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verdi-Info Nr. 5/2015

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Info Nr. 5/2015 36. Jahrgang (2. Streikwoche im Sozial- und Erziehungsdienst!) vom 18. Mai 2015

Inhalt:

#Sozial- und Erziehungsdienst #aufwerten – Schon in der 2. Streikwoche

#Sozial- und Erziehungsdienst #aufwerten - Medienecho

#Sozial- und Erziehungsdienst #aufwerten – Solidarität, unsolidarische FDP

Grillfest

Kurz & knackig (Bilderrätsel, anfordern, surfen 159, Für Feinschmecker XIII, Hymne an den Besserwisser, Culdur mit Konzertberichte „Archive“ und „Feine Sahne Fischfilet“)

 

Erzwingungsstreik im Sozial- und Erziehungsdienst

Schon in der 2. Streikwoche!

Stark wie noch nie sind derzeit die Kolleginnen und Kollegen im Sozial- und Erziehungsdienst. Rund 150 Streikende pro Tag legen flächendeckend den Sozial- und Erziehungsdienst in der Stadt Erlangen lahm. Ein Kraftakt, den bislang die öffentlichen Arbeitgeber aussitzen wollen. Pro Streiktag sparen diese Personalkosten und sie hoffen, dass sich der Unmut der direkt betroffenen Eltern gegen die Streikenden richtet. Es ist eine grundsätzliche Auseinandersetzung und deshalb natürlich Schwerpunktthema dieses Infos.

Aufwerten Jetzt! ver.di Aufwerten Jetzt!

Betrifft alle städtischen Beschäftigten

Der Streik geht alle an. Deshalb gilt es für alle Solidarität zu zeigen und die Streikenden zu unterstützen.

Ist der Streik erfolgreich gehen wir gestärkt in die nächste Tarifrunde 2016. Ist der Streik erfolglos wird die nächste Tarifrunde sehr schwierig.

Seit Jahren verweigern sich die öffentlichen Arbeitgeber über die Lohn- und Gehaltsrunden hinaus, tarifliche Verbesserungen mit ver.di zu vereinbaren. Stattdessen zahlen sie lieber freiwillige, jederzeit widerrufliche Zulagen, wie Arbeitsmarktzulagen, nach Gutsherrenart. Gelingt es jetzt diese Blockade zu durchbrechen wird der Weg frei für weitere tarifliche Verbesserungen in anderen Bereichen.

Die Gesellschaft muss umsteuern

In unserer Gesellschaft ist die Arbeit an und mit Menschen im Bildungs-, Kinder- und Jugendbereic, im Gesundheitswesen und in der Altenpflege mies bezahlt. Es ist mehr als überfällig diese Frauenberufe deutlich finanziell aufzuwerten und mehr gesellschaftlichen Reichtum zur Aufwertung dieser Tätigkeiten zu verwenden.

Bunte und breite Bewegung

Mit viel Phantasie und Engagement bereiten die Streikenden die Erlanger Aktionen vor. In den nächsten Tagen ist folgendes geplant:

Montag, 18.05.:

 

·       Streikfrühstück ab 9:00  Uhr Schuhstraße 40

·       Vorbereitung Demozug und Streikfrühstück mit OBM Dr. Janik

·       Arbeitsgruppen

  • Demonstration durch die Innenstadt mit Abschlusskundgebung am Rathausplatz geplant. Start ist um 11.00 Uhr vor der Schuhstr. 40. Die Demonstration geht über die Universitätsstr., Krankenhausstr., Neue Str., Martin Luther Platz, Hauptstr., Schlossplatz, Hugo zum Rathausplatz, wo ab 12.00 Uhr verschiedene Streikende über ihre Situation informieren.

·       Am Hugenottenplatz wird ab Montag 14.00 Uhr ein Bauwagen als mobiles Streiklokal aufgestellt.  Das mobile Streiklokal wird durchgehend am Montag von 14.00 bis 18.00 Uhr besetzt sein und soll zum einen Treffpunkt für die Streikenden, aber im speziellen auch Informationsmöglichkeit für Eltern und am Streik Interessierte sein. Am Dienstag und Mittwoch wird das mobile Streiklokal von 11 -18 Uhr besetzt sein. Zum Start am Montag wird es um 14 Uhr eine Luftballonaktion geben.

