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verdi-Info Nr. 5/2016

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Info Nr. 5/2016 37. Jahrgang (letztes Info im April 2016) vom 26. April 2016

Inhalt:

  • Tarifrunde 2016
  • Personalratswahlen – Listen eingereicht und Bilanz
  • Christian Günthner, ein Anwärter in Island
  • Kurz & knackig (11. Mai Betriebsgruppe, anfordern, surfen 170, Fakten gegen rechte Hetze (Teil 7) Bevölkerungsprognose, Personalamt hält OB für senil)

 

GANZ STARK

Ganztägige Streikaktion am 21.4.

Über 300 Kolleginnen und Kollegen der Stadt Erlangen hatten sich an der Demo und Kundgebung in Nürnberg beteiligt. Vermutlich doppelt so viele hatten gestreikt. Es war eine sehr erfolgreiche Aktion mit über 3500 Teilnehmern an der Kundgebung am Nürnberger Kornmarkt. Es war übrigens keine zentrale Aktion, sondern es war alleine die Streikaktion des ver.di Bezirks Mittelfranken

Tarifrunde 2016 ver.di Tarifrunde 2016

Gefährliche Tendenz

Natürlich ist es toll, wenn viele Sympathien mit unseren Aktionen haben und noch besser ist es, wenn so viele Nichtmitglieder mitstreiken. Nur wenn alle so denken würden, würden keine Aktionen zur Tarifrunde stattfinden. Streiks, Demos und Kundgebungen zu organisieren kostet Geld (nicht wenig, die Streikunterstützung garnicht mitgerechnet) und braucht Menschen, die dies organisieren. Ohne die ver.di-Mitglieder, die monatlich 1 % ihres Gehaltes als Gewerkschaftsbeitrag zahlen, gäbe es keine wirkungsvollen Aktionen zur Tarifrunde.

Gewerkschaft lohnt

Wir machen Dampf rh Wir machen Dampf

Alle die noch „solidarisch“ abseits stehen mögen bitte folgende Rechnung aufmachen:

Für 2016 haben die Arbeitgeber 0,6 % angeboten. Dies sind in der EG 5 14,88 € , in der EG 9 18,00 €  und in der EG 13 24,47 € mehr, jeweils monatlich in der Stufe 3. Kommt ein besserer Tarifabschluss zu Stande, ist es doch mehr als nahe liegend 1 % davon für einen Gewerkschaftsbeitritt zu investieren und damit künftig von einer stärkeren ver.di, noch mehr zu profitieren.

Bilder und Filme

Der 21.4. aus Erlanger Sicht wurde gut dokumentiert. Mit einer Ausnahme, das Grußwort von Roland Hornauer auf der Kundgebung wurde nicht gefilmt.

Bilder finden sich unter:

http://erlangen.verdi.de/bg-stadt/tarifrunde-2016 bzw. direkt unter

http://erlangen.verdi.de/++co++88e68d02-07c6-11e6-8a98-525400438ccf

Filme können unter folgenden Links abgerufen werden:

https://www.youtube.com/watch?v=wG76TTwJmgA&feature=youtu.be
(ca. 2 Minuten lang, gefilmt und geschnitten von Volker Aschenbrenner)

https://youtu.be/nPGsScMupZs (rund 18 Minuten lang, gefilmt und geschnitten von Herbert Wittig) Die kompletten Filmaufnahmen von Herbert können bei uns in Form einer DVD ausgeliehen werden.

gehörig Dampf rh gehörig Dampf

Ärgerlich

Immer wieder ist zu lesen oder zu hören, ver.di streikt nur um Mitglieder zu gewinnen. Manchmal verbunden mit dem bescheuerten Hinweis, so wie in einen Leserbrief in den Erlanger Nachrichten vom 23.4., dass dann, nach der Mitgliedergewinnung, ver.di viel zu wenig erreicht. Als Beispiel wurde der Streik 2015 im Sozial- und Erziehungsdienst genannt. Tarifverträge unterschreiben aber 2 Seiten und ohne ver.di hätte es 2015 keinen Cent an Verbesserungen im Sozial- und Erziehungsdienst gegeben.

