ver.di Info

Betriebszeitung

Betriebszeitung der ver.di Betriebsgruppe Stadt Erlangen

verdi-Info Nr. 5/2018

Betriebszeitung
Info Kopf rh Betriebszeitung

Info Nr. 5/2018 39. Jahrgang (letzte Ausgabe vor der Bierprobe) vom 11. Mai 2018

 

Inhalt:

  • Tarifrunde 2018 – Gutes Ergebnis
  • Bericht von der Mitgliederversammlung
  • Dank Personalrat können Vorgesetzte nicht alles bestimmen
  • 16. Mai Betriebsgruppe
  • Filosofen
  • Bericht vom 40. Grillfest
  • Die Pause – wichtig
  • MeToo-Debatte
  • Kurz & knackig (Neues von Werner, Termine, Preisrätsel Auflösung und Neues, anfordern, surfen 193, Culdur – Tocotronic Konzert, Buch Die kleine Inselbuchhandlungl)

 

Ver.di seit 115 Jahren die gewerkschaftliche Interessenvertretung für die Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung Erlangen!

 

TRöD 2018

Statt Prozente eine neue Tabelle!

Gutes Ergebnis!?

„Ein richtig fettes Ergebnis“ (Roland Hornauer auf der Erlanger 1. Mai Kundgebung)

Das Ergebnis ist auch dank der Aktionen bei der Stadt (300 ganztägig Streikende am 16.3. und über 700 Streikende am 11. April -  Bauhof zu, mit einer Ausnahme alle Kitas und Lernstuben geschlossen und erstmals der Schlachthof) erreicht worden.

Streik rh Streik

Ein fettes aber auch kompliziertes Ergebnis

6 % mindestens 200 Euro wurde gefordert

Den Mindestbetrag konnten wir nicht durchsetzen. Keine %uale Erhöhung! Dafür konnten wir erhebliche Verbesserungen in der Entgelttabelle durchsetzen, gerade bei den untersten Entgeltgruppen und für Berufsanfänger. Auch die Einmalzahlung bis zur Entgeltgruppe 6 bzw. zur S 4 in Höhe von 250 Euro ist eine kleine aber merkbare soziale Komponente. Die neue Tabelle passt. Im Grunde wurde jeweils die Stufe 1 gestrichen und dafür die bisherige Stufe 2 zur Stufe 1 und eine neue deutlich höhere Stufe 6 geschaffen. Ohne Leermonate bekommen alle ab 1.3.2018 mindestens 75 Euro mehr, zum 1.4.2019 gibt es noch mal mindestens 75 Euro mehr und ab 1.3.2020 mindestens weitere 27 Euro mehr. Die Beträge sind leicht aufgerundet, aber unter dem Strich werden alle Gehälter bis 1.3.2020 um mindestens 175 Euro tabellenwirksam angehoben, das ist schon eine Hausnummer. Gleichzeitig wurden bisherige Ungereimtheiten der Tabelle korrigiert, die Werte angepasst. Damit soll verhindert werden, dass ich bei einer Höhergruppierung finanziell leer ausgehe. Überdurchschnittlich fallen auch die Verbesserungen bei den Azubis aus. 100 € mehr in zwei Schritten (rückwirkend ab 1. März 2018 plus 50€ und ab 1. März 2019 weitere 50€ im Monat mehr), 30 Tage Urlaub und die Übernahmeregelung wird weitergeführt. Weiterhin profitieren gerade Auszubildende von der deutlichen Erhöhung der Stufe 1. Für nicht wenige ist auch die Verlängerung der Altersteilzeitregelungen wichtig.

Bisherige Reaktionen

„Haut die Stadt nicht um“ (Erlanger Nachrichten 21.4.2018)

Wenn dies so ist, kann man den OB nur zurufen, machen wir es wie in der Wirtschaft, Tarifverträge sind Mindestregelungen, die betrieblich aufgestockt werden.

Ver.di hat die große Streikbereitschaft nicht ausgeschöpft, war mehr drin Vergleich zur IGM

Insgesamt 220.000 Streikende, in der Woche nach Ostern waren es 150.000 bei 2,3 Mio. betroffenen Tarifbeschäftigten. Um ein besseres Ergebnis durchzusetzen müssen sich viel mehr Kolleginnen und Kollegen organisieren und engagieren.