·       14:00 Uhr: Elternaktion im 1. Stock des Rathaus der Kindergruppe Frankenhof und evtl. weiteren Eltern mit Bobby Cars, …

 

Dienstag, 19.05.:

 

·       Streikfrühstück um 8:30 im Ratssaal mit OBM mit anschließender Streikerfassung

·       anschließend Arbeitsgruppen im Gewerkschaftshaus, Friedrichstraße

·       11:00 – 18:00 Uhr Streikinfostand am Hugenottenplatz
(Bauwagen des Jugendhauses West)

·       5 vor 12 Spontanaktion

 

Mittwoch, 20.05.:

 

·       Streikfrühstück ab 9:00  Uhr Schuhstraße 40

·       11:00 – 18:00 Uhr Streikinfostand am Hugenottenplatz
(Bauwagen des Jugendhauses West)

·       Bei Interesse Workshop mit Jürgen Scholz – Betrieblicher Sozialdienst

·       5 vor 12 Spontanaktion

 

Donnerstag, 21.05.:

 

·       Streikfrühstück ab 9:00  Uhr Schuhstraße 40

·       10 Uhr Einrichtungsbesuche durch Fahrradgruppe

·       5 vor 12 Spontanaktion

·       Nachmittags weitere Einrichtungsbesuche

·       Wanderung auf den Erlanger Berg

 

Freitag, 22.05.:

 

·       Fahrt nach Nürnberg zur Abschlusskundgebung der 1. Streikphase

 

Wie geht es dann weiter?

Ist zur Zeit noch offen, darüber entscheidet eine bundesweite Streikdelegiertentagung in Fulda am 20. Mai 2015 von ca. 11.00 – 16.00 Uhr. Dort geht es insbesondere um einen Austausch mit KollegInnen aus Streikbetrieben, um nach den ersten ca. 10 Tagen eine Einschätzung zur Stimmungslage zu erhalten und weitere Absprachen zur Streikstrategie zu treffen. Aus Erlangen werden zwei Personen teilnehmen und am 21. Über das weitere Vorgehen informieren.

 

Automatisch Antworten gut genutzt

Etliche Streikende nutzen die Funktion „Automatisch Antworten“ im Mailsystem recht gut wie nachstehende Beispiele zeigen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ch beteilige mich am unbefristeten Streik der Sozial-und Erziehungsdienste und bin deshalb bis auf weiteres nicht an der Schule erreichbar. Bitte beachten Sie, dass eingehende Mails nicht weitergeleitet werden. In dringenden Fällen können Sie sich an das Jugendamt Erlangen wenden.

Die Einrichtung ist geschlossen!

Mit freundlichen Grüßen

wegen streik des sozial-und erziehungsdienstes bin ich erst wieder  ab 26.6.15 zu erreichen.

Aufgrund des Streiks im Erziehungs- und Sozialwesen werden Ihre E-Mails nur in Notfällen beantwortet. In dringenden Fällen können Sie sich an das Geschäftszimmer wenden

Ich bin aufgrund der Streikmaßnahmen im Sozial-und Erziehungsdienst von 11.-22.05.2015 nicht erreichbar. Eingehende Mails werden nicht weitergeleitet.

Der sozialpädagogische Dienst befindet sich ab Montag, den 11.05.2015 im unbefristeten Streik.

Die Kindertagesstätte Flohkiste ist geschlossen. Bitte informieren Sie sich sich unter

www.erlangen.de

Der Abenteuerspielplatz befindet sich im unbefristeten Streik.
Vom 11.05. - 08.06. bin ich persönlich nicht erreichbar. Ich nehme teil am Streik des Sozial-und Erziehungsdienstes

Der Streik in den Medien

Nachstehend drucken wir auszugsweise einige gute Artikel über dem Streik ab.

Arbeitskampf - wir haben das Wort lange nicht gehört. Nun ist es in aller Munde. Überall im Land wird gestreikt. Postler wehren sich gegen den Verkauf ihrer Filialen. Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) kämpft um ihr Streikrecht. Erzieher fordern mehr Geld. Höchste Zeit, nach so vielen Jahren des gebückten Ganges. Aber es geht um mehr als die Höhe der Löhne. Der Wert der Arbeit wird neu verhandelt.

Die Büchsenspanner des Kapitals werden unruhig. Die wirtschaftsfreundlichen Blätter "Welt" und "Handelsblatt" warnen vor der "Streikrepublik". Die Arbeitgeber fürchten das Schlimmste: 2015 könnte das stärkste Streikjahr seit beinahe zehn Jahren werden. Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln rechnet damit, dass heuer mehr als 430.000 Arbeitstage ausfallen. Schon im vergangenen Jahr hatte der Chefvolkswirt der Allianz gesagt: "Ich fürchte, dass viele Menschen glauben, dass wir nach Jahren der Lohnzurückhaltung nun in ein goldenes Jahrzehnt einsteigen." Und das wäre - natürlich - "sehr gefährlich".