Alternativlos

Join the Union, werdet Mitglied, je schneller desto besser – Trittbrett, oder billigere Varianten waren gestern.

Wie geht es weiter?

Die Tarifverhandlungen werden am 28. und 29. April fortgesetzt. Kommt es in dieser Verhandlungsrunde zu keinem Ergebnis könnte die Schlichtung angerufen werden. Ist dies der Fall herrscht bis Pfingsten Friedenspflicht.

 

PERSONALRATSWAHLEN AM 21. JUNI 2016

ver.di Listen wurden am 22.4. eingereicht

Fast 2 Monate vor den Wahlen haben wir unsere Wahlvorschläge beim Wahlvorstand abgegeben. Die Listen wurden in einer öffentlichen Versammlung am 9.3.2016 einmütig beschlossen.

offizielles Logo für die Personalratswahlen 2016 verdi Personalratswahlen 2016

Ver.di schlägt ein bewährtes Team zur Wahl vor, ergänzt um einige jüngere Kolleginnen und Kollegen. Schließlich steht für den Personalrat in den nächsten Jahren ein  Generationenwechsel an. Die Listen sind in diesem Info veröffentlicht.

Bilanz

Im nachstehenden Beitrag wird Bilanz gezogen. Welche Ziele hatten wir vor der Personalratswahl 2011 formuliert und was wurde erreicht. Selbstverständlich veröffentlichen wir vor der Wahl 2016 was wir in den nächsten Monaten und Jahren erreichen wollen.

Internet

QRCODE PRW 2016 rh QRCODE PRW 2016

Unter http://erlangen.verdi.de/bg-stadt/personalratswahlen werden jeweils die aktuellen Nachrichten und Infos zur Wahl veröffentlicht. Hier sind ab sofort auch die Bilder unserer Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, können die eingereichten Listen abgerufen werden und ist natürlich auch die Bilanz zu finden.

Ihr Fünf spielt jetzt vier gegen drei.

Fritz Langner

 

 

 

 

 

Christian Günthner, ein Anwärter in Island

Unser Kollege und Kandidat zur Personalratswahl hat als Anwärter der QE 3 ein Praktikum in Island gemacht. Grund genug ihn nach seinen Erfahrungen zu befragen.

1. Wie kommt ein Anwärter nach Island?

Die Fachhochschule in Hof bietet über das europäische Studenten-Austauschprogramm Erasmus+ Auslandsaufenthalte an verschiedenen Hochschulen in Europa an. Von den verschiedenen Partnerhochschulen hat mich Island und die Universität in Bifröst am meisten interessiert. Deshalb habe ich mich in Hof dafür beworben und letztendlich auch einen Platz bekommen. 

Da der Auslandsaufenthalt in den Praktikumsabschnitt nach dem zweiten Fachstudienabschnitt fällt, muss diesem Aufenthalt auch der Dienstherr zustimmen.

Christian Günthner beim Praktikum in Island cg Christian Günthner beim Praktikum in Island

2. Was hast du konkret in Island gemacht?

Es handelt sich im Prinzip um ein Auslandssemester, ich habe dort also ganz normal studiert. Da die Universität Bifröst eine wirtschaftswissenschaftliche Hochschule ist, waren dort vor allem wirtschaftliche und politische Fächer an der Tagesordnung. Neben „unterkultureller Kommunikation“ und „klassischer politischer Theorie“ hatten wir aber auch einen Kurs, in dem Isländische Geschichte und Sprache vermittelt wurden. 

