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Betriebszeitung

Betriebszeitung der ver.di Betriebsgruppe Stadt Erlangen

verdi-Info Nr. 8/2017

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Info Nr. 8/2017 38. Jahrgang (mit Culdur!) vom 30. August 2017

 

Inhalt:

  • Since 1902
  • Herzlich Willkommen
  • Forderungen/Anforderungen von ver.di zur Bundestagswahl
  • EGO Beratungstermine
  • ÖPP kommt teuer
  • Steuerlügen –wir werden für dumm verkauft
  • Filosofen
  • 13. September Betriebsgruppe
  • Gerald Semlinger für uns aktiv
  • Documenta 14 – ein Bericht
  • Zwei Gedichte
  • Kurz & knackig (Neues von Herrn L., Nobelpreis für Unsinn, Preisrätsel, anfordern, surfen 185, 0 00 am Brucker Bahnhof, Termine und Veranstaltungen – Antikriegstag, Culdur – Danko Jones und Corvus Corax)

 

Ver.di seit 115 Jahren die gewerkschaftliche Interessenvertretung für die Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung Erlangen!

 

Herzlich Willkommen und guten Start!

Zum 1. September beginnen über 60 junge Menschen ihre Ausbildung bei der Stadt. Neben den Auszubildenden und BeamtenanwärterInnen sind dies auch Praktikantinnen und Praktikanten im Rahmen der ErzieherInnenausbildung bzw. im „Sozialpädagogischen Seminar“.

Bildausschnitt aus der ver.di Jugend-Internetseite ver.di ver.di Jugend im Internet  – Bildausschnitt aus der ver.di Jugend-Internetseite

Wir wünschen allen neuen Kolleginnen und Kollegen einen guten Einstieg bei der Stadt und eine erfolgreiche Ausbildung. Wichtig und nicht vergessen, bei Fragen, Problemen, Schwierigkeiten wendet Euch rasch an die Jugend- und Auszubildendenvertretung, den Personalrat und an die Gewerkschaft ver.di. Nicht vergessen, Join the Union!

Zahlreiche Infos speziell für Berufsanfänger sind im Internet unter www.jugend.verdi.de und unter www.jugend-bayern.verdi.de zu finden. Dort sind u.a. ein spezielles Ausbildungsportal, Tipps zum Start ins Berufsleben und Hilfestellungen zu den Rechten und Pflichten im Arbeitsverhältnis veröffentlicht. Es lohnt sich, schnell ver.di-Mitglied zu werden. Der Jugendsekretär in Mittelfranken ist Timo Klein, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg, Tel.: (0911) 23 55 7 -921 eMail: timo.klein@verdi.de Facebook: verdijugendmittelfranken, Internet: www.mittelfranken.verdi.de/gruppen/jugend/

Beratungsgutschein für ver.di Mitglieder rk Beratungsgutschein für ver.di Mitglieder

Neue Entgeltordnung (EGO) – Beratungstermine für ver.di-Mitglieder

Durch die Einführung der neuen EGO zum 1.1.2017 ändert sich für die Beschäftigten mit Ausnahme der Beschäftigten in EG 9 und EG 13 mit Zulage nichts. Sie bleiben so eingruppiert wie bisher. Voraussetzung für eine Höhergruppierung durch die EGO ist ein Antrag durch den Beschäftigten. Die Beschäftigten können bis 31.12.2017 einen entsprechenden Antrag stellen. Das heißt es bleibt genügend Zeit für eine eingehende Beratung durch die Gewerkschaft, ob sich eine neue Eingruppierung durch die EGO lohnt oder eher eine Verschlechterung durch den Wegfall von Besitzständen ist. Wird innerhalb 2017 ein Antrag auf Eingruppierung nach der neuen EGO gestellt, wird in allen Fällen rückwirkend zum 1.1.2017 höhergruppiert. Das heißt nicht stufengleich.

Beratungstermine in Erlangen

Die ver.di Sekretäre Christian Kleefeld und Frank Bess kommen an mehreren Tagen nach Erlangen, damit sich ver.di Mitglieder vor Ort beraten lassen können. An folgenden weiteren Tag finden Beratungen in den Räumen des Personalrates, Nägelsbach Str. 26, II. OG statt:

Freitag, 29.09.2017 von 9:00 – 16:00 Uhr.