Medien auf der Seite der Arbeitgeber

Gefährlich? Für wen? Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat gerade noch einmal die implizite Drohung des Kapitals erläutert: "Der Wettstreit um größere Anteile am Wohlstandskuchen führt leicht dazu, dass der Kuchen insgesamt nicht mehr wächst, sondern schrumpft." So ist das also. Es soll jeder schön an seinem Platz bleiben. Wer mehr will, der bekommt am Ende weniger. Jedenfalls wenn er ein Arbeitnehmer ist. Wobei in Wahrheit ja der Arbeitnehmer seine Arbeit gibt, und der Arbeitgeber sie nimmt. Das nur am Rande.

Es ist immer wieder bemerkenswert, dass die Sorge um den Kuchen nur dann aufkommt, wenn sich die Arbeitnehmer ein größeres Stück genehmigen wollen. Wenn die Unternehmen ihre Gewinne steigern, wenn die Aktionäre ihre Coupons zur Bank tragen. Wenn für die Leute, die die Arbeit machen, nur Krümel bleiben, beklagen sich unsere Zeitungen nicht darüber.

Das ist die Gerechtigkeit der Habenden. Man kennt das: Da sitzen drei am Tisch und es werden zwei Stücke vom Kuchen abgeschnitten - und der dritte nimmt sich den Rest und sagt mit vollem Mund: Was wollt ihr? Sind doch drei Stücke...

Ver.di im Recht

Jetzt sollen endlich die gröbsten Ungerechtigkeiten beseitigt werden. Es ist richtig, dass sich die Gewerkschafter von Ver.di das Recht nehmen, nicht nur die Lohnhöhe zum Kampfthema zu machen - sondern die Lohnstruktur. Warum bezahlen wir die Leute, die sich um unser Geld kümmern, besser als die, die sich um unsere Kinder kümmern?

Wonach bemisst sich der Wert der Arbeit? Die herrschende Wirtschaftslehre will, dass der Lohn sich nach der wirtschaftlichen Entwicklung richtet, nach Profit und Gewinnen an Effizienz. Aber das ist ein unsinniger Maßstab, wenn es um die Betreuung alter Menschen geht oder um die Erziehung junger.

Aus Spiegel Online

Es geht bei den aktuellen Auseinandersetzungen um mehr als Geld. Gut finanzierte Sorgearbeit sichert unsere Zukunft und macht das Land gerechter. Es geht um die Gleichberechtigung von Frauen. Noch immer erledigen sie den Großteil der Sorgearbeit. Zu Hause werden sie dafür gar nicht bezahlt und in Krankenhäusern oder Kitas schlecht. Wer sich über die Lohnungleichheit von Frauen und Männern aufregt, der muss Berufe besser bezahlen, in denen vor allem Frauen arbeiten. …

Statt jedoch endlich für ein gerechteres Steuersystem in Deutschland zu sorgen, damit soziale Dienstleistungen besser und die Erzieherinnen und Pflegerinnen besser entlohnt werden, wollen Merkel, Schäuble und Gabriel den Soli abschaffen und Erben weiterhin nur zurückhaltend besteuern. Beides sind Steuergeschenke zum Nutzen der Wohlhabenden, aber auf Kosten der Kita-Erzieher, der Pflegebedürftigen und unserer Kinder.

Gastbeitrag von Gesine Agena und Anton Hofreiter, Bundestagsabgeordnete der Grünen in der Frankfurter Rundschau vom 6.5.2015

Stell Dir vor, es ist Demo - und keiner hat Zeit

Wenn Fließbandarbeiter streiken, werden die Autos später fertig und der Arbeitgeber trägt den finanziellen Schaden. Im öffentlichen Dienst funktioniert dieses Prinzip nicht. Wenn Erzieherinnen streiken, zahlen wir Eltern trotzdem die Gebühren, die Kommunen aber kein Gehalt. Absurd: Der Arbeitskampf entlastet ausgerechnet die Arbeitgeber finanziell. Ausgetragen wird der Streik ausschließlich auf dem Rücken der Eltern. Auch das ist absurd: Gerade wir Eltern, die das größte Interesse an guter Betreuung unserer Kinder haben, sind die Leidtragenden eines Streiks.

Doch welches andere Druckmittel haben die Erzieherinnen? Keins. Sie haben nur uns. Wieso lassen wir die Erzieher in eigener Sache streiken, obwohl es auch unsere Sache ist? Wäre es nicht absolut angemessen und fair gewesen, mal vorab eine Soli-Demo zu organisieren? Wo waren wir? Warum haben wir zu Nicht-Streik-Zeiten keine Energie für die Anliegen der Erzieherinnen aufgebracht?