Der Studienalltag unterscheidet sich sehr stark von dem in Hof. Man hat nur einen Kurs pro Tag, welcher dann aber mindestens 4 Stunden ohne richtige Pause dauert. Dazu muss man in jedem Kurs pro Woche ein sog. „Assignment“, ein Aufsatz über ca. 750 Wörter, schreiben. 

Der Tag beginnt cg Der Tag beginnt

3. Wie kommst du mit den Isländern zurecht?

Die Isländer sind ein sehr freundliches Volk, welches vor allem Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen ist. Die Haupteinnahmequelle von Island ist der Tourismus, deshalb wird man überall freundlich empfangen. Sehr beeindruckend war, dass in Island jeder fließend Englisch spricht. Ob kleine Kinder im Alter von 7 Jahren oder Rentner, jeder begegnet einem mit akzentfreiem Englisch. Auf Nachfrage wurde uns der Grund genannt: Island hat eine so kleine Bevölkerung, dass es sich wirtschaftlich nicht lohnt, alles ins Isländische zu übersetzten. So können die Isländer Filme, Serien und sogar Produkte im Supermarkt nur in Englisch kaufen. Die Isländer sind daher im Grunde gezwungen, so früh wie möglich Englisch zu lernen. 

Einen kleinen Nachteil hatte das für Austauschstudenten. Sobald ein Isländer merkt, dass man aus dem Ausland kommt, antwortet er einem auf Englisch. Es ist daher unheimlich schwierig, das Erlernte aus dem Isländisch-Kurs auch in der Praxis anzuwenden.

Wetterleuchten cg Wetterleuchten

4. Was sollten wir von den Isländern lernen und umgekehrt?

In den drei Monaten, in denen ich in Island war, habe ich viele wirklich wunderbare Eigenschaften der Isländer kennenlernen dürfen. So sind Isländer unheimlich hilfsbereit. Aufgrund des widrigen Wetters und der schwierigen Lebensbedingungen sind es die Isländer seit jeher gewöhnt, zusammenzuhalten. Da es gerade auf dem Land, außerhalb von Reykjavik, meistens nur kleine Ortschaften gibt (der Ort Bifröst, in dem die Universität liegt, hat ca. 100 Einwohner), sind die Isländer auf die Hilfe anderer angewiesen und helfen auch sehr gerne. 

Wirklich beeindruckt hat mich, dass es in Island so gut wie keine Kriminalität gibt. Das zeigt sich daran, dass Polizisten dort überhaupt nicht bewaffnet sind und keine Häuser oder Wohnungen abgeschlossen werden. Die Menschen vertrauen sich gegenseitig. 

Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl (ca. 330.000 Einwohner) kennt über mehrere Ecken jeder jeden. Wenn jemand dort eine schwere Straftat begeht, ist es nach seiner Haftstrafe daher fast unmöglich, wieder ein normales Leben zu führen. Die Täter wandern dann, wie uns erzählt wurde, in der Regel in andere Länder aus. 

lebendige Erde cg lebendige Erde

Auch Lässigkeit und Pragmatismus werden in Island groß geschrieben. Da man nie weiß, wie sich das Wetter entwickelt, werden keine genauen Termine oder Pläne gemacht. „Þetta reddast“, was so viel heißt wie „wird schon schief gehen“, ist ein oft gehörter Spruch in Island. 

Daher nehmen es die Isländer aber auch mit der Pünktlichkeit nicht so genau. Das ist etwas, an das man sich als Deutscher anfangs gewöhnen muss. 

5. Was hast du von Island gesehen?

Natürlich hatten wir auch genug Zeit, Land und Leute zu erkunden. In mehreren Ausflügen haben wir viele wunderschöne Ecken kennengelernt. Es ist schwierig, DAS Highlight zu benennen, da Island so vielfältig und reich an sehenswerten Orten ist. 

Am meisten beeindruckt haben mich aber sicherlich die Nordlichter, die wir ein paar mal sehen konnten. 