Aus Rosenheim erhielten wir das Bild aus dem Oman. Es beweist, wir haben weltweit Druck gemacht, um das gute Tarifergebnis zu erzielen! ro Aus Rosenheim erhielten wir das Bild aus dem Oman. Es beweist, wir haben weltweit Druck gemacht, um das gute Tarifergebnis zu erzielen!

Viel zu lange Laufzeit

Mit den Arbeitgebern war die deutliche Verbesserung der Tabelle nur mit der längeren Laufzeit zu machen. Erhöhungen um mehr als 10 % haben sie bei einer kürzeren Laufzeit kategorisch abgelehnt.

Mitglieder haben das Wort

In der Betriebsgruppe am 16. Mai wird das Ergebnis erläutert und diskutiert. Anschließend findet die Mitgliederbefragung statt. Am 11. Juni entscheidet die ver.di Tarifkommission, ob das Ergebnis angenommen wird. Gleiches passiert auf Arbeitgeberseite. Die Erklärungsfrist zur Annahme der Tarifeinigung endet am 15. Juni. Dies bedeutet, dass frühestens im August die Erhöhungen ausbezahlt werden können.

Lange gedauert

Die Tarifeinigung wurde am Spätabend des 17.4. verkündet. Es hat aber bis zum 19.4. gedauert bis die Details bekannt wurden. Der Grund waren Missverständnisse bei den kommunalen Arbeitgebern und dass die neuen Tabellenwerte noch abgestimmt werden mussten. Darauf hat sich ver.di konzentriert. Andere Organisationen wie zum Beispiel der Beamtenbund haben sich auf ihre Öffentlichkeitsarbeit konzentriert und am 17. In der Nacht falsche Tabellen veröffentlicht.

Demo am 16.3. is Demo und Großkundgebung in Nürnberg

Die Tarifeinigung ist ein gewichtiger Grund sich jetzt (endlich) zu organisieren, auch weil Gewerkschaft sich deutlich lohnt. Ein Beispiel, der Gewerkschaftsbeitrag in EG 9a Stufe 4 von 35,46 € erbringt bis1.3.2020 einen monatlichen Zuwachs von 237,65 €, dies ist eine traumhafte Rendite, für 1 % Gewerkschaftsbeitrag bekomme ich Monat für Monat den 6,7 fachen Betrag, in der EG 5 Stufe 1 ist es der 10,3 fache Betrag.. Anspruch auf die Verbesserungen haben nur Gewerkschaftsmitglieder. Deshalb der Appell an alle Nochnichtmitglieder, werdet Mitglied bei ver.di. Ohne ver.di hätte es in dieser Tarifrunde keine wirkungsvollen Aktionen gegeben. Diese Aktionen kosten Geld und deshalb braucht ver.di treue Mitglieder, die mit ihren Beiträgen die Aktionen ermöglichen!

Unser schönes neues Transparent rh Unser schönes neues Transparent

Schlimmer Fehler

Im letzten Info stand auf der Titelseite: „Bemerkenswert erstmals sorgte der Streik dafür, dass am Erlanger Schlachthof nicht gestreikt werden konnte“. Natürlich erhielten wir eine Reihe von Reaktionen wie „HÄ??? Sollte das nicht eher heißen „… nicht geschlachtet werden konnte?“ Stimmt natürlich und solche Fehler passieren, wenn man schnell sein will.

Konzentrierte Mitgliederversammlung

In knapp 80 Minuten ging am 10.4.2018 unsere Mitgliederversammlung über die Bühne. Unter dem Punkt Berichte ging Roland Hornauer auf folgende Themen der Betriebsgruppenarbeit seit der letzten Mitgliederversammlung 2014 ein:

  • Gesund alt werden Urheber 10.9.2008 - Gefährdungsbeurteilungen
  • 2016 PRW
  • TR 2016, 2018
  • Neue Stadtratsmehrheit – OB
  • Stellensituation Überlastung
  • Flüchtlingssituation
  • Rechtsruck
  • Masterplan Personalmanagement
  • Führungsprobleme
  • Überleitung Theatertechnik in den TvöD
  • Sozial- und Erziehungsdienst Aufwertung 2015
  • EGO
  • INFO
  • Grillfest

In der Diskussion wurde die kritische Einschätzung zum Thema Masterplan Personalmanagement noch bestärkt. Für die anwesenden ver.di Mitglieder ist nicht erkennbar, dass die über 2-jährige Arbeit zum Masterplan bisher etwas gebracht hat.