Eigentlich müssten wir nun alle mit auf die Straße, den Druck weiterreichen an die Arbeitgeber. Oder die Kinder stur mit ins Büro nehmen. In der Realität kommt es zu einer derartigen Revolte nicht, weil die Eltern - wahrscheinlich auch hier mehr Mütter als Väter - voll damit beschäftigt sind, das Chaos zu bewältigen und sie natürlich auch noch ihre Jobs behalten wollen. Da bleibt wenig Kapazität für Solidarität. Stell dir vor, es ist Demo - und keiner hat Zeit.

Hohe Verantwortung, niedriges Gehalt

Dabei sind sich die Eltern einig, dass Erzieher besser bezahlt werden sollten. Wir verlangen ja auch viel: Wir wollen, dass unsere Kleinen in der Gruppe immer individuell gesehen werden. Dass sie getröstet werden und lieb gehabt. Dass sie etwas lernen, dass ihre Kreativität geweckt wird, dass Defizite früh erkannt werden. Wir wollen morgens gehetzt ein müdes Kind abgeben können und nachmittags ein fröhliches Kind bei einer gelassenen Frau abholen. Wir wollen Ansprechpartner haben, die nicht nur in der Lage sind, jederzeit die Farbe des Stuhlgangs unserer Kinder zu referieren, sondern auch deren sozio-emotionale Entwicklung dokumentieren und uns einfühlsam erklären, was wir alles noch richtiger machen könnten.

Auch der Staat verlangt viel, angefangen bei einer vier- bis fünfjährigen Ausbildung. Selbst die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeber räumt ein, dass die Anforderungen an Erzieher gestiegen sind. Prekäre Familienverhältnisse, immer mehr Bürokratie, hohe pädagogische Standards. Abgesehen vom Lärm, der Belastung für den Rücken und dem Stress durch Personalmangel. Erzieherinnen können verdammt viel falsch machen, sie können Fehler machen, die niemand wieder gut machen kann. Auf dem Gehaltszettel ist diese hohe Verantwortung nicht abzulesen.

Das Grundproblem ist die fehlende Anerkennung für Menschen, die mit Menschen arbeiten, und da macht Ver.di ein ganz großes Fass auf. Es geht um nicht weniger als eine gesamtgesellschaftliche Frage. Die Kommunen alleine werden sie nicht beantworten können.

Aus Spiegel Online vom 6.5.2015

Solidaritätsadressen

Es liegen mittlerweile etliche vor. Auch vor Ort haben wir einige bekommen, z.B. von der SPD Stadtratsfraktion. Sie ist auf unserer Internetseite veröffentlicht. Nachstehend die vom Deutschen Gewerkschaftsbund

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften unterstützen die Beschäftigten des kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstes in ihren aktuellen Auseinandersetzungen mit den öffentlichen Arbeitgebern um die Aufwertung ihrer Arbeit.

Die Aufwertung sozialer Berufe muss auch mit tarifpolitischen Mitteln erfolgen. In sozialen Berufen sind überwiegend Frauen tätig. Die Anhebung der Eingruppierung ist also ein Schritt zur Entgeltgleichheit sowie ein Baustein zur weiterreichenden gesellschaftlichen Aufwertung.

Die erweiterten beruflichen Belastungen, die Verantwortung für das Kindeswohl und gestiegene Anforderungen bei der Ausbildung machen es erforderlich, in der aktuellen Tarifrunde zum kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst die Aufwertung zu erreichen. Durch eine verbesserte Eingruppierung muss eine angemessene Bezahlung der Beschäftigten ermöglicht werden.

Wir fordern die politisch Verantwortlichen in den Kommunen auf, diese Aufwertung zu unterstützen.

Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, für mehr Entgeltgleichheit zu sorgen und die Arbeit in der Pflege, Betreuung und frühkindlicher Bildung aufzuwerten. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern die Koalitionsparteien auf, die Forderungen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zu unterstützen und ihren Worten Taten folgen zu lassen.

Dass die öffentlichen Arbeitgeber einen grundsätzlichen Handlungsbedarf nicht erkennen wollen und nur punktuelle Verbesserungen angeboten haben, können wir nicht akzeptieren.

Der ganzen Gesellschaft, auch den Beschäftigten anderer industrieller und dienstleistender Branchen, nützt die Arbeit der Sozial- und Erziehungsdienste. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften unterstützen die Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste in den aktuellen Tarifauseinandersetzungen daher solidarisch und werben in den Betrieben um Verständnis dafür, wenn es zu Ausfällen in der Kinderbetreuung kommt. Die in den DGB Mitgliedsgewerkschaften organisierten Betriebs- und Personalräte aller Branchen begleiten die laufenden Verhandlungen unterstützend.