Mittwoch, 18.10.2017 von 9:00 – 16:00 Uhr.

Wichtig, für die Beratung muss ein genauer Termin vereinbart werden. Die Koordination bzw. Terminvergabe macht Dietmar Radde (telefonisch 86 2420 oder per Mail dietmar.radde@stadt.erlangen.de). Wir bitten um rasche Anmeldung. Bei der Anmeldung teilen wir mit, welche Angaben für eine qualifizierte Beratung unbedingt erforderlich sind.

 

Forderungen/Anforderungen von ver.di zur Bundestagswahl

Soziale Gerechtigkeit - Soziale Sicherheit für den Zusammenhalt der Gesellschaft

Zentrale Anforderungen an die Programme der Parteien zur Bundestagswahl 2017

  • Neue Sicherheit der Arbeit
  • Soziale Gerechtigkeit
  • Handlungsfähiger Staat
Jetzt gerecht - Du hast die Wahl DGB Jetzt gerecht - Du hast die Wahl

Wir sind der festen Überzeugung, dass die Parteien

1. eine neue Sicherheit der Arbeit schaffen müssen, die die Würde der Menschen wahrt und anerkennt, dass Arbeitskraft ihren Preis hat.

2. soziale Gerechtigkeit sicherstellen müssen, indem sie eine Rentenpolitik verfolgen, die vor Armut im Alter schützt und den Lebensstandard mindestens annähernd sichert. Dafür muss die gesetzliche Rente gestärkt werden. Und sie müssen die paritätische Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme wieder herstellen; das betrifft vor allem die Gesetzliche Krankenversicherung.

3. die Handlungsfähigkeit des Staates sichern, indem sie eine Daseinsvorsorge bereitstellen, die den Zusammenhalt der Gesellschaft stärkt und den Anforderungen einer modernen Volkswirtschaft genügt. Das setzt eine auskömmliche Finanzierung der ökonomischen und sozialen Infrastruktur und eines leistungsfähigen, modernen öffentlichen Dienstes durch eine gerechte Steuerpolitik voraus.

 

Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) kommt den öffentlichen Kassen teuer

Eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) oder Public-private-Partnership (PPP) ist nach Wikipedia „eine vertraglich geregelte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen der Privatwirtschaft in einer Zweckgesellschaft. Ziel von PPP ist die Arbeitsteilung, wobei der private Partner die Verantwortung zur effizienten Erstellung der Leistung übernimmt, während die öffentliche Hand dafür Sorge trägt, dass gemeinwohlorientierte Ziele beachtet werden. Die öffentliche Hand erwartet von der Partnerschaft mit der privaten Wirtschaft die Entlastung der angespannten öffentlichen Haushalte, da der private Unternehmer die Finanzierung ganz oder teilweise selbst besorgt und daher auf die Wirtschaftlichkeit des Projektes achten muss. PPP ist in der Regel einem Miet- oder Pachtvertragsverhältnis ähnlich.“

Privatisierung teuer und ineffizient ver.di ÖPP/PPP: teuer und ineffizient

Aktuell liegt ein weiteres Beispiel vor, dass ÖPP ein teurer Unsinn ist. Die Autobahn A 1 wurde durch ein ÖPP Projekt zwischen Hamburg und Bremen 2008 bis 2012 ausgebaut. Das Betreiberkonsortium aus Baufirmen und Finanzinvestoren hat den Ausbau übernommen, finanziert und im Gegenzug wurde vereinbart, dass sie dafür über 30 Jahre die LKW-Maut Einnahmen erhalten. Die Privaten hatten sich verkalkuliert und die Einnahmen aus der LKW-Maut reichen nicht aus, um die getätigten Investitionen und die einkalkulierten Gewinne zu finanzieren. Deshalb verklagen sie die Bundesrepublik auf eine Zahlung von mindestens 640 Millionen Euro. Ein klarer Beweis, dass Privatunternehmer nicht besser wirtschaften können als der Staat. ÖPP entlasten, wie die Bundesregierung immer behauptet, eben nicht den Haushalt.

Auf Dauer können ÖPP eigentlich rechnerisch nicht günstiger sein als ein direktes Engagement des Staates. Schließlich müssen mit einem Infrastrukturprojekt neben den Baukosten auch die Erträge der Unternehmen erwirtschaftet werden. Der Staat aber muss keine Gewinne erzielen. So ist staatliches Handeln günstiger, gerade in der momentanen Niedrigzinsphase. Die Infrastruktureinrichtungen gehören zur Daseinsvorsorge und müssen daher in öffentlicher Hand bleiben. Dies gilt nicht nur für Autobahnen!