Hinsichtlich der künftigen Arbeit wurde beschlossen, dass die ver.di Betriebsgruppe Stadt weiterhin für alle Mitglieder offen ist. Wer Interesse hat braucht sich nur bei roland.hornauer@stadt.erlangen.de und wird zu den Sitzungen eingeladen. Weiterhin wurde ein Antrag zur Verbesserung der ver.di internen Kommunikation im Fachbereich und zur Begrenzung der Seniorenmandate auf 2 Wahlperioden beschlossen.

Ich sitze bei den Spielen neben meiner Frau, um dort meinen ehelichen Pflichten nachzukommen.

Andreas Rettig

Dank Personalrat können Vorgesetzte nicht alles bestimmen

Vorgesetzte glauben sie haben das Direktionsrecht und können damit kurzfristig zum Beispiel die Arbeitszeit oder den Einsatzort bestimmen. Von wegen, denn das Direktionsrechtes auch nach Maßgabe von §106 der Gewerbeordnung ist begrenzt. Die Mitbestimmungsrechte des Personalrates gehen vor! Auch wenn Sachbearbeiter des Personalamtes wohl den Vorgesetzten immer wieder was Anderes sagen, die vom Personalrat mit dem Oberbürgermeister getroffenen Arbeitszeitregelungen gelten. Jede Änderung oder Abweichung, sei es auch nur für einen Tag, bedarf der Zustimmung des Personalrates. Gleiches gilt, wenn Vorgesetzte Beschäftigte einfach ohne Bezahlung heimschicken, weil die Diensträume renoviert werden oder weil abends Winterdiensteinsätze anstehen könnten. In allen diesen Fällen sofort den Personalrat einschalten, Vorgesetzte auf die Rechtswidrigkeit ihres Handelns hinweisen und sich die rechtswidrige Anweisung schriftlich geben lassen. Im Zweifel lässt sich der Sachverhalt mit Rechtschutz von ver.di gerichtlich klären und es könnten Schadensersatzansprüche gegen die Stadt und/oder den Vorgesetzten geltend gemacht werden.

 

2018 wechselnde Tage!

MITMACHEN

16. Mai ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2018 jeweils ab 17.00 Uhr, abwechselnd Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am 16. Mai, 17.00 Uhr, im Sitzungsraum beim Personalrat, Nägelsbachstr. 26, II. OG. Hauptthema ist das Tarifergebnis.

Besser Arbeiten - gesünder leben
Aktionswoche Pause ver.di Besser Arbeiten - gesünder Leben

Die Pause

Zunehmend ist festzustellen, dass stundenlang durchgearbeitet wird. Pausen fallen aus, um die gestiegenen Arbeitsanforderungen zu erfüllen. Insbesondere Beschäftigte aus den Sozial- und Erziehungsberufen lassen häufig die Pause ausfallen.

Pausen im Arbeitszeitgesetz

Nach dem § 4 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sind Pausen im Voraus feststehende Ruhezeiten, d. h. unbezahlte Arbeitsunterbrechungen. Die Höchstarbeitszeit ohne Pause beträgt sechs Stunden. Die Pausenzeit bei sechs bis neun Stunden Arbeitszeit beträgt 30 Minuten, bei über neun Stunden 45 Minuten.  Die Ruhepausen können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Der Arbeitgeber hat nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes von 2006 dafür zu sorgen, dass diese Pausen auch tatsächlich genommen werden. Das gehört zu seinen Pflichten. Tut er das nicht, stellt dies nach den §§ 22, 23 ArbZG eine Ordnungswidrigkeit dar.