Solidarität von der Erlanger FDP?

Macht die Erlanger FDP bewusst Stimmung gegen die Streikenden oder ist sie komplett ahnungslos. In den Erlanger Nachrichten vom 14.5.2015 war zu lesen:

Der Kreisverband Erlangen der FDP kritisiert unterdessen am Streik, dass dieser bei gutem Willen der Gewerkschaften derzeit noch vermeid­bar gewesen wäre. „So stehen nun aber Eltern und Kinder auch in Erlangen vor geschlossenen Kitas und werden zum Spielball der großen Gewerkschaftspolitik“, sagt der Kreis­vorsitzende Matthias Faigle. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh­mer in den Erziehungsberufen ver­dienen unsere tägliche Anerkennung für ihren Job und die wichtige Arbeit, die sie im Bereich der frühkindlichen Bildung leisten. Die Familien ver­dienen aber auch Rücksichtnahme auf die Notlage, die so ein Streik auslöst.“ Erzieherinnen und Erzieher würden derzeit schon zwischen 2590 und 3750 Euro erhalten, so Faigle weiter. „Das ist nicht weniger als mancher Berufs­tätige, der nun keine Versorgung für seine Kinder hat.“

Tatsächlich verdienen aktuell ErzieherInnen monatlich zwischen 2366,68 und 3289,06 Euro je nach Dauer der Berufstätigkeit. Entweder will die FDP bewusst Stimmung gegen die Streikenden machen oder der Erlanger FDP Vorsitzende Faigle möchte mit seinen Phantasiezahlen die Berechtigung der ver.di Forderung verdeutlichen. Hätten die Arbeitgeber ver.di die FDP Zahlen angeboten, es wäre nicht zum Streik gekommen.

Angebot

Tatsächlich gibt es bis heute kein Arbeitgeberangebot. Lediglich für Erzieher mit schierigen fachlichen Tätigkeiten in einem pädagogischen Spezialgebiet wie zum Beispiel Inklusion oder Sprachförderung haben sie angedeutet, dass sie sich eine Entgelterhöhung um bis zu 39 Euro vorstellen könnten. Mündliche Andeutungen sind aber kein Angebot und mini Verbesserungen für ganz wenige sind keine Aufwertung, deshalb geht der Streik weiter.

Weltweite Information

Unsere Internetseite http://erlangen.verdi.de/bg-stadt/2015-aufwertung-sozial-und-erziehungsdienst wurde aktualisiert. Dort finden sich unter „Streikplanung“ die Überlegungen und Aktionen der kommenden Tage. Unter „Die erste Streikwoche“ finden sich Fotos und „Solidaritätsadressen“ erklärt sich selbst. Wir sind dankbar für weitere Solidaritätsadressen.

Ich sage nur ein Wort:Vielen Dank!

Horst Hrubesch

37. GRILLFEST

Wieder Dusel mit dem Wetter - gut besucht

Wir hatten den Grillfesttermin wieder vorgezogen. Früh wie noch nie luden wir für den 8. Mai ein und wir hatten wieder richtig viel Glück. War doch der 8.5. der mit Abstand wettermäßig schönste Tag bis dahin im Mai 2015. Der Besuch war recht gut, die 200 bestellten Bratwürsten und 100 Steaks gingen weg. Erstmals hatte der ver.di-Mitgliederservice einen Infostand, dafür beteiligte sich der Mitgliederservice an den Kosten und wir konnten nach wie vor die Preise stabil halten.

Neue Biersorte

Erstmals kam das Kellerbier der Brauerei Roppelt zum Ausschank und es scheint sehr geschmeckt zu haben. Wir mussten mehr Fässer als in den Vorjahren anzapfen. Bahnt sich da eine neue Brauereiverbindung an?

OB und CSU-Fraktionsvorsitzende Birgitt Aßmus fehlten

Birgitt Aßmus traditionelle Grillfestbesucherin ließ sich mehrfach entschuldigen, der Oberbürgermeister ebenfalls, beide weilten anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung vom Faschismus in der Erlanger Partnerstadt Wladimir. Sie wurden vertreten von den beiden Bürgermeisterinnen Dr. Elske Preuß (FDP) und Susanne Lender-Cassens (Grüne Liste). Wie seit Jahren üblich kam die SPD Fraktionsvorsitzende Barbara Pfister, Robert Thaler, José Luis Ortega Lieras und Norbert Schulz von der SPD, Albrecht Börner (CSU-Fraktionsgeschäftsführer) und Christian Lehrmann (CSU), sowie Personal- und Organisationsreferent Thomas Ternes.