Steuerlügen oder wir werden für dumm verkauft

Im Bundestagswahlkampf sorgen sich insbesondere FDP und Teile der CDU/CSU um die Normalverdiener und fordern die Abschaffung des Solidarzuschlag um die Normaalverdiener zu entlasten. Doch dies ist falsch. Den Solidarzuschlag zahlen vor allem die Besserverdienenden. Konkret: Eine Familie mit zwei Kindern zahlt bis zu einen Jahresbruttoeinkommen von rund 52.000 Euro überhaupt gar keinen Solidarzuschlag. Ein solches Einkommen haben nur wenige Haushalte.

Steuer, taschenrechner Bruno /Germany, pixabay.com Steuer Land unter

Die FDP hat sich nicht verändert, sie bleibt eine Partei für Zahnärzte und Anwälte. Die „Mitte“ interessiert nur als Stimmvieh, um Privilegien für die Besserverdienenden zu sichern.

Auch die CDU/CSU versprechen Steuerentlastungen. Der Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann will den „Mittelstandsbauch“ abschmelzen. „Mittelstand“ klingt nach Normalverdiener. Wieder Wählertäuschung, da der „Mittelstandsbauch“ nämlich vor allem ganz oben korrigiert werden soll. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll nicht mehr bei einem Jahreseinkommen von etwa 54.000 Euro greifen, sondern erst ab 60.000 Euro. Dieser Vorschlag wird damit begründet, weil heute Facharbeiter den Spitzensteuersatz zahlen müssen. Wäre toll, tatsächlich werden nach der Steuerstatistik im Mittel ein Jahreseinkommen von 26.152 Euro versteuert. Dies ist weit weg vom Spitzensteuersatz.

Natürlich gibt es Haushalte, die den Spitzensteuersatz zahlen. Momentan sind dies etwa 2,69 Millionen Steuerpflichtige, wie das Bundesfinanzministerium schätzt. Aber diese Spitzenverdiener sind keine „Facharbeiter“ sondern Ärzte, Notare oder Manager.

Nicht die Steuern an sich sind das Problem, die Steuerquote liegt seit 1975 zwischen 22 und 25 Prozent, sondern ihre Struktur. In den letzten Jahrzehnten wurden die Reichen entlastet – und die Geringverdiener belastet. Denn die „direkten“ Steuern, die auf das Einkommen und Vermögen erhoben werden, sanken. Gleichzeitig stiegen die „indirekten“ Steuern, die auf den Verbrauch entfallen und von allen gezahlt werden. Vor allem die Mehrwertsteuer kletterte von einst 10 auf inzwischen 19 Prozent.

Das irritierende Ergebnis: Allein die Steuerreformen seit dem Jahr 2000 führten dazu, dass das ärmste Zehntel der Bevölkerung jetzt 5,4 Prozentpunkte mehr Steuern auf sein Bruttoeinkommen zahlt. Das reichste Tausendstel konnte 4 Prozent sparen. 4 Prozent weniger Steuern klingt harmlos, aber bei den Reichsten ist dies eine Steuerersparnis von mindestens 40.000 Euro im Jahr.

Zudem ist der alleinige Blick auf die Steuern falsch, denn die eigentliche Belastung der Beschäftigten sind die Sozialbeiträge. Die Abgaben zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung sind bei den „Facharbeitern“ der größte Posten. Sie machen rund 20 Prozent des Bruttoverdienstes aus – und zwar ohne Freibeträge gleich ab dem ersten Cent. Dafür gibt es Beitragsbemessungsgrenzen. Besserverdienende zahlen nur bis zu dieser Grenze Beiträge. Für Einkommen darüber fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an! 2017 liegt die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung und Pflegeversicherung bei je4.350 Euro, in der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung bei je6.350 Euro (West).

Filosofen Vor der Leistung einiger Spieler muss ich wirklich den Hut zollen.

Dieter Hecking

 

 

 

MITMACHEN

13. September ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2017 jeweils ab 17.00 Uhr, abwechselnd Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 13. September, 17.00 Uhr, Sitzungsraum beim Personalrat, Nägelsbachstr. 26, II. OG. Thema ist u.a. die Vorbereitung der Tarifrunde 2018.