Warum Pausen so wichtig sind

Arbeit beansprucht bekanntermaßen den Menschen. Der Körper braucht Erholungszeiten. In der Regel macht der Körper auf sein Ruhebedürfnis aufmerksam: wir gähnen, Muskeln und Gelenke schmerzen oder wir können uns nicht mehr konzentrieren. Pausen dienen dazu, Ermüdungen und andere Belastungen ausgleichen, sich zu erholen. Wird dies nicht gemacht kommt es langfristig zu chronischer Übermüdung, Erschöpfung, Verschleiß bis hin zu Erkrankungen. Es gehört zu den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen, dass sich Ermüdung und Erholung innerhalb eines Tages (24-Stunden-Zyklus) ausgleichen müssen.

Pausenkultur erhalten bzw. schaffen

Der Arbeitgeber hat z. B. nach der Arbeitsstättenverordnung für eine regelmäßige Unterbrechung der Tätigkeiten an Bildschirmgeräten durch andere Tätigkeiten zu sorgen oder regelmäßig Erholungszeiten einzuräumen. Der Nutzen von Erholzeiten in Form von Kurzpausen ist belegt. Es mangelt also nicht an Argumenten und Fakten für die Pause.

Der gewollte Personalmangel und steigende psychische Arbeitsanforderungen sowie Formen der indirekten Steuerung befördern die Kultur der Pausenlosigkeit. Dies wirft u. a. die Frage auf: Wer bestimmt nach welchen Kriterien über die Zeit der Beschäftigten? Diese wollen mehr Arbeitszeitsouveränität, aber ohne betriebliche Auseinandersetzung wird die nicht zu haben sein.

Selbst tätig werden

Erster Schritt ist ganz konkret die Pausen einzufordern. Stehen Pausen nicht fest, vom Vorgesetzten verlangen, dass im Voraus Pausenzeiten festgelegt werden. Geschieht dies nicht sofort Personalrat und ver.di einschalten.

Tolle Jubiläumstorte - großer Dank an die Konditorin rh Tolle Jubiläumstorte - großer Dank an die Konditorin

40. ver.di Grillfest am 4. Mai

Für die Highlights des Jubiläums Grillfest sorgten die Besucher. Wir bekamen zwei Senflöffel geschenkt, weil eine Besucherin die gewohnten Kaffeelöffel in den Senfgläsern nicht mehr sehen konnte. Tja und dann bekamen wir die wundervolle Jubiläumstorte geschenkt. Sie war so schön, dass sich zuerst niemand traute ein Stück von der Torte zu nehmen. Das Wetter war am Nachmittag optimal und so strömten zunächst die Besucher und alle Bänke waren belegt. Am späten Nachmittag wurde es spürbar kälter, es kamen kaum mehr KollegInnen und gegen 21.00 Uhr ging dann das Grillfest wetterbedingt erstaunlich früh zu Ende. Nach zwei Jahren Pause spielte wieder unsere Grillfestband „Handle with Care“ gewohnt gut und inzwischen erstaunlich professionell auf. Zwar ohne Schlagzeuger meisterten sie eine sehr umfangreiche Setlist mit sehr vielen Klassikern der Rock-, Blues- und Popgeschichte. Ursprünglich wollten sie 68 (!) Songs spielen, wetterbedingt waren es dann leider einige weniger. Dank der zahlreichen fleissigen HelferInnen – herzlichen Dank dafür – klappte wieder fast alles, die Zusammenarbeit war sehr gut und niemand musste hungrig oder durstig bleiben. Dass das Grillfest älter geworden ist konnten nur Eingeweihte anhand der anwesenden Enkelschar erkennen.

Kuchen und Salate, von fleißigen Frauen und wenigen Männern zubereitet, erwarteten die Gäste. Sogar einen Erdbeerkuchen gab es, er wurde schließlich im letzten Jahr vermisst. Traditionell kamen einige Stadträte zum Grillfest, Uwe Greisinger, Christian Lehrmann von der CSU, Gisela Niclas, Barbara Pfister, Philipp Dees, Robert Thaler von der SPD und Wolfgang Winkler von der Grünen Liste. Frank Höppel von der ÖDP war in Doppelfunktion als Stadtrat und Personalrat des Klinikums am Europakanal da. Nachdem auch OB Florian Janik kam hätte es zu einer Stadtratsausschusssitzung gereicht. Erstmals war die stellvertretende ver.di Bezirksgeschäftsführerin Rita Wittmann beim Grillfest, es hat ihr, ihren Enkel und ihren Partner gut gefallen. Traditionell waren der frühere ÖTV-Geschäftsführer Frank Riegler und der Erlanger DGB-Kreisvorsitzende Wolfgang Niclas gekommen. Der termin für das 41. Grillfest steht noch nicht fest.