DGB-Spitze erstmals komplett da

DGB-Kreisvorsitzender Wolfgang Niclas und sein Stellvertreter Frank Riegler besuchten beide das Grillfest und erstmals war die Erlanger DGB-Spitze vollständig vertreten.

Viel Arbeit

Dank der tatkräftigen Hilfe nicht weniger "bewährter" und einiger "neuer" Kräfte blieb niemand hungrig und durstig. Für alle leckeren Kuchen- und Salatspenden sei hiermit an dieser Stelle herzlich gedankt. Die Kuchen und Salate wurden komplett verzehrt.

Musik – „Handle with Care“ trotzten erfolgreich AC/DC

Wie in den letzten Jahren spielte ab 17.00 Uhr unsere Grillfestband „Handle with Care“ auf, formerly know as  „Pickup Project“. Die Band wird immer besser und perfekter. Dieses Mal wieder ohne Schlagzeug, dafür mit Holzkiste, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tat. Die Setlist umfasste zahllose, über 41 (!) Songs aus der Rockgeschichte, wie  Joker, Baker Street, Hotel California, As Tears go by, Whiskey in the Jar, Mr. Robinson oder Rocking all over the world. Das Zuhören machte allen einfach Spaß und der Band hat es sichtlich auch Spaß gemacht. Zum Schluss gab es laute Zugabe-Rufe. Hoffentlich klappt es 2016 wieder mit der Band. Zeitgleich spielte in Nürnberg eine australische Kapelle Namens AC/DC. Deswegen gab es einige Entschuldigungen für das Grillfest. Wer zum Grillfest kam, hatte musikalisch keine schlechtere Wahl getroffen, auch wenn Bühne und Show nicht ganz so opulent waren.

Bilder des Grillfestes

Finden sich unter http://erlangen.verdi.de/bilder im Internet oder oben.

Danke

Zum Abschluss  möchten wir uns bei allen Helfern bedanken, ohne die das Grillfest nicht möglich wäre. Ohne das unbezahlbare Engagement wäre so ein Fest nicht denkbar, dafür an alle ein herzlicher Dank.

 

MITMACHEN

10. Juni ver.di Betriebsgruppe trifft sich

Die Arbeit von ver.di bei der Stadt Erlangen wird in monatlichen Treffen der Betriebsgruppe, im Jahr 2015 jeweils mittwochs ab 17.00 Uhr bestimmt. Jedes ver.di-Mitglied bei der Stadt kann gerne mitmachen, Kommen und seine Ideen und Anregungen einbringen. Wer künftig eingeladen werden möchte, einfach bei uns melden, telefonisch oder per Mail an roland.hornauer@stadt.erlangen.de. Die interne Einladung enthält zusätzlich immer lesenswerte Tagesordnungspunkte. Das nächste Treffen ist am Mittwoch 10. Juni, 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40. Auf der Tagesordnung stehen die aktuelle Tarifsituation im Sozial- und Erziehungsdienst und die weitere Jahresplanung

 

Vormerken

Veranstaltung Überlastungsanzeigen und Arbeitnehmerhaftung

Im Zusammenarbeit mit der Gewerkschaftliche Unterstützungseinrichtung der DGB-Gewerkschaften, GUV/FAKULTA findet am Dienstag, den 23. Juni ab 17.00 Uhr, Sitzungsraum im Kleinen Rathaus, Schuhstr. 40 eine Informationsveranstaltung zu den oben genannten Themen statt. Eingeladen sind alle Kolleginnen und Kollegen.

 

Auflösung und neues Rätsel

Wir fragten, in welcher Stadt steht das abgebildete Rathaus? Es steht in Shanghai, China und kann durchaus mit unserem Rathaus mithalten. Nachdem wir einige Chinaexperten unter unseren Lesern haben, gingen auch einige richtige Lösungen ein. Der schnellste war der stellvertretende ver.di Bezirksvorsitzende Andreas Wotzka der 67 Minuten nachdem der Link zur Internetausgabe vermailt war, uns schrieb Hallo, des Rätsels Lösung ist Shanghai, das Rathaus steht in Shanghai am Volks(fest)platz. Dieses Mal haben wir was Schönes entdeckt, unser Ausbildungsleiter betreibt eine Denkfabrik, in welcher Gegend steht sie?

Rätsel 5/2015 rh Rätsel 5/2015

Hymne an den Besserwisser

Als vor 60 Jahren die norddeutschen Metallarbeiter für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall streikten, wusstest du es besser: Das schadet der deutschen Wirtschaft, so sagtest du.