Impressum:

V.i.S.d.P.: C. Kleefeld, ver.di-Fachbereich Gemeinden, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg, Tel. 091123557107, Auflage 875 Stück, Redaktionsschluß, 11.5.2017. Die Kosten für den Druck wurden durch ver.di-Beiträge finanziert. Vielen Dank an alle ver.di-Mitglieder in der Stadtverwaltung. Nachdruck nur mit Genehmigung! Kontakt: roland.hornauer@stadt.erlangen.de

 

Termine & Veranstaltungen

Veranstaltung zum Antikriegstag am Sonntag, 18.9. ab 19.00 Uhr im Markgrafentheater in Erlange. Zum Auftakt Szenen aus „Biedermann und die Brandstifter“ vom Theater Erlangen, anschließend Podiumsdiskussion zum Thema Rechtspopulismus auf dem Vormarsch – Ist das Friedensprojekt Europa in Gefahr? Der Eintritt ist frei. Veranstalter ist u.a. der DGB Erlangen/Höchstadt.

 

Für uns im Personalrat aktiv (X)

Wie angekündigt stellen wir in jeder Infoausgabe unsere Personalräte vor. Dieses Mal ist Gerald Semlinger vom EB 77 (Betrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung – früher Bauhof genannt) dran. Gerald ist Mitglied im Personalrat EB 77, dort ist er der Personalratsvorsitzende und im Gesamtpersonalrat für die Arbeitnehmervertreter von ver.di. Gerald ist unter der Tel. Nr. 0170-9165325 erreichbar.

Gerald Semlinger, Bauhof, Nr. 3 GPR rh Gerald Semlinger, Bauhof

1. Seit wann bist Du bei der Stadt Erlangen beschäftigt, und in welchem Bereich arbeitest Du?

Ich bin seit dem 1.9.1984 bei der Stadt beschäftigt und zwar beim EB77 im Stadtwald.

2. Welche Ausbildung hast Du? – Hast Du bei der Stadt Erlangen gelernt?

Ich bin gelernter Forstwirt und habe die Ausbildung bei der Stadt Erlangen gemacht.

3. Was hat Dich bewegt, für den Personalrat zu kandidieren?

Ich war früher schon immer Klassensprecher und dachte eigentlich, dass das für das Berufsleben auch nicht schlecht sein kann, wenn man sich für Kollegen engagiert. Ich war schon seit Anfang der 90er für den Personalrat tätig, war auch damals schon ständiges Mitglied.

4. Hast Du damit gerechnet, dass Du gewählt wirst? Wie haben Deine KollegInnen reagiert?

Damit rechnen tut man nie, weil man die Meinung der anderen nicht einschätzen kann. Ich habe mich über das Ergebnis sehr gefreut und denke jetzt, die Kollegen sind mit meiner Arbeit zufrieden.

5. Welche Kritikpunkte gibt es von Dir, wo sich für Beschäftigte bei der Stadt Erlangen dringend etwas ändern müßte?

Einkommenssteigerung in den unteren Entgeltgruppen, ein Dauerthema. Und Verbesserung des Umgangs zwischen Stadtspitze und Beschäftigten. - Da hat sich in den letzten 4-5 Jahren eher etwas verschlechtert. - Man will zum Beispiel viele neue Regelungen schaffen, die das Arbeitsleben für Kolleginnen und Kollegen beeinträchtigen (s. DV Telearbeit und Winterdienst und andere Sachen)

Gerald Semlinger gs Gerald Semlinger

6. Im Winterdienst gibt es zurzeit eine längere Diskussion zwischen der Werkleitung EB77 und dem Personalrat. Die Arbeitszeiten sollen auf 12 Stunden (gesetzlich sind nur 10 Stunden erlaubt) ausgeweitet werden. Was sagst Du als PR-Vorsitzender dazu?

Dieses Vorgehen verstehe ich nicht. Gerade vor dem Hintergrund der vielen Gesundheitsprojekte, insbesondere des Projektes Gesund alt werden, aber auch anderer Projekte dazu und des demografischen Wandels geht das komplett in die falsche Richtung. Wir haben die Situation, dass viele Kollegen, die Winterdienst machen, zwischen 45 und 55 Jahren alt sind. Man könnte doch manche Sachen auch organisatorisch ändern, ohne dass es nur auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Ich bin jedenfalls strikt dagegen, dass es eine Ausweitung der Arbeitszeit im Winterdienst gibt.