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekommt man auch für bestürzenden Unsinn.

Von Ulrike Hermann, aus der TAZ vom 19.8.2017, Teil I

Demokratie ist Zwang

James M. Buchanan (1919 bis 2013) erfand die Public-Choice-Theorie. Die Grundidee: Demokratie sei „Zwang“. Denn um wiedergewählt zu werden, würden die Politiker ständig Wahlgeschenke verteilen, die die Reichen mit ihren Steuern finanzieren müssten. Um diese „diskriminierende Ausbeutung“ der Wohlhabenden zu beenden, formulierte Buchanan das „Prinzip der Einstimmigkeit“. Bei ihm ist eine politische Maßnahme nur dann im „öffentlichen Interesse“, wenn Konsens herrscht. Übersetzt: Er forderte eine Vetomacht für Unternehmer, während Arbeitern oder Minderheiten keinerlei Rechte eingeräumt wurden. Buchanan betrieb keine empirische Forschung. Stattdessen stellte er abstrakte Gedankenexperimente an, die so konstruiert waren, dass sie bewiesen, was sie beweisen sollten. Dafür gab es 1986 den Nobelpreis. Reaktionäre Unternehmer wussten, was sie an Buchanan hatten, und förderten ihn früh. Ab 1956 bekam er großzügige Spenden vom Volker Fund, von General Electric und verschiedenen Ölfirmen. Später wurde er von dem ultrarechten Milliardär Charles Koch entdeckt, wie die US-Historikerin Nancy MacLean in ihrem Buch „Democracy in Chains“ nachgewiesen hat.

 

Kein Fake

Der Beamtenbund hat tatsächlich den neuen bayrischen Ministerpräsidenten einen Södertaler überreicht. Lassen wir einfach so stehen und versprechen, dass wir nicht planen ein Janikzehnerle zu vergeben.

 

Servicezentrum für Mitgliederangelegenheiten

Ver.di hat für Fragen um die Mitgliedschaft wie Änderungen (u.a. Adressänderung, Arbeitgeberwechsel); Beitragsquittung oder Beitragsänderung ein Servicezentrum eingerichtet. Dieses ist telefonisch unter der 0911/23 557 0 erreichbar, per Mail service.bayern@verdi.de.

 

Teuflischer Klempner

Von Jörg Borgerding

Verreckt dir der Boiler vom Stiebel,
dann helfen nicht Beten noch Bibel.
Es gibt dann nur eins, das dir frommt:
ein Klempner, der teuflisch schnell kommt!

 

MeToo-Debatte

Verdrängung ist ein aktiver Vorgang. Und bei diesem Vorgang können wir uns in der MeToo-Debatte beispielhaft beobachten. Die Mechanismen:

Normalisieren. „Willkommen in der Wirklichkeit. So ist die Welt, so sind die Männer.“ „Für wirklich schwere Fälle haben wir das Strafrecht, alles geregelt.“ „Ist Sex nicht immer irgendwie übergriffig?“

Bagatellisieren. „Ein paar ungehobelte Typen sind sexistisch, Einzelfälle.“ „Stell dich nicht so an.“

Pathologisieren. „Du bist zu blöd, dich zu wehren“ „Du machst dich ja selbst zum Opfer!“ „Hysterische Weiber.“ Und ganz einfach und effektiv: „Dieser Frau kann man nicht glauben. Sie übertreibt.“

Blame the victim. „Frauen mit Dekolleté sehnen Übergriffe geradezu herbei!“ „Dann mach doch die Bluse zu!“

Relativieren I. „Vergewaltigung, Gewalt, das ist eine Straftat. Was du da erlebst, ist nichts dagegen.“

Relativieren II: „Männer erleben auch Sexismus.“

Relativieren III: „Früher, da war Patriarchat, da war es schlimm. Aber heute können Frauen sich ja wehren!“

Rationalisieren: „Wo sind deine Beweise? Warum zeigst du nicht an? Ich glaube dir kein Wort.“