Als die Gewerkschaften vor über 50 Jahren für die 40-Stunden-Woche streikten, wusstest du es besser: Das schadet der deutschen Wirtschaft, so sagtest du.

Als vor über 40 Jahren die Stahlarbeiter im Ruhrgebiet für 6 Wochen bezahlten Urlaub streikten, wusstest du es besser: Das schadet der deutschen Wirtschaft, so sagtest du.

Wenn die Gewerkschaften für höhere Löhne streiken, weisst du es besser: Das schadet der deutschen Wirtschaft, so sagst du.

Wenn die Gewerkschaft für einen Tarifvertrag bei Amazon streikt, weisst du es besser: Das schadet der deutschen Wirtschaft, so sagst du.

Wenn die Gewerkschaft für eine tarifliche Aufwertung im Sozial- und Erziehungsdienst streikt, weisst du es besser: Das schadet der deutschen Wirtschaft, so sagst du.

Trotz deines fundierten Wissens ist die deutsche Wirtschaft eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt geblieben.
Ich bin ganz sicher: Auch diesmal wirst du es nicht besser wissen.

 

FÜR FEINSCHMECKER

Verwaltungslyrik (XIII)

Im Mitteilungsblatt der Stadt Nr. 7/2015 haben wir gleich im ersten Beitrag eine wohlfeil formulierte Nachricht gesehen:

„Nach Ziffer 5.3.5 Abs. 2 der Allgemeinen Geschäftsanweisung der Stadt Erlangen (AGA) sind im Briefkopf das Geschäftszeichen (diesem ist die Verwaltungs-ID des jeweiligen zuständigen Sachbearbeiters hinzu-zufügen) und die anderen vorgesehenen Angaben einzusetzen.“

Schön, dass auch die weiteren Beiträge in dieser Ausgabe wahre Formulierungsperlen enthalten und somit vor Verständlichkeit strotzen, wie die nachstehende kleine Auswahl beweist:

„Der Bedarf an moderierten Gruppenprozessen wird jedoch erfahrungsgemäß eher zu- als abnehmen, da immer mehr komplexe Fragestellungen in kleineren oder größeren Teams be-arbeitet werden müssen und auch die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger eine größere Rolle spielen wird.“

„Nach o.g. Richtlinien sind Zuschüsse an Dritte Finanzhilfen zur Erfüllung von Aufgaben des Empfängers.“

„Für die Aktivierungspflicht von Zuwendungen an Dritte für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen ist neben der Angabe der Zweckbestimmung, der Angabe des Betrages sowie einer ausdrücklichen Rück-forderung des Zuschusses bei nicht zweckgerechter Verwendung die Angabe einer Bindungsfrist im Zuwendungsbescheid zwingend erforderlich.“

 

Surfen (159)

DGB veröffentlicht Besoldungsreport 2015

Die Kassenlage der Länder darf nicht über Einkommen und Qualität des öffentlichen Dienstes vor Ort entscheiden, dies ist Position des DGB. Doch genau das scheint der Fall zu sein. Spreizungen von derzeit bis zu 15 Prozent zeigen die Auswirkungen einer solchen Besoldungspolitik. Dies ergibt sich aus den Zahlen des DGB- Besoldungsreport 2015.

Mehr dazu unter  http://www.dgb.de/-/4vS

 

Alle nachstehenden Informationen und Materialien etc. können bei Silvia Beyer, Gisela Strobel oder Werner Lutz, PR,  (86 2420, 86 1685 oder 86 2384, Fax 86 2878, Mail roland.hornauer@stadt.erlangen.de) angefordert werden!

Ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 9/2015 - Aufwerten jetzt – Geld ist da!

Die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsberufen kämpfen für eine angemessene Bezahlung ihrer verantwortungsvollen Arbeit. Angeblich sei dafür jedoch kein Geld da. Dabei reichen schon die unerwarteten Mehreinnahmen der Kommunen laut neuester Steuerschätzung aus, die geforderte Aufwertung zu finanzieren.