7. Was nervt Dich bei Deiner Arbeit manchmal?

Der Verwaltungsdschungel.

8. Liest Du regelmäßig? Welches Buch zurzeit?

Ken Follett und warte sehnsüchtig auf sein neuestes Buch.

9. Machst Du Sport? – Hast Du Hobbys? – Wenn ja welche?

Ich fische, fahre Motorrad, reise gerne und genieße einfach mein Leben.

10. Warum bist Du ver.di-Mitglied geworden?

Ich bin kein Ver.di-Mitglied geworden, sondern ÖTV-Mitglied. Der Anstoß war „gemeinsam sind wir stark“. An dieser Erkenntnis hat sich nichts geändert: wir müssen uns als Arbeiter und Beschäftigte organisieren, um etwas zu verändern.

11. Wie könnte das ver.di-Info verbessert werden? Was fehlt?

Fällt mir spontan nichts ein.

Kassel rh Kassel

Bericht von der Documenta 14

Die documenta ist eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihe für zeitgenössische Kunst. Sie findet alle fünf Jahre in Kassel statt und dauert jeweils 100 Tage; sie wird daher auch als Museum der 100 Tage bezeichnet. Die documenta 14 findet in diesem Jahr vom 10. Juni bis zum 17. September statt. Grund genug zwei Mitglieder unserer Info-Redaktion in der 4. Augustwoche für zwei Tage auf eigene Kosten nach Kassel zu schicken. Nachstehend ihr Bericht, unten ist mit dem Bericht eine Bildergalerie mit einigen Fotos veröffentlicht.

Es waren zwei sehr anstrengende Tage. Durch die vielen Eindrücke waren die Sinne mehr als überflutet. Die documenta findet an vielen Ausstellungsorten statt, die meisten gut zu Fuß erreichbar. Die Qualität der Ausstellungsorte ist natürlich sehr unterschiedlich.

In der sehr attraktiv gelegenen Grimmwelt bei den Weinbergterrassen werden verschiedene Sprach- und Literatur-Projekte gezeigt. Für Kurzbesucher fehlt aber die Zeit, um die Parabeln zu lesen. Neben den gewohnten Ausstellungsorten wie documenta Halle, Fridericianum oder Neue Galerie gibt es mit der Torwache, der Neue Neue Galerie in der früheren Hauptpost oder dem ehemaligen unterirdischen Bahnhof auch ungewöhnliche Lokalitäten. Zumindest beim unterirdischen Bahnhof hätte man aus der düsteren Untergrund-Atmosphäre der 70er Jahre in Verbindung mit moderner Kunst mehr machen können oder müssen.

Auffällig ist, dass sehr wenig für die Öffentlichkeit frei zugänglich passiert. Ein paar wenige Skulpturen, das Parthenon aus verbotenen Bücher ist zu wenig, das Rahmenprogramm ist eher dürftig. Der Anspruch die breite Öffentlichkeit zu erreichen wird nicht verfolgt.

Die documenta zieht Menschenmassen an, sichtbar am documenta-Stadtplan. Ohne diese meist angereisten Besucher wäre Kassel wohl menschenleer. Auffällig die blasierten KunstkennerInnen, die ihr elitäres Bewusstsein sehr deutlich raushängen lassen. Bekommt man zufällig ihre Gespräche mit, merkt man schnell, wie wenig sich hinter der Fassade verbirgt. Kleidungsmäßig ist der urbane Freizeitstil in der Mehrheit, nur vereinzelt sind kulturelle Abendgarderobe anzutreffen. Aber auch Menschen in Wanderstiefel und karierten Hemden im sogenannten Seppel-Outfit sind anzutreffen.

Wer frühere documentas besucht hat, merkt die Ähnlichkeiten, die Wiederholungen. Der Nord-Süd Konflikt, Krieg und Gewalt, aktuell die Konzentration auf Flucht, Ausbeutung, Unterdrückung wurden vor 5, 10, 15, 20… Jahren fast gleich dargestellt.