Vieles in der Metoo-Debatte wird nach diesen Mustern verhandelt. Vor allem der Verweis darauf, dass vieles doch eher in der Vergangenheit angesiedelt ist, etwa in den Fällen Weinstein und Wedel, ist schwer in Mode. Als hätten wir heute in Kunst und Kultur dem männlichen Geniekult flächendeckend abgeschworen. Nein, die MeToo-Debatte ist nicht übertrieben. Sie hat erst angefangen. Tarantino denkt über seinen Umgang mit Uma Thurman nach. Werner Herzog sinniert über Kinski. Und die Debatte hat ja bisher nur wenige Bereiche erfasst. Wie sieht denn das Praktikantinnenwesen im restlichen Kulturbetrieb aus? Im Rest der Arbeitswelt? Die Debatte setzt sich gerade mit dem Titel „#SkiToo“ der Süddeutschen Zeitung fort. Da geht es um Missbrauchsfälle im österreichischen Profisport. Und man kann froh sein, und das wissen wir dank der FAZ, dass mittlerweile eine Mehrheit der Deutschen diese Debatte nicht für übertrieben hält.

Von Heide Oestreich, aus der TAZ vom 10.2.2018

Werner Lutz wl Werner Lutz  – Werner Lutz

Neues von Werner

Deutschland

Immer dann, wenn es in Deutschland wieder einmal so weit war, daß ir-gendwas nicht zu Deutschland gehören soll, endete es damit, daß von Deutschland danach nicht viel übrig blieb.

Und nun das Letzte zum Wetter…

Weil immer weniger Deutsche Organspender werden, hat sich die künftige Bundesregierung als Ausgleich entschlossen, daß Deutschland auch weiterhin verlässlicher Orkanspender bleibt. – Ihr Beschluß, daß die Klimaziele von Paris weiterhin verfehlt werden, war einstimmig.

Hoffnungsvoll

Nach einer aktuellen Studie hat die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ein hohes politisches Interesse wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Das ist ermutigend: schließlich wird es höchste Zeit, daß Bürger aufgrund des desolaten Zustands fortgesetzter Regierungslosigkeit ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen.

 

Termine

85 Jahre Bücherverbrennung - Schlossplatz - Erlangen - 12.05.2018, 12:00 Uhr; Stadtführung 14:00 Uhr Schlossplatz.

Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung

16. Mai 2018 – Gewerkschaftshaus Nürnberg , 7. OG – Raum Burgblick (17:00 Uhr), Referent ist Hans Sterr u. a. der Vertreter von ver.di Bayern im Dialogforum „Digitalisierung der bayerischen Staatsregierung“.

Stammtischkämper*innenausbildung

Der Umgang mit rechtspopulistischen Parolen und Argumenten ist nicht immer einfach, aber dringend notwendig, um ein Zeichen gegen Hetze und Menschenfeindlichkeit zu setzen und möglichst viele Menschen zu überzeugen, dass wir Gewerkschafter*innen bessere Lösungen für die Probleme der Menschen anzubieten haben. Aus diesem Grund bietet ver.di Bayern eine Stammtischkämpfer*innenausbildung an, die sich gezielt an aktive ver.di-Kolleg*innen richtet. Sie finden statt: Freitag, 18. Mai 2018 von 10 bis 17 Uhr in Nürnberg, Gewerkschaftshaus, Kornmarkt 5-7, 7. Stock

TAGESSEMINAR

„Betriebliche Demokratie – damals und heute“

Samstag, 16. Juni 2018 · 10:00 – 16:00 Uhr

Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick, 7. OG

Wir bitten um Anmeldung an: nicole.adelmann@verdi.de

Rätsel 5/2018 rh Rätsel 5/2018

Rätsel –Auflösung und neues Rätsel

Wir wollten wissen in welcher Stadt steht das Rathaus und welche Statue steht davor? Es war wohl zu schwierig, wir erhielten nur einen halbwegs richtigen Lösungsversuch, „Rathaus mit Statue von Eleanor von Arborea“. Es fehlte zwar die Ortsangabe Oristano (auf Sardinien), großzügig wie wir sind haben wir es aber als richtige Lösung gewertet und prämiert. Da das Ausland wohl zu schwierig ist, fragen wir neu, wo steht dieses Rathaus? Als Preise winken ver.di Streuartikel und Stadionhefte des Ruhmreichen!

