute-arbeit.de

 

Das Wichtigste zu Temperaturen und Wetter im Job auf einen Blick

Wer wegen Schneefalls zu spät zur Arbeit kommt, hat keinen Anspruch auf Bezahlung der verpassten Arbeitszeit. Das hat das Bundesarbeitsgericht bereits 1982 entschieden. "Ich musste Eiskratzen" ist demnach keine Ausrede, um nicht nacharbeiten zu müssen.

Bei witterungsbedingten Unfällen auf dem Arbeitsweg - zum Beispiel bei Glatteis - zahlt die gesetzliche Unfallversicherung Gesundheitsschäden, Behandlungskosten, Verletztengeld (bei Verdienstausfall) oder eine Verletztenrente. Sie zahlt aber NICHT Sachschäden an Autos, Motorrädern oder Fahrrädern.

Zu kalt im Büro oder der Werkshalle? Maximale und Mindest-Temperaturen am Arbeitsplatz gibt es tatsächlich laut Arbeitsstättenverordnung. Diese Grenzwerte bedeuten aber nicht, dass bei Temperaturen darüber oder darunter die Arbeit sofort eingestellt werden darf.

Der Arbeitgeber muss aber sorgen, dass "eine gesundheitlich zuträgliche Temperatur" herrscht. Wie ein Arbeitgeber das tut, liegt bei ihm. Bei bestimmten Maßnahmen muss der Personalrat beteiligt werden (zum Beispiel, wenn Arbeitszeiten oder Pausen verlegt werden).

Der Personalrat kann bei extremen Temperaturen verlangen, dass der Arbeitgeber Abhilfe schafft. Hitzefrei wie in der Schule muss ein Arbeitgeber nicht geben. Trotzdem gibt es laut Arbeitsstättenverordnung Grenzwerte, ab denen der Arbeitgeber handeln muss und in bestimmten Räumen nicht mehr gearbeitet werden kann.

Rival Sons rh Rival Sons

Culdur

DEEP PURPLE

21.11.2015, ARENA, NÜRNBERG   

Obwohl Deep Purple riefen, kamen nicht alle um die legendären Helden zu feiern. Die Arena war zwar gut gefüllt, aber nicht ausverkauft. Rival Sons hatten die Aufgabe einzuheizen. Die Kalifornier erfüllten dies mit ihren an Led Zeppelin und Black Sabbath erinnerten Hardrock vorzüglich und ihre 45 Minuten vergingen recht schnell. Nach der üblichen Umbaupause erklang um 21.15 Uhr als Intro „Mars, the Bringer of War“ von Gustav Holst und Sänger Ian Gillan, Schlagzeuger Ian Paice, Bassist Roger Glover, Gitarrist Steve Morse und Keyboarder Don Airey enterten die Bühne und legten los, als wären sie eine junge Band und nicht eine der Legenden des Hard Rock. Gleich der Opener das legendäre „Highway Star“ wurde in einer sehr langen Fassung runtergefetzt. Die zeitgemäße Lightshow passte sehr gut zu den alten Krachern von Deep Purple. Die riesige Leinwand im Bühnenhintergrund wurde nicht nur genutzt um die Band auch in den hintersten Reihen zu präsentieren, sondern um mit farbigen psychedlischen Bildern an die 70er zu erinnern.

Deep Purple rh Deep Purple

Weitere Höhepunkte des Konzerts waren „Strange Kind of Woman“, ein wunderbares „Lazy“ und natürlich das unvermeidliche „Smoke on the Water“, mit klassischen Intro, als letztes Stück vor dem Zugabeblock. Als erste Zugabe gab es dann meinen Lieblingssong „Hush“ und nach einen langen Basssolo endete der Abend mit dem sehr rockigen „Black Night“. Während des ganzen Konzerts war zu spüren und natürlich deutlich zu hören welch gute Musiker die Fünf sind. Sie sind auch clever, dank sehr ausführlicher Solos aller, geschickt verteilt über das ganze Konzert, erhielten die anderen vier Bandmitglieder die notwenigen längeren Verschnaufpausen. Durch diese langen Solos geht leider  aber auch die Spannung des Konzerts verloren. Weniger wäre da mehr oder wie der große Meister Dylan es macht, eine Pause in der Konzertmitte wäre da wohl besser. Clever ist Deep Purple natürlich auch beim Merchandise, welche Band verkauft schon von der kompletten Band signierte DrumSkins für 40 Euro. Da dürfte die Verdienstspanne noch höher als bei den Bandshirts für 25 Euro liegen.

EMIL BULLS

11.11.2015, HIRSCH, NÜRNBERG  

Pünktlich zum Faschingsauftakt luden die Alternative-Metal Rocker aus München in den Hirsch und statt Narren kam ein gut gelauntes junges Publikum. Der Bühnenaufbau bestand aus weißen Barhockern, darauf lagen Bass und akustische Gitarren, dahinter stand neben der Schießbude ein weiß verkleidetes Keyboard. Sonderbar, in der Originalbesetzung gibt es doch „nur“ Bass, Gitarren satt und Schlagzeug? Das Rätsel löste Frontmann Christoph „Christ“ von Freydorf gleich auf. Die Bulls treten momentan zu ihren 20. Geburtstag mit einer „Candlelight-Show“ auf. Insgesamt sind es 20 Konzerte und von Freydorf entschuldigte sich gleich, dass viele Songs „nur“ akustisch gespielt werden.

Emil Bulls rh Emil Bulls

Um die Songs trotzdem live gut rüber zu bringen haben sich Emil Bulls um eine Keyboarderin und einen weiteren Gitarristen als Gastmusiker verstärkt. Das Ergebnis war berauschend. Die ersten Songs „Here comes the Fire“, eine ruhige entspannte Nummer, „Hearteater“ und „Most evil spell“ klangen auch in der akustischen Version sehr gut und die letzten beiden Songs auch  sehr rockig. Das Publikum ging entsprechend sehr gut mit und gefiel durch extreme Textsicherheit. Es begannen auch die ersten Wechselchöre „Emil“ – „Bulls“. Die im Laufe der Show an Lautstärke zunahmen und fast Nordkurvenqualität erreichten. Highlights waren „Close to the Wind“ mit schönen Improvisationen im Mittelteil und die älteren Songs wie „Revenge“ oder das Kyuss-Cover „Green Machine“. Bei letzteren beiden Songs ist dies ja auch kein Wunder, wurden die doch schon beim 10jährigen Jubiläum von Emil Bull akustisch dargeboten und damals auf die CD „The Life Acoustic“ gepresst. Vor dem letzten Teil wurde an die vorderen Reihen Schnaps verteilt und es wurde rockiger und deutlich elektrischer. „Josephine“ fetzte wie gewohnt und nach dem Oasis-Cover „Worlds Apart“ ging es in den Zugabenblock. Nach „Dancing on the Moon“ war leider schon Schluss. Trost für alle, die das Konzert verpassten. Ende Januar gibt es die Candlelight CD zusammen mit der Hellfire CD als Jubiläumsdoppeldigipak. Abschließend noch ein paar Takte zur Vorband. Electric Love, eigentlich eine Punk Rock Band, haben sich den Bulls angepasst und ihre Songs auch akustisch bis akustischer dargeboten. War eine passende Einstimmung.

Emil Bulls rh Emil Bulls

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