Der Aufwand ist gigantisch, vor jedem Ausstellungsort wurden beispielsweise Container u.a. für die Garderobe (Rucksäcke mussten abgegeben werden) aufgestellt. Sehr viel Personal „bewacht“ die Bilder, Skulpturen, Projektionen, Videoinstallationen. Der Eintritt ist angesichts der Vielzahl an Ausstellungen mit 33 Euro für 2 Tage eigentlich günstig.

Dass die documenta erstmals vor Kassel in Athen für 100 Tage stattgefunden hat, ist immer nur an einzelnen Stellen bemerkbar. Insgesamt entdeckt man viele tolle Kunstwerke, die zum Nachdenken anregen, neben Werken deren Bedeutung sich auch nach längerem Grübeln nicht erschließt.

Dank den Mülljungs

Die rauen Jungs von der Müllabfuhr
beneide ich sommers keine Spur
um ihren Job. Bei größten Hitzen
stehen sie auf dem Bock und schwitzen
oder laufen ihm nach und hieven
Mülltonnen rauf, bis Perlen triefen
von ihren Stirnen, sonnenverbrannt.

Und dieser Gestank! Es ist allerhand,
was in den Tonnen so gammelt und gärt.
Während es noch in der Luft wabert, fährt
der Wagen schon längst Straßen weiter …
Wie Tod und Verwesung und Eiter
stinkt, was ich sorglos entsorgen lasse.

Ich obolier in die Abfuhrkasse
und nehm’s damit hin als gegeben,
dass die markigen Müller ihr Leben
davon finanziern und im Gegenzug
mich erlösen von dem bösen Geruch.
Ich wär in eurem Job jeden Tag krank.
Ihr Burschen seid’s nicht – und dafür habt Dank!

Jörg Borgerding

 

promi-haiku

wenn doch alle däi wou ibern
roudn debbich laafm endli
underm debbich väschwindädn

Fitzgerald Kusz

Werner Lutz wl Herr L.

Neues von Herrn L.

Verlängerung

Frau von der Leyen hat bekundet, daß sie nach den Wahlen weiterhin Verteidigungsministerin bleiben will, weil sie so gut verteidigen kann. – Das stimmt: sie verteidigt jedes Jahr aufs Neue erfolgreich einen immer größeren Rüstungsetat. – Und das verbogene G36.

Ruhestand

Die SPD hat jetzt als Wahlkampfthema die Renten entdeckt. Das ist klug gewählt. Nach den letzten Landtagswahlen sieht sie inzwischen so alt aus, daß man es ihr sofort abnimmt, wenn sie in Ruhestand gehen will.

Antwortschreiben

Sehr geehrter Herr CDU-Generalsekretär Tauber,

wenn Sie etwas Ordentliches gelernt hätten, bräuchten Sie als CDU Generalsekretär nicht dauernd dummes Zeug reden und sich an den Büfetts der Reichen durchfressen, sondern hätten Charakter, Anstand und Würde wie wir.

Die Minijobber.

Alternative

Vor dem Hintergrund, daß die Rente immer weniger wird, ist es allerhöchste Zeit, daß das „Armutsrisiko“ endlich an die Börse geht. Es wächst und wächst und wächst…

Charakterliches

Manche haben so wenig Arsch in der Hose, daß sie ihn im Gesicht tragen müssen.

Aktueller Dreisatz

1. Es gibt so viele Deutsche in Arbeit wie noch nie (Regierung)
2. Es gibt so viele Arme in Deutschland wie noch nie (Opposition)
3. Die richtige Antwort lautet also: Arbeit macht in Deutschland arm.

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekommt man auch für bestürzenden Unsinn.

Von Ulrike Hermann, aus der TAZ vom 19.8.2017, Teil I

Demokratie ist Zwang

James M. Buchanan (1919 bis 2013) erfand die Public-Choice-Theorie. Die Grundidee: Demokratie sei „Zwang“. Denn um wiedergewählt zu werden, würden die Politiker ständig Wahlgeschenke verteilen, die die Reichen mit ihren Steuern finanzieren müssten. Um diese „diskriminierende Ausbeutung“ der Wohlhabenden zu beenden, formulierte Buchanan das „Prinzip der Einstimmigkeit“. Bei ihm ist eine politische Maßnahme nur dann im „öffentlichen Interesse“, wenn Konsens herrscht. Übersetzt: Er forderte eine Vetomacht für Unternehmer, während Arbeitern oder Minderheiten keinerlei Rechte eingeräumt wurden. Buchanan betrieb keine empirische Forschung. Stattdessen stellte er abstrakte Gedankenexperimente an, die so konstruiert waren, dass sie bewiesen, was sie beweisen sollten. Dafür gab es 1986 den Nobelpreis. Reaktionäre Unternehmer wussten, was sie an Buchanan hatten, und förderten ihn früh. Ab 1956 bekam er großzügige Spenden vom Volker Fund, von General Electric und verschiedenen Ölfirmen. Später wurde er von dem ultrarechten Milliardär Charles Koch entdeckt, wie die US-Historikerin Nancy MacLean in ihrem Buch „Democracy in Chains“ nachgewiesen hat.