 

Samstag als Werktag

 Der Samstag ist ein Werktag im Sinne von § 6 Abs. 3 Satz 3 TVöD-K und § 6.1 Abs. 2 Satz 1 TVöD-K.

  BAG, Urteil vom 20.9.2017 – 6 AZR 143/16

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Doris Blacha, Dietmar Radde oder Iris Schubert, PR, (86 2997, 86 2987, 86 2420 oder 86 1956, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

  • Ver.di WM Planer 2018

Für die anstehende Fußballweltmeisterschaft hat ver.di einen handlichen Planer mit allen Spielpaarungen und –termine veröffentlicht. Die Ergebnisse müssen aber selbst eingetragen werden.

  • Materialien zur Tarifrunde

Wir haben noch einige der Streuartikel wie Samentüte mit Kresse Samen und Schokostücke für ein gutes Angebot. Auch den informativen Flyer mit der Beitrittserklärung verschicken wir gerne und wünschen uns, einige Neumitglieder. Das Tarifergebnis alleine ist doch Grund genug ver.di-Mitglied zu werden! In diesem Zusammenhang, bitte die Streikplakate und Streikwesten aufheben, die nächsten Einsatzmöglichkeiten kommen schneller als man denkt.

  • Impressionen vom ver.di Grillfest

Diese hat „Andy“ auf einer DVD festgehalten. Die DVD kann bei uns ausgeliehen werden.

 

Surfen 193

Bilder vom 40. – Jubiläums – ver.di Grillfest sind im Internet unter

http://erlangen.verdi.de/bilder

zu finden. Ein Klick auf die Bilder vergrößert diese.

Verdi-Demo am 11.4.2018 in 8:14 Min.

https://youtu.be/CuiI5RiUD-0

Gefilmt von Kollegen Peter Schmidt aus dem Umweltamt.

 

 Reichtumsverteilung

Zehn 100 € Scheine ergeben einen ein Millimeter hohen Stapel.
Arbeitnehmer verdienten 2017 Brutto durchschnittlich knapp vier Zentimeter.
Hochgerechnet auf das Arbeitsleben wären das 1,8 Meter...

Jeff Bezos (Amazon-Chef) hat ein Vermögen von 120 Kilometer.

Da muss man schon Verständnis dafür haben, dass er sich keine Tarifgehälter oder Steuern leisten kann.

Anders formuliert: Niemand wäre auf Flaschen sammeln im Müll oder auf Essen von den Tafeln angewiesen, wenn solche Vermögen ehrlich besteuert würden.

 

 

Deutsch     Boarisch    Frängisch

Der Zucker da Zugga   der Zogger

 

Kunst mit Satzzeichen (XIII)

     ~

      ~ ~

    ~ ~ ~

   ~ ~ ~ ~

  ~ ~ ~ ~ ~

~ ~ ~ ~ ~ ~

 ~ ~ ~ ~ ~

  ~ ~ ~ ~

   ~ ~ ~

    ~ ~

     ~

(Floating)