Landschaft in Island cg Landschaft in Island

MITMACHEN

11. Mai ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2016 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 11. Mai, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Themen sind u.a. die Tarifrunde 2016, Vorbereitung des Grillfestes am 10. Juni 2016 und die Personalratswahlen.

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell 6/2016 – Freihandel: CETA stoppen! 
Freihandelsabkommen bilden die Rechtsgrundlage für eine intransparente und teure globale Paralleljustiz. Dort klagen Investoren gegen Staaten, wenn sie glauben, ihr Recht auf Profit werde durch staatliche Maßnahmen verletzt. Das „CETA“ genannte Abkommen zwischen Kanada und der EU ist da keine Ausnahme.
Mehr dazu in der neuen Ausgabe Wirtschaftspolitik Aktuell 6/2016

 

Surfen (170)

Schon seit einiger Zeit gibt es eine Facebookgruppe „ver.di bei der Stadtverwaltung Erlangen“. Sie ist bislang nicht sehr aktiv. Die Gruppe könnte aber genutzt werden, um bestimmte Punkte zu diskutieren oder um Informationen schnell zu verbreiten. Dazu müssten aber einige Kolleginnen und Kollegen der Gruppe beitreten (in Facebook Suchfunktion nutzen, „ver.di bei der Stadtverwaltung Erlangen“ eingeben und „Beitreten“ anklicken) und diese dann auch nutzen.

 

Fakten gegen rechte Hetze (Teil 7)

„Weil so viele Flüchtlinge kommen, gibt es kaum noch Wohnungen.“

Das stimmt nicht. Schon vorher gab es viel zu wenig bezahlbare Wohnungen. Seit den 1990er Jahren sind die Sozialwohnungen von vier Millionen auf eine Million zurückgegangen. Der Staat zog sich aus der Wohnungspolitik zurück. Das war politisch so gewollt: Der Markt sollte regeln, was Aufgabe der Politik ist. In Ballungsräumen steigen die Mieten ungebremst. Statt sie wirksam zu begrenzen, Privatisierungen und Spekulation mit Wohnraum zu unterbinden, schiebt die Bundesregierung jetzt die Schuld auf Flüchtlinge, die im Winter in Zelten und Turnhallen übernachten müssen. Stattdessen fordern wir ein Sofortprogramm für den sozialen Wohnungsbau mit 500.000 Wohnungen: für alle Menschen mit geringen Einkommen. Leerstehende Wohnungen müssen Wohnungssuchenden zur Verfügung gestellt werden.

Interessante Veröffentlichung – Kleinräumige Bevölkerungsprognose

Unsere Statistik hat für alle Erlanger statistischen Bezirke eine Prognose aufgestellt, wie sich jeweils die Bevölkerung von 2016 bis 2031 entwickelt. Neben der Gesamtzahl der Bevölkerung wird auch geschätzt, wie sich die Bevölkerung altersmäßig verändert. Der Anger soll von 6.374 (2007) auf 7.000 (2031) Menschen wachsen. Ebenso ist die Entwicklung im Meilwald von 756 (2007) auf 904 (2031). Allerdings sinkt dort die Zahl der Krabbelkinder (0 -3 Jahre) von 10 (227) auf 2 (2031). Vermutlich sind die 2 Krabbelkinder im Jahr 2031 dort recht einsam.

Personalamt hält OB für senil

Dank einer aktuellen Änderung einer Dienstvereinbarung kam es heraus, das Personalamt hat keine hohe Meinung von unserem Oberbürgermeister Dr. Janik. Damit der OB ja waagrecht unterschreibt wurde kein Aufwand und keine Kosten gescheut und extra eine gestrichelte Linie angebracht, siehe Abbildung. Vom Personalratsvorsitzenden hatte das Personalamt dagegen die sichere Gewissheit er unterschreibt auch ohne gestrichelte Linie richtig.

OB braucht Hilfslinie für Unterschrift cg OB braucht Hilfslinie für Unterschrift

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