Neues Rätsel – Auflösung

Beim Rätsel fragten wir wo steht das abgebildete Gebäude und welchen Zweck dient es? Es war wieder zu einfach, es gingen nur richtige Lösungen ein mit steht in Ansbach und wird von der Stadtverwaltung genutzt. Deshalb wieder ein schwierigeres Rätsel, wir wollen den Namen einer städtischen Einrichtung wissen, der ergibt sich aus den beiden Bildern.

Rätselbild 1 fj Rätselbild 1
Rätselbild 2 rh Rätselbild 2

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Doris Blacha, Dietmar Radde oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Ver.di-Wirtschaftspolitik aktuell 13 / 2017 – Investitionen benötigt!

Seit vielen Jahren wird in Deutschland zu wenig investiert. Allein die Kommunen haben heute Finanzierungsbedarfe von 126 Milliarden Euro. Auch im europäischen Vergleich bleibt Deutschland weit unter seinen Möglichkeiten: Länder wie Frankreich, Großbritannien oder die Niederlande investieren deutlich mehr in ihre Infrastruktur.

  • Die AfD: Auf dem Weg in einen völkisch-autoritären Populismus- Eine Zwischenbilanz vor der Bundestagswahl 2017

Die Broschüre, vom DGB Bundesvorstand herausgegeben, bezieht in ihre Analyse sowohl das Strategiepapier der AfD, als auch das Bundestagswahlprogramm 2017 mit ein; sehr aktuell und für die politische Auseinandersetzung mit der AfD sehr hilfreich. Die Broschüre liegt uns nur elektronisch vor.

  • Synopse der wichtigsten sozialpolitischen Aussagen der Parteien zur Bundestagswahl

Der ver.di Bereich Sozialpolitik hat die Aussagen zur Alterssicherung, Teilhabepolitik/Schwerbehindertenvertretungen, Soziale Selbstverwaltung/Sozialwahlen und Arbeitsschutz und Unfallversicherung gegenübergestellt. Die Synopse kann nur elektronisch angefordert werden.

Surfen 185

Die Veröffentlichungen des Bereiches Wirtschaftspolitik in der ver.di Bundesverwaltung (siehe Rubrik anfordern) können im Internet abgerufen werden.

https://wipo.verdi.de/publikationen/

Kunst mit Satzzeichen (XIII)

                                                   \|/
                                                (O-O)
---------------------------------oOO--(_)--OOo
kopiert aus einer Mail von Holger Klietsch, Amt 31

Deutsch Boarisch Frängisch

September Septemba Sebdember

Bahn hält Brucker „Ewigkeitsvertrag“ nicht ein

Die Eisenbahnfreunde Erlangen-Bruck haben aufgedeckt, dass nach § 2 des Eingemeindevertrages vom 11. Juni 1923 die damalige Gemeinde Bruck durchgesetzt hat, dass der Brucker Bahnhof einschließlich der Toilette weiter von den Bruckern und Reisenden genutzt werden darf. Diese ewig geltende Verpflichtung will die Deutsche Bahn als Rechtsnachfolgerin nicht einhalten und hat das Gebäude schon 2012 an eine Luxemburger Firma verkauft. Nachdem der Brucker Bahnhof inzwischen Busendhaltestelle ist, gibt es ein weiteres Problem für BusfahrerInnen ihr „Geschäft“ zu verrichten.

Wähler, die Bündnis 90 / Die Grünen wählten, wählten auch….