Tocotronic rh Tocotronic

Culdur

TOCOTRONIC

ERLANGEN, E-WERK SAAL, 9.3.2018

Tocotronic sind erfolgreich wie nie. Ausverkaufte Tour, die neue CD „Die Unendlichkeit“ auf Platz 1 diverser Charts und dies alles im Jahr ihres 25-jährigen Bestehens. Im E-Werk wurde ihr Erfolgsgeheimnis deutlich, überragende Texte, die mit Blick auf das Publikum bei Jung und Alt ankommen, gepaart mit einer Musik, die auf CD als wunderbar leicht melancholischer Indie rüberkommt und Live einfach toll rockig nach viel Gitarren klingt. Lang vorbei die Zeiten als Tocotronic bei ihren ersten Erlanger Auftritten als blasierte Studentenjünglinge rüberkamen. Frontmann Dirk von Lowtzow begrüßte den vollen Saal sehr nett, „Hallo Erlangen, hallo Nürnberg, hallo Fürth, hallo Bamberg, herzlich willkommen. Wir sind – pause – Tocotronic. Wir spielen nicht in den größten Hallen. Aber dafür an den schönsten Orten für die schönsten Menschen“. Damit ging es in einen tollen Abend. Schon der Auftakt mit dem Titelsong des neuen Albums "Die Unendlichkeit" und "Electric Guitar" überzeugt den Saal vollauf. Mit letzterem Lied ist der Band ein neuer Bandklassiker gelungen, der einfach gut abgeht. Kein Wunder bei drei jaulenden Gitarren und den Refrain „ich erzähle Dir alles und alles ist klar, Electric Guitar“. Die neuen Songs fügen sich in die Setlist sehr gut ein, der Übergang zum Klassiker "Let There Be Rock" gelingt mühelos. Die Aufforderung vor „Kapitulation“ zu Tanzen hätte von Lowtzow sich sparen können, das Publikum war schon spätestens ab dem 2. Song in Bewegung. Bei „Wie wir leben wollen“ wird der Refrain „Aber hier leben, nein Danke“ begeistert mitgesungen. Weitere Höhepunkte waren die harten, punkigen Songs wie "Sag alles ab" und natürlich ihr Hit "This Boy Is Tocotronic". Die Todes-Hymne "Unwiederbringlich" wird anschließend von Dirk von Lowtzow solo performt. Mit dem neuen Liebeslied "Alles was ich immer wollte war alles" endet der reguläre Set. Mit "Hi Freaks" und „Letztes Jahr im Sommer“ geht es in die Zugabenparty. Auch danach wollen die Zugabe Rufe nicht enden und Tocotronic kommen für "Explosion" und passend zur Fahrradstadt Erlangen für „Freiburg“ noch einmal raus. Danach ist das Konzert nach knapp mehr als 90 Minuten zu Ende. 

Tocotronic rh Tocotronic

Buch-Tipp

DIE KLEINE INSELBUCHHANDLUNG

JANNE MOMMSEN

ROMAN

ROWOHLT TASCHENBUCH VERLAG, 286 SEITEN, ISBN: 978-3-499-29154-8

Der aktuelle Roman von Janne Mommsen ist wieder typisch locker und leicht geraten, wie viele seiner Romane. Die passende Urlaubslektüre bzw. fast ein „Muß“ für alle Liebhaber der Nordsee und der friesischen Inseln. Bekanntermaßen schafft es der frühere Krankenpfleger, Werftarbeiter und Traumschiffpianist hervorragend die Landschaft, die Besonderheiten der Inseln und ihrer Bewohner mit den markanten, manchmal skurrilen Profilen sehr gut zu beschreiben. Die Geschichte dieses Mal, die 40-jährige Greta Wohlert arbeitet als Stewardess bei der Lufthansa und lebt in Frankfurt. Vor dem Start eines Flugs nach Shanghai bekommt sie Platzangst, ihr wird schwarz vor Augen und sie wird per Krankentransport von Bord gebracht. Körperlich fehlt ihr Nichts. Zur Erholung reist sie zu ihrer Tante Hille. Diese lebt auf einer Nordseeinsel (Föhr) in einem Haus am Strand. Zusammen mit tausenden Büchern in einen ehemaligen Laden und ihrer Lebensgefährtin Karin. Als Kind war Greta immer in den Schulferien bei ihrer Tante. Auf der Insel blüht Greta natürlich richtig auf. Sie organisiert im Auftrag ihrer Tante mit großen Erfolg den Verkauf der vielen Bücher über einen Bücherflohmarkt. Als Greta wieder in ihren Job zurückmuss, bekommt sie erneut eine Panikattacke. Sie wird für zwei Wochen krankgeschrieben. Zwei Wochen in denen sie sich entscheiden muss, wie es in ihren Leben weitergeht. Durch den Bücherverkauf reift die Idee eine Buchhandlung zu eröffnen. Soll sie das Risiko eingehen? Zusätzlich wachsen ihre Gefühle zum Lufthansapiloten Florian, der sie auf der Insel besucht und zum Inselbewohner und Surfer Claas. Diese Geschichten werden sehr warmherzig und flüssig erzählt. Allerdings enthält sie auch zu viele Themen, die nur kurz angerissen und nicht auserzählt werden. Alles wendet sich zum Guten und damit ist „die kleine Inselbuchhandlung“ ein komplettes Wohlfühlbuch. Leider ist die Realität anders.

ver.di-Info