Archive rh Archive

CULDUR

ARCHIVE

ERLANGEN, E-WERK SAAL, 20.3.2015

Da werden wir doch glatt vom Rockgott erhört. Hatten wir doch vor fast zwei Jahren bei der Rezi über das damalige Archive-Konzert zum Schluss geschrieben, „hoffentlich müssen wir nicht wieder sechs Jahre auf einen Archiveauftritt im E-Werk warten“. Wieder war es ein ungewöhnliches Konzert. Statt einer Vorgruppe gab es den fast vierzig minütigen Schwarz-weiß-Film „Axiom“ zu sehen. Künstlerisch sehr wertvolle Endzeitbilder, unterlegt durch die Musik des Albums „Axiom“ von Archive. Die Bilder wirkten teilweise etwas verstörend, zum Teil aber auch wie ein endlos langer Musikvideoclip. Durch die optisch anspruchsvollen Bilder gerät aber auch die Musik etwas zu sehr in den Hintergrund. Na gut, dafür ist ja auch das anschließende Konzert gedacht. Obwohl keine Vorband wurde nach dem Film rund 20 Minuten „umgebaut“. Endlich ging es nach dem Kraftwerk Intro „Radioactivity“ mit dem sehr elektrischen „Distorted Angels“ los. Der Startschuss zu einer wilden, 90 Minuten dauernde Reise durch Rock, Indie, schnellen Progrock, Trip-Hop, Electric, Pop, Psychelic, Noise, Beats and Drums, Rap, Alterna, Gitarrenwänden und so weiter. Die Songs entstehen dabei Schritt für Schritt, quasi von unterschiedlichen musikalischen Kapiteln zu Kapiteln bis zu jeweils einen finalen Schluss- und Höhepunkt. Archive ist ein vielseitiges Künstlerkollektiv, in Erlangen zu Acht am Start und so werden häufig die Instrumente gewechselt. Immer wieder wird der Drumer durch den Gitarristen David Penney unterstützt. Ein auch optisches Highlight ist Sängerin Holly Martin, deren starke Stimme an die junge Kate Bush erinnert. Zum Schluss des Songs „Axiom“ wird ein schönes Basssolo angestimmt. Neben der üblichen Lightshow werden immer wieder verzerrte Bilder der Musiker oder Farbcollagen im Stil der 70er Jahre auf die Leinwand projiziert. Wenn die Songs, angetrieben von den Keyboardern und Masterminds Danny Griffiths und Darius Keeler, Fahrt aufnehmen, hat man das Gefühl von einer Dampfwalze überrollt zu werden. Insgesamt wird aber zu viel in die einzelnen Songs reingepackt. Durch die vielen Zutaten fehlt es an Struktur, weniger wäre da mehr.  Dann wären es aber keine Archivesongs mehr. Leider stand der schöne Mitgröhlsong „Fuck U“ nicht auf Setlist.  Mit „Dangervisit“ und „Black and Blue“ endete ein künstlerisch anspruchsvoller Konzertabend im vollen E-Werk Saal, ohne dass sich das Publikum so richtig einbringen konnte.

Feine Sahne Fischfilet rh Feine Sahne Fischfilet

FEINE SAHNE FISCHFILET
NÜRNBERG, LÖWENSAAL, 21.3.2015


Im Verfassungsschutzbericht 2015 von Mecklenburg-Vorpommern steht unter 3. Linksextremismus über das neue Album „Bleiben oder Gehen“ von Feine Sahne Fischfilet wörtlich: „Im Berichtszeitraum veröffentlichte die Punkband aus Greifswald und Rostock ein neues Album das die offensichtlich linksextremistischen Bestrebungen und die Gewaltbereitschaft der fünfköpfigen Gruppierung erneut unterstreicht“. Leider konnten diese Aussagen beim Konzert der Band im vollen Löwensaaal auf ihren Wahrheitsgehalt nicht überprüft werden. Der grottenschlechte Sound sorgte dafür, dass die engagierten Texte von Feine Sahne Fischfilet unverständlich blieben. Zwar konnte der textsichere Teil des Publikums mitgröhlen. Aber selbst die Zwischenansagen blieben, über ein vom Publikum mit skandiertes „Nazisraus“, weitestgehend unverständlich. Es war richtig ärgerlich, weil natürlich auch die Musik im Brei unterging. Dabei legte Sänger Jan „Monchi“ Gorkow beim ersten Song „Für diese eine Nacht“ so engagiert los, dass ein Monitor von der Bühne flog. Wohl kein Wunder, hat er doch mit seinen Bandkollegen vorher von der Empore die Vorband Neonschwarz beobachtete und dabei eine Pulle Klaren kreisen lassen. Die Hip-Hopper von Neonschwarz gingen übrigens ebenfalls im Soundbrei unter. Der vorletzte Song von Feine Sahne Fischfilet vor dem Zugabeblock „Komplett im Arsch“ war so leider das Gesamtfazit des Abends. Zurück bleibt die Erinnerung an ein runtergeknüppeltes Punkkonzert, ab und an belebt durch den Einsatz zweier Bläser und an das gute Bier. Schließlich wurde „Greif Bräu“ aus Forchheim ausgeschenkt, wenigstens etwas.

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