Danko Jones rh Danko Jones

CULDUR

DANKO JONES

16.6..2017, E-WERK SAAL, ERLANGEN

Es war der Abend der klassischen Aufstellung mit Gitarre, Bass und Drums. Los ging es mit dem Nürberger Trio The Johnny Komet, die die üblichen 40 Minuten bekamen, um ihre soliden Rocknummern vorzustellen. Nach einer etwas längeren Umbaupause stürmte Danko Jones mit seinen beiden Mitspielern auf die Bühne des inzwischen vollen Saals. Los ging es mit „I Gotta Rock“ vom neuen Album „Wild Cat“. Hart, laut, mit viel Energie und Dynamik gespielt. Danko Jones zeigt in jeder Sekunde, welch stark präsenter Shouter er ist. Seit über 20 Jahren stehen die Kanadier auf der Bühne und sie machen einfach in jeder Sekunde ihres Auftritts guten geilen Hartrock. Da gibt es was auf die Ohren und nach den ersten Songs dampft der komplette Saal aus allen Poren. Dazwischen spricht Danko Jones immer wieder ausführlich mit dem Publikum, lobt T-Shirts und kündigt überflüssigerweise an „This is the Night to Rock“, als ob dies nicht alle schon längst mitbekommen hatten. Der Klassiker „Forget my Name“ wird damit angekündigt, dass der Song schon 10.000 Mal gespielt wurde und die Meute soll gefälligst „Ulalalalalalalalala“ mitsingen, was diese begeistert macht. Natürlich werden immer wieder Songs der aktuellen CD in die Setlist eingestreut. Das Titelstück „Wild Cat“ leitet den Höhepunkt mit „Cadillay“, Lovercall“ und „Gonna Be a Fight Tonight“. Bei letzteren war statt „Fight“ immer  wieder „Fuck“ zu hören und der Saal tobte und hüpfte begeistert mit. Es folgten noch 3 Zugaben. Vor „Rock Shit Hot“ wurde an die verstorbenen Rockmusiker erinnert, es war eine erschreckend lange Aufzählung der Namen. Mit „Bring on the Mountain“ war leider schon nach 75 Minuten Schluss.

Corvus Corax rh Corvus Corax

CORVUS CORAX

23.3.2017, LUX KIRCHE, NÜRNBERG

Die Lux Kirche ist ein ungewohnter, aber trotzdem guter Ort für einen Auftritt der „Könige der Spielleute“, dem Spielmannszug Corvus Corax. Im Vergleich zur üblichen Nutzung war die mit einen bunt gemischten Publikum Kirche gut gefüllt. Vom typischen verkleideten Mittelalterpublikum, Vertretern der schwarzen Szene, normalen Rockfans bis zu etlichen Silberrücken war die komplette Bandbreite zu sehen. Leider war die Kirche bestuhlt und selbst bei der dritten und letzten Zugabe blieb die Masse sitzen. Sonderbar, denn im Laufe des Abends wurde bereitwillig bei allen Mitmachspielchen wie Klatschen, Mitsingen, Händeschwingen bis hin zu genderbezogenen Aufstehspielchen in Kindergeburtstagsmanier dankbar mit gemacht. Im Mittelpunkt des Konzertes stand natürlich Frontmann Castus Rabensang, dank Chappaus, nur dürftig durch ein Fetzen Stoff bedeckt, blitzte sein schwarzes Slip immer wieder durch und etliche Frauen versuchten Großaufnahmen davon zu knipsen. Das Markenzeichen von Corvus Corax sind die mittelalterlichen, selbst gebauten akustischen Instrumente. In vielen Variationen, vom Dudelsack zur Akustikgitarre, Maultrommel, Schalmeien, Sackpfeifen, Trumscheit, Drehleier zu schier unendlich scheinenden Variationen von Flöten. Dazu kamen zwei Schlagwerke. Der Sound wurde leider von den Dudelsäcken und den beiden Schlagwerken beherrscht und die anderen Instrumente gingen häufig unter. Dank der intensiven Trommeleien von Harmann der Drescher und Steve fetzten die Songs aber stark. Durch den häufigen Einsatz der Dudelsäcke klangen sie aber sehr ähnlich. Gut gelaunt machten die Sieben immer wieder Anspielungen an den Auftrittsort, dass sie hier nicht alles sagen dürfen, um dann doch beispielsweise alles Unzüchtige zu sagen bzw. entsprechende Gedichte zu verlesen. Nach drei Zugaben und fast 140 Minuten war es für die erschöpfte Band und auch für das erschöpften Publikum vorbei. Sitzen ermüdet halt doch.

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